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Die Wahrheit über Filtermaterial

Teichfilter
Filter sind eigene kleine Kraftwerke und halten den Teich und sein Ökosystem am Laufen. Erfahre in diesem Beitrag, was du bei der Reinigung und Pflege deines Filters alles beachten solltest, um einen funktionstüchtigen Teich und gesundes Teichwasser zu gewährleisten.

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Allgemeines zu Filtermaterialien

Jeder Filter besteht aus verschiedenen Filtermaterialien – auch Filtermedien genannt. Die Ableitung kommt daher, weil die entsprechenden Schwämme, Steine, Röhrchen, Bälle, Vliese oder Adsorber Oberflächen darstellen, auf denen unzählige Reinigungsbakterien leben. Überall siedeln sich die Bakterien an: auf der Teichfolie, am Pflanzkorb, selbst im Schlauch der Filterpumpe leben sie und ernähren sich von Fischausscheidungen und organischen Reststoffen.

Haltbarkeit eines Filters

Ein einziger Filterschwamm – im DIN A 4 Format mit einer 5 cm dicken Stärke – hat flächenmäßig eine größere Oberfläche als alle anderen (Teich-)Flächen zusammengerechnet. Dies liegt daran, dass die Schwämme aufgeschäumt werden und wie ein sehr dichtes Netzsystem funktionieren, die durch winzige Luftkanäle und Hohlkammern „belüftet“ werden. Das Material selbst besteht meist aus Kunststoff, der im Laufe der Zeit seine Weichmacher verliert und porös werden kann. Beschleunigt wird dieser Vorgang durch UVC-Wasserklärer, die das Wasser mit Ozon anreichern, was sich reizend auf weiche Materialien (Schwämme) auswirkt. Auch das UV-Licht der Sonne wirkt zerstörend auf Filtermaterialien. Dementsprechend hat ein handelsüblicher Filterschwamm eine „sinnvolle“ Nutzungsdauer von etwa sechs Monaten. Danach zerfällt langsam die Struktur des Kunststoffes. Wenn du mit den Fingern einzelne Faserstücke aus dem Schwamm herausbrechen kannst, wird es langsam Zeit das Filtermaterial zu erneuern. Berücksichtige dabei, dass du niemals das gesamte Filtermaterial gleichzeitig wechseln solltest, da die notwendige Mikrofauna sonst fehlt, um anfallende Gifte abzubauen.

Ein weiterer Grund dafür, die mechanisch filternden Materialien wie Vliese, Schwämme und Matten regelmäßig zu erneuern ist die Tatsache, dass sich tief im Inneren des Materials Reste von Stoffwechselprozessen anlagern, welche kaum zu entfernen sind. Auch wenn du das Filtermaterial unter fließendem Wasser reinigst oder in einem Eimer Wasser mehrfach auswringst, kommst du nicht an diese festsitzenden Ablagerungen heran. Folglich verdichtet sich der Schwamm immer mehr und mehr bis der Wasserwiderstand steigt und die Durchflussrate vom zu reinigenden Wasser sichtbar sinkt. Die Zeit bis zum nächsten Verstopfen nach der Reinigung wird immer kürzer und die häufigen Eingriffe in den Filter stören die biologische Stabilität des Gewässers. Da Teiche eine besonders starke Belastung von Schmutzpartikeln haben, ist dieser Faktor ein sehr wichtiger, nicht zuletzt stellt die mechanische Reinigung die Grundlage der weiteren (biologischen) Filterung dar. Ein Filter, der schnell verstopft ist, überfordert und sollte hinsichtlich des Filtermaterials überprüft werden.

Qual der Wahl

Bei der Wahl der biologisch arbeitenden Filtermedien kann ebenfalls einiges falsch gemacht werden:
Es gibt leider immer noch Teichfreunde, die einfachen Kies verwenden und nicht beachten, dass die Materialoberfläche von zehn Litern Kies etwa so groß ist wie die von einem Liter speziellem Filtersubstrat. Somit werden 90 Prozent der möglichen Filterleistung nicht effizient genutzt. Auch minderwertiges Lavasplit aus Baumärkten ist ungeeignet, da es sehr dicht ist und wie Kies eine vergleichbar geringe Oberflächenstruktur hat. Weiterhin ist es möglich, dass Lavasplit, welcher eigentlich für Gehwegbereiche gedacht ist, Schwermetalleinschlüsse aufweist. Diese sind bekanntermaßen hochgiftig für das gesamte Teichsystem und können auch noch nach Jahren den Bestand spontan eliminieren. Achte deshalb beim Kauf von Filtersubstrat darauf, dass du ein Produkt wählst, welches explizit für den Einsatz in Teichfilteranlagen geeignet ist. Jedoch sollte auch dieses Material nach etwa vier bis acht Monaten teilweise erneuert werden, da die wichtigen Poren verstopfen und ineffizient werden. Auch hierbei ist das Reinigen mit Wasser nur bedingt erfolgreich, da die mikrobiologischen Schleimbeläge mit der Zeit an Substanz gewinnen und sich verhärten.

Adsorptive Filtermedien

Die Wichtigkeit von adsorptiven Filtermedien, wie Aktivkohle und Zeolith, wird weit unterschätzt. Jeden Tag gelangen unsichtbare Umweltgifte aus der Atmosphäre ins Teichwasser, wodurch biologische Abläufe gestört werden. Auch Kleinstlebewesen und Wirbellose (Schnecken, Muscheln) sind empfindlich gegenüber diesen Belastungen. Regenwasser wäscht unzählige Rußpartikel aus der Umgebungsluft und spült diese in den Teich. So wurde beispielsweise in Teichgebieten in der Nähe von Flugzeugrouten Kerosin im Wasser nachgewiesen. Auch Stoffe aus der Antibabypille sind regelmäßig im Leitungswasser und in der Folge im Teichwasser vorhanden. Blütenpollen bringen Unmengen an Algennährstoffen ins Teich-Milieu. Diese negativen Effekte sind optisch erst nicht wahrnehmbar, jedoch stellt man häufig fest, dass Tiere wie aus dem Nichts erkranken oder das Wasser an Klarheit verliert. Aktivierte Filterkohle und Mineralgesteine wie Zeolith gehören zu der Gruppe der Ionenaustauscher und besitzen die Fähigkeit, die genannten Umweltgifte wie ein Magnet an sich zu ziehen und zu binden. Die Nutzungsdauer dieser Filtermedien ist schwer messbar. Als Faustformel gilt, dass diese in mindestens achtwöchigem Rhythmus erneuert werden sollen, um eine ungewollte Rücklösung der Stoffe ans Wasser zu vermeiden.

Nachdosierung und Belüftung

Der allerwichtigste Punkt ist das regelmäßige Nachdosieren von frischen Stämmen der Reinigungsbakterien. Mit der Zeit verliert jeder Teich an Selbstreinigungskraft und verlangsamt alle Abbauprozesse. Gerade im Frühjahr solltest du circa wöchentlich neue Impfkulturen nachdosieren – im Verlauf des Jahres etwa monatlich.

Eine starke Teichbelüftung 24/7 und die Anwendung von Aktivsauerstoff in Pulverform sind wahre Booster für alle guten Bakterien. Die Reproduktionsrate der winzigen Helfer steigt rapide an, was der Filterwirkung einen richtigen Schub gibt, sodass Schmutz noch schneller und gründlicher im Filter verarbeitet werden kann. Bei Teichfilteranlagen, die bereits seit vielen Jahren laufen, ist die Anwendung dieser Präparate sehr zu empfehlen und ist ungefährlich für alle Teichbewohner. Im Gegenteil, auch sie erhalten neue Lebenskraft, da sie entspannt durchatmen können und die Energie nicht nur in die zehrende Atmung stecken müssen, sondern die aus dem Fischfutter gewonnenen Proteine und Fette in Wachstum und Abwehrkräfte investieren können.

Sorgfalt lohnt sich

Es lohnt sich definitiv für jeden Teichfreund diese Grundlagen zu beachten und Sorgfalt in die Auswahl der richtigen Filtermedien zu legen. Wenn du die Tipps befolgst, kannst du dich an einem sauberen und funktionstüchtigen Teich erfreuen, der auch deinen Tieren sicherlich viel Freude bereiten wird.

Tipps für den Teichfilter

Quelle Artikelbild: roblan / Fotolia.com

 
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3 Meinungen von “Die Wahrheit über Filtermaterial”

  1. Elli sagt:

    Die positiven Wirkungen von Teichbelüftung und Starterbakterien kann ich nur bestätigen! Ansonsten erzielt man nicht die optimale Filterleistung.

  2. Uwe sagt:

    Das über die Filterleistung habe ich gelesen vor einiger Zeit und ich muss sagen es ist Richtig, man sollte echtes Filtersubstrat verwenden um die Bakterien zu steigern. Ich habe es selbst getestet. Den normalen Kies raus und richtiges Substrat eingefüllt. Die Wasserqualität ist besser.

  3. Kalle sagt:

    Guten Abend,
    auch wir sind mittlerweile dazu übergegangen den Teich und den Filter zu belüften. Es mag ja komisch klingen und oft werde ich auch gefragt ob das denn wirklich sein müsse. Aber das Ergebnis zählt, ich selbst wollte es ja auch lange nicht glaube. Eine 24/7 Lüftung kann das Wasser wirklich nochmal deutlich verbessern.
    Gruss Kalle

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