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TEIL I : Die 10 größten Teichmythen

Teil_I_Die_zehn_größten_Teichmythen_Fotolia_52748751_S_Blog_neuUm den Teich und die Teichpflege ranken sich unzählige Mythen und Pflegetipps. Einige sind richtig, andere kannst du getrost vergessen. Ob günstiges Futter eine gute Qualität hat, ob Koi sich der Teichgröße anpassen und wie du Algen in den Griff bekommst erfährst du in unserer Serie Teichmythen 1-5.

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Mythos Nummer 1: Fische passen sich der Teichgröße an

Goldfische und Koi werden mittlerweile in unzähligen Farben und außergewöhnlichen Formen gezüchtet. Sie sind teilweise so schön, dass der ein oder andere Teichfreund nicht „nein“ sagen kann, obwohl der Zoofachverkäufer deutlich auf die mögliche Endgröße der Tiere hingewiesen hat. Auch wenn der eigene Teich zum Beispiel nur 300 Liter umfasst, muss der kleine Koi mit nach Hause. Der Nachbar hat ja mal gesagt: Fische passen ihre Größe dem Teich an. Diese Annahme ist jedoch falsch. Fische besitzen keine bewusste Kontrollfunktion, um ihr Wachstum ihrer Umgebung anzupassen. Warum aber wird der eine Fisch im großen Teich vom Nachbarn viel größer als der eigene Fisch im Balkonteich, obwohl die Fische vom selben Händler stammen?

In kleinen Gewässern sind wachstumsfördernde Stoffe, wie Mineralien und Vitalstoffe sehr schnell verbraucht, da die Besatzdichte oft deutlich zu hoch ist. Ebenfalls ist der Schwimmraum oft sehr knapp, sodass freudiges Umherschwimmen, das die Verdauung und den Stoffwechsel fördert, kaum möglich ist. Stoffe, die das Wachstum der Fische bremsen, reichern sich zusätzlich sehr schnell an. Besonders das Stoffwechselendprodukt des Filters Nitrat ist in hohen Mengen (mehr als 50mg/l) für eine mangelhafte Entwicklung verantwortlich. In ausreichend großen Teichen hat man schon aus Platzgründen deutlich mehr Möglichkeiten, nitratabbauende Pflanzen zu setzen oder mineralisierende Dekosteine zu verwenden. „Fehlentwicklung“ ist für diesen Mythos die eher passende Beschreibung.

Mythos Nummer 2: Pflegepräparate sind chemisch und schädlich

„Ich bin kein Freund von Chemie im Teich“ – liest und hört man sehr oft in Foren oder Unterhaltungen zwischen Teichbesitzern. Doch ist es wirklich Chemie, die wir in Form von Pulver oder Flüssigkeit als Pflegemittel in den Teich schütten? Die „Mittel der 80er Jahre“ waren oft chemischer Grundlage und hatten nur das Ziel, Algensporen unausweichlich zu töten und das Wasser langanhaltend zu klären. Leider zerstörten diese Mittelchen auch wertvolle Mikroorganismen. Seit einigen Jahren geht der Trend erkennbar in die Richtung der natürlichen Lebensweise. Die Industrie hat diesen Trend schnell erkannt und erfüllt den Kunden diesen Wunsch, auch, weil sich die Gesetzeslage deutlich dem Naturschutz widmet und jährlich viele „alte“ Wirkstoffe verbietet. Moderne Präparate wirken gemeinsam mit der Natur und fördern biologische Prozesse.

Teil_I_Die_zehn_größten_Teichmythen_Fotolia_66098547_XS_Blog_neuDie meisten modernen Algenvernichter bzw. Pflegemittel bestehen aus rein natürlichen Stoffen, die den Haushalt des Wassers in Balance bringen, weil zuvor ungleiche Verhältnisse zwischen Schmutzeintrag und -Abbau herrschten. Die Hauptinhaltsstoffe sind zum Beispiel Monolinuron und Kupfersulfat. Kupfer ist ein wichtiger Baustein des Lebens. Es ist in sehr vielen Lebensmitteln, wie Fisch, Innereien von Wiederkäuern, Nüssen, Kaffee und Gemüse vorhanden. Sogar das Bundesamt für Risikobewertung empfiehlt eine tägliche Zufuhr. Auch in den meisten Futtermitteln für Koi und Goldfische wird Kupfer bewusst hinzugefügt, um Mangelerscheinungen vorzubeugen. In leicht erhöhten Konzentrationen ist es jedoch für primitive Algen unverträglich und führt zum Absterben.

Auch weitere Parameter des Wassers werden auf rein natürliche Weise korrigiert und gepflegt. Der Wasserhärtegrad und der pH-Wert werden mit Bicarbonat und Calcium behandelt, algenvorbeugende Präparate sind ebenfalls auf mineralischer Basis, Schlammentferner und Filterbooster bestehen aus „guten“ Reinigungsbakterien. Beim Kauf von Produkten aus dem deutschen Fachhandel kannst du also ruhigen Gewissens zugreifen, solange du die Anwendungshinweise beachtest.

Mythos Nummer 3: Der Teich regeneriert sich von selbst

Ja und Nein! Zur Erläuterung ziehen wir einen See als Beispiel heran: Am Ufer stehen Pflanzen. Im Herbst welken Blätter, sie fallen ins Wasser, sinken bis zu Boden, werden dort von Bakterien in meterdicken Bodengrundschichten stufenweise zersetzt und geben Nährstoffe ans Wasser ab, die letztendlich von Algen verbraucht werden. Durch den Abbauprozess werden Mineralien verbraucht, die durch das natürliche Gestein am Ufer oder im Seegrund rückgelöst werden und dem Ökosystem wieder zur Verfügung stehen. Das Verhältnis zwischen der Menge an Fischen und dem Wasservolumen ist ungleich, also schwimmt ein Fisch in mehreren 1000 Litern Wasser. Die Seetiefe von 30 Metern oder mehr garantiert eine gleichmäßige Temperaturzonenverteilung für alle Bewohner und schützt vor Überhitzung.

Im Teich jedoch ist das Gewässer von der Umwelt durch die Teichfolie unüberwindbar getrennt. Natürliche Nährstoffsickerquellen existieren somit nicht. Meterdicke Schichten von Sedimenten fehlen, sodass Abfallprodukte nicht ausreichend verwertet werden können, sich anreichern und für schlechte Klimabedingungen sorgen. In den meisten Teichen ist auch ein (extremer) Überbesatz von Fischen vorhanden. Der Schmutzabbauprozess muss auf Hochtouren gehalten werden, wie ein Motor mit Vollgas. Diese Umstände führen zu einem sehr hohen „Verbrauch“ von lebensnotwendigen Stoffen, die aber in den seltensten Fällen vom Teichliebhaber ausreichend nachdosiert werden. Das System ist also nicht rund und führt- ohne „künstliche“ Korrektur- zum Kollaps. Diese Korrekturen sind notwendig, da jeder angelegte Teich der klassischen Art mit Teichfolie, Filtersystem etc. immer noch künstlich ist. Zwar gibt es Teiche, die ohne aufwendige Pflege (-produkte) seit vielen Jahren gedeihen, jedoch birgt dies Gefahren, die oft unterschätzt werden. Irgendwann sind die elementaren Nährstoffe verbraucht, sodass es über Nacht zum bekannten Kippen des Teiches kommen kann.

Wie beugst du dem Ganzen vor? Führe regelmäßig Wassertests (wöchentlich bis monatlich) durch, betreibe ausreichende Teilwasserwechsel (ca. 10% pro Monat) und sorge für eine ausreichende Wasserhärte (KH mind. 5°).

Mythos Nummer 4: Futter ist gleich Futter

Sicherlich kannst du deine Fische auch mit billigem Futter ernähren, doch wenn du dich fragst, warum andere viel mehr für Teichfutter bezahlen, ist die Antwort recht einfach: Teures Futter ist günstiger!

Teil_I_Die_zehn_größten_Teichmythen_Fotolia_71658075_XS_Blog_neuFutter im mittleren bis höheren Preissegment kostet erst einmal etwas mehr Geld, weil Eiweiß als Rohstoff seinen Preis hat. Eiweiß, das ist keine neue Erkenntnis, gibt viel Energie, ist für den Organismus gut verdaubar und hält besonders lange satt. Gutes Goldfisch- und Koifutter ist in der Regel in Granulat- oder Pelletform gepresst, sodass in einem Liter Pellets die zehnfache Energie stecken kann, als in einem Liter aufgeschäumtem Stickfutter. Beispiel: Wenn du also als vier Hand voll Sticks pro Tag füttern würdest, reicht stattdessen ein Schnapsglas voll Pelletfutter, um die Tiere zu sättigen. Entsprechend geringer sind auch die Mengen der Ausscheidungen, da eiweißreiches Kraftfutter fast vollständig verwertet wird. Weniger Kotabsatz bedeutet weniger Schmutz/ Algennährstoffe, du musst den Filter seltener reinigen, weniger Geld für Anti-Algen-Mittel ausgeben, siehst deine Fische deutlich schöner gefärbt herumschwimmen und erlebst insgesamt weniger Probleme, wie Fischkrankheiten und Schlammablagerungen.

Tipp: Achte auch auf die entsprechenden Wassertemperaturangaben des Futters auf der Verpackung! Der Nährstoffgehalt ist -bei gutem Futter- den jeweiligen Jahreszeiten angepasst. Sommerfutter im Frühling ist wie eine fettige Pizza unmittelbar nach einer Nulldiät.

Mythos Nummer 5: Koi sind empfindlicher als Goldfische

Das stimmt so nicht! Sie benötigen nahezu die gleichen Wasserwerte, wie Goldfische und ähneln ihnen anatomisch sehr. Koi werden lediglich weniger artgerecht gepflegt. In diesem Zusammenhang solltest du wissen, dass Koi einen sehr hohen Stoffwechsel und Energiebedarf haben. Wenn der Koipfleger dies nicht beachtet und nur selten füttert bzw. minderwertiges Futter anbietet, sind Mangelerscheinungen die eigentliche Ursache von häufigen Krankheiten, die selten rechtzeitig erkannt werden, um geheilt werden zu können. Die mögliche Wachstumsendgröße von bis zu 1,20 m wird ebenfalls selten beachtet. Als Maßstab für einen ausreichend großen Teich gibt es diverse Faustformeln, aus der sich eine Grundlegende etabliert hat: Ein Koiteich sollte mindestens 5.000 Liter Inhalt umfassen. Da Koi Gruppentiere sind, die untereinander kommunizieren, sollte die Gruppe aus mindestens 3-4 Tieren bestehen. Pro Tier werden 1.000 l reserviert, sodass eine Koi-Gruppe ein Platzangebot von 8.000- 9.000 Liter benötigt. Vergleichsweise ist zu erwähnen, dass ein einziger Koi mit einer Körperlänge von 20 cm etwa die gleiche Menge Kot absondert, wie 30-50 Goldfische der gleichen Größe. Wenn die Filteranlage diesen Dimensionen nicht angepasst wird, steigt der Keimdruck des Wassers extrem an. Ein verqualmter und überfüllter Partykeller hätte ein vergleichbares Raumklima. Befolgst du diese Hinweise, bleibt dein Koi gesund und verzeiht dir auch kleinere Pflegefehler.

Hier gelangst du zum zweiten Teil der größten Teichmythen.

Wissenswertes zu Wasserwerten im Teich

Quelle Artikelbild: Franz Peter Rudolf / Fotolia.com

 
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2 Meinungen von “TEIL I : Die 10 größten Teichmythen”

  1. bettina otto sagt:

    jetzt weis ich immer noch nich, wie lange es dauert, bis diese Blumen blühen.

  2. […] Hier gelangst du zum ersten Teil der größten Teichmythen. […]

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