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Nano-Aquarien: Becken im Miniaturformat

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Nano-Aquarien erfreuen sich großer Beliebtheit. Die kleinen Aquarien haben durch das steigende Interesse an der Haltung von Süßwassergarnelen einen richtigen Aufschwung erlebt. Doch auch weitere Nano-Aquarienarten liegen im Trend. Erfahre hier, wie du dein eigenes Nano-Aquarium realisieren kannst.

Was ist ein Nano-Aquarium?

Nano-Aquarien zählen zu den Vivarien. Darunter versteht man Gebäude oder Behälter in denen Kleintiere aufgezogen und gepflegt werden, wie etwa Terrarien, Aquarien und Paludarien. „Nano“ leitet sich vom griechischen Wort nãnos ab, was so viel heißt wie „Zwerg“. Und das umschreibt die Nano-Aquarien schon ziemlich genau. Ein Nano-Aquarium ist ein Miniatur-Aquariumbecken, das zwischen 10 und 60 Liter fassen kann. Es unterscheidet sich in Pflege und Besatz von den großen Aquarien. Bei kleinen Becken haben Pflegefehler, wie etwa eine übermäßige Fütterung, schneller Konsequenzen. Es gilt die Faustregel, je geringer das Wasservolumen, desto schneller und empfindlicher reagiert das gesamte Biologische System. Außerdem eignen sich nicht alle Wassertiere, die man in den großen Aquarien problemlos halten kann, auch für Nanoaquarien.

Die ersten Schritte

Hat man sich erst einmal für eines der Mini-Aquarien entscheiden, dann gilt es den richtigen Standort zu bestimmen. Nano-Aquarien sollten keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein, weil es sonst zu vermehrter Algenbildung oder zu einer Überhitzung kommen kann. Hat man einen geeigneten Platz gefunden auf dem das Becken genügend Platz hat und stabil steht, dann empfiehlt es sich das Aquarium zunächst mit warmem Leitungswasser auszuspülen. Hierbei solltest du natürlich keine Reinigungsmittel verwenden, damit keine Rückstände bleiben, die das Aquarienwasser und die Tiere beeinträchtigen.

Solltest du planen dein Nano-Aquarium mit Pflanzen zu bestücken, dann musst du auch hier dran denken, dass Pflanzen ebenfalls gründlich gewässert werden sollten, bevor sie den Weg ins Becken finden. Aber bevor du ans Pflanzen einsetzen denken kannst, füllst du zunächst den Bodengrund ein. Beginne mit einem Bodengrund-Depotdünger auf den dann Quarzsand oder Quarzkies mit einer Körnung bis maximal 2mm gegeben wird. Den feinen Kies gibt es in verschiedenen Farben, sodass du dein Aquarium individuell gestalten kannst. Außerdem verhindert die feine Körnung, dass Futterreste zwischen den Kieskörnern verschwinden und so das Wasser belasten. Wie viel Bodengrund eingefüllt werden muss, hängt vom Pflanzenbesatz ab, den du für das Aquarium vorgesehen hast. Und auch hier empfiehlt es sich den Kies vorher zu waschen um beim Befüllen des Aquariums mit Wasser Trübungen zu verhindern. Wenn der Bodengrund im Becken ist, dann kannst du mit der Dekoration beginnen.

Zur Dekoration eignen sich Steine oder Wurzeln. Bei einer Verschönerung deines Nano-Aquariums mit Wurzeln, solltest du Aquarien-Holz verwenden und auch hier wieder darauf achten alles vorher abzuspülen. Natürlich ohne Reinigungsmittel! Alle Steine die zur Dekoration verwendest müssen kalkfrei sein. Um heraus zu finden ob ein Stein kalkhaltig ist, tropfst du eine Essigessenz auf den Stein und schaust ob er schäumt oder nicht. Schäumt er nicht, dann kannst du ihn bedenkenlos verwenden. Auch unbehandelte Bambusrohre, Tonröhren oder Kokosnussschalen eigen sich zum Dekorieren und bieten Garnelen und Krebsen prima Versteckmöglichkeiten. Wenn die Einrichtung steht, dann kannst du das Becken bis zur Hälfte mit Leitungswasser befüllen. Dazu benutzt du am besten eine Tasse, die du in das Aquarium stellst und in die du das Wasser laufen lässt. So wird das Substrat nicht aufgewirbelt.

Jetzt können die zuvor gesäuberten Pflanzen eingesetzt werden. Ein mit Pflanzen gestaltetes Becken schafft nicht nur ein besseres Wasserklima, sondern bietet möglichen Aquarienbewohnern auch Rückzugsmöglichkeiten. Es sind allerdings auch Becken ganz ohne tierische Mitbewohner möglich. Beim sogennanten Aquascaping stehen die Pflanzen und das Gestalten von Unterwasserlandschaften im Fokus. Neben Pflanzen werden hier auch Steine und Wurzeln verwendet, um die sogenannten „Unterwassergärten“ zu kreieren.

Geeignete Bewohner für ein Nano-Aquarium

Der wohl beliebteste Besatz für ein Nano-Becken sind kleine Garnelen. Die wirbellosen Tiere sind durch ihre geringe Größe bestens geeignet für die Miniatur-Aquarien. Allerdings sollten die kleinen flinken Tierchen nicht in Aquarien mit weniger als 20 Litern gehalten werden. Da Garnelen sehr gesellige und friedliche Tierchen sind, ist eine Haltung in Gruppen ideal. Auch mit anderen Fischen, friedlichen Krebsen und Schnecken teilen die kleinen Aquarienbewohner sich gerne das Becken. Garnelen fressen nahezu alles was ihnen zwischen die Antennen kommt. Sie sind ausgezeichnete Algenvernichter und haben auch sonst eine Vorliebe für pflanzliche Kost. Allerdings solltest du sie zusätzlich mit speziellem Garnelen- oder Fischfutter füttern und auch zerkleinerte Erbsen oder Spinat-Blätter dürfen gerne auf dem Speiseplan stehen. Um ideale Haltungsbedingungen zu schaffen ist es wichtig, dass du dich vor dem Kauf über die jeweiligen Vorlieben der verschiedenen Arten informierst. Die empfohlenen Wasserwerte können je nach Art variieren. Für die meisten Arten liegt die Temperatur zum Beispiel zwischen 18 und 25 Grad, der pH-Wert bei 6,3 bis 7,8 und die Wasserhärte sollte bis 20 dGH betragen. Generell verzeihen Garnelen leichte Schwankungen der Wasserwerte eher als Fische, trotzdem musst du auch bei Garnelen auf konstante Wasserwerte achten.

Zwergfluss-Krebse

Neben den Garnelen eignen sich auch kleine Zwerg-Krebse für ein Nano-Aquarium. Die meisten Vertreter der Zwergfluss-Krebse werden bis zu 5cm lang. Auch bei den kleinen Scherentieren, sollte das Aquarium mindestens 20 Liter Fassungsvermögen haben. Zwergfluss-Krebse sind sehr robust und stellen keine hohen Ansprüche an die Wasserwerte. Sie sind schon mit Wasserhärtewerten zwischen 2 und 20 dGH zufrieden und der pH-Wert darf leicht säuerlich bis alkalisch sein. Auch bei den Temperaturen ist der Spielraum groß. Bei Temperaturen zwischen 15 und 26 Grad fühlen sich die Schalentiere wohl. Nur bei anderen Mitbewohnern können Krebse wählerisch sein: Je nachdem wie aggressiv der Krebs ist werden Fische und Garnelen gejagt. Wie Garnelen fressen auch Krebse nahezu alles. Was auf dem Speiseplan allerdings nicht fehlen sollte ist Laub, das gilt quasi als Leibspeise der Zwergkrebse. Man kann sehr schön beobachten, wie die kleinen Krebse sich ganze Ecken aus den Blättern reißen und sie verzehren. Egal ob Wallnussbaum, Schwarzerle, Ahorn, Apfelbaum oder Erle, die Krebse freuen sich über nahezu alle getrockneten Blätter. Aber auch Gemüse wie gekochter Rosenkohl und Grünfutter wie Vogelmiere werden gerne verspeist. Außerdem solltest du allein der Abwechslung halber auch Fertigfutter anbieten. Da Krebse keine sonderlich guten Schwimmer sind, ist ein Aquarium mit großer Grundfläche einem mit viel Höhe vorzuziehen. Allerdings sind Krebse ausgesprochen gute Kletterer, weshalb du immer darauf achten solltest, dass das Becken entweder verschlossen ist oder der Krebs keine Möglichkeit hat an Pflanzen oder Ähnlichem aus dem Becken zu klettern und einen Landgang zu unternehmen.

Fischbesatz im Nano-Aquarium

Im Gegensatz zu Krebsen, Garnelen und auch Schnecken, sollte man bei einem Fisch-Besatz im Nano-Aquarium vorsichtiger sein. Nur wenige Zierfische haben in den Miniatur-Aquarien genügend Platz um angemessen und artgerecht gehalten werden zu können. Zu den wenigen Arten, die auch in Nano-Aquarien gehalten werden können gehören Zwergbarben, Moskitobärblinge, Zwergblaubarsche, Perlhuhnbärblinge und Zwergkärpflinge. Diese Fischarten kommen auch in ihrer natürlichen Umgebung mit geringen Platzverhältnissen gut klar. Du solltest dich vor dem Kauf allerdings genau über die Bedürfnisse der Fische informieren und dir überlegen, ob dein Nano-Aquarium diesen Ansprüchen gerecht werden kann.

Das Nano-Riffaquarium

Du stehst eher auf das Ungewöhnliche? Vielleicht ist dann ein Riffaquarium genau das Richtige für dich. Lebendgestein oder Steinkorallen sind riffbildend, indem sie Kalk abscheiden. Jeder Brocken Lebendgestein ist ein echter Mikrokosmos. Wird ein solcher Stein nun ohne aufwuchsfressende Fische in ein Nano-Aquarium gesetzt, dann kann man schon sehr bald verschiedenste Organismen beobachten, die sich daran entwickeln. Das können zum Beispiel Korallen sein, Seescheiden oder prächtige Zieralgen. Entscheidest du dich für ein Riffaquarium, sollte das Gestein schon einige Wochen beim Fachhändler in gesundem Meerwasser gelagert worden sein. Achte darauf, dass das Riffgestein nicht tot aussieht, sondern bereits mit verschiedensten Organismen bewachsen ist. Du solltest den Stein dann mit der bewachsenen Seite nach oben in deinem Meerwasser-Nano-Aquarium platzieren und dich von der marinen Wundertüte überraschen lassen.

Faszination Nano-Aquarium

Ob du dich nun für ein reines Pflanzen-, Riff-, oder ein Süßwasserbecken mit Pflanzen und Tieren entscheidest, Nano-Aquarien entwickeln sowohl bei Aquaristik-Neulingen als auch bei erfahrenen Aqua-Profis eine große Faszination. Du solltest dir jedoch im Klaren darüber sein, dass die Pflege eines Nano-Aquariums unter Umständen anspruchsvoller sein kann als bei einem großen Becken. Doch die Freude ist bei den Mini Aquarien mindestens genau so groß wie bei großen Aquarien.

Bildquelle: Mark_VB / Fotolia.com

 
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3 Meinungen von “Nano-Aquarien: Becken im Miniaturformat”

  1. Hannes sagt:

    Hallo,

    sehr ausführlicher Beitrag zu den kleinen Aquarien, hat mir sehr gut gefallen. Besonders der Punkt “Die ersten Schritte” sind sehr hilfreich.

    LG Hannes

    1. ZooRoyal sagt:

      Hi Hannes,

      wie schön, dass dir der Beitrag so gut gefällt. Wir freuen uns über dein Lob.

      Liebe Grüße und einen schönen Tag!

      Dein ZooRoyal Team

  2. […] entstehen im Laufe der Zeit. Aquarien gibt es bereits ab zehn Liter Inhalt. Sie nennen sich Nano-Aquarien und sind nur für Garnelen, Zwergkrebse und Schnecken geeignet. Ein Anfänger startet in der Regel […]

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