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West Highland White Terrier im Rasseportrait

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West Highland White TerrierHerkunft und Rassegeschichte

Der West Highland White Terrier, besser bekannt als Westie, ist ein niederläufiger, ehemaliger Jagdterrier aus Schottland. Die kleinen Terrier, aus denen der Westie hervorgegangen ist, dienten den Menschen über lange Jahre als Wachhund und Jäger. Darüber hinaus machten sie sich tagtäglich am Haus nützlich. Durch das Kleinhalten von Ratten und Mäusen, durch das Verjagen eines Marders oder Fuchses, der sich in der Nacht an Hühnern oder Tauben bedienen wollte, bewährten sie sich als nützliche Helfer an Haus und Hof. Die eigentliche Stärke des West Highland White Terriers lag in der aktiven Jagd auf Fuchs, Marder und Otter. Diese wehrhaften Räuber verfolgte der kleine Terrier ohne jede Furcht und mit aller Entschlossenheit bis in den hintersten Winkel seines Baus und versuchte sie herauszudrücken, wie die Jäger sagen, aus dem Bau zu sprengen. Wie seine drei Brüder Scottish, Skye und Cairn Terrier zählt der West Highland White Terrier zu den vier Nachfahren dieser alten schottischen Jagdterrier.

Er stammt wie die anderen aus dem einen großen Genpool all jener Terrier Schottlands. Erst durch die gezielte züchterische, das heißt künstliche Trennung wurden hieraus die vier heute genetisch getrennten niederläufigen Terrierrassen Schottlands. Seine heutige Form als „West Highland White Terrier“ ist das Ergebnis einer gezielten Zucht als Begleit- und Show-Hund der letzten 100 Jahre. Noch bis 1924 wurde er zusammen mit dem heutigen Cairn-Terrier gezüchtet und geführt. Die rein weiße Farbe ist das Ergebnis einer Selektion auf äußere Merkmale seit dieser Zeit der Show-Zucht. Sie ist ein Ausdruck der Bemühungen, diese vier ursprünglich gleichen Brüder untereinander immer unterscheidbarer zu machen. 1907 wurde die Rasse vom britischen Kennel Club anerkannt. Schon sehr früh kam der Westie nach Deutschland. Hier wurde er bereits 1910 in das damalige deutsche Terrierzuchtbuch eingetragen. Er blieb in Europa aber immer eine eher seltene Hunderasse. Das änderte sich um 1990 schlagartig.

Die Werbewirtschaft erkannt die anziehende Wirkung dieses pfiffigen, intelligenten, lebensfrohen kleinen Terriers. Hundefuttermarken wie Cesar sind noch heute untrennbar mit dem Westie verbunden. Der sympathische Westie wurde als Werbeträger für Hundefutter und später auch weitere Artikel breit bekannt. Viele Menschen kannten ihn, als „den Hund aus dem Fernsehen“. Er war zeitweilige bekannter als Dackel oder Deutscher Schäferhund. Die seriöse Zuchtszene konnte die Nachfrage nach Westie Welpen nicht befriedigen. Das ließen sich Vermehrer aus Deutschland und ganz Europa nicht zweimal sagen. Unseriöse Anbieter drängten massiv in Markt. Das tat der Hunderasse, ihrer Fitness und Gesundheit nicht gut. Noch heute tummeln sich viele solcher Vermehrer, meist gut getarnt als „Liebhaberzucht“, im Internet. Die seriöse Zucht dieses wirklich tollen Hundes wird in Deutschland maßgeblich durch den bereits 1894 gegründeten Klub für Terrier repräsentiert. Heute fallen etwa 700 Welpen pro Jahr im VDH. Das sind keine Wurfzahlen eines Modehundes und das tut den Hunden und zukünftigen Haltern sicher gut.

Beschreibung

Der West Highland White Terrier ist ein kleiner, handlicher Hund von beeindruckender, selbstbewusster Ausstrahlung. Er hat ein üppiges eher derbes Haarkleid mit harschem, aber nicht drahtigem Deckhaar. Seine Unterwolle soll pelzartig, kurz, weich und dicht sein. Sein Fell ist wetterfest. Bei einer Widerristhöhe von etwa 28 Zentimetern bringt er zwischen 6,5 und 8,5 Kilogramm auf die Waage. Das Idealgewicht ist vom Standard her aber nicht vorgegeben. Westies sind aber in Bezug auf ihre körperliche Größe recht schwer. Klar, die Fellfarbe eines Westies muss immer weiß und zwar reinweiß sein – schließlich steht es schon in seinem Namen.

Nach den Erfahrungen mit der Modehype wurde im Standard schon 1998 eine spezielle Forderung in Richtung gesunde Zucht verankert, so dass jede Abweichung, die „die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes“ beeinträchtigen könnte, abzulehnen sei. Markant ist die Rute des West Highland White Terriers, die der Standard definiert als: „13 bis 15 cm lang; mit hartem Haar bedeckt, ohne Befederung;  so  gerade wie möglich und forsch, jedoch nicht lustig oder über den Rücken gezogen getragen.“ Die Rute des Westies ist ein guter Spiegel seines pfiffigen Wesens.

Charakter und Wesen

Der West Highland White Terrier ist ein lebendiger, aufgeweckter, selbstbewusster Bursche. In ihm schlägt das Herz eines echten Terriers. Der offizielle Standard beschreibt sein Wesen wie folgt: „Klein, aktiv, unerschrocken, robust, mit  beträchtlichem  Selbstvertrauen ausgestattet und einem  Auftreten, das Raubzeugschärfe erkennen lässt. Wachsam, fröhlich, mutig, selbstbewusst aber freundlich.“ Der ehemalige Baujäger hat einen gewissen Hang zur Selbständigkeit und Selbstüberschätzung. Er sieht sich gerne als Imperator.

Diesen Wesenszug sollte man mit einem Schmunzeln und breiten inneren Grinsen nicht nur hinnehmen vielmehr schätzen. Klar, müssen solche Ambitionen Grenzen haben, aber er sollte dieses Grenzensetzen durch uns Menschen vielleicht nicht immer merken. Westies sind sehr treu und anhänglich. Sie lieben ihre Familie und sind ausgesprochen kinderfreundlich. Sie zeichnen sich durch ein sympathisches, liebenswürdiges Wesen aus. Es sind aber keine Schoßhündchen. Trotz ihres agilen Temperaments sind Westies nicht hektisch oder nervös. Sie sind wachsam, melden wachsam ungewöhnliche Umstände durch aufgeregtes Bellen, sind jedoch keine Kläffer.

Haltung

Die Haltung des Westies ist problemlos. Lediglich die Fellpflege ist Pflicht, insbesondere das regelmäßige Trimmen. An die Größe der Wohnung stellt er keine Ansprüche. Er kann auch gut in der Etagenwohnung einer Großstadt gehalten werden. Nur sollte man ihm seine täglichen Spaziergänge gönnen. Dabei ist zu beachten, dass Westies Jagdhunde waren, deren Erbe auch beim heutigen Begleiter immer noch lebendig ist. Die kleinen Hunde sind sehr ausdauernd und können Herrchen und Frauchen problemlos beim Wandern folgen. An andere Heimtiere muss er von der Wurfkiste an gewöhnt sein. Wird der West Highland White Terrier bereits ab dem Welpenalter konsequent und liebevoll erzogen, so ist dieser kernige Vierbeiner ein geschätzter Begleiter, der sich problemlos und bereitwillig allen Lebensumständen von Herrchen und Frauchen anpasst.

Erziehung

Die Erziehung des West Highland White Terriers ist ein oft unterschätztes Kapitel. Auch wenn der kleine Hund besonders in seinen ersten Lebensmonaten so putzig daherkommt, so steckt in ihm ein echter, eben sehr selbstbewusster Terrier. Und solch ein Terrier will erzogen und geführt sein. Der Westie erfordert vom Welpenalter an Konsequenz in der Erziehung. Obwohl er klein ist, träumt er wie die meisten Terrier in irgendeinem Winkel seines Gehirns davon, die Rudelführung zu übernehmen. Man muss seine Erziehung schlicht ernst nehmen – auch wenn man im Inneren hie und da schmunzeln muss. Ansonsten ist seine Erziehung unproblematisch. Er will und braucht die Führung durch Herrchen und Frauchen und ist ein gelehriger, freundlicher und umgänglicher Begleiter.

Pflege und Gesundheit

Der West Highland White Terrier muss alle 3 bis 4 Monate getrimmt werden, das heißt das abgestorbene Haar muss fachgerecht ausgezupft werden.

Rassetypische Krankheiten

Der West Highland White Terrier ist trotz durchlittener Modephase eine recht robuste Hunderasse geblieben. Trotzdem haben sich seither zahlreiche unseriöse Vermehrer in den Markt begeben. So wurden Inzucht und einige Erbkrankheiten in der Population verbreitet. Allergien, Hauterkrankungen, Kiefermissbildungen, Lebererkrankungen, Probleme mit dem Harnleiter sind infolge überdurchschnittlich häufig anzutreffen. Wie bei den meisten Kleinhunden sollte man auch die Gelenke hinsichtlich Patellaluxation im Auge behalten.

Ernährung/Futter

Die Ernährung des West Highland White Terriers ist in der Regel unproblematisch, vorausgesetzt er stammt aus seriöser Zucht. Nicht selten erfordern Allergien und Hautirritationen eine diätische Ernährung.

Lebenserwartung

West Highland White Terrier aus seriöser Zucht haben in der Regel eine robuste Gesundheit und können 15 Jahre bei guter Fitness erreichen.

West Highland White Terrier kaufen

Es gibt viele unseriöse Anbieter von Westies im Internet. Im eigenen Interesse und vor allem zum Wohle der Hunde solltest du sehr genau hinschauen. Am besten kaufst du deinen Westie Welpen vor Ort bei einem Züchter, der dem Klub für Terrier e.V. angeschlossen ist. Hier solltest du insbesondere darauf achten, dass keine Inzucht vorliegt. Oder du schaust dich kurzerhand im Tierheim nach niederläufigen Terriern um. West Highland White Terrier Welpen kosten um 1.000 Euro.


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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