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Trinkgefäß: Wassernapf vs. Nippeltränke

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Viele Tierhalter sind sich unsicher, ob sie einen Wassernapf oder eine Nippeltränke verwenden sollten. Beide Trinkgefäße haben ihre Vor- aber auch ihre Nachteile. Erfahre hier, was du zum Thema Wasserversorgung und dem natürlichen und individuellen Trinkverhalten von Nagern alles wissen solltest.

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Näpfe als häufigste Wasserquellen

Es gibt kein Haustier, dem du den Napf als Wasserquelle nicht anbieten kannst: Von der Kleintier- und Vogelhaltung über die Wasserversorgung bei Hund und Katze bis zur Terraristik – überall kommen Wassernäpfe zum Einsatz. Das liegt vor allem daran, dass diese Art der Wasserversorgung die natürlichste Variante ist. Schließlich nehmen die meisten Tiere in freier Wildbahn Wasser mit gesenktem Kopf aus Wasserquellen auf.

Daraus resultiert der größte Vorteil von Wassernäpfen: Kein Kleintier muss erst lernen, aus ihnen zu trinken: Nah genug rankommen, Schnäuzchen bis zur Wasseroberfläche senken und trinken – Durst gestillt. Im unkomplizierten Aufbau liegt aber gleichzeitig einer der größten Nachteile: Nicht selten kommt es vor, dass Tiere Näpfe zum Pool umfunktionieren. Das ist natürlich nicht Sinn der Sache, denn das Napfwasser wird so schnell schmutzig. Das passiert allerdings auch ohne Bade-Einlagen: Futter, Streu und Kot gelangen relativ einfach in den Napf – sei es durch Buddeln, Aufwirbeln von Bodensubstrat oder Langeweile beim Käfigbewohner. Es ist deshalb sehr wichtig, den Napf regelmäßig zu reinigen und regelmäßig das Wasser auszuwechseln.

Damit der Napf auch bei hektischem Treiben nicht umkippt, sollte man ein Modell aus einem schweren Material wie Keramik oder Ton wählen. Darüber hinaus sollte er am oberen Rand abgerundet sein, damit hineingefallene Kleintiere wie Mäuse oder Hamster besser wieder herausklettern können. Den Napf sollte man schließlich an einer erhöhten Stelle aufstellen: Das sorgt zum einen dafür, dass Tiere seltener durch Unachtsamkeit oder Gleichgewichtsverlust hineinfallen, zum anderen reduziert man so das Verschmutzungs-Risiko. Selbstverständlich sollte der Napf auch nicht direkt neben dem Spielbereich oder der Toilette stehen.

Nippeltränken: Die Kleintierklassiker

Diese Art des Wasseranbietens kennt jeder Kleintierhalter: Die Nippeltränke besteht aus einem Gefäß (meist aus Plastik oder Glas) und einem Aufsatz mit Metall-Kugelrohr, durch das das Wasser tröpfchenweise „herausgenuckelt“ werden kann. Die Vorteile liegen hier klar auf der Hand: Die Tränke nimmt keinen Platz weg, da sie platzsparend am Gitter hängt, sie kann nicht als Badewanne umfunktioniert oder umgestoßen werden und gibt immer nur so viel Wasser ab, wie gebraucht wird. Es scheint deshalb so, als sei die Nippeltränke sauberer und praktischer als der Wassernapf, doch auch sie weist Nachteile auf.

Dazu gehört vor allem, dass viele Nippeltränken spätestens nach einigen Monaten der Nutzung anfangen, permanent zu tropfen: Das ist nicht nur ärgerlich und verhindert den Wasserspar-Effekt, es macht das Kleintierheim auch ungemütlich – schließlich liegt kein Tier gerne im Nassen. Dazu kommt noch, dass die beim Trinken einzunehmende Körperhaltung alles andere als natürlich ist und dass immer nur einzelne Tröpfchen aufgenommen werden können.

Wissenschaftliche Erkenntnisse

Die Frage „Nippeltränke vs. Wassernapf“ spaltet nicht nur Kleintierhalter in zwei Lager, mittlerweile beschäftigen sich auch schon Wissenschaftler mit dem Thema: Ein Forschungsteam der Uni Zürich testete 2011 die Vorlieben von Kaninchen hinsichtlich Napf und Nippeltränke – mit einem eindeutigen Ergebnis:

Zuerst stellten sie Kaninchen Napf und Nippeltränke zur Verfügung und werteten aus, welche Wasserquelle wie häufig genutzt wurde: Es stellte sich heraus, dass alle Kaninchen aus dem Napf tranken, die Nippeltränke wurde nicht angerührt. Nach weiteren Tests stellten die Forscher die Gründe dafür heraus: Aus dem Wassernapf konnten die Langohren in kürzerer Zeit mehr Wasser aufnehmen als aus der Nippeltränke: Der Durst war schneller gestillt. Ein weiterer Grund: Kaninchen sind von Natur aus Fluchttiere. Das bedeutet: Wer weniger Zeit zur Wasseraufnahme benötigt, ist auch kürzer angreifbar.

In weiteren Tests stellte sich zusätzlich heraus, dass Kaninchen deutlich weniger Flüssigkeit aufnehmen, wenn ihnen nur Nippeltränken zur Verfügung stehen. Als direkte Folge davon weist der Kaninchenkot weniger Feuchtigkeit auf. Ein Umstand, der vor allem bei Tieren mit Harnsteinen problematisch werden kann: Diese Kaninchen sind darauf angewiesen, ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen, da sie sonst die „Abfallstoffe“ nicht aus ihrem Organismus bekommen.

Natürliches vs. individuelles Trinkverhalten

Das Trinken aus Wassernäpfen entspricht am ehesten der Wasser-Aufnahme in freier Wildbahn, und das betrifft auch die einzunehmende Körperhaltung zu: Sitzend bzw. stehend mit gesenktem Kopf. Im Gegensatz dazu fordert die Nippeltränke eine eher unnatürliche Haltung: Die Tiere müssen dazu den Kopf schräg nach hinten legen. Das kann auf Dauer zu Nacken- und Rückenproblemen führen.

Es kommt jedoch vor, dass Tiere das Trinken aus Näpfen nicht gewohnt sind und immer die Nippeltränke bevorzugen, wenn sie das von klein auf nicht anders kennen. In solchen Fällen sollte man auf keinen Fall das Tier zum Trinken aus dem Napf zwingen, indem man die Nippeltränke entfernt: Eventuelle Nackenprobleme sind weniger schädlich als Flüssigkeitsmangel (auch: Dehydration). Im Zweifelsfall einfach beide Trinkbehältnisse anbieten, vielleicht gewöhnt das Tier sich von selbst um.

Reinigung der Trinkgefäße

Unabhängig davon, welches Trinkgefäß man anbietet, spielt die Hygiene natürlich eine wichtige Rolle. Näpfe und Tränke sind regelmäßig zu reinigen, andernfalls entwickeln sich hier schnell gesundheitsgefährdende Keime.

Die Reinigung des Napfs ist dabei sehr unkompliziert: Einfach mit einem Tuch und heißem Wasser auswaschen oder in die Spülmaschine geben. Nach der Reinigung sollte man noch mal mit klarem Wasser nachspülen, damit eventuelle Spülmittelreste entfernt werden.

Bei der Nippeltränke gestaltet sich die Reinigung etwas komplizierter. Obwohl dieses Trinkgefäß als besonders hygienisch gilt, verwandelt sich das Metallrohr schnell in einen Brutherd für Bakterien und Algen. Da Kleintiere sehr empfindliche Magen- und Darmtrakte haben, sollte man bei der Reinigung sehr gewissenhaft vorgehen. Zur Reinigung des Wasserbehälters eignet sich eine Flaschen- oder Zahnbürste, zur Reinigung des Trinkröhrchens sollte man zu einem Wattestäbchen greifen, das man bei Bedarf mit Essigwasser tränken kann. Auch hier muss man zum Schluss noch mal gut mit klarem Wasser durchspülen.

Weiterführende Informationen zum Vergleich von Wassernapf und Trinkflasche

Bildquelle: Feng Yu / Shutterstock.com

 
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2 Meinungen von “Trinkgefäß: Wassernapf vs. Nippeltränke”

  1. Felix sagt:

    Hallo zusammen!
    Mal wieder ein Spitzenbeitrag von euch!
    Ich persönlich kenne die Frage der Wasserversorgung auch aus dem Bereich der Vogelhaltung. Was hier zum Einsatz kommt ähnelt wohl am ehesten der Nippeltränke und ist meiner Ansicht nach die perfekt Konstruktion um den Kleinen durchgehend ausreichend Flüssigkeit zur Verfügung zu stellen. Naja, in diesem Sinne auf bald, Felix

  2. Marius sagt:

    Sehr informativer Beitrag! Danke!

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