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Garnelenhaltung im Aquarium

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Immer mehr Leute bevölkern ihre (Nano-) Aquarien mit Garnelen und das aus gutem Grund: Die Tiere sind in der Regel sehr genügsam, leben friedlich in größeren Gruppen und sind aufgrund der vielen Farbschläge sehr hübsch anzusehen. Erfahre hier, worauf es bei der Garnelenhaltung und -pflege ankommt.

Die passenden Garnelen

Zu den Nano-Aquarien

Die Haltung von Garnelen beginnt natürlich mit der Entscheidung für eine oder mehrere Garnelenarten. Inzwischen gibt es durch gezielte Zucht über 100 Garnelenarten, die sich teils auch noch in ihren Farbvarianten unterscheiden: Eine große Auswahl für dich als Aquarianer. Man darf jedoch nicht vergessen, dass jede Garnelenart individuelle Ansprüche an Haltung, Fütterung und Unterbringung stellt. Es ist deshalb wichtig, sich nicht nur von optischen Kriterien leiten zu lassen, sondern ebenso abzuwägen, wie viel Erfahrung man selber besitzt. Tatsächlich gibt es einige Garnelenarten, die sich prima auch für Einsteiger eignen. Sie sind relativ unempfindlich und verzeihen auch den einen oder anderen “Haltungsfehler”. Beispiele für solche Anfängergarnelen sind vor allem Bienengarnelen, Red Fire, Sakura und Tigergarnelen.

Die Vergesellschaftung

Ein anderes wichtiges Thema bei der Haltung ist die Anzahl der Tiere im Aquarium. Grundsätzlich sind Garnelen ausgesprochen soziale Tiere, die du nicht alleine oder in kleinen Gruppen halten solltest: Solche Tiere verstecken sich permanent oder verkümmern sogar. Man sollte sie deshalb in Gruppen von mindestens zehn – besser noch 15 – Tieren halten. Erst dann fühlen sich die Garnelen sichtlich wohl und vermehren sich auch rasch: In der Natur leben beispielsweise tausende Exemplare dieser Krebsart in kleinen Tümpeln. Aber die Sorge vor Übervölkerung im Aquarium ist unbegründet: Garnelen dezimieren ihren Bestand völlig selbständig. Sie stellen die Vermehrung einfach ein, machen bei kranken oder schwachen Tieren auch vor Kannibalismus nicht Halt.

Generell ist es möglich, Garnelen gemeinsam mit anderen Fischen oder Krebsen zu halten, wenn auch mit Einschränkungen: Häufig enden die Garnelen in solchen Gemeinschaftsaquarien als Fischfutter. Wenn man einen geeigneten „Aquarien-Partner“ sucht, sollte man deshalb darauf achten, dass die Fische bzw. Krebse nicht räuberisch oder zu groß sind. Ideal sind Aquarienschnecken oder kleinere Fische, die bevorzugt in den oberen Wasserschichten leben. Von einem Garnelenzuchtprogramm ist in solchen Becken gänzlich abzuraten: Die frischgeschlüpften Jungtiere sind nur wenige Millimeter groß und somit ein gefundenes Fressen – so friedlich die Mitbewohner für gewöhnlich auch sein mögen.

Haltungsbedingungen

Als nächstes beschäftigen wir uns mit der Frage “Wie sollte ein garnelengerechtes Aquarium ausgestattet sein?”, beginnend mit den Wasserwerten: Die Anforderung an das Wasserniveau hängt unter anderem davon ab, ob Salz- oder Süßwassergarnelen gehalten werden. Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass viele Garnelen recht entspannt sind, was die Gehalte von pH, GH und Co. angeht. Empfindlich reagieren sie allerdings auf Kupfer: Von diesem Stoff reichen schon winzige Mengen, um die Krebstierchen umzubringen. Das Problem taucht vor allem in Altbauten auf, in denen häufig noch Kupferrohre liegen. Im Zweifelsfall also das Leitungswasser auf Kupferspuren untersuchen und sicherheitshalber auch Dünger, Pflegezusätze oder anfallende Medikamente vor der Nutzung hinsichtlich des Cu-Gehalts kontrollieren.

Wenn um den richtigen Bodengrund geht, solltest du unbedingt ein Substrat mit einer feinen Körnung aussuchen. In zu grobem Kies können Futterreste für die Garnelen unerreichbar zwischen die Steine fallen. Dort zersetzen sie sich und belasten das Wasserniveau. Man sollte deshalb feinen Kies oder Aquariensand für die Garnelenhaltung auswählen.

Die Farbe des Bodengrundes ist natürlich ganz dem Geschmack des Halters überlassen. Dennoch hier ein Tipp: Bei farbintensiven Garnelen sollte man einen dunklen Bodengrund wählen. So kommen die Farben besser zur Geltung.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Garnelenhaltung ist die Menge der Pflanzen im Aquarium, denn keine Garnele fühlt sich in einem kahlen Becken wohl. Zum Einen dienen sie den Krebstieren als Versteck. Damit werden sie vor allem in einem Gesellschaftsaquarium oder bei anfallender Häutung zu einem wichtigen Gestaltungselement. Zum Anderen gedeihen dort unterschiedliche Aufwuchsalgen, die von den Tieren abgeweidet werden. Folglich sind die Pflanzen eine natürliche Nahrungsquelle für die Garnelen.

Bei der Gestaltung des Aquariums sollte man deshalb einen ganzen Bereich für die Garnelen schaffen, der sehr dicht mit Pflanzen besiedelt ist. Hier eignen sich vor allem feingliedrige Aquarienpflanzen wie Javamoos, Perlenkraut, rote Ludwigia oder der indische Wasserstern. Zu guter Letzt kann man die Bodenbepflanzung noch durch Schwimmpflanzen ergänzen, die den Garnelen zusätzliche Bewegungsfläche bieten; beliebt ist die Muschelblume.

Interessant: Garnelen sind fast den ganzen Tag mit der Futtersuche beschäftigt. Grundsätzlich fressen sie meist alles, was ihnen vor die Maxillen (ihre Mundwerkzeuge) kommt: Algenaufwuchs von Steinen und Wurzeln, Mikroorganismen auf Filtermedien, abgestorbene Pflanzenteile und – wie bereits festgestellt – auch tote beziehungsweise kranke Artgenossen. Dabei stillen sie nicht nur ihren eigenen Appetit, sie halten ganz nebenbei auch das Aquarium sauber. Man sollte deshalb nur wenig zufüttern und wenn überhaupt, dann nicht jeden Tag. Als Faustregel gilt: Immer nur so viel geben, wie die Tiere in einer Stunde aufnehmen; der Rest sollte unbedingt aus dem Becken entfernt werden. Andernfalls wird das Wasser unnötig mit Nährstoffen angereicht, die Folgen davon sind schwankende Wasserwerte und ungewollte Ausbreitung von Algen.

Technik

Zu guter Letzt wollen wir uns mit der Technik im Garnelenaquarium befassen. Was die Art des Filters anbelangt, sind die Krebstiere nicht wählerisch. Ob Außen-, Innen- oder Mattenfilter – die Entscheidung bleibt wiederum jedem Aquarianer selbst überlassen. Wichtig ist allerdings, dass man den Filter sichert, wenn man Garnelennachwuchs erwartet. Die kleinen Tierchen werden sonst angesaugt und sterben im Filterkreislauf. Das Problem kann man ganz einfach lösen, indem man die Ansaugöffnung bei Innen- und Außenfiltern mit einem Stück Filterschwamm oder einer dünnen Damenstrumpfhose sichert.

Auch die Wassertemperatur kann bei der Haltung eine wichtige Rolle spielen, ob man dafür aber extra einen Heizer anschaffen muss, hängt vor allem von der Umgebungstemperatur und der Garnelenart ab. Bienengarnelen brauchen beispielsweise eine Temperatur von rund 20°C: Steht das Aquarium im Wohnraum, reicht die Beleuchtung meistens aus, um diese Wassertemperatur herzustellen. Schafft sie das nicht oder ist die Umgebungstemperatur zu niedrig, kann man mit einem Heizstab nachhelfen.

Bildquelle: Ivan Floriani / Fotolia.com

 
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4 Meinungen von “Garnelenhaltung im Aquarium”

  1. Silvana Spliethoff sagt:

    Kurz und knapp das Wichtigste zusammengefasst. Gut geschrieben.

    1. ZooRoyal sagt:

      Liebe Silvana,

      vielen Dank für dein Lob. Es freut uns sehr, dass dir der Beitrag gefällt.

      Liebe Grüße
      Dein ZooRoyal Team

  2. rüdiger sagt:

    hallo ich habe mir letzten garnelen ins aquarium gesetzt , aber ich sehe sie nie. ich habe viele pflanzen und eine figur drin, die auf steinen steh und somit einen tunnel zum durchschwimmen bildet. allerdings ist diese figur innen hol, vielleicht verstecken sie sich darin – aber müssen sie dennoch nicht mal ihre restliche landschaft erkundigen?

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Rüdiger,

      ja, schau doch mal nach, ob sie in der Höhle sind. Garnelen sind in der ersten Zeit öfters mal scheu. Probiere doch mal, ob du welche entdeckst, wenn du abends eine Futtertablette ins Aquarium gibst. Sie können sich aber tatsächlich extrem gut verstecken (Überlebenstaktik).

      Liebe Grüße
      Dein ZooRoyal Team

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