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Tosa Inu im Rasseportrait

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Tosa InuHerkunft und Rassegeschichte

Der Tosa Inu oder Tosa ist die größte Hunderasse Japans. Der zu den Molossern zählende Hund ist ursprünglich ein gelernter japanischer Kampfhund. Und Kampfhund meint hier fast genau das Gegenteil von dem, was in Deutschland landläufig unter Kampfhund verstanden wird. Die Hundekämpfe Japans waren den Kämpfen der Sumo-Ringer nachempfunden. Sie werden seit dem 14. Jahrhundert ausgetragen. Es war ein ritualisierter Wettstreit, bei dem neben der körperlichen vor allem die mentale Stärke entscheidend ist. Die Hunde sollten, ja durften sich nicht gegenseitig verletzten. Sie mussten sich gegenseitig beeindrucken und herunterdrücken. Kampfrichter beurteilten die Stärke der Hunde.

Diese durften keinerlei Aggression zeigen, ja nicht einmal Knurren. Das hätte sofort Disqualifikation bedeutet. Der Tosa Inu wird daher auch Sumo Inu genannt. Er wird in seiner Heimat Japan hoch verehrt. Es wird geschätzt, dass man dort etwa 10.000 dieser Hunde, die in Europa auch als Japanische Dogge angesprochen werden, hält. Vorfälle gegenüber Menschen sind nicht bekannt. Diese Hunde haben eine extrem hohe Reizschwelle. Sie sind schlicht zu cool, um sich von einem Menschen aus der Reserve locken zu lassen.

Der Tosa ist in der heutigen Form eher jung. Der traditionelle Sumo-Hund Shikoku-Ken sollte nach einer vorsichtigen Öffnung Japans durch europäische Hunderassen verbessert werde. Laut offiziellem Standard wurden Bulldogs (1872), Mastiffs (1874), Deutsche Vorstehhunde (1876) und Deutsche Doggen (1924) eingekreuzt. 1964 wurde der Tosa von der Fédération Cynologique Internationale offiziell anerkannt. In Deutschland ist er gleichwohl sehr selten geblieben. Die ersten Tosa kamen in den 1970er Jahren nach Deutschland, doch er zählt hier noch immer zu den seltensten Rassehunden überhaupt. Im VDH sind nicht einmal eine Handvoll Züchter registriert. Diesen einmaligen, spannenden und charakterlich so überzeugenden Hunden wäre eine größere Verbreitung sehr zu wünschen.

Beschreibung

Der Tosa Inu ist ein kräftiger und zugleich eleganter, sportlicher, nicht zu großer Molosser. Der offizielle Standard beschreibt ihn so:

Großer Hund, von kräftiger Gestalt und würdigem Benehmen. Er hat Hängeohren, ein kurzes Haarkleid, einen quadratischen Fang und eine an ihrem Ansatz dicke Hängerute.

Beim Tosa fällt die Kombination zwischen einer imposanten Gestalt und einer absolut ruhigen, coolen, fast schon herablassend wirkenden Ausstrahlung sehr ansprechend ins Auge. Rüden sollen eine Widerristhöhe von nicht unter 60 Zentimetern, Hündinnen nicht unter 55 vorweisen. Ein Gewicht wird nicht vorgegeben. Das Haar des Tosa Inu ist kurz, hart und dicht. Als Fellfarben sind rot, falbfarben, apricot, schwarz, gestromt zugelassen. Diskrete weiße Abzeichen an Brust und Pfoten sind zulässig. Scheue, aggressive oder ängstliche Hunde sind von der Zucht ausgeschlossen.

Charakter und Wesen

Der Tosa Inu hat ein absolut cooles Wesen. Ihn bringt nichts so schnell aus der Ruhe ganz getreu dem japanischen Sprichwort „die Stillsten sind die Tapfersten“. Er ist stark auf seine Familie, insbesondere auf sein Herrchen oder Frauchen orientiert. Seinem Herren ist er treu ergeben. Fremden gegenüber ist er neutral abweisend. Er lässt sich schon von Fremden problemlos streichen; er lässt es über sich ergehen. Wenn er jemanden mag, eine Zuneigung, die dann lebenslang hält, kommt er von sich aus, um sich Streicheleinheiten abzuholen.

Der Standard definiert sein Wesen treffend: „Bestimmt durch Geduld, Gelassenheit, Unerschrockenheit und Mut.“ Dieser in jeder Hinsicht sehr starke Hund braucht ein Herrchen oder Frauchen mit Hundeerfahrung und vor allem souveräner Gelassenheit. Er ist gutmütig, den Menschen zugewandt und kinderlieb. Allerdings ist er nicht immer verträglich mit anderen Hunden. Hier neigt er zu Dominanzgehabe. Der Tosa ist selbstbewusst und selbstsicher, ruhig, aber hellwach. Er ist ein Dickkopf.

Haltung

Der Tosa Inu ist anspruchslos hinsichtlich der äußeren Rahmenbedingungen. Sicher: Eine Etagenwohnung in der Großstadt eignet sich nicht für seine Haltung. Am besten gönnt man ihm ein Haus mit großem Garten. Er hält sich dort gerne im Freien auf, ist aber kein Zwingerhund. Der Tosa ist sehr pflegeleicht. Unter einem fachkundigen Herrchen oder Frauchen mit Führungsqualitäten ist er ein guter Familienhund und Freund der Kinder. Diese liebt er über alles. Andere Tiere im Haushalt akzeptiert er jedoch nicht immer.

Einen Fakt muss man leider immer im Auge haben: Er gilt in vielen Bundesländern Deutschlands und Österreichs als gefährlicher Hund. Er steht in einigen Kantonen der Schweiz, in Frankreich, Großbritannien und Dänemark zudem auf der Liste der Hunde, die weder gehalten noch eingeführt werden dürfen. Auch die Niederlande sollte man nicht mit ihm bereisen, da Beschlagnahme bis hin zu Euthanasie drohen, ohne dass irgendetwas vorgefallen sein muss.

Erziehung

Trotz seiner Selbständigkeit ist der Tosa Inu für einen Molosser sehr gelehrig und führig. Wie alle Molosser ist er kein nervöser Arbeitsjunkie, der ständig unterhalten und gefordert sein will. Der Tosa tut was man ihm sagt. Aber es bedarf eines Herrchens und Frauchens, das er im tiefsten Inneren als Führungsperson akzeptiert und das vom Welpen an. Dann tut er alles und ist treu ergeben. Schwere Führungsfehler etwa Kasernenhofstil sind kontraproduktiv und verzeiht der Tosa nicht.

Er versteht den Menschen sehr gut und folgt ihm gerne und gut auf Basis von Anerkennung und gegenseitigem Respekt. Wer das beherzigt, hat den Schlüssel zu einer wunderbaren Partnerschaft zwischen Mensch und Hund in der Hand. Zu empfehlen ist die Ausbildung des Tosa zu einem verkehrssicheren Begleithund. Das schafft er mühelos. Abzulehnen ist für diese Rasse dagegen eine Ausbildung zum Schutzhund. Um seine Verträglichkeit mit anderen Hunden zu entwickeln, sollte mit ihm als Welpen eine gute Hundeschule besucht werden.

Pflege und Gesundheit

Der Tosa Inu stellt keine besonderen Ansprüche an seine Pflege.

Rassetypische Krankheiten

Rassetypische Krankheiten sind nicht bekannt.

Ernährung/Futter

Der Tosa Inu stellt keine besonderen Ansprüche an seine Ernährung.

Lebenserwartung

Der Tosa Inu hat eine Lebenserwartung von etwa 10 Jahren.

Tosa Inu kaufen

Vor dem Kauf muss man sich bewusst sein, dass die restriktive Haltung des Staates (Listenhund) eine Menge Probleme im Alltag und zusätzliche finanzielle Belastungen mit sich bringt. Züchter des Tosa Inu sind in Deutschland leider sehr rar. Hier solltest du langfristig Kontakte knüpfen. Welpen dieser Rasse kosten um die 1.800 Euro.


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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