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Deutsche Nachzucht vs. Import-Nachzucht

Fischzucht

Meistens beziehen Aquarianer ihre Fische aus dem Fachhandel. Millionen Fische werden jährlich über den Zoofachmarkt vertrieben und anschließend im Wohnzimmer oder im Büro betrachtet. Die Pflege macht Spaß und das Wohlergehen der Tiere hat oberste Priorität. Erfahre hier woher die Fische stammen und welche Unterschiede es bei der Züchtung gibt.

Wildfänge und Nachzuchten

Einige der bunten Freunde, die später bei uns im Glasbecken schwimmen, werden wild gefangen. Viele Menschen, die in der Nähe von Fischfanggebieten ansässig sind, verdienen mit dem Fischfang für die Aquaristik ihren Lebensunterhalt und sorgen für eine schonende und nachhaltige Fischerei, sodass auch noch ihre Nachfahren von diesem Beruf profitieren können.

Der Großteil unserer Aquarientiere entstammt jedoch erfreulicherweise aus künstlichen Nachzuchten. Dies schützt die natürlichen Bestände und ermöglicht das Züchten von neuen Farbschlägen einzelner Fische, Garnelen oder Schnecken. Bei Nachzuchten wird in zwei Kategorien grob unterschieden: Deutsche Nachzuchten und Import-Nachzuchten.

Import-Nachzuchten

Auf Grund der enormen Nachfrage nach immer bunteren Tieren müssen viele Fische aus Asien für den Handel zugekauft werden. In Israel, Indien, Indonesien, Sri Lanka und Co. existieren riesige Hallen mit mehreren Etagen, in denen die Aquarien übereinander gestapelt und optimal für die effiziente Zucht angeordnet sind. Die Hemmschwelle beim Thema „Natürlichkeit“ und „Nachhaltigkeit“ ist dort allerdings geringer als in Deutschland. In der (Massen-) Tierzucht werden häufig Medikamente verwendet. So wird sichergestellt, dass die Tiere, die häufig auf engstem Raum zusammen leben, nicht erkranken. Doch auch die Veränderung des Aussehens ist zu einem Trend geworden. Besonders leuchtende Farben sowie außergewöhnliche und ausgefallene Körperformen der Aquarienfische ähneln manchmal kaum noch dem ursprünglichen Aussehen der Tiere. Somit wird aber auch die „stabile“ Genetik verändert, was in der Folge zu einer verkürzten Lebenserwartung führen kann.

Lange Reisen

„Einmal um die Welt“ ist das Motto, wenn es auf die lange Reise zu den europäischen Zwischenhändlern geht, die die Tiere wieder zu den Einzelhändlern weiter transportieren. Viele Zwischenstopps und Wartezeiten müssen die Tiere über sich ergehen lassen, bis sie endlich im heimischen Wohnzimmer unser aller Herz erfreuen. Aus diesen Gründen ist es logisch, dass sie am Ende ganz schön aus der Puste sind und eine höhere allgemeine Anfälligkeit bei Stress und schlechten Haltungsbedingungen haben. Manchmal zeigen Krankheitserreger auf den Schleimhäuten sogar eine Resistenz gegenüber zugelassenen Medikamenten, da die geschuppten Freunde schon in der Aufzucht viele verschiedene Medikamente vorbeugend dosiert bekamen. Ein weiterer Nachteil der „Ware“ aus asiatischen Ländern ist der Effekt, den viele Urlauber kennen, wenn sie in südländischen Gebieten an Durchfall erkranken, nachdem sie mit dort heimischen Bakterien in Kontakt geraten sind. Das Immunsystem war auf diese Erreger nicht vorbereitet und es kommt zu schweren Erkrankungen, die ganz schön kräftezehrend sein können. Dieses Problem tritt ebenfalls auf, wenn Importfische in Kontakt mit Tieren aus deutscher Nachzucht treten. Ein Zeichen dafür ist ein scheinbar unerklärliches Sterben der Tiere etwa zwei bis drei Tage nach dem Zusammensetzen. Oft jedoch sieht der „unerfahrene“ Aquarianer nur Folgendes: Seine bisherigen Fische, vom Händler des Vertrauens, schwimmen seit vielen Monaten munter im Aquarium umher. Eines Tages sind bei einem anderen Fischhändler andere schöne Tiere zu sehen, denen man nicht widerstehen kann. Zu Hause eingewöhnt, scheint alles in bester Ordnung, bis nach drei Tagen das oben Genannte geschieht. Fälschlicherweise wird dann geschlussfolgert, dass die „neuen“ Fische krank gewesen sein müssen, was jedoch gar nicht der Fall war. Nicht nur auf diesem Weg entstehen Fehlinterpretationen, die sehr ärgerlich sind.

Deutsche Nachzuchten

Deutsche Ware ist nicht nur im Ausland auf Grund der Qualität und des hohen Anspruches an Sorgfalt sehr beliebt, auch wir Deutschen wissen zu schätzen, was aus der eigenen Umgebung kommt. Diese „Qualität“ kann man sogar auf unsere Fische übertragen – größtenteils zumindest.

Es fängt bei der Zucht an: Jeder, der Tiere in Deutschland züchtet und mit ihnen gewerblich handelt, muss seine Fachkenntnisse gegenüber dem Veterinäramt zuvor beweisen und wird laufend durch strenge Kontrollen überwacht. Das zur Zucht oder zur Hälterung genutzte Wasser entstammt heimischen Brunnen oder Flüssen. Es ist also naheliegend, dass im Aquarium später eine sehr ähnliche Wasserbeschaffenheit herrscht wie in den ursprünglichen Zuchtbetrieben. Auch die Reinheit des Zuchtwassers ist deutlich höher als in asiatischen Industriestaaten. Besonderer Wert wird also auf Qualität gelegt, sodass eine Chance besteht, sich dem hohen Wettbewerbsdruck durch Dumpingpreise aus Asien zu widersetzen. Ein gesunder und vitaler Fisch kostet viel Zeit und Geld. Die meisten deutschen Zuchtbetriebe möchten, dass die Händler weiterhin die Tiere bei ihnen kaufen und favorisieren eine nachhaltige Qualität und Langlebigkeit der Fische, denn nur ein zufriedener Kunde bleibt treu. „Billigfische“ lassen sich natürlich viel einfacher verkaufen, jedoch sind sie am Ende teurer. Ein erkrankter Fisch aus rücksichtsloser Zucht braucht häufig Medikamente, besondere Pflege, gegebenenfalls ein eigenes Quarantäne-Aquarium, viele Vitaminpräparate, Aufbaufutter und vieles mehr.

Qualität kostet

Es gilt also unbedingt die Devise: Lasse dich nicht von Knüllerpreisen einiger Händler irreführen. Schaue dir die Fische genau an, bevor du zugreifst und frage den Verkäufer gezielt nach der Herkunft der Tiere. Ein guter Händler ist stolz auf seine deutschen Nachzuchten und erklärt bereitwillig, wie diese in der Verkaufsanlage positioniert sind. Wenn er dir sagt, dass es Deutsche Nachzuchten sind und der Allgemeinzustand der Anlage ebenfalls einladend erscheint, kannst du ein gutes Gewissen haben. Wenn es dich interessiert, kannst du dich auch über die Filtertechnik der Anlage informieren lassen. Block-, Reihen- und Einzelfilterung sind meistens Standard. Optimal ist es, wenn jede Fischsorte ihr eigenes Becken hat, dessen Wasserkreislauf mit keinem anderen Becken verbunden ist. Wenn jedoch mehrere Aquarien miteinander verbunden sind, sollten nur Fische mit den gleichen Hälterungsbedingungen darin enthalten sein. Also kein Fadenfisch aus Asien mit Neonfischen aus Südamerika. Kurze Transportwege, heimische Zuchtwasserqualität und stabile Tiere sind Merkmale von deutschen Nachzuchten, die sich garantiert lohnen, auch für ein paar Euro mehr.

Quelle Artikelbild: Feng Yu / Shutterstock

 
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5 Meinungen von “Deutsche Nachzucht vs. Import-Nachzucht”

  1. Hieringer Thomas (Fisch-Franzl) sagt:

    super geschrieben!

    1. ZooRoyal sagt:

      Lieber Thomas,

      wir freuen uns, dass dir der Beitrag so gut gefällt.

      Eine schöne Woche wünscht dir dein
      ZooRoyal Team

    2. theo brombach sagt:

      Ja,es ist schon so wer fragt woher die Fische kommen. Ich habe viele Jahre auch Kreuz und Quer gekauft, immer nach gefallen alles andere zählte nicht bis sie Baeuchlings nach oben geschwommen sind. Mittlerweile suche ich auch Privatzüchter in der Nähe wo ich recht gut fahre.
      Ihr Bericht ist sehr gut und aufklärend.
      Mfg. theo

      1. ZooRoyal sagt:

        Lieber Theo,

        dein Lob freut uns natürlich sehr.

        Wir wünschen dir eine schöne Woche!

        Liebe Grüße,
        dein ZooRoyal Team

  2. Steffen Gerber sagt:

    Ich habe zwei Jahre in einem Zierfischgroßhandel gearbeitet. Ihr Artikel deckt sich mit meinen Erfahrungen.

    Es gab immer wieder Lieferungen aus Asien, die bereits durch Medikamente geschädigte Organe besaßen und den Stress des Transports nicht überlebten. Oft auch zu eng gepackt – auch aus Südamerika. Unterernährte Wildfänge – L-Welse, die vermutlich schon lange gefangen waren, aber nicht bestellt wurden und dann mit eingefallenen Augen und Bäuchen ankamen. Natürlich hat der Händler die Möglichkeit, diese Tiere abzuschreiben und mit dem Nichtbezahlen entsprechend Druck aufzubauen. Die Frage bleibt: Wie weit geht er damit und ist er bereit, auf einen Lieferanten zu verzichten.
    Einen Pluspunkt des Zierfischgroßhandels sehe ich darin, dass sehr schnell bei Auffälligkeiten reagiert wird, da Verluste sehr schnell sehr kostspielig werden können. Dieses schnelle Reagieren erstreckt sich oft nicht bis in die Zoohandlungen. Hier werden häfig lediglich die toten Fische herausgefangen und das Becken nicht behandelt, stattdessen werden neue Tiere nachgekauft. Auch wird in manchen Zoohandlungen auf färbende Medikamente verzichtet, damit der Kunde nicht davon ausgeht, dass es dort kranke Fische gibt.

    Das ist nicht Vertrauensfördernd, sondern irrational, aber auch ein Geschäft – Heute verkaufe ich den Fisch und morgen das Medikament.
    Aber auch die Kunden sind in der Pflicht, sich über die Bedürfnisse der Tiere zu informieren und das nicht erst ab einem gewissen Kuschelfaktor oder weil das Tier einen Namen bekommen hat.
    Die Gleichgültigkeit mancher Menschen gegenüber den ihnen anvertrauten Tieren ist allgegenwärtig und frustriert auch so manche Zoofachverkäufer, die ihrerseits unter dem Umsatzdruck stehen.

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