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Pferdesprache: Pferdisch für Anfänger

pferdesprache

Pferde verständigen sich durch Körpersprache. Wenn du genau hinschaust, wirst du mit etwas Hintergrundwissen schon bald erkennen, was dein Pferd ausdrückt und was es von dir möchte. Erfahre hier deshalb alles zur Gestik und Mimik der Vierbeiner.

Die gleiche Sprache

Anders als Menschen kommunizieren Pferde hauptsächlich durch Körpersprache. Als Herdentiere haben sie über Jahrzehnte ihre eigene Sprache entwickelt. Diese zu verstehen vereinfacht das Miteinander von Mensch und Tier ungemein und trägt zu einer stärkeren Bindung bei. Wenn du die Sprache deines Pferdes besser interpretieren kannst, kannst du nicht nur besser vermitteln, was du gerne von deinem Pferd möchtest, sondern auch besser nachvollziehen, weshalb es in manchen Situationen nicht so reagiert, wie du es dir wünschen würdest.

Komm und sprich mit mir!

Wiehern, Brummen, Quieken – Pferde kommunizieren zwar zu einem Großteil durch ihre Körpersprache, aber auch einige Laute gehören zu ihrer Kommunikation dazu. Pferde wiehern jedoch nur selten und in bestimmten Situationen, einen geselligen Plausch unter Freunden, wie Menschen ihn halten, gibt es unter Pferden nicht. Doch was für uns das Winken, Rufen oder ein Pfiff, ist für das Pferd das Wiehern: Gerade wenn der „Gesprächspartner“ zu weit entfernt ist, nutzen Pferde das Wiehern als Distanzruf und machen so auf sich aufmerksam.

Häufiger jedoch als Wiehern ist ein tiefes Brummen zu hören. Stuten rufen so nach ihren Fohlen. Unter erwachsenen Pferden stellt das Brummen eine freudige Begrüßung dar. Viele Pferde nutzen diesen Laut auch um Menschenfreunden freundlich „Hallo“ zu sagen.

Ernster ist die Lage allerdings, wenn ein schrilles Quieken ertönt. Denn dann ist dein Pferd verärgert. Das Kampfgeschrei wird häufig von Stuten und Wallachen eingesetzt und geht einher mit ausschlagenden Hinterhufen und stürmischen Kämpfen.

Körperhaltung und Bewegung

Die Körperhaltung eines Pferdes verrät dir eine ganze Menge über seinen Gemütszustand. Mit ein wenig Übung wirst du schon bald erkennen, ob dein Liebling angespannt, aufgeregt oder entspannt ist. Grundsätzliche Haltungen lassen sich leicht erkennen: steht ein Pferd voller Spannung hoch aufgerichtet dar, ist es aufgeregt. Senkt es hingegen den Kopf und hat ein Hinterbein angewinkelt, so kannst du davon ausgehen, dass es gerade ruht und völlig entspannt ist. Wenn du dein Pferd länger kennst und es genau beobachtest, wirst du schnell herausfinden, ob es aufgeregt ist, Schmerzen hat, müde oder voller Elan ist oder einfach nur tiefenentspannt dasteht.

Ohren

Pferdeohren sind sehr beweglich und zeigen dir, wohin die Aufmerksamkeit deines Pferdes gerichtet ist und ob es entspannt oder angespannt ist. Pferdeohren können sich unabhängig voneinander bewegen. So kann dir dein Pferd beispielsweise bei einem Ausritt mit einem Ohr zuhören und mit dem anderen Ohr die Umwelt aufmerksam wahrnehmen.

Pferdeohren Einmaleins

– Leicht nach hinten geneigte Ohren suggerieren Entspannung
– Leicht zur Seite zeigende Ohren können ein Zeichen dafür sein, dass dein Pferd döst oder gelangweilt ist
– Gespitzte, steil aufgerichtete Ohren signalisieren volle Konzentration und Interesse
– Eng anliegende Ohren zeigen dir, dass dein Pferd seinem Gegenüber droht und schlecht gelaunt ist
– Eng anliegende Ohren beim Reiten bedeuten meist, dass sich das Tier auf den Reiter konzentriert
– Stehen die Pferdeohren in unterschiedliche Richtungen (eines Ohr nach vorne und ein Ohr nach hinten) bedeutet dies, dass dein Pferd sich unsicher ist, auf welchen Impuls es seine ganze Aufmerksamkeit lenken soll

Schweif

Was Pferde denken und fühlen drücken sie jedoch nicht nur durch die Körperhaltung oder ihre Ohren aus – auch der Schweif verrät dir einiges über den Gemütszustand deines Tieres. Ist der Schweif leicht angehoben und pendelt entspannt von der einen Seite zur anderen Seite, so kannst du dir fast sicher sein, dass es deinem Pferd gerade gut geht und es entspannt ist. Anders sieht dies jedoch aus, wenn es seinen Schweif zwischen die Beine klemmt. Dann heißt es aufgepasst, denn dein Pferd ängstigt sich. In diesem Fall solltest du schnell handeln und die Ursache für die Angst eliminieren. Schlägt das Pferd energisch mit seinem Schweif, so kannst du davon ausgehen, dass ihm etwas nicht passt. Es kann beispielsweise sein, dass es Insekten stören oder eine unangenehme Atmosphäre herrscht, die dem Pferd in der Situation nicht geheuer ist. Ist der Schweif angehoben, so ist das Pferd meist in bester Laune und fast schon übermütig und will spielen.

Maul

Der Blick auf das Maul des Pferdes wird häufig vernachlässigt. Dabei zeigt das Maul besonders eindeutig, in welcher Stimmung dein Pferd gerade ist. Das Pferdemaul ist besonders sensibel, dementsprechend lässt sich aus der Maulpartie die Stimmung des Tieres genauestens ablesen. Sind die Lippen locker und hängen leicht herunter, befindet sich das Pferd gerade in einer Schlaf- beziehungsweise Entspannungsphase. Ist das Maul jedoch verkniffen und der Mund stark zusammengepresst, so ist Obacht geboten, es könnte sein, dass das Pferd sich nicht wohlfühlt oder sogar mit Schmerzen zu kämpfen hat.

Streckt das Pferd die Oberlippe hoch und den Kopf weit nach oben, dann „flehmt“ es. Pferde flehmen meist dann, wenn sie einen ganz besonders wohlriechenden oder interessanten Geruch wahrgenommen haben. Das Flehmen verschließt die Nüstern und der spannende Geruch ist noch intensiver. Flehmen kann jedoch auch ein Ausdruck von Schmerzen sein. Bei Koliken zum Beispiel zeigt das Pferd duch das Zeigen der Zähne, dass es Schmerzen hat.

Auch Fohlen kommunizieren bereits mit ihren Mündern. So zeigen sie, wie auch rangniedrige Tiere, häufig ein sogenanntes „Unterlegenheitskauen“. Hierzu öffnen sie ihr Maul und ziehen sowohl Oberlippe als auch die Unterlippe über die Zähne und beginnen zu kauen. Die Kaubewegungen machen dem Gegenüber deutlich, dass sie den höheren Rang anstandslos akzeptieren.

Nüstern

Anders als wir Menschen verfügen Pferde über einen besonders feinen Geruchssinn. Wahrgenommene Gerüche und Düfte haben für Pferde einen großen Einfluss auf das Gemüt. Hat das Tier geblähte Nüstern, so stehen alle Zeichen auf „Flucht“. Sobald ein Pferd etwas Unbekanntes und Verängstigendes riecht, hört oder sieht und sich erschreckt, weiten sich die Nüstern und das Pferd stellt sich darauf ein zu entkommen beziehungsweise zu fliehen.

Augen

Die Augen des Pferdes erzählen dir viel über die momentane Stimmung. Gerät dein Pferd in Panik, so erkennst du dies besonders leicht an seinen Augen. Erregung und Angst machen sich beim Pferd dadurch bemerkbar, dass es mit den Augen rollt und der weiße Teil des Auges sichtbar wird. Jetzt heißt es schnell handeln und dein Pferd möglichst schnell beruhigen. Steile Falten, stumpfe, trübe Augen und ein ausdrucksloser Blick können ein Indiz für Unwohlsein und Schmerzen sein. Lebhafte, wache und glänzende Augen hingegen können dich freuen, denn deinem Pferd geht es gut und alles ist in bester Ordnung.

Grundwortschatz schafft Verständnis

Bis du die Belange und Wünsche deines Pferdes ganz verstehst, kann es natürlich manchmal ein bisschen dauern. Doch wenn du unsere Tipps berücksichtigst, dein Pferd stets „im Blick“ und die Grundbegriffe der Pferdesprache verinnerlicht hast, schaffst du die besten Voraussetzungen für ein friedliches, entspanntes und glückliches Miteinander zwischen dir und deinem Pferd.

Quelle Artikelbild: Martin Hochrein / Fotolia.com

 
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