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Thai Ridgeback im Rasseportrait

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Thai RidgebackHerkunft und Rassegeschichte

Der Thai Ridgeback, offiziell Thailand Ridgeback aber auch Thai Ridgeback Dog genannt, ist ein kräftiger, eleganter, mittelgroßer Hund aus Thailand. Das markante Merkmal dieser Hunderasse steht bereits im Namen: der Ridgeback. Das ist ein klar abgegrenzter Haarkamm auf der Mitte des Rückens, symmetrisch entlang der Wirbelsäule verlaufend, der nach hinten zum Schwanz zeigt – entgegen der Richtung des anderen Haares. Der Thai Ridgeback ist neben dem besser bekannten Rhodesian Ridgeback die zweite Rasse mit dem Ridge auf dem Rücken (mehr dazu in Beschreibung).

Herkunft und Geschichte dieser Hunderasse ist unklar. Es gibt zwar einige Berichte und Hinweise, doch kann man hieraus keine wirkliche Rassegeschichte für diesen Hund ableiten. Vielleicht werden bald genetische Analysen mehr Informationen bringen. Tatsächlich war es der Japan Kennel Club, der sich in den 1980er Jahren für diesen Hund interessierte und 1990 einen ersten Standard entwarf. Am 06.03.1993 erfolgte dann provisorischen Anerkennung des Thai Ridgeback Dog durch den Weltverband FCI, 10 Jahre später erfolgte die endgültige Anerkennung der Rasse. In Deutschland wird die Zucht dieser Hunderasse durch den Club für Exotische Rassehunde vertreten. Diese spannende Hunderasse ist noch sehr selten. Eine gute Handvoll Züchter betreute den Thai Ridgeback. Etwa 20 bis 30 Welpen werden pro Jahr im VDH registriert.

Beschreibung

Der Thai Ridgeback ist ein mittelgroßer Hund. Er beeindruckt durch seine drahtige, muskulöse Erscheinung, die durch das sehr kurze Fell und seine geschmeidigen, dünne, straff anliegende Haut noch einmal unterstrichen wird. Das Fell ist samtweich. Rüden haben eine Widerristhöhe von 56 bis 61 Zentimetern, Hündinnen von 51 bis 56. Das Gewicht liegt in der Größenordnung zwischen 23 und 34 Kilogramm. Der offizielle Standard beschreibt seine Erscheinung:

Mittelgroßer Hund mit kurzem Haar, das den Rücken entlang einen „ridge“ (Haarkamm) bildet. Seine Körperlänge übertrifft etwas die Widerristhöhe. Die Muskulatur ist gut entwickelt; sein Körperbau ermöglicht ihm jede Aktivität.

Der Ridge ist ein typisches und notwendiges Merkmal dieser Hunderasse – Hunde ohne Ridge werden nicht zugelassen. Ridge meint einen Haarkamm auf dem Rücken des Hundes. Hier wachsen die Haare in eine dem übrigen Haarkleid entgegengesetzten Richtung. Der Ridge beginnt an den Schultern und reicht bis hin zu den Hüfthöckern. Die Länge kann allerdings unterschiedlich sein. Der Ridge soll sauber abgesetzt sein, möglichst symmetrisch. Ein schmaler Ridge wird vorgezogen.

Der Ridge, der ihm diesem Hund aus Asien den Namen gibt, stellt zuweilen ein Problem dar. Es handelt sich um die sichtbaren Auswirkungen einen Gendefekts, der beim Menschen als offener Rücken bekannt ist, beim Thai Ridgeback allerdings in einer meist schwachen Form. Trotzdem kommen die Folgen dieser Nervenkrankheit immer wieder zum Tragen und können dazu führen, dass man die betroffenen Hunde einschläfern lassen muss. Beim Thai Ridgeback sind folgende Fellfarben zugelassen: rot, schwarz, blau und sehr hell falbfarben („isabella“); Rot vorzugsweise mit schwarzer Maske. Die Farbe blau wiederum geht auf einen weiteren Gendefekt zurück und ist zuweilen mit Taubheit und Sehbehinderungen verbunden. In jedem Fall sollen die Hunde immer einfarbig sein. Die Rute wird in leichter Krümmung vertikal aufrecht oder mit einer sichelförmigen Krümmung über den Rücken getragen.

Charakter und Wesen

Der Thai Ridgeback gilt als robust und lebhaft. Er ist lauffreudig, wendig und soll über ein hervorragendes Sprungvermögen verfügen. Dabei ist er neugierig, feinsinnig und hat in der Regel jagdliche Ambitionen. Er ist kein Hund für Leute, die gerne haben, dass der Hund immer aufs Wort gehorcht. Und er ist auch kein Coach-Potatoe. Der Thai Ridgeback hat seinen eigenen Willen und ist ein wenig eigensinnig. Das kann man aber als Vorteil sehen. Es ist eine ständige Herausforderung an Herrchen und Frauchen, sich mental mit dem Hund auseinanderzusetzen. Eine gute Grundlage für eine gute Freundschaft. Mit erworbener Autorität, die auf einer positiven emotionalen Bindung beruhen muss, lässt sich der Thai Ridgeback gut führen. Er ist seinen Menschen treu ergeben. Thai-Halter berichten, dass diese Hunde ausgesprochen empathisch mit ihren Menschen sein können. Das alles sind beste Voraussetzungen für tiefe Freundschaften zwischen Hund und Mensch.

Haltung

Der Thai Ridgeback ist anspruchslos hinsichtlich der äußeren Rahmenbedingungen. Sicher: Eine kleine Etagenwohnung in einer Großstadt wäre nicht optimal für seine Haltung. Doch ansonsten ist er pflegeleicht. Aber er ist auch ein guter Wachhund und prinzipiell für die Jagd geeignet. Diese seine Vorgeschichte ist in ihm noch lebendig, auch wenn er heute als Begleiter und Freund aktiv sein soll. Der Thai Ridgeback eignet sich als Familienhund unter der Maßgabe, dass er gut sozialisiert, erzogen und körperlich ausgelastet ist.

Denn er verfügt über eine große Geschicklichkeit, enorme Schnelligkeit und Wendigkeit sowie ein hervorragendes Sprungvermögen. Das will immer wieder einmal ausgelastet werden. Sein Jagdtrieb verbunden mit seinem Eigensinn muss immer im Auge behalten werden. Einen weiteren Fakt muss man leider ebenfalls im Auge haben: Der Thai Ridgeback wird im Schweizer Kanton Genf auf der Rasseliste der potentiell gefährlichen Hunderassen geführt; die Haltung ist dort verboten. In Staaten wie Dänemark oder den Niederlanden muss man sogar mit dem Risiko einer Beschlagnahme rechnen, schon alleine weil er verbotenen Hunderassen ähnlich sieht.

Erziehung

Ridgeback Welpen lassen sich gut erziehen – trotzdem ist diese Rasse nicht für Anfänger geeignet. Er ist eigensinnig und fordert die Autorität seines Herrchen und Frauchens. Zugleich ist er sehr kraftvoll und äußerst beweglich. Er ist im Zweifelsfall rein körperlich das stärkere Ende der Leine. Daher muss sein Herrchen oder Frauchen keinen Zweifel an seiner Führungsrolle lassen, die dieser Hund dann auch gerne seinen Zweibeinern überlässt. Aber sie muss eben ausgefüllt sein. Dann lässt er sich ausgesprochen gut erziehen und führen.

Pflege und Gesundheit

Der Thai Ridgeback stellt keine besonderen Ansprüche an seine Pflege.

Rassetypische Krankheiten

Der Thai Ridgeback ist im Grunde eine robuste Hunderasse. Als ausgesprochen seltene Hunderasse muss man das Problem der Inzucht im Auge behalten. Das Hauptproblem ist der Ridge, der bei ihm im Namen steht. Dieser ist die gewünschte Auswirkung eines Gendefekts. Er kann – wenn auch selten – unerwünschte, teils schwere gesundheitliche Folgen (etwa Dermoidsinus; DS) haben, die bis zum Tod der Hunde führen können. Die Veranlagung zu DS lässt sich überprüfen. Auf die Farbe Blau sollte man verzichten, da diese auf einem weiteren Gendefekt beruht, der nicht selten mit Taubheit und Augenkrankheiten verbunden ist.

Ernährung/Futter

Der Thai Ridgeback stellt keine besonderen Ansprüche an seine Ernährung.

Lebenserwartung

Belastbare Zahlen über die Lebenserwartung liegen nicht vor. Seriös gezüchtet sollte ein Thai Ridgeback 10 bis 12 Jahre alt werden können.

Thai Ridgeback kaufen

Seriöse Züchter des Thai Ridgebacks sind in Deutschland rar. Wenn du dich für diese seltene Rasse interessiert, solltest du frühzeitig persönlichen Kontakt zu Züchtern aufnehmen, die dem Club für Exotische Rassehunde angeschlossen sind. Thai Ridgeback Welpen kosten um 1.000 Euro.

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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