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7 No-Gos bei der Katzenerziehung

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No-Gos bei der KatzenerziehungBei der Erziehung einer Katze sind Empathie und Fingerspitzengefühl notwendig. Zunächst benötigst du das entsprechende Basiswissen, auch rassespezifische Besonderheiten solltest du kennen. Bücher aus dem Fachhandel und kompetente Internetseiten bringen Aufklärung. Nur wenn du die naturgegebenen Eigenschaften und Verhaltensweisen deiner Katze respektierst, wird es dir möglich sein, dich in das kleine Fellknäuel hineinzufühlen und eine vertrauensvolle Basis für euch zu schaffen. Die Gesellschaft einer Katze empfinden die meisten Menschen als große Bereicherung. Wenn du dich an einige Regeln hältst, wird euch sicher eine wundervolle Freundschaft verbinden.

Körperliche Gewalt

Auch wenn es eine Selbstverständlichkeit sein sollte, muss leider immer wieder darauf hingewiesen werden, dass körperliche Gewalt, Bestrafung und Züchtigung absolute und ausnahmslose No-Gos sind, nicht nur in der Katzenerziehung, sondern allgemein im Umgang mit Tieren. Das Fixieren, Treten, Schubsen, Schlagen, Schütteln oder gar das gezielte Zufügen von Schmerzen zählen zum strafrechtlich verfolgten Tatbestand der Tierquälerei. Außerdem wird das Vertrauen des Tieres in dich zerstört und Auffälligkeiten wie das Urinieren an ungeeigneten Stellen werden sich dadurch noch verstärken. Betrachte deine Katze als Individuum, dem du Dinge zwar spielerisch beibringen, aber niemals deinen Willen aufzwingen kannst.

Falsche Überzeugungen – Bestrafung bei Unsauberkeit

Die erste Frage im Zusammenhang mit der Anschaffung einer Katze wird lauten: Wie erreiche ich am schnellsten, dass meine Katze stubenrein wird? Nun, das ist ganz einfach: Biete ihr ein Klo mit komfortablem Zugang und geeigneter Einstreu, zum Beispiel Klumpstreu, an. Stelle es an einem ruhigen Ort, weit entfernt von der Futterstelle, auf und entferne die Hinterlassenschaften mindestens einmal täglich. Hartnäckig halten sich alte Ammenmärchen, dass das Tunken mit der Nase in den eigenen Kot oder Urin als Bestrafung bei Unsauberkeit hilft. Damit wirst du nichts erreichen, ganz im Gegenteil. Du wirst das Unwohlsein der Katze noch verstärken und das Vertrauensverhältnis zwischen euch nachhaltig stören. Ursachenforschung heißt das Zauberwort. Eine gesunde Katze benutzt das Katzenklo von ganz alleine. Tut sie das nicht und verrichtet ihr Geschäft neben der Katzentoilette oder an einem anderen Ort, will sie dir damit etwas sagen und dich auf ein Problem aufmerksam machen. Dies können ganz unterschiedliche Dinge sein:

  • ein zu selten gereinigtes oder bereits stark benutztes Katzenklo
  • ein zu kleines Katzenklo oder eines mit unvorteilhaftem Zugang
  • gesundheitliche Probleme wie ein Harnwegsinfekt
  • Einsetzen der Geschlechtsreife (Markieren)
  • Stress durch häusliche Veränderungen
  • Stress durch Änderung der gewohnten Routinen
  • ein zu stark riechendes, chlorhaltiges Reinigungsmittel

Katzen sind sehr sensible Tiere. Veränderungen in ihrem gewohnten Umfeld, etwa Familienzuwachs, weitere Haustiere, ein Umzug – all das kann bei Katzen Stress hervorrufen, auf den sie unter Umständen mit Urinieren oder Kotabsatz reagieren. Schon veränderte Arbeitszeiten der Bezugsperson oder ein neues Möbelstück können bei sehr empfindlichen Tieren Stress auslösen. Eines solltest du unbedingt wissen: Eine Katze tut niemals etwas aus Trotz, um dich zu ärgern oder um sich an dir zu rächen! Missgunst, Wut und Rachegelüste sind ausschließlich menschliche Eigenschaften. Zeigt eine Katze Auffälligkeiten in ihrem Verhalten, fühlt sie sich unwohl und deine Aufgabe als Halter ist es, das Problem zu erkennen und nach Möglichkeiten zu suchen, es zu beseitigen. Bestrafe deine Katze nicht, hilf ihr!

Schimpfen und Lärm

Das Gehör einer Katze ist etwa dreimal so sensibel wie das des Menschen. Lärm, laute Musik und Schimpfen hören sich für deine Katze deshalb deutlich eindringlicher an und können sogar Schmerzen hervorrufen. Das kann schnell Stress verursachen. Vermeide zu laute Geräusche und schreie deine Katze niemals an. Sie kann deinen Ausbruch nicht einordnen und wird allenfalls mit angstvoller Flucht reagieren, niemals aber verstehen, worum es dir überhaupt geht.

Das Tragen der Katze am Nackenfell

Dieses Verhalten ist Katzenmüttern vorbehalten, die instinktiv wissen, wo sie bei ihren Kitten zupacken müssen. In der Haustierhaltung hat diese Verfahrensweise nichts zu suchen. Selbst bei Jungkatzen kann es zu Verletzungen der Muskulatur und des Bindegewebes kommen. Lege besser deine Hand flach unter den Brustkorb deiner Katze und stütze mit der anderen das Hinterteil. Diese Trageposition ist ungefährlich und nicht unangenehm für deine Katze.

Überforderung und Ungeduld

Katzenerziehung erfordert Geduld. Erwarte nicht zu viel. Setze dir und deiner Fellnase realistische Ziele und bringe ihr gewünschte Verhaltensweisen in wohldosierten Schritten bei. Achte darauf, deine Katze nicht in ihren natürlichen Verhaltensweisen zu beeinträchtigen. Du kannst ihr beispielsweise nicht das angeborene Krallenwetzen an deinem Sofa abgewöhnen, wenn du ihr nicht eine geeignete Alternative wie einen Sisal-Kratzbaum anbietest. Sei konsequent aber milde und gib deiner Katze die Zeit, die sie benötigt, um sich an deine Regeln zu gewöhnen. Deine Katze darf in deinem Bett schlafen? Sei dir darüber im Klaren, dass sie dieses Zugeständnis immer wieder einfordern wird, auch wenn dir einmal nicht nach Bettgesellschaft ist.

Die Natur der Katze missachten

Eine Katze sollte niemals natürliche Verhaltensweisen untersagt bekommen. Auch das Kratzen und das Beißen gehören zur Natur einer gesunden Katze. Ihre Krallen pflegt sie, in dem sie diese schärft. Biete ihr, vor allem, wenn du sie als reine Wohnungskatze hältst, Kratzbretter und Kratzbäume zum Klettern an. Viele Katzen reagieren auf das Streicheln des Bauches mit Beißen. Bestrafe deine Katze nicht dafür, sondern artikuliere ein deutliches „Nein“, wenn sie zu grob wird. Präsentiert dir deine Katze ihren ungeschützten Bauch, ist das einer der größten Vertrauensbeweise, den sie dir entgegenbringen kann. Würdige das und zeige ihr, dass sie dir zu Recht vertraut. Auch das unangenehme Markieren gehört zur Natur der Katze. Rechtzeitiges Kastrieren vor der Geschlechtsreife, im Alter von sechs bis acht Monaten, verhindert bei Katern das Markieren normalerweise. Anderenfalls konsultierst du am besten einen Tierarzt.

Beim Fressen stören/ungeeigneter Fressplatz

Deine Katze benötigt einen Fressplatz an einem ruhigen Ort, möglichst weit entfernt vom Katzenklo. Der Wassernapf sollte immer in einiger Entfernung zum Futter stehen. Viele Katzen mögen das Wasser nicht direkt neben dem Futter. Frisst die Katze, solltest du sie in Ruhe lassen. Wenn du mehrere Katzen hältst, gestehe jeder einen eigenen Futternapf zu. Allerdings kann es in Phasen, in denen Katzen aneinander gewöhnt werden sollen, helfen, sie zunächst aus einem Napf fressen zu lassen. Das kann sich positiv auf das Sozialverhalten auswirken. Vorsätzlicher Nahrungsentzug ist in jeder Situation unangemessen und darf als Bestrafung niemals angewendet werden.

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Kommentare, Fragen und Antworten
  1. Gian der Katzennarr sagt:

    Sehr schöner Beitrag, danke!

    Meine Katze mag den Wassernapf direkt neben dem Fressen. Ich denke das ist sehr individuell. Klar sagt man, dass die Katze in „freier Natur“ nie gleichzeitig Fressen und Wasser zu sich nimmt, aber das bedeutet ja nicht, dass sie es nicht tut, wenn sie denn die Möglichkeit dazu hat.

    Ich habe übrigens sehr gute Erfahrung damit gemacht, meinen Kater folgendermassen zu erziehen:

    1. Jedesmal, wenn ich ihm Nassfutter gebe, pfeife ich dazu immer die gleiche Melodie. So kann ich ihn jederzeit problemlos rufen, wenn er draussen ist (er ist Freigänger). Wenn er in Hörweite ist kommt er mit 100%-iger Sicherheit.

    2. Tut er Dinge, die er nicht soll (beispielsweise auf den Esstisch springen), mache ich die gleichen Geräusche, wie eine Katze es macht, wenn sie einen Artgenossen von etwas abhalten will. Also dieses leichte „Rurren oder Gurren“.
    Tut sie etwas wirklich blödes, fauche ich.

    Das mag jetzt albern klingen, wirkt aber Wunder!

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