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TEIL II: Die 10 größten Teichmythen

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Um den Teich und die Teichpflege ranken sich unzählige Mythen und Pflegetipps. Einige sind richtig, andere kannst du getrost vergessen. Erfahre in Teil II der größten Teichmythen, was es mit Vitaminen im Fischfutter auf sich hat, ob ein Filter zwischendurch ausgeschaltet werden darf und vieles Interessantes mehr.

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Mythos Nummer 6: Den Filter darf man ausschalten

Sicherlich gibt es Gründe, den Filter des Teiches zwischenzeitlich auszuschalten. Diese sind aus biologischer Sicht jedoch überhaupt nicht sinnvoll. Manchmal meckert vielleicht dein Nachbar, weil ihn die Wassergeräusche stören, oder du hast Angst, dass der Schlauch in deiner Abwesenheit abspringt und der Teich leerläuft, oder du willst einfach nur Strom sparen und lässt den Filter nur stundenweise laufen. Dann hat der Filter leider jedoch noch weniger Wirkung, als ihn gar nicht laufen zu lassen.

Was passiert im Inneren eines Teichfilters? Schmutz- und Abfallstoffe werden in der ersten Filterungsstufe mechanisch aufgefangen. In der zweiten Stufe bauen Milliarden von Bakterien diese Ablagerungen und giftige Stoffe ab bzw. wandeln sie in ungiftige Stoffwechselendprodukte um. In dieser Phase benötigen die Reinigungsbakterien enorme Mengen an Sauerstoff, teilweise mehr als alle Fische gemeinsam. Bevor diese Vorgänge vollständig, stabil und aktiv funktionieren, vergehen teilweise mehrere Wochen. Wenn aktiv lebende Bakterienpräparate dosiert werden, dauert es im besten Fall nur wenige Stunden bis Tage. Wird der Filter nun nur ein einziges Mal für ca. 30 Minuten abgeschaltet, arbeiten die Bakterien so lange weiter, bis die gelöste Menge an Sauerstoff (O2) im stehenden Wasser verbraucht ist. Tritt dies ein, sterben die Bakterien besonders schnell ab. So entsteht eine Kettenreaktion und der sogenannte Stickstoffkreislauf beginnt rückwärts zu laufen. In diesem Fall wird das ungiftige Nitrat unter Sauerstoffmangel wieder zum hochgiftigen Nitrit umgewandelt. Da die nitritabbauenden Bakterien selbst keine hohen Mengen dieses Stoffes vertragen, wird der Absterbeprozess beschleunigt. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem die Förderpumpe wieder eingeschaltet wird, den Mix aus aggressivem Nitrit und Milliarden toter Bakterien in das Fischbecken spült und die Wasserqualität stark belastet, bis das Immunsystem der Fische irgendwann versagt.

Der Filter ist das Herzstück des Teiches und muss permanent mit Nahrung (Fischausscheidungen) und Sauerstoff versorgt werden. Auch wenn du das vielleicht seit längerer Zeit praktizierst und augenscheinlich keine Probleme erkennst, ist das für alle Bewohner im Teich extrem stressig und schädlich. Dauerhaft führen diese Störungen zu vermehrten Problemen wie Algen, Krankheiten bis hin zum Totalausfall.

Mythos Nummer 7: Klares Wasser ist gesundes Wasser

Grundsätzlich kannst du davon ausgehen, dass die reine Optik nur wenige Hinweise über die Beschaffenheit des Wassers liefert. Die einzige Information, die man ableiten kann, ist die, dass es klar ist. Mehr nicht.

„Alte Hasen“ können manchmal ganz gut aus reiner Erfahrung oder durch Beobachtungen ableiten, welchen Zustand das Wasser in etwa aufweist. Doch genaue Aussagen können ausschließlich Wassertests ergeben. Diese gibt es in mehreren Varianten. Der Streifentest ist wohl das günstigste und einfachste Messverfahren. Tropfentests sind deutlich genauer, kosten als Komplettset allerdings zwischen 25 und 100 Euro. Neu auf dem Markt sind mobile Photometer. Diese laborähnlichen Geräte sind momentan die exakteste Methode, um alle wichtigen Wasserparameter zu checken. Zu erstehen sind sie ab etwa 300 Euro. Für welches du dich entscheidest, ist abzuwägen. Selbst wenn du dir die Profivariante gönnst, ist diese wahrscheinlich deutlich günstiger als erkrankte Kois, die eine aufwendige medikamentöse Behandlung durch einen Fachtierarzt benötigen oder Algen, die mit einer Kur, welche schnell über 200 Euro (je nach Teichgröße) kosten kann, bekämpft werden müssen. Selbst ein einziges totes Tier kann mehr schmerzen als die Luxusmethode zum Testen der Wasserqualität kostet. Viele stationäre Fachhändler bieten Wasseranalysen als Service an, stellen aber nur eine Momentaufnahme dar, die fortlaufend kontrolliert werden muss. Es lohnt sich also immer, wenn du notwendige Mess-Instrumente verfügbar hast.

Mythos Nummer 8: Im Fischfutter sind genug Vitamine

Gutes Teichfutter erkennt man an der guten Verpackung. Sie ist luftdicht und lässt vor allem kein Licht durch. Licht und Luft sind nämlich dafür verantwortlich, dass Vitamine oxidieren und folglich nicht mehr wirksam als Nährstoff zur Verfügung stehen. Sobald eine Transportverpackung zum ersten Mal geöffnet wurde, wird dieser Zerstörungsvorgang unaufhaltsam aktiviert. Um dieses Problem zu kompensieren, gehören in jeden Teichzubehörschrank ein vernünftiges Spray oder gute Tropfen zur Revitaminisierung. Wenn du dich mal in einer guten Zierfisch- oder Teichabteilung umsiehst, wirst du häufig ein Vitaminpräparat auf der Arbeitstheke finden, weil Profis wissen, worauf es ankommt. Tests haben ergeben, dass viele Krankheiten mit einem geförderten Immunsystem vermieden werden. Speziell die Farbentwicklung, Schleimhautdicke und Stressresistenz bei Wasserproblemen werden enorm gefördert. Die Reichweite beträgt bei kühler Lagerung durchaus einige Monate, mindestens jedoch eine Teichsaison. Auch im Frühjahr, wenn die langsam steigenden Wassertemperaturen den Stoffwechsel der Fische animieren, aber auch Parasiten aktiv werden, ist diese Maßnahme äußerst wichtig und kann über den erfolgreichen Start oder Misserfolg entscheiden. Die Anwendung ist sehr einfach: Entweder du dosierst die Vitaminkonzentrate direkt ins Teichwasser, sodass sie über Kiemen und Schleimhaut aufgenommen werden, oder du gibst die notwendige Futterportion in ein kleines Gefäß und träufelst bzw. sprühst ein wenig über die Mahlzeit. Eine Kur (3-4 Mal die Woche) ist im Frühjahr zu empfehlen, im Sommer reicht eine wöchentliche Dosis.

Mythos Nummer 9: Regenwasser ist ungefährlich

Selbstverständlich ist Regen, der auf normalem Wege in den Teich fällt, kein großes Risiko. Zumindest für den Teich, dessen Wasserhärte regelmäßig kontrolliert und korrigiert wird. Bestimmt hast du aber schon oft gesehen oder gelesen, dass viele Fischfreunde das Regenwasser direkt über die Dachrinne in den Teich leiten oder auffangen, um damit einen Teilwasserwechsel vorzunehmen. „In der Natur ist das ja auch Regenwasser!“ ist das häufigste Argument dafür. Was passiert aber auf dem Umweg durch die Regenrinne mit dem Regentropfen?

Schon in der Atmosphäre nimmt der Tropfen verschiedene Schmutzpartikel und Rußteile auf. Wenn er auf dem Gartenschuppen-Vordach aufprallt und auf diesem herunterläuft, spült er noch jegliche Ablagerungen vom Dach, die sich in der Zeit zuvor gebildet haben. Vielleicht steht direkt neben dem Gartenhaus noch eine große Tanne, die ihre Nadeln ebenfalls aufs Dach fallen lässt. Somit wird die gesamte Mischung aus Schmutzpartikeln und Algendünger konzentriert in den Teich geleitet. Regenwasser ist weiterhin besonders frei von wichtigen Mineralien, die aber zwingend notwendig sind, damit die Selbstreinigungskraft des Wassers erhalten bleibt. Zur Kompensation müsstest du die Karbonathärte fortlaufend angleichen, überschüssige Nährstoffe wie Nitrat und Phosphat durch passende Präparate binden und Schwermetalle, die aus Regenrinne und Metallnägel des Gartenhausvordaches gelöst wurden, eliminieren.

Vorgereinigtes Leitungswasser ist folglich empfehlenswerter. Ein Wasseraufbereiter muss jedoch auch hier verwendet werden, allerdings deutlich geringfügiger und seltener.

Mythos Nummer 10: Einen Filter nur für große Teiche

Besonders mittelgroße und kleine Teiche sind häufig anfällig für Schwankungen der Wasserwerte. Obwohl H2O langsamer warm oder kalt wird als Luft, kann die hochstehende Mittagssonne im Sommer einen flach angelegten Teich auf über 30°C erhitzen. In der Nacht kann ein frischer Wind genau das Gegenteil bewirken. Da die Besatzdichte in den meisten Teichen auch deutlich zu hoch ist, sind hier Reinigungs- bzw. Filteranlagen von großer Bedeutung, um das Klima für alle Bewohner erträglich zu gestalten. Sie beheben die Schäden, die durch Irritationen der Umwelt entstehen. Bei Naturteichen, also Gewässern, die künstlich angelegt wurden, jedoch ein Volumen jenseits von 5.000 Liter besitzen, große Tiefzonen haben und großzügig bepflanzt sind, ist eine Filteranlage nicht unbedingt notwendig – jedenfalls so lange, wie kein Bedarf an kristallklarem Wasser besteht. Hier ist darauf zu achten, dass lediglich kleine Fischarten wie Stichlinge, Elritzen, Bitterlinge und Gründlinge eingesetzt werden. Diese kommen mit dem natürlichen Nahrungsangebot an Insekten und Algen gut aus und sind robust, auch in frostigen Monaten. Auf eine ausreichende Belüftung durch Umwälzpumpen oder Sprudelsteine ist trotzdem zu achten.

Hier gelangst du zum ersten Teil der größten Teichmythen.

Weiterführende Informationen zu Teichfiltern und -pumpen

Quelle Artikelbild: mirpic / Fotolia.com

 
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Eine Meinung von “TEIL II: Die 10 größten Teichmythen”

  1. […] Hier gelangst du zum zweiten Teil der größten Teichmythen. […]

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