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Hundefutter: Was genau ist drin?

Analytische Analyse von Hundefutter

Wenn du dir die Etiketten von Hundefutter genauer anschaust, findest du Angaben zu den „analytischen Bestandteilen“ des Futters, die häufig mit der Silbe „Roh“ beginnen. Was diese Werte über das Futter aussagen und welcher Gehalt an Rohprotein, Rohfett und Co. empfehlenswert ist, erfährst du hier.

In Deutschland muss der Hersteller auf Futtermitteln Angaben über die garantierte Analyse (wird in Prozent angegeben) und die Inhaltsstoffe machen. Anhand dieser Werte kannst du das Hundefutter beurteilen und dir ein Urteil über Gehalt und Verdaulichkeit machen – insofern du ein gewisses Grundwissen besitzt: Schließlich finden sich hier oftmals Ausdrücke, die der Otto-Normal-Hundebesitzer nicht kennt. Wir wollen deshalb heute damit anfangen, die wichtigsten der analytischen Bestandteile zu erklären. Übrigens besagt die Silbe „Roh“ vor den einzelnen Angaben lediglich, dass in der Laboranalyse X Prozent dieses Wertes gefunden wurden, aber nicht, wie verwertbar dieser Nährstoff tatsächlich ist.

Rohprotein

Zu allererst wollen wir uns mit dem Rohprotein beschäftigen. Zusammengefasst bezeichnet dieser Gehalt alle stickstoffhaltigen Bestandteile des Futters und damit größtenteils die Summe aller im Futter vorhandenen Eiweißverbindungen, zu kleineren Teilen auch beispielsweise Vitamine.

Hierbei ist wichtig zu sagen, dass Protein nicht gleich Protein ist: Je nachdem, ob es aus Muskelfleisch oder Bindegewebe, aus Hufen, Federn oder Fell oder gar aus pflanzlichen Stoffen stammt, besitzt das Protein eine unterschiedliche Verwert- und Verdaulichkeit für den Vierbeiner. Kennt man lediglich den Rohproteingehalt, lässt sich weder etwas über die Qualität des Proteins sagen (also ob von Tier oder Pflanze) noch über die tatsächliche Verwertbarkeit.

Man sollte deshalb beim Futter auf Hochwertigkeit achten und darauf, dass der eigene Hund nicht mit einseitigen Proteinquellen versorgt wird. Füttert man beispielsweise lange ein Futter, das als Eiweißquellen lediglich Ente und Kartoffel enthält, ist die Chance groß, dass der Hund schnell unter Mangelerscheinungen leidet. Eine solche Ernährung mit Mono-Proteinen sollte man lediglich vornehmen, wenn der Vierbeiner unter Futterallergien leidet, zum Beispiel lediglich Pferdefleisch verträgt. Sicherheitshalber solltest du dich aber hier mit deinem Tierarzt kurzschließen, damit eine ausgewogene und ausreichende Versorgung mit Eiweißen gesichert ist.

Grundsätzlich sollte ein Trockenfutter zwischen 20 und 25% Rohprotein enthalten, ein Dosenfutter nicht weniger als 5 bis 6 %. Dieser Unterschied, der sich auch bei den folgenden Werten feststellen lässt, hängt mit dem im Nassfutter höheren Wassergehalt zusammen: Würde man diesen bei der Analyse herausrechnen, würde ein ähnlicher oder sogar höherer Wert an Rohprotein herauskommen.

Rohfett

An zweiter Stelle folgt bei den analytischen Bestandteilen meistens der Rohfett-Anteil, der den Energiegehalt des Futters angibt. Grundsätzlich wird alles dem Rohfett angerechnet, was sich an Futteranteilen in einer Ätherlösung auflöst: Das sind ausschließlich Fette, allerdings alle von Pflanzenöl über Wachs bis hin zu Motoröl.

Hier kommen wir auch direkt zum Haken beim Rohfett-Anteil, der ähnlich dem oben beim Rohprotein genannten Problem ist: Anhand des Rohfett-Gehaltes kann nichts über die Art und Herkunft der Fette gesagt werden. Man hat keinerlei Anhaltspunkte, ob die im Futter enthaltenen Fette den Hund mit lebensnotwendigen, ungesättigten Fettsäuren versorgen oder gar nicht verwertbar sind wie im schlimmsten Falle industrielle Öle. Man sollte deshalb die Produktbeschreibung nach diesbezüglichen Informationen durchsuchen ( „Mit Lachsöl“) oder sich direkt an den Hersteller wenden.

Wie hoch der Rohfett-Gehalt für den eigenen Hund sein sollte, hängt vor allem von seinem Aktivitätslevel und der geforderten Leistung ab: Normalaktive Hunde brauchen einen Rohfettgehalt zwischen 10 und 12 % im Trockenfutter und ca. 1 – 5 % bei Dosenfutter, sehr aktive Hunde wie Leistungshunde benötigen allerdings um die 15 – 30 %, um die benötigte Energie aufzubringen.

Rohfaser

An dritter Stelle wollen wir uns mit der Angabe des Rohfasergehaltes beschäftigen. Wie der Name schon vermuten lässt, geht es hier um pflanzliche Fasern; genauer gesagt um alle unverdaulichen Pflanzenbestandteile. An dieser Stelle könnte man sich fragen, was diese Fasern überhaupt im Futter machen, wenn sie unverdaulich sind – die Antwort: Diese Pflanzenfasern werden benötigt, um die Verdauung zu unterstützen. Sie regen die Darmtätigkeit an, bieten den Darmbakterien eine Grundlage zur Synthese von Vitamin K oder Biotin und tragen zum Formen der optimalen Kotkonsistenz bei. Um den Rohfasergehalt zu ermitteln, werden mit Hilfe von Säuren oder Laugen unter Laborbedingungen alle Proteine, Fette und Aschen entfernt, damit lediglich die unverdaulichen pflanzlichen Bestandteile, die Ballaststoffe, übrig bleiben.

Grundsätzlich hat Fleisch keinen Rohfasergehalt, diesen bekommt Hundefutter erst durch den Zusatz von Obst oder Gemüse. Wenn es sich allerdings um eine reine Fleischmahlzeit handelt, beispielsweise Barf-Fleisch, und trotzdem ein Rohfasergehalt angegeben ist, liegt das meist daran, dass grüner Pansen mitverarbeitet wurde, der noch Nahrungsreste enthält. Das muss allerdings kein Nachteil sein, da der Hund eine gewisse Menge an Rohfasern benötigt. Im Trockenfutter sind das zwischen 2 und 3,5 %, im Dosenfutter idealerweise 0,5 – 1 %. Man sollte darauf achten, dass der Rohfasergehalt wirklich so niedrig ist, da ein höherer Wert bedeutet, dass durch mehr nichtverdaubare Anteile Verdauungsprobleme wie Blähungen oder größere Kotmenge auftreten können.

Rohasche

Zu guter Letzt kommen wir zur Rohasche, die die Summe aller Mineralstoffe und Spurenelemente angibt, die im Hundefutter enthalten sind. Es gibt zwei Verfahren, mit denen der Rohaschegehalt ermittelt werden kann: Beim ersten wird die Futterprobe in einem speziellen Ofen auf 550°C erhitzt, beim zweiten wird das Futter mit hochkonzentrierter Salzsäure in Berührung gebracht. Die Ergebnisse beider Vorgehensweisen sind, dass nur anorganische Substanzen zurückbleiben. Diese werden gewogen und als Rohasche angegeben. Der größte Teil dieser Probe besteht vor allem aus Mineralien und Sand. Welche Mineralien genau enthalten sind, kann man anhand dieses Wertes nicht ableiten, weshalb diese Informationen separat aufgeführt werden müssen.

Normalerweise haben Trockenfutter einen Rohasche-Anteil zwischen 5 und 7,5 %: Ist dieser Wert höher, kann man vermuten, dass bei der Futterproduktion viele Knochen, Federn oder sonstige tierische Nebenprodukte mitverarbeitet wurden. Da sich durch einen zu hohen Gehalt an diesen Stoffen der Kot verfestigt und so schwerer abgesetzt werden kann, sollte man bei der Futterauswahl unbedingt auf einen ausgewogenen Wert achten. Immerhin belastet alles, was unverdaut wieder ausgeschieden werden muss, unnötiger Weise die Verdauung und nicht zuletzt den gesamten Organismus des Hundes.

Bildquelle: Monika Wisniewska / Fotolia.com

 
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5 Meinungen von “Hundefutter: Was genau ist drin?”

  1. Melli sagt:

    Schöne Zusammenfassung.
    Leider sagt es nicht viel über die Qualität des Hundefutters aus.
    Man könnte auch Autoreifen, Motoröl und einen Tisch mit noch irgendetwas anderes zusammenmischen und könnte so auf die gleichen Analyseergebnisse kommen.

    Schöne Grüße von Melli

  2. Reinhard Mews sagt:

    Wir brauchen Informationen zur gesunden Hundeernährung eines Bolonka Welpen.
    Was ist wichtig und was ist gut ???
    Beschreibung Bitte für Laien und nicht für Profis !
    Was ist Gut ?
    Und was ist schlecht für einen Welpen mit knapp 6 Monaten
    Bitte kein Verkaufsgespräch !!!

    Danke
    Reinhard

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Reinhard,

      Welpen können nur sehr wenig Nahrung aufnehmen und müssen sich häufig noch an das feste Futter gewöhnen. Achte also darauf, dass du deinem Hund mehrere kleine Mahlzeiten (circa 3-5 am Tag) anbietest. Ob du Trocken- oder Nassfutter füttern solltest, da scheiden sich die Geister. Generell gilt allerdings, dass du deinem Hund spezielles Welpen-Futter anbieten solltest. Dieses beinhaltet alles, was der junge Hund für ein gesundes Wachstum benötigt. In der Anfangszeit solltest du das Futter füttern, welches auch bereits der Züchter gefüttert hat. Zu viel Futterabwechslung ist für die kleinen Welpen-Mägen nämlich eine zu große Belastung.

      Falls du detaillierte Fragen hast, kannst du dich gerne an uns wenden. Auch dein Tierarzt und der Züchter haben immer viele hilfreiche Tipps auf Lager.

      Liebe Grüße und eine schöne Woche,
      dein ZooRoyal Team

  3. Katanna sagt:

    Die obigen Erläuterungen über die Inhaltsstoffe des Hundefutters sind sehr aufschlussreich. Nun kann ich gut bei den unterschiedlichen Sorten die Qualität prüfen. Ich füttere meinen Havaneser mit Rinti als NF und Platinum als TF. Das NF bekommt er morgens, das TF abends. Sein Fell ist sehr schön, die Haut gesund und der Output hat eine normale Konsistenz.

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