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Nachwuchs bei Kaninchen

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Nachwuchs bei KaninchenHast du schon einmal an Nachwuchs für deine Kaninchen gedacht? Dann bist du in guter Gesellschaft, schließlich verspüren viele Tierhalter das Bedürfnis, ihren Lieblingen Kinder zu ermöglichen. Eine weitere Hilfe bei der Entscheidung: der Nachwuchs bei Kaninchen ist einfach ein besonders zierlicher und süßer Anblick. Das Miterleben ihres Aufwachsens bietet eine tolle Erfahrung – vorausgesetzt, du beachtest von Anfang an einige wesentliche Dinge.

Nachwuchs bei Kaninchen lange planen

Im Idealfall erfährst du als Halter bereits im Vorfeld von der Trächtigkeit, damit du in der Folgezeit einige wesentliche Dinge zum Vorteil des Nachwuchses ausrichten kannst. Als besonders wichtig hat sich das Aufwachsen in einer ruhigen und gleichzeitig abgeschotteten Umgebung erwiesen. Sofern diese Bedingungen bislang nicht erfüllt sind, erscheint ein Umzug weit vor dem erwarteten Wurftag sinnvoll – dann hat das Weibchen noch genügend Zeit, ein Nest für den Nachwuchs zu bauen. Genau hier kommen Wurfkisten ins Spiel: Sie sind von allen Seiten geschlossen, erleichtern aber durch ihre Zugangsmöglichkeit die spätere Nestkontrolle. Kleiner Tipp: Bringe im Eingang eine leicht erhöhte Schwelle an, um eine versehentliche Flucht der Jungtiere aus dem Bereich zu verhindern. Bei einem Stall mit Beinen empfiehlt sich zusätzlich die Montage einer Rampe mit Seitenwänden.

Änderung der Fütterung in Vorbereitung auf die Geburt

Natürlich ändert sich auch der Bedarf an Nährstoffen im Vorfeld einer Geburt. Viel Frischfutter hilft der Häsin dabei, sich ausreichend zu versorgen; Gemüse und Kräuter wirken hingegen wehenfördernd und abstillend. Für die Flüssigkeitsversorgung empfiehlt sich der Einsatz eines flachen Trinknapfes, da die Jungtiere ansonsten im ungünstigsten Fall ertrinken können. Im Verhalten ergeben sich einige Veränderungen, über die du dich grundsätzlich nicht wundern musst: So legen trächtige Häsinnen zumeist mehr Aggressivität und Widerspenstigkeit an den Tag. Bemerkenswerterweise nehmen sie während der gesamten Trächtigkeit nicht stark zu, auch die Beweglichkeit verändert sich kaum. Stress ist generell, aber besonders während dieser Zeitperiode, Gift für das Tier, weshalb generell auch von einer Kontrolle durch den Tierarzt abgeraten wird. Außerdem zu beachten: Stelle deinem Kaninchen genügend Nestmaterial, beispielsweise in Form von Stroh, zur Verfügung.

Es ist so weit: Was nach der Geburt passiert

Durchschnittlich 28 bis 33 Tage dauert es, bis der Nachwuchs das Licht der Welt erblickt. Ganz allgemein kannst du dabei mit 5 bis 6 Jungen rechnen, die nachts oder in den frühen Morgenstunden geboren werden. Zwecks Herstellung einer emotionalen Bindung und Reinigung der Kleinen fängt die Mutter zugleich mit dem Abnabeln und Ablecken an, die Nachgeburt wird aufgefressen. Bei einer Nestkontrolle kannst du nachsehen, ob einige Jungtiere den Vorgang nicht überlebt haben: Vorsichtig entfernst du anschließend den toten Nachwuchs. Eine Zählung gibt Aufschluss über die genaue Anzahl an Kaninchenkindern, die du in den Folgetagen regelmäßig kontrollieren kannst. Fällt ein Junges aus dem Nest heraus, hat es ohne deine Hilfe keine Überlebenschance: Von alleine tragen Kaninchenmütter keine Tiere herum, außerdem besteht die Gefahr der schnellen Unterkühlung.

Die Nesthocker: Wie die Jungen aufwachsen

Bei den noch jungen Kaninchen handelt es sich um Nesthocker, d.h. sie sind auf die Körperwärme und das Nest in den ersten Wochen angewiesen. Aus der Natur ergibt sich die Besonderheit, dass nach dem 1 bis 2 Mal im Tagesverlauf stattfindenden Säugen die Mutter das Nest komplett verschließt; zum Teil lässt sich dies auch bei domestizierten Kaninchen beobachten. Deshalb brauchst du dich ebenfalls nicht zu sorgen, wenn die Häsin das Nest gänzlich zu ignorieren scheint. Beides dient in der Natur dazu, möglichen Fressfeinden keine Information über den Standort des Nestes zu geben.
Gerade in den ersten Tagen ist eine regelmäßig durchgeführte Nestkontrolle für das Wohlbefinden der Tiere unabdingbar. Damit der Eigengeruch in Grenzen gehalten wird, streckst du deine Hände idealerweise in die Einstreu deiner Häsin. Im Allgemeinen verzichtest du, soweit möglich, besser auf Berührungen der Jungen im Anfangsstadium, da sie ansonsten schnell nachhaltige Schäden davontragen können.

Die Entwicklung der jungen Kaninchen

Bereits ab dem dritten Tag machen sich sichtbare Veränderungen an deinem Nachwuchs bemerkbar. Erste Haarspitzen ragen aus der Haut und geben dir einen Hinweis auf die spätere Zeichnung. Ungefähr 7 bis 10 Tage nach diesem Ereignis folgt das Öffnen der Augen. Sofern dieser Entwicklungsschritt nicht selbstständig über die Bühne geht, empfiehlt es sich, vorsichtig nachzuhelfen. Hierzu nimmst du ein mit Wasser getränktes Tuch in die Hand und reibst es anschließend sanft über die geschlossenen Augen. Mögliche Verklebungen werden somit schnell und effektiv gelöst. Sobald die Augen geöffnet sind, kommt es in den meisten Fällen zu ersten Erkundungstouren außerhalb des bekannten Terrains.

Nach 3 bis 4 Wochen: Nest kann entfernt werden

Aus Minuten werden Stunden: Mit 3 bis 4 Wochen sind die Kleinen in Sachen Neugier kaum noch zu bremsen. Wer in Sachen Stressmanagement auf Nummer sicher gehen möchte, gewährt der Mutter eine weitere Rückzugsmöglichkeit auf erhöhter Ebene. Das Nest kann hingegen ruhig entfernt werden. Die erste Aufnahme von festen Futtermitteln der Mutterhäsin setzt ebenfalls zu diesem Zeitpunkt ein. Das zu frühe Nagen an hartem Gemüse stellt unter Umständen eine Gefahr für die Zahngesundheit dar, weshalb das Futter geraspelt werden sollte. Wie lange sich die Milchaufnahme beim Säugen fortsetzt, ist abhängig vom Einzelfall: Zuweilen säugen manche Häsinnen ihren Nachwuchs sogar bis zur 10. Woche. Dennoch gelten Kaninchenjungen mit der 6. bis 8. Woche als weitestgehend selbstständig, wenngleich sie natürlich noch einige Wochen bei der Mutter und den Geschwistern verbleiben sollten.

Impfungen und weitere Besonderheiten

Bereits ab der vierten Woche ist eine Impfung der Jungtiere gegen Myxomatose, zwei Wochen später gegen RHD möglich. Spätestens jetzt erkennst du zudem zuverlässig das Geschlecht deines jungen Kaninchens: Wenn du alle drei Angelegenheiten in einem Schritt erledigen möchtest, empfiehlt sich also ein Besuch des Tierarztes in dieser Woche. Durch eine Frühkastration beim Männchen ersparst du dir im Übrigen die sechswöchige Einzelhaltung in Quarantäne, weshalb es auf jeden Fall sinnvoll sein kann, entsprechend frühzeitig zu reagieren. Schon aufgrund der Sicherheit erscheint eine Trennung von Vater und Nachwuchs ratsam; erst ab dem sechsten Monat lässt sich die Familie gegebenenfalls zusammenführen. Möchtest du deine Kaninchen aus Platzgründen abgeben, wartest du am besten bis zur 12. Woche. Auf alle Fälle ist der Nachwuchs bei Kaninchen ein einzigartiges Ereignis, das dir viel Freude bereiten wird.

 

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