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Orientalisch Kurzhaar im Rasseportrait

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Orientalisch KurzhaarHerkunft und Rassegeschichte

Die Orientalisch Kurzhaar ist eine Varietät der Siamkatze. Sie hat denselben Standard wie die Siam, unterscheidet sich aber in der Farbe des Fells und der Augen. Die Siamkatze zählt zu den ältesten auf ein bestimmtes Aussehen gezüchteten Hauskatzen. Ihre typische Form ist der Überlieferung nach in Thailand, das früher Siam genannt wurde, entstanden. Wahrscheinlich brachten schon sehr früh britische Seeleute unsere normale Hauskatze nach Südostasien. Die Handels- und Kriegsschiffe hatten immer Katzen an Bord, um vierbeinige blinde Passagiere, sprich Mäuse und Ratten in Schach zu halten. Unsere Hauskatze war ja schon seit tausenden Jahren im Mittelmeerraum und ganz Europa verbreitet.

Die alte Siamkatze Thailands sah allerdings anders aus, als die heutigen. Mit Fotos ist dokumentiert, dass sie im Prinzip wie ein kleines Exemplar unserer heutigen Hauskatze aussah, allerdings schon damals mit ihrer typischen hellen Farbe. Diese stammt von einem Gendefekt, Akromelanismus genannt. Eine solche Mutation, eng verwandt mit dem Albinismus, tritt zunächst spontan auf. Sie wurde dann offenbar gezielt für die Hauskatzen im damaligen Siam bevorzugt. So entstand diese ganz spezielle Hauskatzenvarietät. Genaueres über den historischen Werdegang weiß man aber nicht. Nach 1884 wurden Siamkatzen ausgehend von England als Rassekatze gezüchtet. Die Zucht als Rassekatze veränderte besonders in den letzten Jahrzehnten ihr Aussehen und zum Teil auch ihre Vitalität und Gesundheit. Sie wurde immer schlanker, graziler, hochbeiniger gezüchtet.

Dabei wurde gezielt das Mittel der Inzucht angewendet, um möglichst schnell zu den gewünschten äußeren Merkmalen zu kommen. Dabei entstand auch der so genannten „Neue Typ“ mit einer extrem dreieckigen, spitz zulaufenden Form des Schädels. Der klassische, gesunde Siamkatzentyp blieb glücklicherweise erhalten. Im 20. Jahrhundert begannen viele Züchter damit, die als Hauskatze und Begleiterin überaus erfolgreiche und bewährte Siamkatze zu kreuzen, um neuen Rassekatzen zu etablieren. So entstanden etliche neue Edelkatzenrassen wie etwa die Burma, Ocicat, Singapura, Bombay, Heilige Birma und eben die Orientalisch Kurzhaar. 1959 wurde der Standard der Siamkatze um die Varietät der Orientalisch Kurzhaar erweitert und von der Fédération Internationale Féline (FiFe) offiziell anerkannt.

Beschreibung

Die Orientalisch Kurzhaar ist eine kleine bis mittelgroße Kurzhaarkatze. Sie ist ausgesprochen elegant und geschmeidig. Ihre Augen sind von leuchtend grüner Farbe. Ihr Fell ist anders als bei der Siam gleichmäßig in der Farbe, ohne die ansonsten typischen Tabby-Markierungen. Als tabby oder seal-point werden Flecken an Gesicht, Ohren, Beinen oder Schwanz genannt, die mit der Zeit nachdunkeln. Die Welpen werden weiß geboren und dunkeln erst später nach. Bei der Orientalisch Kurzhaar sind zahlreiche Farb-Varietäten erlaubt. Nur soll die Farbe gleichmäßig ohne Schattierung sein. Eine Ausnahme gilt für die Katzen mit Agouti-Musterung (Wildmuster).

Orientalisch Kurzhaar-Kater haben ein Gewicht von 4 bis 5 Kilogramm, die Katzen von 3 bis 4. Orientalisch Kurzhaar sind sehr grazile Stubentiger mit einem durchweg schlanken Körperbau. Sie haben einen relativ langen Schwanz. In jüngerer Zeit bleibt auch die Orientalisch Kurzhaar nicht vor Überzüchtungen mit extremen Körpermerkmalen verschont. Sie wird von manchen Züchtern am so genannten „Neuen Typ“ der Siam orientiert, ein Typ mit einem an der Nase extrem spitz zulaufenden, dreieckigen Kopf.

Charakter und Wesen

Die Orientalisch Kurzhaar hat ein menschenbezogenes, freundliches und sanftes Wesen. Sie ist einfach lieb und sucht die Nähe ihrer Menschen. Die intelligente Katze kann hier eine enge Bindung entwickeln – sie ist eine richtige Familienkatze. Natürlich sind auch bei einer Orientalisch Kurzhaar die Triebe des Beutegreifers Katze noch lebendig. Sie hat wache Sinne und gute Reflexe und spielt gerne und ausgiebig. Hierzu bietet der Handel eine Menge geeigneter Katzenspielzeuge an wie etwa eine Spielangel oder einen Federstab. Damit können sie ausgiebig spielen. Sie bleiben bis ins hohe Alter verspielt. Orientalisch Kurzhaarkatzen bewegen sich auch gerne einmal in der Natur, jedoch ist ihr Drang hierzu im Vergleich zu einer anderen Rasse nicht sonderlich stark entwickelt. Orientalisch Kurzhaar „sprechen“ gerne mit ihren Menschen. Hier können sie richtige „Diskussionen“ entwickeln.

Haltung

Diese Rasse ist eine ideale Hauskatze für die Wohnung. Sie ist anspruchslos und genügsam hinsichtlich ihrer Haltungsbedingungen. Sie braucht aber die innige Beziehung zu ihren Zweibeinern und liebt das gemeinsame Erleben mit den Menschen oder den tierischen Partnern in ihrer Familie. Dabei muss sie kein Freigänger sein, um sich rundum wohl zu fühlen. Sie will aber nicht gerne lange alleine gelassen werden. Gerne hat sie dagegen eine passende Zweitkatze an ihrer Seite. Sie sind ausgesprochen umgänglich und verträgt sich problemlos mit anderen tierischen Hausgenossen. Allerdings sollten beide, Katze und zum Beispiel ein Hund, mit Geduld aneinander gewöhnt worden sein. Eine Orientalisch Kurzhaar lässt sich zuweilen wie ein Hündchen an der Leine ausführen.

Erziehung

Orientalisch Kurzhaar Katzen lassen sich gut erziehen. Stammen sie von einem seriösen Züchter, der Elterntiere und Kitten gut betreut und sozialisiert hat, so werden sie sich von selber in die Regeln und Gewohnheiten ihrer Familie einfügen. Mit etwas Anleitung werden die Kitten schnell und problemlos stubenrein.

Pflege und Gesundheit

Das Fell der Orientalisch Kurzhaar kann hier und da gebürstet werden. Das Fellbürsten kann man mit etwas Gefühl und Geschick zu einem Ritual der sozialen Bindung machen, das Katze wie Menschen emotional sehr gut tut.

Rassetypische Krankheiten

Viele Zuchten der Orientalisch Kurzhaar leiden unter starker Inzucht. Das führt nicht selten zu Immunschwächen, Kränklichkeit und verkürzter Lebenserwartung. Bei Orientalisch Kurzhaar gibt es eine Reihe von züchterisch verbreiteten Erbkrankheiten wie Anämie, Herzkrankheiten oder einige Augenkrankheiten, die eine Folge ihres Akromelanismus sind. Verbreitet ist unter anderem PRA, was zur Erblindung führt. Eine allzu starke Orientierung auf den so genannten „neuen Typ“ der Siam wirkt sich in der Regel nicht positiv auf die Gesundheit einer Orientalisch Kurzhaar aus. Diese Krankheiten müssen aber nicht bei allen Katzen dieser Rasse auftreten.

Ernährung/Futter

Die Orientalisch Kurzhaar ist in der Regel ein für Katzenverhältnisse problemloser Kostgänger. 

Lebenserwartung

Orientalisch Kurzhaar Katzen, sorgfältig und gesund gezüchtet, können gut 15 Jahre alt werden. Inzucht verkürzt die Lebenserwartung der Katzenrasse drastisch.

Orientalisch Kurzhaar kaufen

Willst du eine Orientalisch Kurzhaarkatze in dein Leben holen, so kannst du dich zunächst auch in Tierheimen umschauen. Dort findet man hier und da Katzen vom Typ einer Siam oder Orientalisch Kurzhaar ähneln. Beim Züchter solltest du dir den Stammbaum anschauen. Hier sollte keine Ahne zweimal vorkommen, um allzu starke Inzucht auszuschließen. Beide Elternteile sollten unbedingt negativ auf die bei ihr verbreiteten Erbkrankheiten getestet sein. Seriöse Züchter geben dies von sich aus bei ihren Annoncen an. Selbstverständlich sollten die Kätzchen mehrfach geimpft, entwurmt und gechipt sein. Seriös gezüchtete Kitten dieser Rasse sollten um die 600 Euro kosten.


Christoph JungChristoph Jung Lebt fast sein ganzes Leben lang zusammen mit Katzen und gut das halbe zusätzlich mit Hunden. Bei seinem Biologie-Studium an der Uni Bonn zählten Katzen zu seinem Schwerpunktthema. Sein Perserkater Champi wurde 23 Jahre alt. Da seine Husky-Hündin Mary Jagd auf Katzen macht, muss er derzeit schmerzlich auf die Schmuser verzichten. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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