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Zecken: 10 Fakten im Überblick

10 gute Ratschläge zum Thema Zecken - darauf müssen Sie achten

Zecken sind lästig und können gesundheitsschädliche Krankheitserreger übertragen. Einen hundertprozentigen Schutz gegen Zeckenbisse gibt es nicht. Mit ein paar Schutzmaßnahmen lässt sich das Risiko jedoch reduzieren. Wie du deine Vierbeiner schützen kannst, erfährst du hier.

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1. Grundsätzliches

Zecken sind blutsaugende Spinnentiere und warten in Sträuchern, Gräsern und Büschen auf vorbeikommende Beutetiere. Sie lassen sich bei Gelegenheit auf den Wirt fallen und krabbeln zu einer geeigneten Stelle zum Blutsaugen. Während sie sich am Wirt nähren, können sie über ihren Speichel gefährliche Krankheitserreger übertragen wie beispielsweise Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), was den Biss einer Zecke nicht nur lästig, sondern auch gefährlich macht.
Die Schädlinge fühlen sich ganz besonders in warmer und feuchter Umgebung wohl und sind in der Regel zwischen März und September besonders aktiv. Sie können aber, je nach Art, auch schon deutlich früher oder länger aktiv sein. Manche Zeckenarten, beispielsweise der gemeine Holzbock, wird bereits ab einer Temperatur knapp über dem Gefrierpunkt aktiv. Vorbeugung und Schutz bieten sich deshalb nicht nur im Sommer an.

2. Zum Thema Impfung

Zu Anfang: Ja, es gibt Zeckenimpfungen für deine geliebten Vierbeiner. Diese schützen jedoch nicht generell vor Zeckenbefall, sondern entwickeln lediglich Antikörper gegen die Infektionskrankheit Borreliose. Generell ist eine Impfung natürlich nicht verkehrt, Tierärzte raten jedoch nicht immer zu einer Impfung. Der Grund hierfür ist, dass Vierbeiner, die bereits einmal mit einem Borreliose-Erreger in Kontakt gekommen sind, gefährliche Nierenentzündungen bekommen können, wenn sie nachträglich geimpft werden.

3. Zeckenkontrolle inkl. Streicheleinheiten

Jedem längeren Spaziergang sollte eine gründliche Untersuchung des Tieres folgen: Das ist zwar lästig, aber die beste Vorbeugung gegen Zeckenbisse und damit verbundene Krankheiten. Zecken beißen meist erst nach mehreren Stunden zu, denn sie brauchen je nach Fell und Körperstelle einige Zeit, um sich durch das Fell bis zur Haut zu wühlen. Bei der Kontrolle solltest du dein Tier deshalb abtasten und gründlich untersuchen, bei langem Fell kann ein Kamm helfen. Mit genug Feingefühl und geduldigem Vorgehen ist die Zeckenkontrolle nicht nur hilfreich, sondern auch angenehm für Ihren Liebling.

4. Feingefühl bei der Zeckenentfernung

Wirklich wichtig bei der Zeckenentfernung egal, ob Zange, Haken oder Zeckenschlinge, ist das richtige „Packen“ des Spinnentieres – dazu benötigt es ein gewisses Feingefühl. Das Hilfsmittel sollte so nah wie möglich an der Haut angesetzt werden, damit man die Zecke am Kopf erwischt und nicht den Körper quetscht oder gar hier ansetzt. In diesem Falle kann es passieren, dass man die Zecke nicht komplett entfernt. Ein weiteres Kriterium ist der Druck auf die Zecke beim Entfernen, der gerade so groß sein darf, dass die Zecke nicht aus dem Werkzeug schlüpft – ist der Druck zu groß, stößt die gestresste Zecke unter Umständen mehr giftigen Speichel aus. Beim Ziehen selbst (langsam, aber stetig) braucht man die Schädlinge nicht zwingend zu drehen, immerhin schrauben sie sich nicht mit einem Gewinde in die Haut.

Sollte ein Teil der Zecke im Tier steckengeblieben sein, ist das nicht zwingend gefährlich, im Normalfall wird der Rest mit der Zeit von selber abgestoßen. Entzündet sich die betroffene Stelle jedoch, sollte sofort ein Arzt aufgesucht und nicht auf eine Selbstheilung gewartet werden.

Auch wenn du dich vor den Schädlingen ekelst, solltest du auf keinen Fall versuchen, die Zecke mit Öl zu ertränken, oder Klebstoff und Nagellack(entferner) benutzen, um sie am Wirt selbst zu töten. Durch diese Substanzen wird die Zecke lediglich unter Stress gesetzt, wodurch sie nur noch mehr Speichel in die Wunde abgibt, der gefährliche Krankheitserreger enthalten können.

5. Nach der Entfernung

Ist die Zecke entfernt und die Stichstelle desinfiziert, kannst du erst mal aufatmen, du solltest jedoch die Stelle eine Zeit lang weiter beobachten. Vor allem in Risikogebieten kann es vorkommen, dass die Zecke beim Blutsaugen bereits schädliche Krankheitserreger injiziert hat. Bei Borreliose beispielsweise treten Rötungen um die Einstichstelle auf, die mit der Zeit anwachsen; außerdem kann sich die Einstichstelle entzünden und eitern. Wenn man eine Hautreaktion oder eine Veränderung im Verhalten des Tieres feststellt (manche Symptome von FSME-Viren ähneln einer aufkommenden Grippe), sollte man auf jedem Fall zum Arzt gehen, um eine eventuelle Infektion festzustellen und ein Fortschreiten zu verhindern.

6. Chemisches Mittel Nr. 1: Spot-on-Präparate

Spot-on-Präparate sind Insektizide, die zwischen die Schulterblätter des Vierbeiners geträufelt werden und sich von selber über die Haut des Tieres verteilen. Sinn und Zweck ist sowohl die Abschreckung als auch das Ablösen von bereits festsitzenden Zecken. Die meisten Spot-on Präparate dürfen aufgrund der Inhaltsstoffe nicht an Welpen und Jungtieren angewendet werden und auch bei ausgewachsenen Tieren sollte die Verträglichkeit beobachtet werden.

Vor der Anwendung von Spot-on-Präparaten sollten unbedingt die Anwendungshinweise beachtet werden, denn jedes Präparat wirkt unterschiedlich und ist anders verträglich; auch die Anwendungsintervalle können von Mittel zu Mittel stark variieren: Die Einhaltung ist jedoch absolut notwendig, da jede Pause das Zeckenrisiko wieder steigert.

7. Chemisches Mittel Nr. 2: Zeckenschutz-Halsbänder

Halsbänder gegen Zecken, die zusätzlich zum „normalen“ Halsband angelegt werden, enthalten Insektizide und Akarizide. Ihre Wirkstoffe werden kontinuierlich und über lange Zeit in den Fettfilm der Haut und das Fell abgegeben und breiten sich über die Hautoberfläche aus. Ihre Wirkstoffe dienen, genauso wie bei Spot-on-Präparaten, der Störung des Nervensystems von Zecken, um diese zur Trennung vom Wirt zu bewegen.

Zeckenhalsbänder sind ebenfalls nicht für sehr junge Tiere geeignet und können Nebenwirkungen hervorrufen, weshalb auch hier unbedingt auf die Anwendungsempfehlungen zu achten ist.

8. Pflanzliche Mittel zur Zeckenbekämpfung

Es gibt diverse pflanzliche Präparate, die gegen Zecken helfen können, beispielsweise Öle, Sprays und Lotions mit Kombinationen aus pflanzlichen Extrakten, die abschreckend auf Zecken und andere Schädlinge wirken sollten. Ein Beispiel ist hier Bogacare, was unter anderem Margosa-Extrakt, Citronella und Nelkenblütenöl beinhaltet. Anhand einer Vergleichsstudie an einer Schweizer Universität wurde sogar nachgewiesen, dass diese Wirkstoffkombination mindestens gleich stark wirkt wie seit Jahrzehnten eingesetzte Insektizide.

Ein anderes Beispiel für natürliche Zeckenvorbeugung ist Knoblauch – entweder frisch, als oder Tablettenform. Mittlerweile ist nachgewiesen, dass eine regelmäßige Menge Knoblauch im Futter den Körpergeruch des Vierbeiners so verändert, dass er für Zecken weniger attraktiv ist. Jedoch sollte man hier genau auf die Menge achten, denn in großen Mengen ist Knoblauch für Hunde schädlich.

Zu den Mitteln, deren Wirkung umstritten ist, gehören beispielsweise Bernsteinketten, homöopathische Mittel oder so genannte Tic Clips: Kleine Metallplätchen, die durch spezielle Beschichtung gegen Zeckenbefall helfen sollen.

9. Risiko von Überdosierung und Allergien

Schutz und Vorbeugung durch handelsübliche Präparate, aber auch pflanzliche Mittel sind bei der Zeckenbekämpfung nur richtig dosiert sinnvoll. Wird mit der Menge übertrieben, dann kann der gut gemeinte Schutz auch nach hinten losgehen. Bei aller Vorsicht sollte stets im Fokus stehen, dass es sich bei den meisten eingesetzten Mittelchen um Chemie handelt, die Nebenwirkungen wie Hautrötungen, Brechreiz, Antriebslosigkeit, Haarausfall und Juckreiz hervorrufen kann und nur wohl dosiert verwendet werden darf. In Verbindung mit anderen Wirkstoffen können zudem gefährliche Wechselwirkungen auftreten.

Zusätzlich solltest du im Voraus abklären, ob dein Tier Allergien oder Unverträglichkeiten hat, die durch die Anti-Zecken-Mittel ausgelöst werden könnten. Bei der Entscheidung, welche Mittelchen nun eingesetzt werden sollen, kann dein Tierarzt helfen.

10. Wissen, wo man sich befindet

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass du dich mit der generellen Verbreitung und dem Risiko einer FSME-Infektion auseinander setzen solltest. In Apotheken oder im Internet kann man spezielle „Zeckenverbreitungskarten“ finden, auf denen angezeigt wird, wo das Biss- und Ansteckungsrisiko besonders hoch ist. Die allgemeine Verbreitung von Zecken in Deutschland betrifft vor allem Mittel- und Süddeutschland, doch generell kommen Zecken fast überall vor, auch wo man sie nicht vermuten würde. Das FSME-Risiko sieht ähnlich aus: Vor allem in Bayern und Baden-Württemberg sowie in Hessen, Thüringen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sollte man sich des Krankheitsrisikos bewusst sein. Falls man in Urlaub fahren möchte, kann man im Internet auch entsprechende Karten für ganz Europa finden.

Weiterführende Informationen zu Zecken bei Hunden


Bildquelle: Igor Normann / Fotolia.com

 
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