Ein Unternehmen der REWE
 Kostenloser Versand in Deutschland ab 19€
 Wir sind für Sie da 0221/1773-1000
 25 Jahre Erfahrung im Bereich Heimtierbedarf
Sie sind hier:

Beckenwechsel: Umzug in ein neues Becken

Umzug-in-ein-neues-Becken

Es kann immer mal sein, dass ein Beckenwechsel ansteht: Entweder du willst deinen Bestand vergrößern, dein altes Becken ist kaputt oder soll zweckentfremdet werden. Erfahre hier, wie ein Beckenumzug am besten und vor allem stressfrei funktioniert – für Beckenbesitzer und die Beckenbewohner.

Zu den Aquarien

Vor dem Umzug: Die nötigen Vorbereitung

Ein solcher Umzug ist immer ein aufregendes Unterfangen, verläuft aber generell sehr gut, wenn man weiß, was zu tun ist: Hier ist die Vorbereitung und Planung alles. Zu allererst muss überlegt werden, ob neue Technik angeschafft werden muss. Das hängt meistens von der Größe des neuen Beckens ab: Alles, was nicht übernommen werden kann, muss im Zweifelsfalle ersetzt werden. Deshalb solltest du alles in Ruhe durchgehen und notieren, was vor dem großen Tag noch an neuer Technik besorgt werden muss.

Apropos Technik: Das Herzstück des Aquariums, der Filter, benötigt hier eine Sonderbehandlung. Weil sich in dem alten Filter Bakterien angesammelt haben, die für das Funktionieren im neuen Becken unabdingbar sind, solltest man sie nicht einfach „wegwerfen“, sondern nutzen. Wenn man einen neuen Filter besorgt hat, lässt man ihn einfach vor dem Umzug am alten Aquarium mitlaufen, so können sich hier auch schon Bakterien ansetzen. Kommt das zeitlich nicht hin, kannst du auch einfach das alte Filtermaterial nach dem Umzug in den neuen Filter einsetzen: Nicht wundern, wenn es hier zuerst zu einer Verminderung der Filterkapazität kommt: Die Bakterien müssen sich erst umgewöhnen.

Dann muss die Frage geklärt werden, ob das Aquarium am selben Fleck aufgestellt werden soll: Ist das der Fall, muss das Ausleeren, neu Aufstellen und der eigentliche Umzug nacheinander erfolgen, kann man dagegen beide Becken gleichzeitig aufstellen, geht das Ganze schneller.

Zusätzlich muss man darauf achten, dass genügend neuer Bodengrund und Pflanzen zur Hand sind, wenn eine Vergrößerung der Maße geplant ist. Man sollte aber daran denken, dass je mehr neues Zubehör verwendet wird, desto mehr sollte der Umzug mit separater Einlaufphase verbunden werden.

Jetzt geht es bald los: Rund zwei Tage vor dem Umzug sollte man aufhören, die Fische zu füttern: So werden überflüssige Nährstoffe abgebaut; während des Umzugs kommt es zu genug Freisetzung aufgrund der Mulmaufwirbelung. Befinden sich jetzt aufgrund von großzügiger Fütterung zusätzliche Nährstoffe im Wasser, kann es ganz schnell zum ungewollten Nitrit-Peak kommen.

Der Umzug: Alles schön nacheinander

Jetzt ist es soweit, der Umzug steht unmittelbar bevor. Wieder sollte man überlegen, ob man alles Nötige hat und diese benötigten Sachen bereitlegen: Nicht das mittendrin auf einmal etwas Wichtiges fehlt.

Zuerst wird nun das vorübergehende Fischheim vorbereitet. Hierzu einen Behälter mit Aquarienwasser füllen und mit einem Sprudelstein (o.ä.) belüften, damit sie genügend Sauerstoff haben. Anschließend die Fische einfangen und hineinsetzen. Dabei ruhig vorgehen, denn die Fische haben auch so schon genug Stress. Im Idealfall zählt man nach, ob auch am Ende alle da sind. Zur Sicherheit kann man auch die Dekomaterialien im Fischgefäß aufbewahren, da sich zum einen hier oft blinde Passagiere einquartiert haben (vor allem Welse oder Krebse), zum anderen reduziert das mögliche Versteck den Stress bei den Fischen. Aus demselben Grund sollte der Eimer am Ende mit einem Tuch abgedeckt werden: Zusätzlich werden springende Fische am Ausbruch gehindert.

Anschließend kommt der Filter an die Reihe. Willst du den behalten, darfst du ihn auf keinen Fall trockenlegen: Er sollte vielmehr in einem separaten Behälter in Aquarienwasser weiterlaufen. Wird der Filter an der Luft aufbewahrt, sterben die Bakterien ab, die in den Filtermaterialien sitzen. Hierbei können sich schädliche Substanzen bilden, die man mit dem Filter(material) in das neue Becken befördern würde. Das kann mitunter zu Fischsterben führen, also den Filter immer weiterlaufen lassen. Im Gegensatz dazu kann die restliche Technik ruhig trocken gelagert werden.

Als nächstes sollte man versuchen, so viel wie möglich altes Aquarienwasser aufzuheben, das gelingt beispielsweise gut mit einer Badewanne. Anschließend wird der Bodengrund aus dem Becken geholt und separat aufbewahrt. Dieser kann ganz oder teilweise wiederverwendet werden. Wenn ein Teil des Kieses zu sehr getrübt ist (meistens die unterste Schicht), ist er sehr reich an Nährstoffen: Besser diesen Teil aussortieren.

Das jetzt leere Aquarium kann endlich weggepackt werden – Achtung: Das Aquarium nur bewegen, wenn es auch wirklich leer ist. Das Risiko, dass es kaputt geht, ist sonst zu groß. Jetzt kann das neue Aquarium aufgestellt und mit dem Bodengrund befüllt werden: Alter Kies darf so wieder rein, neuer Kies oder Sand muss vorher gewaschen werden. Anschließend werden Pflanzen und Deko-Materialien platziert. Zu guter Letzt wird das aufbewahrte Wasser langsam eingefüllt, damit möglichst wenig Bodengrund aufgewirbelt wird. Wenn man sein Becken vergrößert hat, muss natürlich zusätzliches Wasser hinzugefügt werden. Der ganze Vorgang ähnelt so einem Teilwasserwechsel.

Nachdem sich die Trübung ein wenig gelegt hat, kann die Technik installiert und eingesetzt werden. Danach – im Idealfall wartet man noch ein Weilchen – können die Fische vorsichtig wiedereingesetzt werden. Hier darauf achten, dass beide Wassertemperaturen ungefähr übereinstimmen, das reduziert den Stress und verhindert Schocks.

Nach dem Umzug: Die Nachsorge

In den folgenden Tagen ist es besonders wichtig, die Wasserwerte regelmäßig zu testen und die Fische aufmerksam zu beobachten: Häufig lässt sich an ihrem Verhalten ablesen, ob im Wasser alles stimmt. Auch nach dem Umzug sollte für zwei Wochen lang sparsam gefüttert werden: Die Bakterien haben genug zu tun, Schadstoffe zu beseitigen und sollten nicht mit zu viel Fischfutter belastet werden, den Fischen schadet die Diät nicht.

Wenn man neue Fische dazusetzen will, sollte man übrigens noch drei, vier Wochen warten, bis sich das ökologische Gleichgewicht vollständig eingestellt hat und das Aquarium sicher läuft. Für die alten Fische wäre es sonst mit dem Umzug und den neuen Mitbewohnern eine vermeidbare Doppelbelastung, die zu Krankheiten führen kann.

Weiterführende Informationen zum Umzug in ein neues Becken

Bildquelle: Stuart Elflett / Shutterstock.com

 
War der Artikel hilfreich?
68
2

7 Meinungen von “Beckenwechsel: Umzug in ein neues Becken”

  1. Christina sagt:

    Das ist schon ein riesen Unterfangen. “Wir” sind auch letztens umgezogen, da wir uns ein neues Aquarium gekauft haben. Das war eine aufregende aber lohnende Aktion. Daher Daumen hoch für euren Artikel, der gut informiert.

    Christina

  2. Peter sagt:

    Danke für diesen kompetenten Artikel! Mein Problem ist, dass der Umzug nicht nur meine geliebten Skalare betrifft, sondern auch mich. Ich habe ein 330 Liter Aquarium und sollte dies 400 km weit transportieren. Ich habe auch schon ein Transportunternehmen gefragt, die dies durchführen könnten. Wie sollte ich nun aber die Fische am Schonensten Transportieren? Vielleicht in einem kleinen Transportbehälter, den ich dann persönlich im Auto mitnehme, während die “Hardware” vom Transportunternehmen zusammen mit meinen anderen Möbel mitgenommen wird? Und gibt es da spezielle geheizte Behälter?

    Lg, Peter

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Peter

      Das mit der Trennung von Fischen und Aquarium ist auf jeden Fall eine gute Idee, denn das komplette Aquarium mitsamt Besatz zu transportieren ist zu riskant. Positiv ist so auch, dass die Fische schneller ankommen, wenn Sie mit dir im PKW fahren, außerdem kannst du hier ein Auge auf sie haben 😉
      Jetzt zum Transport der Fische: Es gibt hier natürlich verschiedene Techniken und Vorgehensweise, die beliebteste ist jedoch die, die auch von Fischhändlern meistens verwendet wird. Hierzu füllst du passend großte Tüten mit Aquarienwasser, aber nur zur Hälfte: Es sollte genügend Luft in der Tüte sein, damit die Sauerstoffversorgung gesichert ist. In diese Tüten setzt du nun deine Fische, natürlich nicht zu viele pro Beutel. Diese Tüten werden nun fest verschlossen und in eine Styroporbox gelegt oder in einen Karton, der mit Styropor ausgelegt ist. So passiert nichts, selbst wenn es mal ruckelig im Auto wird. Die ganze Kiste sollte nun noch abgedeckt werden: Zum einen kann nun bei einer Vollbremsung keine Tüte aus dem Karton fallen, zum anderen reduziert die Dunkelheit den Stressfaktor für die Fische. Solange du die Klimaanlage im Auto nicht stark aufdrehst, brauchst du auch keinen Heizer.
      Jetzt nur noch ordentlich fahren und Daumen drücken, dass es keinen Stau gibt!

      Viel Erfolg beim Transport:)

  3. Peter sagt:

    Danke dir für die wirklich guten Tipps. Ich möchte natürlich alles so stressfrei wie möglich für die Fische abwickeln. Einerseits bin ich froh, dass du das genau so siehst, die Fische getrennt mit dem eigenen Auto zu transportieren, andererseits hätte ich nicht daran gedacht für Dunkelheit zu sorgen, und das ist wirklich wichtig.

    Nochmals lg, Peter 🙂

  4. Sabrina sagt:

    Hallo Peter,
    Ich kenne dein Problem ich ziehe demnächst auch um und muss 5 Std Autofahren. Ich hatte zuerst auch an die Tüten gedacht muss aber sagen dass der Sauerstoff in den Tüten eher knapp wird über einen längeren Zeitraum, daher habe ich mich für eine andere Art entschieden . Ich werde die Fische mit dem alten aquariumwasser in eine wirklich große Kiste setzen ( zB ikea mit Deckel) bzw zwei Kisten( dann hast du so viel wie möglich altes aquariumwasser dabei und das brauchst du ja dringend beim wiedereinrichten in der neuen Wohnung bzw im neuen Aquarium)Dann habe ich mir eine batteriebetriebene pumpe gekauft ( 7euro) die ich an die Kiste hängen kann und sogar mit einem T Stück ( bei zwei Kisten) und einem zweiten Schlauch auch in die zweite Kiste Luft pumpen kann. Da wir im Juli umziehen mach ich mir eher Gedanken ob’s net zu warm wird im Auto 😉 aber mal sehn da fällt mir bestimmt noch was ein.

    Hach genau und die Kiste muss dunkel sein bzw abgedeckt sein und am besten die Kiste in eine große steropor Kiste stellen . Die sauerstofftabletten die man bekommt halte ich für schwierig, wenn man da nur etwas ungenau dosiert oder zu viel drin hat dann gehn die Fische hops. Außerdem kann das Pulver dann bei manchen Fischen im blödesten fall die Kiemen verstopfen und dann wärs das auch.hab ich auch mehrfach schon gelesen im Internet dass das bei Leuten schief gegangen ist. ( die Tipps hab ich von einem aquariumprofi) jedenfalls viel Glück beim Umzug, ob mit Tüten oder anders 😉 viell kannst du ja mal berichten wie’s gelaufen ist

  5. Petra sagt:

    Hallo ,
    ich hab ein 60l Aquarium und möchte jetzt auf ein 180l Aquarium wechseln, deswegen wollte ich Euch fragen ob ich den alten Filter ( EasyCrystal FilterPack 250/300) zerschneiden und in den neuen Filter (Bioflow 180l) rein legen kann.
    Und wie lang ich das alte Material im neue Filter mit laufen lassen muss ,um danach endlich meine Fischis rein zu setzen.

    Liebe Grüße

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Petra,

      ja, du kannst das “alte” Filtermaterial (außer Aktivkolhe, wenn vorhanden) zerstückelt in den neuen Filter geben, um die Selbstreinigungskraft zu aktivieren. Trotzdem solltest du auf das Dosieren von zusätzlichen lebenden Filterstarterbakterien nicht verzichten, da beim Übersetzen der Bakterien in das noch frische und “aggressive” Wasser ein Teil eingehen wird. In der Regel dauert es wenige Tage, bis sich die Bakterien ausreichend vermehrt haben. Circa ab dem vierten oder fünften Tag kannst du anfangen, den Besatz etappenweise ins neue Becken zu setzen. Teste dazu täglich den Nitritgehalt (NO2). Bleibt dieser unter 0,2mg/l, kannst du weitere Fische umsetzen, bis du den Gesamtbestand über mehrere Tage hinweg ins neue Heim einziehen lässt.

      Wir wünschen dir einen schönen Freitag und einen tollen Start ins Wochenende!

      Liebe Grüße
      Nina

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.