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Zierfische: Tipps zum Kauf und Transport

Qualität erkennen_Tipps zum Zierfischkauf
Millionen Zierfische wechseln jedes Jahr ihren Besitzer. Sie können direkt vom Züchter, über den Zoofachhandel oder als „Second-Hand-Ware“ bei Privatleuten gekauft werden. Doch hier kann einiges schief gehen. Welche Faktoren du beim Fischkauf unbedingt beachten solltest, kannst du hier nachlesen.

Vor dem Kauf: Informiere dich

Bevor du dich auf den Weg zu einem Verkäufer für Zierfische machst, solltest du bereits im Vorfeld alle wichtigen Angaben zu deinem Aquarium kennen. So solltest du die Maße bzw. das Volumen des Aquariums wissen und Aussagen zur Einrichtung, dem Aufstellort und zu Wasserwerten liefern können. Zudem ist es hilfreich, dass du dir alle Produkte notierst, die du bisher zur Aufbereitung des Aquarienwassers benutzt hast.

Die Wahl des Verkäufers

Wenn du das Glück hast und sich in deinem Wohnort oder im näheren Bereich gleich mehrere Anbieter befinden, solltest du dich zunächst vielleicht im Bekanntenkreis umhören, ob bereits Erfahrungen über den einen oder anderen Händler gesammelt wurden. Von etwaigen Negativberichten solltest du dich jedoch nicht abschrecken lassen. Mache dir die Mühe und schaue dir selber in Ruhe einige Läden an, bevor du dir das Ziel setzt, mit neuen Fischen nach Hause zu fahren. Wenn sich deine Erfahrungen mit den Aussagen deiner Bekannten oder Freunde decken, dann hast du eine deutlichere Aussagekraft über die „Qualität“ des Händlers. Es gibt immer verschiedene Ansichten, auch kann der Verkäufer mal einen schlechten Tag gehabt haben, auch tote Fische wird man – leider – hier und da mal in den Verkaufsbecken finden. Diese Tatsache sollte jedoch im Einzelfall nicht zu hoch bewertet werden.

Allgemein solltest du ein gutes Gefühl haben und von einem sauberen und gut sortierten Ladenlokal mit einer angemessenen Anzahl an Mitarbeitern empfangen werden. Es gibt größere Zoofachketten, die den Schwerpunkt auf eine große und umfangreiche Auswahl an Zubehör vorhalten und immer den günstigsten Preis bieten möchten, andere Franchisesysteme haben sich eher auf hochwertige Produkte und gute Beratung nebst besonderer Tierqualität spezialisiert. Besonders beim Tierkauf solltest du jeglichen Vergleich von Preisen vergessen und nur den Zustand der Tiere als Entscheidungsmerkmal wirken lassen. Der Preis des Tieres sollte dir eher „egal“ sein, Hauptsache es ist gesund und artgerecht untergebracht.

Die Preisfrage: Was kosten gesunde Zierfische?

Gesunde Tiere haben ihren Preis – dies solltest du beim Kauf von Zierfischen stets im Hinterkopf behalten. Wenn dir Preise teuer vorkommen, liegt es in 95% aller Fälle nicht daran, dass der Verkäufer damit reich werden möchte. Einen enormen „Gewinn“ macht man mit dem Handel von Tieren auf seriöse Art und Weise sowieso nicht. Doch was rechtfertigt die höheren Preise? Warum ist der Fisch vielleicht 30% teurer als beim Händler um die Ecke?

Beim Kauf der Fische über den Großhandel oder über einen Züchter wenden viele gute Zoofachhändler noch eine Quarantäne an. Diese kostet viel Geld, da gegebenenfalls Aquarien in separaten Räumen aufgebaut sind, welche mit kostspieliger Technik ausgestattet werden und somit bedeutend mehr Strom verbrauchen. Doch nicht nur Strom, sondern auch Wasser, Futter, Wasserpflegemittel und Medikamente verursachen Kosten, die natürlich wieder erwirtschaftet werden müssen. Zudem stellen Mitarbeiter den größten Kostenfaktor dar. Schnell vergeht ein ganzer Arbeitstag zur einmaligen Grundreinigung der Anlage. Das tägliche Füttern, die Wasserwechsel oder die Kontrolle des Gesundheitszustandes der Tiere ergeben einen weiteren Arbeitsaufwand von mindestens 2-3 Stunden täglich. Wenn ein Händler also auffällig billige Preise anbietet, ist es wahrscheinlich, dass eine oder mehrere Positionen, die die Kosten verursachen, nicht eingehalten werden und fehlen. In der Regel geht das zu Lasten der Tiere.

Die Planung für das eigene Zierfisch-Becken

Achte bei der Wahl der Tiere nicht nur auf die Farben der Fische, sondern erkundige dich auch nach den Haltungsbedingungen. Die Fragen sollte dir ein professioneller Verkäufer beantworten können. Wenn nicht, sollte dir das Web bei allen offenen Fragen behilflich sein. Meide jedoch kleinere Foren, denn oft sind Infos daraus nicht sehr verlässlich. Es gibt auch Tierlexika, die du herunterladen kannst. Sinnvoll ist es, wenn du bereits im Vorfeld in etwa weißt, welches „Thema“ dein Aquarium darstellen soll: Eher ein Pflanzen-Aquarium, doch lieber ein Diskus-Aquarium oder ein Gesellschaftsaquarium? Diese Information ist vorab wichtig, damit der passende Fischbesatz gefunden werden kann.

Gesunde Fische schon vor dem Kauf erkennen

Ist die richtige Fischart gefunden, ist es wichtig, dass 95% der Tiere von der Art im gleichen Aquarium gesund und gut genährt aussehen. Schau sie dir aus der Nähe an und achte auf Flossenfehler, abgemagerte Bäuche, unnormale Schwimmbewegungen oder merkwürdige (Schleim-)Hautzustände der Tiere. Besondere Vorsicht ist auch geboten, wenn die Fische ungewöhnlich träge im Wasser stehen. Beachte jedoch, dass es Arten gibt, die von Natur aus weniger aktiv sind. Ein Schwarm Neonfische kann teilweise fast starr in der Strömung stehen, während quirlige Guppys dauerhaft hyperaktiv zu sein scheinen. Es kommt jedoch auch schon mal vor, dass ein Fisch geschwächt ist oder etwas kränkelt. Nicht nur Menschen werden krank, auch Fische vertragen manchmal den Stress nicht, wenn das Fischfangnetz mehrfach täglich durch das Becken gezogen wird und Dauerhektik herrscht. Als Kompensation sollten den Fischen ausreichend Versteckmöglichkeiten in den Hälterungsbecken zur Verfügung gestellt werden.

Lass dich ausgiebig beraten

Wähle einen Tag, an dem im Ladenlokal tendenziell wenig Kundenverkehr ist. Ein Freitagnachmittag ist eher ungeeignet, denn wenn viele Kunden fast gleichzeitig bedient werden möchten, entsteht oft Hektik, nicht nur bei den Verkäufern. Wenn du an einem ruhigen Vormittag zum Händler fährst, ist die individuelle Beratungszeit bedeutend umfangreicher und aufschlussreicher.

Dein Zierfisch-Händler: Treue zahlt sich aus

Hast du einen ausreichend kompetenten Verkäufer gefunden, dann bleibe ihm treu. Im idealen Fall nur ihm. Er weiß mit der Zeit über die Gegebenheiten in deinem Aquarium Bescheid und hat oft einen groben Überblick über deinen Besatz. Somit brauchst du nicht jedes Mal einem neuen Verkäufer alles von vorne zu erzählen. Bei Krankheitsfällen oder Problemen mit Fischen kann er dir besser helfen, denn zu viele Köche können den Brei verderben.

Sicherer Transport nach dem Kauf

Ein schonender und sicherer Transport der Fische vom Zoofachmarkt nach Hause wird oft vernachlässigt. Besonders an sehr warmen oder kalten Tagen sollte der Besuch beim Zoofachhändler nicht mit einem Großeinkauf im Supermarkt kombiniert werden. Styroporboxen und handelsübliche Kühltaschen können nicht nur zum Kühlen von Getränken im Freibad genutzt werden, denn sie haben die Eigenschaft, Temperaturschwankungen generell zu verhindern. In diesen Boxen kann der Zierfischtransportbeutel sicher verstaut werden, sodass die Tüte nicht unkontrolliert im PKW umherkullert. An sehr kalten Wintertagen können mildtemperierte Wärmeflaschen oder leicht erwärmte Kirschkernkissen ein Auskühlen des Transportwassers auf längeren Fahrten oder beim Nutzen von öffentlichen Verkehrsmitteln verhindern. Ein dazugelegtes kleines Thermometer hilft bei der Überwachung der Umgebungstemperatur. Eine Veränderung der Wassertemperatur von mehr als 4°C innerhalb von zwei Stunden ist dringend zu verhindern, anderenfalls steigt die Gefahr eines Ausbruchs der Pünktchenkrankheit rapide an. Die Dunkelheit in diesen Transportboxen hilft den Tieren sich zu beruhigen und den Sauerstoffverbrauch zu senken.

Ankunft im neuen Aquarium

Ein schonendes Einsetzen der gestressten Fische ist abschließend mit einer der wichtigsten Faktoren, die eine Rolle spielen, wenn es darum geht, ein gesundes gekauftes Tier auch gesund ins heimische Aquarium einzusetzen. Die Transportbox sollte bei der Ankunft nur langsam geöffnet werden, denn ein zu schnelles Öffnen erschreckt die Tiere und verursacht kurzzeitige Panik. Nun folgt das Angleichen der Wassertemperatur. Dazu kannst du den geöffneten Transportbeutel mit einer Klammer am Beckenrand gesichert ins Wasser hängen und etwa 15 Minuten warten. Danach sollte die Tüte alle fünf Minuten mit einem Glas um ca. 200 ml Aquarienwasser aufgefüllt werden. Der pH-Wert gleicht sich somit schonend an und die Schleimhaut der Fische kann die sehr wichtige Regulierung des Mineralhaushaltes betreiben (Osmoregulation). Geschieht dies zu schnell, können Zellen der Haut aufplatzen und das Tier gerät in einen lebensgefährlichen Schockzustand. Ist der Transportbeutel nach etwa weiteren 15 Minuten nun fast voll, können die Fische mit einem kleinen Netz ins neue Heim gesetzt werden; wir empfehlen das Transportwasser wegzuschütten.

Die Aquarienbeleuchtung sollte für den Rest des Tages ausgeschaltet werden, sodass die neuen Fische im Schutz der Dunkelheit schnell ein sicheres Versteck finden und zur Ruhe kommen können. Erst am nächsten Tag kann die Beleuchtung wieder in Betrieb genommen werden. Eine ausreichende Vitaminisierung des Futters und des Aquarienwassers zur Krankheitsvorbeugung sollte bei Neubesatz stets für etwa eine Woche durchgeführt werden. Beobachte in der ersten Zeit auch sorgsam, ob sich alle neuen Bewohner gut eingelebt haben und sich gut mit anderen Tieren verstehen.

Basis für ein erfolgreiches Hobby

Wenn du diese Punkte beachtest, hast du die Basis für ein “tierisch” schönes Hobby geschaffen und wirst mit Sicherheit viel Freude an einer schönen Unterwasserwelt mit hübschen und gesunden Fischen haben.

Quelle Artikelbild: hidejaja / Fotolia.com

 
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