Über 300 Marken
Kostenloser Versand in Deutschland ab 19€
25 Jahre Erfahrung

Weimaraner im Rasseportrait

2797
0

WeimaranerHerkunft und Rassegeschichte: Moderner Jagdhund

Der Weimaraner ist ein moderner Jagdhund mit breiter Palette professioneller Einsatzmöglichkeiten. Er ist eine recht junge Hunderasse. Durch die Emanzipation des Bürgertums vor gut 150 Jahren änderte sich auch das Jagdgeschehen. An die Stelle adeliger Parforcejagden mit großen Hundemeuten trat der Einzeljäger mit modernen Gewehren, der nun auf lange Distanz sicher traf. So mussten die wichtigsten Helfer bei der Jagd, die Hunde, ebenfalls auf die neue Arbeit umgestellt werden. Das Anzeigen des Wildes auf der Pirsch als Zweiergespann, das Apportieren eines auf weite Distanz geschossenen Fasans oder einer Ente, die Nachsuche nach einem Reh, kurz: alle Arbeiten vor und nach dem Schuss sollten idealerweise von einem einzigen Hund geleistet werden. Vielseitig einsetzbare Allrounder als so genannte Jagdgebrauchshunde sind seit dieser Zeit gefragt. Um die neuen Jagdhelfer herauszuzüchten, bediente man sich bevorzugt der uralten Wachtel- und Vorstehhunderassen und entwickelte diese weiter.

So entstanden nach 1870 die neuen Jagdgebrauchshunde wie der Kleine Münsterländer, der Deutsch Drahthaar, und eben der Weimaraner. Der Weimaraner war anfangs sehr selten und nur lokal um die Stadt Weimar in Thüringen bekannt. Es werden immer wieder Geschichten über die frühe Herkunft des Weimaraners erzählt, doch Belege gibt es kaum. Der Zoologie-Professor Leopold Fitzinger zählt 1867 in seiner Abhandlung im Auftrag der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften mit dem Titel „Die Rassen des zahmen Hundes“ nicht weniger 35 deutsche Jagdhunderassen auf. Von einem Weimaraner berichtet er nicht. Ludwig Beckmann beschreibt 1893 die Rassen und Varianten der Vorstehhunde. Nun wird auf die kurzhaarigen Vorstehhunde aus Thüringen extra hingewiesen. Die Farbe Grau oder den Namen „Weimaraner“ erwähnt er aber ebenfalls nicht. Wichtig war damals eh nur die Leistungsfähigkeit der Hunde, auf Äußerlichkeiten wie der Fellfarbe achtete man kaum. 1897 wurde der heutige Weimaraner Klub e.V. gegründet. Er ist seither weltweit verantwortlich für diese Hunderasse, die nicht nur zu den leistungsfähigsten, sondern vielmehr auch zu den elegantesten zählt.

Beschreibung

Der Weimaraner gilt als eine der edelsten Erscheinungen der Hundewelt. Während die Deutsche Dogge gerne als Apoll der Hundewelt bezeichnet wird, so gilt dem Weimaraner der Titel als einer der elegantesten aller Hunde. Diese hervorgehobene Stellung der beiden Hunde ist nicht zufällig. Schon sehr früh ist dokumentiert, dass man bei den Vorfahren des Weimaraners Doggen eingekreuzt habe. Möglicherweise wurde die die Fellfarbe Grau erzeugende Gen-Mutation durch die Deutsche Dogge in die Population dieser Vorstehhunde eingebracht. Auch vom Erscheinungsbild des Gebäudes und des Kopfes könnte diese Angabe passen. Die Farbe ist dann auch das prägnanteste Merkmal des Weimaraners, aber nur auf den ersten Blick. Seine inneren Werte sind eigentlich viel bemerkenswerter. Den Weimaraner gibt es übrigens nicht nur in der kurzhaarigen Variante. Auch eine Langhaar-Version ist offiziell anerkannt, wenn auch sehr selten.

Charakter und Wesen

Der Weimaraner ist ein Jagdhund. Er arbeitet als Vorstehhund, der den Fasan oder Hasen sucht, anzeigt und apportiert. Der Weimaraner leistet aber auch hervorragende Dienste in anderen Disziplinen der Jagd wie am Riemen, der Schweißarbeit und Nachsuche oder auch beim Apport aus dem Wasser, dessen Fähigkeit zur Zuchtzulassung nachgewiesen werden muss. Er gilt als ausgesprochen intelligenter und zugleich raubzeugscharfer Hund, was ihn nicht immer leicht führbar macht. Zum einen ist er ein ausgemachter Jagdhund. Zum anderen ist er aber auch ein intelligenter und seinem Herrchen oder Frauchen sehr zugewandter, anhänglicher, fast schon aufdringlicher Partner. Er ist ein hervorragender Beobachter, der sich so intensiv in seinen Menschen hineinversetzen kann, dass er dessen Gedanken zu verstehen scheint und hat einen ausgeprägten Schutztrieb.

Haltung

Der Weimaraner braucht eine erfahrene Hand. Er will viel Beschäftigung und das meint nicht alleine den zweistündigen Spaziergang tagtäglich. Der Hund will eine anspruchsvolle Arbeit, die ihm am besten der Hundefreund mit Jagd geben kann. Seine Intelligenz, gepaart mit seinem Bedürfnis, als Jagdhund ernst genommen zu werden, formulieren hohe Ansprüche an seine Halter. Der Weimaraner ist zwar ein ausgesprochen eleganter, aber zugleich auch kräftiger Hund. Ein frustrierter, unausgelasteter Weimaraner kann zu einem ernsten Problem für die Familie werden. Sollte man hier überall einen Haken setzen können, erschließt sich ein toller Begleiter, sodass einer wundervollen Partnerschaft nichts mehr im Wege steht.

Erziehung

Er ist kein Anfängerhund. Er ist auch kein Hund für einen Herren-Jäger, der ihn dreimal im Jahr zur Jagd mitnimmt und ansonsten im Zwinger verkümmern lässt. Gewalt ist als Methode seiner Erziehung deplaziert. In der Regel werden Weimaraner jagdlich ausgebildet. Auf der Grundlage einer Auslastung als Jagdhund, will der Weimaraner als Mitglied der Familie ernst genommen werden. Er ist dann ein wundervoller Familienhund. Die Halter von Weimaranern sind voll des Lobes über seine außergewöhnliche Intelligenz und Führigkeit. Das setzt aber zwingend voraus, dass man sehr intensiv mit ihm arbeitet, seine intellektuellen Fähigkeiten fordert und eine echte Partnerschaft zulässt. Er ist eine Herausforderung an das Hundeverständnis von Herrchen und Frauchen. Der Weimaraner empfiehlt sich besonders für Sportarten wie das Mantrailing. Selbst in der Rettungsarbeit stehen Weimaraner ihren Hund.

Familientauglichkeit

Der Weimaraner ist ein intelligenter, kräftiger und raubzeugscharfer Spezialist, eben ein Jagdhund. Ein nicht fachgerecht ausgelasteter Weimaraner ist kein Familienhund. Hat man allerdings die Möglichkeiten, das Interesse und die Kenntnisse, richtig mit dem Weimaraner zu arbeiten, so kann er auch ein fantastischer Familienhund sein. Ein außergewöhnlicher Partner ist er allemal.

Pflege und Gesundheit

Fellpflege

Ab und zu bürsten, ansonsten ist keine besondere Fellpflege nötig.

Rassetypische Krankheiten

Der Weimaraner hat wie nur wenige Hunderassen der Gegenwart das große Glück, von einem verantwortungsbewussten Verein betreut zu werden. In der Zuchtordnung des Weimaraner Klubs im VDH werden hohe Ansprüche an die Zuchthunde gestellt. Das gilt nicht nur der körperlichen Gesundheit, vielmehr auch hinsichtlich des Wesens und seiner Leistungsfähigkeit. Darüber hinaus wird auch auf die Gesundheit der Population geachtet, wenn zum Beispiel der Einsatz eines Rüden auf fünf Würfe innerhalb von zwei Zuchtperioden begrenzt ist. Es ist daher kein Zufall, dass der Weimaraner als kerngesunde Rasse gilt. Lediglich aufgrund der durch einen Gendefekt, die Blauverdünnung, hervorgerufenen Farbe aller Weimaraner, kann es bei Inzucht zu Fellproblemen und anderen Krankheiten kommen. Eine viel größere Gefahr droht der körperlichen wie mentalen Fitness der Hunde von der Show-Zucht, die in den USA und über Crufts auch in Europa Einzug hält.

Ernährung/Futter

Der Weimaraner stellt keine besonderen Anforderungen an seine Ernährung.

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung des Weimaraners beträgt 12 bis 14 Jahre.

Weimaraner kaufen

Wohl kaum ein Hundefreund kommt nicht zumindest kurzzeitig ins Schwärmen, wenn er an die Anschaffung eines Weimaraners denkt. Doch sollte man sich das vorher sehr gut überlegt haben. Der Weimaraner ist ein Jagdhund und wird in der Regel nur an Jäger abgegeben. Hunde, die als nicht jagdtauglich gelten, kommen auch in die Hand eines Nicht-Jägers. In den letzten Jahren ist seine Beliebtheit stark angestiegen. Das hat zahllose Vermehrer fragwürdiger Vereine auf den Plan gerufen, die ihre Welpen gerne als Familienhunde jedermann anpreisen. Es gibt keinen Grund, seinen Hund nicht beim seriösen Züchter im Weimaraner Klub e.V. oder dessen Schwestervereinen im benachbarten Ausland zu kaufen. Wer ein vermeintliches Schnäppchen machen will, sollte sich besser gar keinen Hund anschaffen. Das ist noch billiger. Die Preise für Welpen sind moderat und liegen bei rund 1.000 Euro. Allerdings muss man noch einiges in die Ausbildung samt Prüfungsgebühren investieren.

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


Hilf uns, unseren Service weiter zu verbessern. War dieser Artikel hilfreich für dich?

Kommentare, Fragen und Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.