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Degus: Tipps zur Anschaffung

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In Knäueln von drei bis fünf Tieren zusammen zu hocken, gehört zu den Lieblings-Beschäftigungen von Degus. Daher solltest du sie daheim niemals in Einzelhaft halten. Was Degus sonst noch für ein glückliches Leben in deiner Wohnung benötigen, liest du hier.

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Degus in freier Wildbahn

Anders als bei ihrer Entdeckung Mitte des 18. Jahrhunderts vermutet, sind Degus (wiss.: Octodon degus) keine Hörnchen, sondern eher mit dem Meerschweinchen verwandt. In ihrer Heimat Chile (und Teilen Argentiniens) gibt es sie offiziell in vier Arten. Waldrodung und eingeschleppte Wanderratten setzen aber auch ihnen immer mehr zu. Die in unseren Heimen gehaltenen gewöhnlichen Degus hingegen leben als Sippen von fünf bis zehn Tieren in verzweigten Tunnelsystemen. Weil sie dabei ganze Felder untergraben und Pflanzen-Wurzeln anfressen, gelten sie mitunter sogar als Plage.

Gewöhnliche Degus werden bis zu 20 Zentimeter groß und bis 300 Gramm schwer. Am Ende ihres ca. 12 Zentimeter langen Schwanzes hat diese Art als einzige eine pinselartige Quaste. Anders als zum Beispiel Hamster sind Degus eher tagaktiv (vor allem früh morgens und am späten Nachmittag). Sie entwickeln keine so starken Gerüche wie Ratten und halten keinen Winterschlaf wie Igel. Wichtige Gründe, warum Degus als Haustiere bei uns so beliebt sind.

Grundsätzliches zum Degu-Kauf

Degus stellen – wie alle Lebewesen – ganz eigene Ansprüchen an ihre menschlichen Mitbewohner. Daher solltest du, bevor du nun in die nächste Zoohandlung stiefelst, ein paar grundsätzliche Fragen klären:

Gruppenhaltung: Degus sind ausgesprochene Teamplayer. Kann ich mich um zwei, drei oder noch mehr Tiere gleichzeitig kümmern?

Lebenserwartung: Degus werden im Schnitt fünf Jahre alt, einzelne Exemplare bis zu zehn. Bin ich bereit, so lange für mehrere pelzige Mitbewohner zu sorgen (Futter, Pflege, Hygiene, Beschäftigung, Tierarztbesuche)?

Platz: Zur artgerechten Unterbringung von Degus empfehlen Tierschützer Ställe von mindestens 120 x 50 x 100 cm für zwei bis drei Tiere. Habe ich ausreichend Platz?

Wohnung: Degus nagen alles, was ihnen vor die Schneidezähne kommt – egal, ob Holz, Blätter, Metall oder Plastik. Auch können sie durch kleinste Spalte entwischen. Kann ich meine Wohnung artgerecht und sicher einrichten (gilt vor allem für elektrische Leitungen, Steckdosen, giftige Pflanzen, Fenster und Türen nach draußen)?

Beziehung: Degus können recht zutraulich werden. Manche Tiere tun sich aber schwer damit, einige bleiben scheu. Hab ich die Geduld, meine Degus handzahm zu bekommen und würde es mir auch reichen, die Tiere nur zu beobachten?

Einverständnis: Kleintier-Haltung kann mietrechtlich nicht verboten werden. Dennoch lebt es sich ruhiger, wenn alle eventuell betroffenen Parteien deine neuen Mitbewohner tolerieren. Idealerweise findest du auch einen Degu-Sitter nebenan. Also: Geben Vermieter und Nachbarn ihr Okay?

Gesundheit: Sind alle im Haushalt lebenden Personen sicher, dass Sie nicht allergisch sind (z.B. gegen Tierhaare, Hausstaub, Einstreu)?

Natürlich könnte man diese Liste noch unendlich fortsetzen. Doch, wenn du diese sieben Fragen mit „Ja!“ beantworten kannst, kannst du dich schon deutlich sicherer auf dein Degu-Abenteuer einlassen.

Wo kann ich Degus kaufen?

Degus gehören zweifelsohne zu den Trend-Tieren der vergangenen Jahre. Daher wird es immer einfacher, an diese possierlichen Nager zu kommen. Auf der anderen Seite werden auch immer mehr Degus von privaten Haltern verkauft, die mit der Verantwortung für ihre tierische Sippe auf Dauer entweder überfordert sind oder Nachwuchs bekommen haben. Schließlich werfen Degu-Weibchen im Schnitt fünf Babys. Es können aber auch schon mal zehn werden.

In Tierheimen warten neben Hunden, Katzen und Kaninchen immer häufiger auch Degus auf ein neues Zuhause. Darüber hinaus gibt es mittlerweile in fast jeder Region private Vereine, die Degus vermitteln und bei Fragen weiterhelfen.

Preis

Während Nagerställe, Terrarien oder Volieren wegen ihrer Größe und Ausstattung rund 200 Euro kosten können, sind die Tiere selbst in der Anschaffung recht günstig.

Zum Teil werden Degus schon für 5 oder 10 Euro angeboten, können aber genauso bis zu 100 Euro pro Exemplar kosten. Der Preis wird zum Teil durch den Anbieter bestimmt (privat oder kommerziell? Verkauf dringend oder nicht?), aber auch durch das Alter oder die Farbe des Fells: Blaue bzw. mittelgraue Degus gibt es erst seit Ende der 1990er Jahre. Daher sind sie naturgemäß seltener –und teurer- als ihre Verwandten mit rotbraunem Fell („Agouti“).

Bedenke darüber hinaus, dass auch Futter, Zubehör zu Buche schlagen. Vor allem ältere Tiere neigen beispielsweise zu Diabetes. Daher solltest du dir immer einen Notgroschen für Tierarztbesuche zurücklegen, sobald du dir Degus anschaffst.

Gesundheitszustand

Um langfristig Freude an deinen Tieren zu haben, solltest du darauf achten, dass die angebotenen Degus gesund sind. Skeptisch solltest du hingegen werden, wenn Nager mit offenen Wunden, verklebten Augen oder Nasen, stumpfem oder teilweise kahlem Fell entdeckst. Genauso kann Antriebslosigkeit ein Zeichen auf Krankheiten oder nicht artgerechte Haltungsbedingungen. Anstatt diese bedauernswerten Geschöpfe zu kaufen, solltest du den nächsten Tierschutzverein alarmieren.

Alter

Ebenso wie bei uns Menschen werden Degus nach der Geburt maßgeblich durch den Umgang mit Eltern und Geschwistern geprägt und sozialisiert. Mit einander zu kuscheln, sich gegenseitig das Fell zu putzen oder sich auch schon mal ums Futter zu streiten, bereitet sie auf das „echte Leben“ vor, der Anschluss an die Familie macht sie ausgeglichener und stärkt sogar ihr Immunsystem. Sind deine neuen Degus hingegen jünger als sechs Monate, fehlen ihnen wichtige Erfahrungen und es besteht Gefahr, dass du dir verhaltensauffällige Einzelgänger mit Hang zu Krankheiten ins Haus holst.

Die optimale Gruppe

In freier Wildbahn lebt ein erwachsenes Männchen mit zwei bis drei Weibchen zusammen. Da es bereits genügend „ungewollte“ Degu -Babys gibt, sollte der Bock unbedingt kastriert werden. Der Eingriff ist verhältnismäßig kompliziert, lohnt sich aber im Hinblick auf ein harmonisches Zusammenleben. Darüber hinaus belasten Schwangerschaften auf Dauer die Gesundheit der Weibchen. Auch gleichgeschlechtliche Gruppen sind möglich. Umso besser, wenn es sich um Geschwister aus demselben Wurf handelt.

Dennoch kann es immer wieder zu Zankereien zwischen deinen Degus kommen. In der Regel handelt sich dabei um völlig normale, spielerische Auseinandersetzungen, bei denen die Tiere ihre Hierarchie immer wieder neu ordnen. Solange dabei niemand verletzt wird, ist das nicht weiter bedenklich. Erst, wenn ein unterlegenes Gruppenmitglied dauernd malträtiert wird, solltest du jedem einzelnen Tier mehr Raum geben, damit sich die „Streithähne“ aus dem Weg gehen können. Eine gänzliche Trennung ist aber auch dann nicht ratsam. Am Ende brauchen Degus doch einander.

Wissenswertes zu Degus

Bildquelle: P.R. – /Fotolia.com

 
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