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Sibirische Katze im Rasseportrait

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Sibirische KatzeHerkunft und Rassegeschichte

Die Sibirische Katze, ist eine kräftige, urwüchsige Halblanghaarkatze. In den riesigen Gebieten Nordrusslands soll sie auch heute noch als ganz normale Hauskatze verbreitet sein. Dort nennt man sie Sibirskaja Koschka, was schlicht Sibirische Katze bedeutet, aber eigentlich nur die Katzen mit dem üppigen und langen Fell meint. In der zoologischen Literatur wird sie schon sehr früh beschrieben. Bereits 1864 wird sie in der ersten Auflage von Brehms Tierleben als langhaarige Katze aus Sibirien angeführt, um nur ein Beispiel zu nennen. Alfred Brehm sollte gewusst haben, was er da schreibt, denn er hatte Sibirien persönlich für seine zoologischen Studien bereist.

Die Sibirische Katze zählt damit zu den ältesten Hauskatzenrassen überhaupt. Die Sibirische Katze stammt wie alle Hauskatzen von der Afrikanischen Wildkatze oder Falbkatze, wissenschaftlich „Felis silvestris lybica“ genannt, ab. Die Fachleute streiten noch, wie sich das lange Fell in der Population verbreiten konnte. Jedenfalls ist es bei Kälte sehr nützlich und sieht außerdem sehr attraktiv aus. So war klar, dass sich die Freunde der Rassekatzen auf der ganzen Welt für die Sibirische Katze interessierten. Es dauerte aber noch sehr lange, bis sie nach Standard und Stammbuch gezüchtet wurde, was ihrer Gesundheit ganz gut getan hat. Seit einigen Jahrzehnten wird diese Katze nun gezielt gezüchtet. 1997 wurde die Sibirische Katze von der Fédération Internationale Féline offiziell anerkannt. Sie teilt denselben Standard mit der seit 2011 anerkannten Neva Masquarade. So wird die Point-Variante der Sibirischen Katze bezeichnet, die durch ein gezielt eingezüchtetes Defektgen ins Leben gerufen wurde.

Beschreibung

Die Sibirische Katze ist eine mittelgroße bis große Halblanghaarkatze. Sie hat ein sehr dichtes Fell. Das wollige Unterfell wird von wasserabweisenden Deckhaaren überdeckt. Alle Farben sind laut Standard erlaubt. Katzen mit Point-Farben (s.u.) werden Neva Masquarade genannt und seit 2011 als eigene Rasse geführt. Die Sibirische Katze wird gerne mit der ähnlich aussehenden Maine Coon Katze oder der Norwegischen Waldkatze verwechselt. Die Sibirische Katze ist jedoch kleiner als die amerikanische Maine Coon und weniger hochbeinig als die Norwegische Waldkatze. Auch anhand ihres Kopfes lassen sich die drei Rassen gut unterscheiden.

Im Vergleich zur Maine Coon ist der Kopf der Norwegischen Waldkatze deutlich dreieckiger, der der Sibirischen ist breiter, kürzer und eher rund. Man muss dabei immer im Hinterkopf behalten, dass diese Unterschiede in den körperlichen Merkmalen nicht natürlichen Ursprungs sind, vielmehr in den letzten Jahrzehnten gezielt so herausgezüchtet wurden. Die Sibirische Katze wird nicht ganz so groß wie die anderen beiden ähnlichen Katzenrassen. Ein Kater bringt zwischen 6 und 9 Kilogramm auf die Waage, die Katze zwischen 4 und 6. Die Point-Farben der Neva Masquarade werden durch eine Mutation, einen so genannten partiellen Albinismus erzeugt. Das Körperfell ist in der Folge aufgehellt, während an den kühleren Regionen des Körpers wie Gesicht, Ohren, Beine, Schwanz die sogenannten Points entstehen, die dunkler gefärbt sind. Die Welpen werden weiß geboren und dunkeln erst später nach.

Charakter und Wesen

Sibirische Katzen sind agil und selbstbewusst. Für eine Rassekatze ist bei ihr das Wesen der normalen Hauskatze noch recht lebendig. Sie hat einen vergleichsweise hohen Bewegungsdrang und sollte idealerweise auch nach draußen in einen großen, eingefriedeten Garten dürfen. Dort bewegt sie sich gerne und gekonnt. Sie klettert sehr gut und ist eine versierte Jägerin. Das heißt allerdings nicht, dass sie nur als Freigänger gehalten werden soll. Sie kann auch als reine Wohnungskatze glücklich werden. Ihr Bewegungsdrang muss dann durch Spiele in der Wohnung befriedigt werden. Hier bietet der Handel professionelle Hilfsmittel. Das beste Spielzeug kann aber nicht die tägliche Nähe zum Menschen ersetzen. Gerne hat sie andere tierische Mitbewohner als Kumpel. Wird eine Sibirische Katze vom Welpen an liebevoll sozialisiert, so entwickelt sie ein sehr enges Verhältnis zu ihrem Menschen. Sie ist anhänglich und umgänglich. Die Sibirische Katze ist Kindern wie auch tierischen Mitbewohnern gegenüber freundlich gepaart mit ihrem selbstbewussten Auftreten.

Haltung

Die Sibirische Katze ist im Prinzip wie eine normale Hauskatze zu halten. Sie hat einen relativ großen Bewegungsdrang. Ideal ist ein Haus mit einem großen Garten in dem sie regelmäßig herumschleichen und -klettern kann. Bei ihren Ausflügen wird sie hie und da auch mal einen Vogel oder eine Maus erwischen, denn sie ist von Hause aus eine gute Jägerin. Da sie clever und intelligent ist, ihre Umgebung und ihre Menschen genau beobachtet und auch noch ausgesprochen geschickt ist, lernt sie schnell, zum Beispiel Türen zu öffnen. Das muss man im Hinterkopf behalten. Ansonsten ist sie anspruchslos und genügsam hinsichtlich ihrer Haltungsbedingungen. Sie braucht aber die innige Beziehung zu ihren Zweibeinern.

Erziehung

Die Sibirische Katze lässt sich sehr gut erziehen. Man muss bei ihr besonders darauf achten, dass sie vom Welpen an sorgfältig sozialisiert, an Menschen und idealerweise andere Heimtiere gewöhnt wurde. Dann orientiert sie sich sehr am Menschen. Stammt sie von einem seriösen Züchter, der Elterntiere und Kitten gut betreut hat, wird sie sich mit Leichtigkeit und quasi von selber in die Regeln und Gewohnheiten einer Familie einfügen. Mit etwas Anleitung wird sie schnell und problemlos stubenrein.

Pflege und Gesundheit

Das Fell der Sibirischen Katze muss regelmäßig und gründlich gebürstet werden. Sie wechselt jeweils zum Winter und Sommer ihr Fell. In der Zeit des Fellwechsels ist das Bürsten besonders wichtig. Das Fellbürsten kann man mit etwas Gefühl und Geschick zu einem Ritual der sozialen Bindung machen, das Katze wie Menschen emotional sehr gut tut.

Rassetypische Krankheiten

Die Sibirische Katze ist eine recht robuste Rassekatze. Durch die Zucht als Rassekatze auf äußere Merkmale leidet ihre Population inzwischen teilweise unter Inzucht. Wie weit bei ihr die ansonsten bei Rassekatzen üblichen Erbkrankheiten verbreitet sind, ist nicht bekannt.

Ernährung/Futter

Die Sibirische Katze sollte ein für Katzenverhältnisse problemloser Kostgänger sein.

Lebenserwartung

Eine Sibirische Katze, gesund gezüchtet, kann mit etwas Glück 12 bis 15 und mehr Jahre alt werden.

Sibirische Katze kaufen

Willst du eine Sibirische Katze anschaffen, so kannst du dich zunächst auch in Tierheimen umschauen. Hier findet man – wenn auch selten – immer wieder Katzen, die von Typ und Wesen der Waldkatze entsprechen. Beim Züchter solltest du darauf achten, dass Elterntiere und Welpen in guten Verhältnissen insbesondere mit einer engen sozialen Anbindung an die menschliche Familie aufwachsen. Du solltest dir den Stammbaum anschauen. Hier sollte keine Ahne zweimal vorkommen, um allzu extreme Inzucht auszuschließen. Beide Elternteile sollten unbedingt negativ auf die oben beschriebenen Erbkrankheiten getestet sein. Seriöse Züchter geben dies von sich aus bei ihren Annoncen an. Selbstverständlich sollten die Kätzchen mehrfach geimpft, entwurmt und gechipt sein. Ein seriös gezüchteter Welpe der Sibirischen Katze sollte um die 700 Euro kosten.

 


Christoph JungChristoph Jung Lebt fast sein ganzes Leben lang zusammen mit Katzen und gut das halbe zusätzlich mit Hunden. Bei seinem Biologie-Studium an der Uni Bonn zählten Katzen zu seinem Schwerpunktthema. Sein Perserkater Champi wurde 23 Jahre alt. Da seine Husky-Hündin Mary Jagd auf Katzen macht, muss er derzeit schmerzlich auf die Schmuser verzichten. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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