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Mein Pferd ist krank: Wie kann ich helfen?

Mein_Pferd_ist_krank_wie_kann_ich_helfen_Fotolia_66083538_S_Blog_neuPferde sind normalerweise sehr zäh und als Fluchttiere immer in Bewegung. Dadurch fällt es aber auch schwer, Pferdekrankheiten auf den ersten Blick zu erkennen. Daher ist vor allem aufmerksames Beobachten angesagt. Erfahre hier, welche häufigsten Pferdekrankheiten du als Pferdebesitzer unbedingt kennen solltest.

Kolik: Bei Pferden „normal“

Schlägt dein Pferd sich mit den Hufen gegen den Bauch, ist es unruhig und legt sich immer wieder hin? Neigt es zum verstärkten Flehmen und schlägt mit dem Kopf nach hinten? Dann kann es sein, dass es unter einer leichten Kolik leidet. Einer bei Pferden sehr verbreiteten Erkrankung des Magen-Darmtraktes. Wurden Teile der Nahrung zum Beispiel nicht vollständig verdaut, führt das zu Darmverschluss und folglich zu krampfartigen Schmerzen. Aber auch psychischer Stress – beispielsweise Transporte oder Turniere – kann Krämpfe im Magen-Darm-Trakt zur Folge haben.

Nicht immer treten alle Anzeichen gleichzeitig auf, aber es sind sichere Signale, dass dein Tier Schmerzen hat. Kommen zu diesen Anzeichen noch Schweißausbrüche und eine stark erhöhte Pulsfrequenz (sprich: mehr als 52 Schläge pro Minute) hinzu, solltest du umgehend deinen Tierarzt zu Rate ziehen. Er kann durch krampflösende Medikamente versuchen, den Magen- und Darmtrakt zu entspannen und so wieder zum Arbeiten zu bringen. Bis zu seinem Eintreffen muss das Pferd warm gehalten werden: Leg ihm eine Decke an und führe es langsam herum. Die Bewegung unterstützt die Darmmotorik und hilft dem Pferd zu entspannen.

Das Sommerekzem: Juckende Plage

Mein_Pferd_ist_krank_wie_kann_ich_helfen_Regina Kaute_pixelio_de_Blog_neuEin Sommerekzem wird durch Stiche der weiblichen Kriebelmücke ausgelöst. Die Stiche führen zu einem unangenehmen Jucken. Pferde versuchen den Juckreiz dadurch zu unterbinden, dass sie sich bei allen Möglichkeiten an verschiedenen Stellen scheuern. Durch das ständige Schubbern wird der Juckreiz allerdings nicht besser, sondern sogar noch stärker. Im Laufe der Zeit entstehen durch das ständige Reiben kahle, schuppige Stellen, die sich durch Aufkratzen zu offenen, nässenden Wunden entwickeln. Grundsätzlich gibt es gegen das Sommerekzem kein Patentheilmittel. Vielmehr bedarf es von Pferd zu Pferd eine individuelle Behandlung.

Mauke: Nässe und Milben

Eine weitere typische Pferdekrankheit ist die Mauke, eine bakterielle Hautentzündung in der Fesselbeuge des Pferdes. Sie wird durch verschiedene Erreger wie Milben, Pilze, Bakterien und Viren verursacht. Hervorgerufen werden diese vor allem durch Nässe, häufiges Abspritzen der Beine, unsaubere und feuchte Boxen oder matschige Ausläufe. Vor allem Pferde mit langem Behang sind von der Mauke betroffen. Hier halten sich Schmutz und Feuchte besonders hartnäckig. Du solltest also besonders in den feuchten Monaten auf die ersten Anzeichen von Mauke achten. Sie zeigt sich durch kleine Pusteln, Hautrötungen oder Schwellungen in der Fesselbeuge. Daraus werden dann schnell eitrige Stellen, die du auf keinen Fall unterschätzen solltest. Unbehandelt kann Mauke zu langanhaltender Lahmheit führen.

Lahmheit: Ein Symptom, viele Ursachen

Lahmen ist vielmehr ein Symptom als eine ursächliche „Krankheit“. Abhängig vom Erscheinungsbild spricht der Tierarzt zum Beispiel von einer „Stützbein-Lahmheit“ (das Tier belastet die Beine nicht gleichmäßig). Bei einer „Hangbein-Lahmheit“ ist die Vorführphase des Beines auffallend verändert. Die Schrittlänge ist dann meistens kürzer als normal. In jedem Fall ist das Auftreten für das Pferd äußerst schmerzhaft.

Lahmen kann ganz unterschiedliche Gründe haben, z.B.

– Knochenbrüche
– Verstauchungen
– Verletzungen an den Sehnen
– Entzündungen (Schleimhaut-Entzündungen)
– Hufrehe
– Hufabzess

Die Missbildungen der Beine können aber auch angeboren sein. Bist du dir nicht ganz sicher, ob dein Pferd hinkt oder anders geht, dann lass dir das Tier vorführen, am besten auf hartem Untergrund (zum Beispiel auf Asphalt). Dabei kannst du hören, ob das Pferd im Takt geht. Sieh dir anschließend das Pferd auf ganzer Bahn an. Falls du es dann immer noch nicht erkennen kannst, bitte die Person, die das Pferd führt, einen kleinen Zirkel zu gehen. Durch die höhere Belastung des betroffenen Beines ist die Lahmheit besser zu erkennen.

Um deinem Pferd die Schmerzen zu nehmen, verabreicht der Tierarzt für gewöhnlich entzündungshemmende Medikamente, legt ihm Verbände an oder reibt die betroffenen Stellen mit Salbe ein. Danach, und nach einiger Zeit der Ruhe, kannst du das Tier häufig wieder wie gewohnt reiten.

Hufrehe: Falsche Ernährung, wenig Bewegung

Mein_Pferd_ist_krank_wie_kann_ich_helfen_Peter Smola_ pixelio_de_Blog_neuEine weitere häufige Erkrankung bei Pferden ist die Hufrehe. Damit bezeichnet man eine Entzündung der Huflederhaut. Das Gewebe verbindet die äußere sichtbare Hufkapsel aus Horn mit dem Hufbein. Mit der Entzündung versucht der Körper eine Überbelastung der Huflederhaut auszugleichen. Denn durch die Entzündung wird der Stoffwechsel angeregt, um so das Gewebe zu regenerieren. Doch diese Entzündung bereitet dem Pferd sichtbare Schmerzen.

Man erkennt sie meist an einem „klammen“ Gang des Pferds. Es sieht aus, als wolle das Pferd nicht auftreten, die Hufe fühlen sich warm an, das Tier bewegt sich nicht mehr als nötig. Bei einem akuten Rehe-Schub versucht das Pferd die Hufe zu entlasten, indem es sich oft hinlegt. Sobald du siehst, dass dein Tier leidet, solltest du auch hier so schnell wie möglich den Tierarzt rufen. In der Zwischenzeit sollte dem Pferd Linderung verschafft werden, indem die Hufe gekühlt werden. Entweder benutzt du kalte Wickel oder versuchst die betroffenen Hufe in einen Eimer mit kaltem Wasser zu stellen. Darüber hinaus solltest du herausfinden, wo die Ursache der Hufrehe liegt. Häufig tritt sie bei übergewichtigen Pferden auf. Schließlich wird die Lederhaut durch sie stärker belastet. Eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung ist auch hier der Schlüssel zu einem gesunden Pferd.

Erkrankungen des Atmungssystems

Ähnlich wie wir können sich auch Pferde erkälten oder unter Allergien leiden. Vor allem, wenn sie viel im Stall stehen, entstehen Atemwegsprobleme wie Husten und Stauballergien. Darüber hinaus kann ebenso eine Bronchitis, Dämpfigkeit, Luftsackerkrankungen oder auch eine Lungenentzündung auftreten.

Zu Erkältungen kommt es vornehmlich, wenn im Winter nicht richtig eingedeckt wird oder wenn Pferde im Winter nur selten auf die Weide kommen und mit den damit verbundenen „ungewohnten“ Temperaturschwankungen zu kämpfen haben. Tiere dagegen, die in Offenstallhaltung gehalten werden, leiden deutlich seltener an Atemwegsproblemen, da sie viel an der frischen Luft sind und ausreichend Gelegenheit haben, sich auf den Temperaturwechsel der Jahreszeiten einzustellen.

Hat sich dein Pferd erkältet können spezielle Erkältungsmedikamente helfen. Bei hartnäckigen Problemen muss eventuell ein Antibiotikum zum Einsatz kommen. Symptome für Atemwegserkrankungen sind ein schleimiger Nasenausfluss, Atemnot, Schwäche, Fieber oder Fressunlust.

Wichtig ist: Ruhe bewahren

Um eine Krankheit zu erkennen, ist es gut zu wissen, wie sich das gesunde Pferd verhält. Beobachte also dein Tier stets gut. Alles, was dir „unnormal“ an deinem Pferd erscheint, kann auf Schmerzen hinweisen. Darüber hinaus neigen auch Pferde zu bestimmten Krankheiten. Weißt du zum Beispiel um die Veranlagung zur Hufrehe oder Koliken, wirst du selbst schneller die Symptome erkennen. Geht es dem Tier einmal nicht gut, heißt es: Ruhe bewahren. Schließlich sind Pferde nicht nur zähe, sondern vor allem sensible Geschöpfe. Deine Panik würde das Tier also nur zusätzlich verunsichern. Bist du unsicher, informiere einen Tierarzt. Unternimm allerdings keine Selbstversuche, sonst könnte es sein, dass du deinem Pferd mehr schadest, als ihm zu helfen.

Quelle Artikelbild: Budimir Jevtic / Fotolia.com

 
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