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Quallen: Haltung im Aquarium?

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Quallen beziehungsweise Medusen sehen toll aus und wirken bei Betrachtung auf viele Menschen besonders beruhigend. Doch kann man Quallen auch daheim beherbergen oder sind sie als Haustiere ungeeignet? Erfahre hier alles zum Thema Quallen, zur Haltung und was du bei der Pflege beachten solltest.

Zu den Aquarien

Generelles zur Qualle

Quallen gehören zur Familie der Nesseltiere und besitzen als Gewebetiere echtes Gewebe und Organe. Sie zeichnen sich aus durch ihr geleeartiges, schirmförmiges Äußeres und durch die meist langen, ausgeprägten Tentakeln. Besonders an ihnen ist, dass sie kein Gehirn besitzen. Trotzdem ist dieses Tier sehr erfolgreich in der Geschichte und bevölkert unsere Meere schon seit Urzeiten.

Es gibt drei Typen Quallen, deren Lebensweisen sich von Grund auf unterscheiden: Typ 1 (z.B. die spanische Galeere) schwimmt an der Oberfläche und lässt sich vom Wind treiben. Typ 2 lebt im Freiwasser und ist auf die Strömung angewiesen. Das sind meistens die Quallen, die man auch an unseren Stränden angespült findet, da sie meist in Küstennähe vorkommen. Ein Beispiel ist hier die Ohrenqualle, mit der wir uns später noch beschäftigen werden. Typ 3 stellt dann die auf dem Grund lebenden Quallen dar. Generell unterscheiden sich dann noch die Lebensräume, also Süß- oder Salzwassergebiete.

Die schon genannte Ohrenqualle, gehörig zur Klasse der Schirmqualle, eignet sich am besten für die Haltung im Becken, denn sie ist relativ genügsam und stellt keine extremen Anforderungen an die Wasserwerte und Lichtverhältnisse. Sie bewegen sich entweder durch die Strömung oder anhand des Rückstoßprinzips fort. Auch ist sie geeignet, da sie (anders als viele ihrer Verwandten) zwar giftig, aber nicht für den Menschen gefährlich ist. Es kann im schlimmsten Falle zu einer leichten allergischen Reaktion kommen.

Form, Einrichtung und Ausstattung

Durch ihre geleeartigen Körper sind Quallen echte Mimosen; sie können sich an allerhand Sachen verletzen. Aus diesem Grund muss das Becken rund sein oder eine zylindrische Form haben. So sind keine Ecken und Kanten vorhanden, an denen sie sich verletzen kann. Genau deshalb sollte man auch auf jegliche Pflanzenausstattung oder Dekoration verzichten, genauso auf so viel wie möglich innenliegende Technik: An Filter und Heizer kann sie sich stoßen oder von der Pumpe angesaugt werden und dort verenden: Deshalb immer den Pumpensog runterdrehen.

Wie schon gesagt, eine konstante Strömung ist besonders wichtig: Sie stellt sicher, dass die Tiere aus toten oder schwachen Strömungszonen herauskommt und dort nicht eingehen. Ideal ist eine leichte, strudelfreie Wasserzirkulation, die horizontal und nur minimal vertikal ist: So kann sich die Qualle gemütlich von der Strömung nach oben treiben lassen.

Natürlich muss das Becken groß genug sein, damit sich die Qualle (auch solche mit langen Tentakeln) bequem bewegen kann. Außerdem ist darauf zu achten, dass man eine sehr starke Abschäumanlage hat und oft großzügige Teilwasserwechsel vornimmt: Quallen fressen immer nur Teile des angebotenen Futters, weshalb die Wasserbelastung deutlich höher ist als bei Aquarienfischen.

Auch das Licht ist ein weiterer Punkt: Die Wichtigkeit ist hier artabhängig. In der Regel benötigen Quallen, auch unsere Ohrenqualle, nicht viel und auch kein bestimmtes Licht. Es gibt jedoch Arten, die Symbiosealgen besitzen und sich von deren produzierten Stoffen ernähren. Hier ist diffuses oder monochromatisch blaues Licht nötig, damit die Algen Photosynthese betreiben können.

Sonstige Haltungsbedingungen

Die Fütterung ist neben der Beckenform ein weiterer Punkt, der besondere Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt. Generell ernähren sich Quallen von Kleinstlebewesen wie Plankton. Wenn wir wieder die Ohrenqualle als Beispiel nehmen, muss man beachten, dass sie keine langen Tentakeln hat. Aus diesem Grund ernährt sie sich passiv: Das Futtertier muss ihre Unterseite berühren, um dort von den Nesselzellen vergiftet und anschließend verspeist werden zu können.

Da diese Futteraufnahme viel Zeit in Anspruch nimmt, müssen die Tiere über einen langen Zeitraum mit einer großen Menge Futter im Becken sein. In der Natur betreiben sie eine ständige Nahrungsaufnahme, was sich am besten mit einer sehr häufigen und intensiven Fütterung mit schwebendem Futter imitieren lässt. Das „Schweben“ des Futters passiert aufgrund der Strömung fast von selbst. Ideal ist eine Permanentfütterung: Hierzu füttert man 3 bis 4x täglich mit einer großen Futtermenge. Das verbleibende, schwebende Futter sollte man dann für rund 2 Stunden im Wasser lassen, damit die Medusen genug Zeit haben, „zufällig“ damit in Kontakt zu kommen.

Viele interessieren sich auch dafür, ob man Quallen mit anderen Tieren zusammenhalten kann. Fische kommen hier nicht in Frage, da für sie die Haltung in zylindrischen Becken nicht in Frage kommt. Man kann jedoch Krebse oder Schnecken in Betracht ziehen: Der rote Riffeinsiedlerkrebs beispielsweise hat eine ansprechende, leuchtende Farbe und frisst absinkendes Futter, welches nicht von den Quallen erwischt wurde. Schnecken dagegen kümmern sich verstärkt um die Sauberkeit von der Beckenwand. Sie fressen Algen von der Scheibe und sorgen so ebenfalls für Sauberkeit und verbesserte Wasserqualität.

Generell gilt, dass du dich vor der Anschaffung eines Quallenbeckens gründlich informieren solltest, was die Tiere brauchen und ob die Umsetzung dieser Bedürfnisse für dich und auch dein Portemonnaie möglich ist. Das gilt natürlich bei jeder Anschaffung eines neuen potentiellen Haustieres, aber hier ist es besonders wichtig, da nur wenige Menschen Quallen erfolgreich halten und man so weniger Tipps und Ratschläge aus Foren, Tierhandlungen und Büchern bekommen kann.

Weiterführende Informationen zur Quallenhaltung

Bildquelle: rex_imago / Fotolia.com

 
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17 Meinungen von “Quallen: Haltung im Aquarium?”

  1. jens sagt:

    ein lesenswerter artikel über ein spannendes hobby! haben sie ein futter für die quallen, das sich im einsatz bewährt hat und das sie konkret empfehlen können?

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Jens
      Generell eignet sich als Quallenfutter vor allem Zooplankton, Artemia und Bosmiden. Da die Haltung von Quallen aber ein sehr seltenes Hobby ist, haben wir allerdings von unseren Kunden noch keine Rückmeldung über den konkreten Einsatz des Futters. Fische an Frostfutter zu gewöhnen verläuft aber generell gut 🙂

  2. A.J sagt:

    Hallo, ich weiß nicht ob ich euch noch erreiche weil die Seite seit 2012 nicht mehr benutzt worden ist. Ich möchte mir Süßwasser Quallen anschaffen ! Ich finde diese Tiere wunderschön , leider kenne ich keinen der, wirklich Erfahrungen hat. Kann mir bitte einer erfahrungungen schildern ? Lg Anja

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Anja

      Na klar sind wir noch da, es werden ja auch regelmäßig Einträge gepostet 😉
      Zu deiner Frage: Es gibt einige Arten Süßwasserquallen, die aus Asien und Brasilien stammen und sehr selten sind. Deshalb gibt es auch wenige beziehungsweise gar keine Erfahrungsberichte: Wenn man doch welche findet, stammen diese meist aus Zoos oder größeren Tierhandlungen, wo die Quallen in aufwändig konstruierten Becken gehalten werden. Denn wie im Artikel erwähnt, brauchen sie ganz bestimmte Strömungsverhältnisse, um überleben zu können.
      Wir stimmen dir zu, dass es faszinierende und schöne Tiere sind, doch leider können wir dir bei der Frage nach Haltungserfahrungen nicht helfen. Müssen es denn unbedingt Quallen sein? Es gibt ja auch andere ungewöhnliche Aquarienbewohner, die häufiger gehalten werden und zu denen es somit mehr Erfahrungsberichte gibt 🙂

      Hoffentlich findest du eine für dich ideale Lösung
      Liebe Grüße

  3. Müller Stefanie sagt:

    Hallo,
    ich habe mir heute 2 wunderschöne Ohrquallen geholt, die sehen im Aquarium toll aus 🙂
    Allerdings habe ich NOCH nicht viel Erfahrung & man hat mir gesagt, dass man die Tiere mit Zoo-Plus (Futterlösung für die Riif-Aquaristik), beinhaltet eine Mischung aus Mysis, Daphnien, Copepoden & Artemia, füttern kann. Jetzt wollte ich mal fragen, ob dieses Futter in Ordnung ist??

    Liebste Grüße
    Steffi

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Steffi

      Herzlichen Glückwunsch erst mal zu deinen neuen Mitbewohnern! 🙂 Mittlerweile hast Du sie ja schon ein paar Tage: Läuft alles gut?
      Generell eignen sich die Futterbestandteile, die du nennst, schon für die Quallenfütterung; ob aber das Futter allgemein zur umfassenden Ernährung der Quallen geeignet ist, können wir dir leider nicht sagen, da wir hier keine Erfahrungswerte haben. Halte uns doch auf dem Laufenden, wie es bei euch klappt.

      Viel Spaß mit den Beiden und gutes Gelingen weiterhin

  4. Marvin sagt:

    Hallo!
    Ich will mir ein Quallenaquarium zulegen, habe aber keinerlei Erfahrungen in diesem Bereich, v. A. Lebensdauer, Fortpflanzung, Kosten, infos, etc.
    Könnt ihr mir weiterhelfen?
    Danke,
    Marvin

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Marvin

      Wie Du im Blogeintrag bereits lesen konntest, ist die Quallenhaltung ein großes und vor allem komplexes Thema, welches sich in bestimmten Bereichen als eherkompliziert gestaltet. Hast du denn generell schon Erfahrungen in der Aquaristik? Es ist auf jeden Fall wichtig, sich im Voraus genügend zu informieren, damit du Spaß am Tier hast und vor allem die Qualle gute Lebensbedingungen bei dir vorfindet. Wenn du noch gar keine Erfahrungen in diesem Bereich hast, wäre es vermutlich besser, “klein” anzufangen (mit in der Haltung unkomplizierteren Tieren, die sich für Anfänger eignen)und sich der Quallenhaltung erst zuzuwenden, wenn Du Dir ein umfassenderes Aquaristik-KnowH-ow angeeignet hast.

      Liebe Grüße und viel Erfolg:)

  5. Danilo sagt:

    Hallo

    Ich würde mich auch sehr interessieren für die Haltung solcher Quallen in meinem Haushalt. Nun würde mich folgendes interessieren:

    1. Kann ich auch verschiedene Quallen (bsp. Feuerqualle / Ohrqualle etc.) in einem Aquarium halten?

    2. Wie wäre die Situatuon mit dem Krebs und der Wasserschnecke, sind diese für JEDE Quallenart ungefährlich und umgekehrt?

    3. Wenn ich eine Qualle halten wollte, müsste ich bspw. auch keinen Kiesel ins Aquarium tun, aufgrund der Verletzungsgefahr für die Qualle?

    4. Wo kann ich mir allgemein Quallen und das dazugehörige “Zubehör” wie Anleitung, Aquarium etc. kaufen? (Wohnraum Schweiz -> Zürich) evtl. im Zoo ??

    5. Wie hoch ist die Chance, dass sich die Quallen paaren?

    6. Wie gross sollte inetwa das “Becken” sein für bspw. drei Quallen?

    Besten Dank im Voraus!

    Gruss Danilo 🙂

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Danilo

      Wir haben versucht, ein paar Antworten auf deine Fragen zu finden 😉

      1. Am besten ist es, nur eine Quallenart im Becken zu halten (zumindest in solch großen, die man in einem normalen Haushalt unterkriegt)
      2. Wenn es sich um ungefährliche Tiere handelt (Krebs & Schnecke), sind sie prinzipiell erstmal für alle Quallen ungefährlich, ja.
      3. In manchen Becken sieht man zwar einen Bodenbelag mit Kieseln, Experten raten aber, zum Wohle der Qualle auf jegliche Dekogegenstände zu verzichten
      4. Im Zoo wohl nicht, im Internet wirst du eher fündig. Auch in gut ausgestatteten Aquaristikläden könntest du es versuchen
      5. Leider nur relativ gering, da die Zucht aufwändig und schwierig ist – selbst für Profis
      6. Das kommt natürlich auf die Art an: Kleine Ohrenquallen brauchen beispielsweise mit am wenigsten Platz

      Liebe Grüße!

  6. Arno Nymus sagt:

    Die Informationen sind etwas veraltet. Tatsächlich haben Quallen ein zentrales Nervensytem und sie reagieren gezielt auf Umwelteinflüsse anstatt nur passiv zu treiben.

    Wer mehr lesen möchte, hier eine Studie:
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed?term=albert%2C%20David%20J

  7. ZooRoyal sagt:

    Hallo Jessica,

    Quallen benötigen eine ganz spezielle Pflege und ganz besondere Filtertechnik. Die genannte Art (Perlenqualle) wird sehr groß und ist nur für absolute Profis mit sehr viel Erfahrung geeignet. Woher stammt das Tier? Ist es ein Wildfang/ Mitbringsel aus dem Urlaub? Bitte wende dich umgehend an den nächsten Zoo mit Aquaristikerfahrung, vielleicht können die das Tier spontan unterbringen und versorgen, denn wir gehen davon aus, dass ein geeignetes Aquarium nicht so schnell hergerichtet werden kann!

    Liebe Grüße,
    dein ZooRoyal Team

  8. Sehr geehrtes Zooroyal-team,

    könnt ihr mir auch sagen, wie die pyhsikalischen eigenschaften des wassers (temperatur, salzgehalt, sauerstoffgehalt und qualität) sein müssen, um einer ohrenqualle einen komfortablen lebensraum zu bieten?

    danke im voraus

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo,

      Ohrenquallen kommen aus eher kalten Gewässern wie z.B. der Nordsee. Sie benötigen konstante weich-zirkulierende Strömung ohne Dekorationsgegenstände, da sie sehr verletzungsanfällig sind. Die Temperatur sollte bei etwa 15-20°C liegen, leichte Temperaturerhöhungen im Sommer vertragen sie nur für wenige Wochen. Der Salzgehalt sollte bei etwa 30-35g/l liegen, je nach Temperatur. Da die Quallen intensiv gefüttert werden müssen, sind Eiweißabschäumer sehr wichtig. Durch diesen Filter wird der Sauerstoffgehalt ausreichend angehoben. Da die Quallen eine Größe von etwa 20cm erreichen können, sollte das Aquarium entsprechend groß sein (mindestens 200-300l). Die Wasserqualitäts-Schwerpunkte liegen neben einem geringen Nitrat und Phosphatgehalt hauptsächlich auf der eher niedrigen Temperatur und der dauerhaften Wasserzirkulation.

      Liebe Grüße
      Dein ZooRoyal Team

  9. Jasmin sagt:

    Hallo zusammen,
    Ich züchte regelmäßig Artemia Lebendfutter habe aber noch kein Gefühl für die korrekte Fütterungsmenge.
    Einerseits muss man sehr lange warten bis die Quallen ihre Beute gefangen haben andererseits sollte man ja nicht zuviel füttern damit die Wasserqualität beeinträchtigt wird.
    Gibt es da einen guten Richtwert für die Futtermenge?
    Habe 3 3-5cm große Ohrenquallen daheim.

    Danke und Gruß
    Jasmin

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Jasmin

      Richtwerte für die Quallenfütterung zu geben ist sehr schwierig, da es keine festen Maßstäbe für die benötigte Futtermenge pro Tag gibt. Du solltest ein bisschen herumexperimentieren und mehrmals täglich kleine Portionen füttern: So kriegst du nach und nach raus, wie viel die Tiere täglich brauchen, und gehst nicht das Risiko ein, das Wasser zu sehr zu belasten.

      Liebe Grüße
      Dein ZooRoyal Team

  10. Bianca sagt:

    Spannend zu lesen, dass ich anscheinend nicht als Einzige auf die Idee kam, Quallen halten zu wollen. Dachte bis zu diesem Bericht, ich sei eine der wenigen Ausnahmen und habe erstaunt festgestellt, das kommt gar nicht selten vor. Hatte fast damit gerechnet, nichts zu diesem Thema zu finden oder nur Aussagen darüber, dass das leider nicht möglich ist. Klasse….jetzt will ich noch mehr wissen und werfe mich in die Tiefen des Internetdschugels an Informationen.

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