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Europäisch Kurzhaar im Rasseportrait

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Europäisch KurzhaarHerkunft und Rassegeschichte

Die Europäisch Kurzhaar Katze ist die gezielt gezüchtete Form der normalen Hauskatze. Sie wird auch Keltische Kurzhaar oder schlicht „Europäer“ genannt. Ihre Geschichte ist zunächst exakt die der Hauskatze ganz allgemein, wie sie vor tausenden Jahren nach Europa kam. Diese stammt nicht von der hier natürlich vorkommenden Europäischen Wildkatze ab. Ihre Ahnen lebten und leben im Norden Afrikas, dem Nahen Osten bis hin zum Kaspischen Meer sowie auf den Inseln Sardinien und Korsika. Es ist die Afrikanische Wildkatze oder Falbkatze, wissenschaftlich „Felis silvestris lybica“ genannt. Mit der Einführung des Ackerbaus wurden Vorratslager notwendig. Und wo Vorräte sind, sind auch Mäuse nicht fern. Das ideale Futter für eine Falbkatze. So entwickelte sich ein Prozess der Annäherung zwischen Katze und Mensch auf Basis gegenseitigen Nutzens. Ohne die Hilfe der Katze hätte es so manche Hungersnot mehr gegeben.

Das wussten die alten Ägypten zu schätzen. Hier wurde die Hauskatze mit größtem Respekt behandelt und als Gottheit verehrt. Mit dem Ackerbau kam sie nach Europa. Als Hauskatze auf den Bauernhöfen behielt sie aber immer ein Stück Wildheit. Sie lebte bei den Menschen aber nicht mit ihnen. Erst in neuester Zeit eroberte die Hauskatze die Wohnungen der Großstädter und wurde vom Haustier zum Heimtier und Sozialpartner des Menschen. 11,5 Millionen Hauskatzen, inklusive der Rassekatzen, bevölkern heute Deutschland. Vielen Menschen ist ihre Katze zu einem der wichtigsten sozialen Kontakte geworden. Dabei vermehrt sich die normale Hauskatze bis heute praktisch autonom, ohne Kontrolle der Menschen. Das führt zuweilen zu einer Art Überbevölkerung, die dann in den Tierheimen landet. Ein weiterer Faktor betrifft die Zahmheit. Wild geborene und aufgewachsene Kätzchen werden meist ihr Leben lang nicht richtig zahm – trotz bester Bemühungen.

Hier könnte eine kontrolliert gezüchtete Hauskatze Abhilfe schaffen, eben die Europäisch Kurzhaar. Ausgangspunkt zu ihrer Zucht waren zudem Entwicklungen in England, wo sich Kreuzungen aus den schon seit mehr als 200 Jahren gezüchteten Rassekatzen und einheimischen Hauskatzen immer weiter verbreiten. Hier wollte man auch Form und Wesen der alten Hauskatze erhalten. Zudem nannten die Briten ihre stämmige, kurzhaarige Katzenrasse „European Shorthair“. Um nicht noch mehr Verwirrung zu stiften, wurden dann klare Verhältnisse geschaffen. Die stämmige britische Kurzhaar blieb bei ihrem klassischen Namen „Britisch Kurzhaar„. Daneben entstand die schlanke „Europäisch Kurzhaar“ als kontrolliert gezüchtete europäische Hauskatze. Die Europäisch Kurzhaar oder „Europäer“ wurde als gezüchtete Katzenrasse bereits 1981 von der Fédération Internationale Féline anerkannt.

Beschreibung

Die Europäisch Kurzhaar ist die kontrolliert gezüchtete normale Hauskatze. Entsprechend sind viele Farben erlaubt. Das Fell ist kurz, federnd und dicht mit Unterwolle. Maßgabe ist, dass die Europäisch Kurzhaar so aussehen soll, wie sie ohne jede Einkreuzung einer Rassekatze aussehen würde. Im Durchschnitt ist sie mittelgroß, fünfzig Zentimeter lang und 4 bis 5 Kilogramm schwer. Ihr Gewicht kann zwischen 3 und 7 Kilogramm variieren. Der Kopf ist groß. Sie ist eine kräftige, muskulöse aber niemals plumpe Katze. Man sieht ihr an, dass sie ein hoch leistungsfähiger, flinker, äußerst beweglicher Jäger mit extrem scharfen Sinnen ist. Ihre Augen haben eine senkrechte, schlitzförmige Pupille, die bei höchster Erregung groß und rund wird.

Charakter und Wesen

Das Wesen einer Europäisch Kurzhaar ist das einer zahmen Hauskatze. Der große Vorteil der gezüchteten Europäisch Kurzhaar ist, dass die Welpen wie ihre Ahnen seit Generationen wirklich zahme Hauskatzen sind. Das macht das Zusammenleben mit ihr als Begleiter in Wohnung oder Haus sehr viel leichter und berechenbarer. Ansonsten ist das Wesen dieser Katzenrasse wie das einer ganz normalen, aber eben zahmen Hauskatze. Immer wieder wird behauptet, dass eine Hauskatze – im Gegensatz zum Hund – keine persönliche Beziehung zum Menschen aufbauen könnte. Katzenfreunde wissen ganz genau, dass ihre Lieblinge eine enge persönliche Bindung aufbauen und hier sehr wohl zwischen einzelnen Personen unterscheiden können.

Im März 2017 wurde die erste Studie veröffentlicht, die solche Erfahrungen der Katzenfreunde auch wissenschaftlich zu bestätigen scheint. Hauskatzen verstehen ihre Menschen recht gut. Sie wissen bestens, ihre Wünsche zu artikulieren. An dem Spruch des Schriftstellers Kurt Tucholsky

Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal

ist durchaus was dran. Es gibt Diven, die die ganze Familie im Griff haben. Die Europäisch Kurzhaar ist wie alle Hauskatzen im Kern immer noch Jäger geblieben. Sie liebt besonders Spiele, bei denen sie einer aus der Deckung kommenden „Beute“ nachsetzen kann.

Haltung

Die Haltung einer Europäisch Kurzhaar ist unproblematisch. Sie kommt auch in einer Wohnung zurecht. Zunächst muss man entscheiden, ob die Katze eine Wohnungskatze oder ein Freigänger sein soll. Für beides gibt es gute Argumente. Als Freigänger kann die Europäisch Kurzhaar allerdings ihren Bedürfnissen besser nachkommen. Zugleich ist sie so der Gefahr ausgesetzt, in unserem dichten Verkehr umzukommen. Auch das Thema Kastration der Kater zur Verhinderung unkontrollierter Vermehrung, die dann nur die Tierheime weiter füllen, sollte bedacht sein.

Ansonsten braucht sie nur ihr Katzenklo, das täglich gereinigt werden muss. Eine Europäisch Kurzhaar braucht Zuwendung, jedoch respektvoll und nicht aufdringlich. So macht sich die Rasse gut als Spielpartner für Kinder. Das ist individuell aber sehr unterschiedlich. Jede Katze hat ihre sehr eigene Persönlichkeit. Und gegen ihren Willen läuft sowieso nichts. Europäisch Kurzhaar Katzen lassen sich einzeln oder gemeinsam oder auch mit anderen Heimtieren etwa Hunden halten. Entscheidend ist, dass alle schön früh aneinander gewöhnt werden.

Erziehung

Eine Europäisch Kurzhaar lässt sich nicht erziehen wie ein Hund. Dennoch ist sie intelligent und passt sich gewissen Regeln an und sie muss auch daran gewöhnt werden, dass der Zweibeiner Chef im Haus ist. Die Machtspiele laufen von Seiten der Katze zuweilen sehr subtil ab und sie schafft es immer wieder, das Heft in die Hand zu nehmen. Wenn eine Europäisch Kurzhaar ins Haus kommt, muss sie als erstes daran gewöhnt werden, ihr Geschäft an der dafür vorgesehenen Stelle zu machen. Das ist normalerweise kein Problem, verscharren sie ihre Hinterlassenschaft von Natur aus. Lediglich besonders dominante Exemplare tun das nicht. Hier sollte der Züchter schon vorgearbeitet haben. Die eigenständige und eigenwillige Persönlichkeit einer Europäisch Kurzhaar Katze ist eine Herausforderung, macht aber zugleich einen Großteil ihres besonderen Charmes.

Pflege und Gesundheit

Die Europäisch Kurzhaar braucht keine besondere Pflege. Hier und da das Fell kontrollieren und bürsten reicht.

Rassetypische Krankheiten

Die Europäisch Kurzhaar erfreut sich in aller Regel einer ausgesprochen robusten Gesundheit. Lediglich auf das Thema Inzucht sollte man ein Auge werfen.

Ernährung/Futter

Die Europäisch Kurzhaar ist wie alle Katzen ein reiner Fleischfresser. Ihre Ernährung ist mit dem im Handel angebotenen Futter in aller Regel unproblematisch.

Lebenserwartung

Im und am Haus lebende Europäisch Kurzhaar Katzen erreichen problemlos ein Alter von 12 bis 15 Jahren. Gelegentlich können einzelne Exemplaren noch wesentlich älter werden.

Europäisch Kurzhaar kaufen

Will man sich eine Europäisch Kurzhaar anschaffen, so sollte man sich in den Tierheimen vor Ort umschauen. Hier gibt es – leider – immer Katzen jeden Alters und fast jeder Rasse, die vom Aussehen und insbesondere auch vom Wesen her deinen Vorstellungen entsprechen sollten. Ansonsten schau dich vor Ort bei einem Züchter um und achte insbesondere auf Inzucht, zum Beispiel dadurch, dass kein Ahne im Stammbaum doppelt vorkommt. Selbstverständlich sollten die Kätzchen mehrfach geimpft, entwurmt und gechipt sein. Seriös gezüchtete Europäisch Kurzhaar Kitten sollten um die 400 Euro kosten.

 


Christoph JungChristoph Jung Lebt fast sein ganzes Leben lang zusammen mit Katzen und gut das halbe zusätzlich mit Hunden. Bei seinem Biologie-Studium an der Uni Bonn zählten Katzen zu seinem Schwerpunktthema. Sein Perserkater Champi wurde 23 Jahre alt. Da seine Husky-Hündin Mary Jagd auf Katzen macht, muss er derzeit schmerzlich auf die Schmuser verzichten. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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