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Riesenschnauzer im Rasseportrait

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RiesenschnauzerHerkunft und Rassegeschichte

Der Riesenschnauzer ist Spross einer klassischen Hundefamilie, die früher in ganz Mitteleuropa weit verbreitet war. Es waren die Hunde der Kutscher und fahrenden Händler, überall präsent im Verkehr. Die großen halfen beim Treiben der Viehherden und bei der Jagd. Unsere heutigen Pinscher und Schnauzer zählten noch vor 100 Jahren allesamt unter diese eine Rubrik. So entstand ein grandioser Genpool für robuste und leistungsfähige Hunde. Erst in den nachfolgenden Jahren wurden sie zu den heute bekannten Pinscher- und Schnauzer-Rassen mit ihren jeweiligen Größen- und Farbschlägen züchterisch differenziert. Der Riesenschnauzer scheint dabei eine besondere Rolle zu spielen. Der Kynologe Hans Räber verweist in seiner Enzyklopädie der Rassehunde auf Schäferhunde, die einen Teil seiner Wurzeln bilden sollen. Jedenfalls begleiteten die großen Schnauzertypen einst die traditionellen Bierkutschen Münchens mit ihren schweren Kaltblütern vornedran und bewachten diese. Ein imposantes Gespann.

So wurden der Riesenschnauzer dort „Bierschnauzer“ genannt. Auch Bärenschnauzer sollen sie in manchen Regionen geheißen haben. Die Fuhrleute brauchten Hunde, die in der Lage waren, weite Strecken mitzulaufen, den Wagen und die Ware zuverlässig und eindrucksvoll behüteten und das auch noch nachts nach einer langen, anstrengenden Tagesfahrt. Diese Hunde mussten Treue und einen ausgeprägten Sinn für den Besitz ihres Halters entwickeln. Sie mussten es selbstständig und selbstbewusst verteidigen; eine Denkweise, die man auch heute noch im Riesenschnauzer lesen kann. Die Vorfahren unserer Pinscher und Schnauzer wuchsen in diesen Aufgaben zu markanten und robusten Hunden. Wenn dann nach langer Fahrt die Pferde ausgespannt im Stall standen, war die Arbeit dieser Hunde immer noch nicht zu Ende. Hier besorgten unsere Schnauzer neben dem Wach- und Schutzdienst auch noch die Reinigung des Stalls von Ungeziefer wie Mäusen und Ratten, hielten Marder und Fuchs von den Hühnern und Kaninchen fern.

1910 wurden die ersten Riesenschnauzer eingetragen und seit 1913 zuchtbuchmäßig geführt. Bereits 1925 wurde der Riesenschnauzer als Diensthund offiziell anerkannt. Seither wird er in der Zucht vom Mittelschnauzer getrennt. Der Riesenschnauzer ist eine Hunderasse, die in Deutschland begründet wurde und deren weltweit gültiger Standard hier betreut wird. Er wird durch den Pinscher-Schnauzer-Klub 1895 e.V. (PSK) vertreten. Erst im Juni 2011 hat dieser Beschlüsse gefasst, mit denen die Gesundheit der Hunde besser abgesichert werden soll. Der Riesenschnauzer erfreut sich im Großen und Ganzen auch heute noch der robusten Gesundheit, die ihm seine Vorfahren in die Wiege gelegt hatten. Er ist nach wie vor einer der leistungsfähigsten deutschen Arbeitshunde. Trotz seiner Größe und der hohen Anforderungen an seine Haltung werden beim PSK jährlich über 2.000 Welpen des Riesenschnauzers gezüchtet.

Beschreibung

Der Riesenschnauzer ist klar als Vertreter der Schnauzerfamilie auszumachen. Auffällig sind der langgestreckte Kopf mit den kräftigen Augenbrauen und seinem typischen üppigen Schnauzbart, der ihm den Namen gaben. Der Riesenschnauzer ist mit 60 bis 70 cm Widerristhöhe sehr groß, kräftig und rauhhaarig. Er ist „das vergrößerte, kraftvolle Abbild des Schnauzers. Ein trutzig-wehrhafter Hund von Respekt einflößendem Aussehen“ wie es im Standard heißt. Riesenschnauzer bringen ein Gewicht von 35 bis 47 Kilogramm auf die Waage. Davon ist jedes Gramm das eines arbeitsfreudigen Athleten.

Der Standard des Riesenschnauzers erlaubt zwei Farbvarianten: Rein schwarz mit schwarzer Unterwolle sowie Pfeffersalz. Schwarz ist die bei weitem gängigste Farbe beim Riesenschnauzer. Sein Haar soll drahtig hart und dicht sein. Es besteht aus einer dichten Unterwolle und dem nicht zu kurzen, harten, dem Körper gut anliegenden Deckhaar. In den Zuchtvorschriften des PSK ist es leider ausdrücklich verboten, die verschiedenen Farbvarianten beim Riesenschnauzer untereinander zu verpaaren. Eine solche Vorschrift mag zwar für die Präsentationen des Exterieurs auf Hunde-Shows zuträglich sein, nicht aber der genetischen Gesundheit der Riesenschnauzer-Population und sicher nicht der Leistungsfähigkeit und dem tollen Wesen dieser Hunde.

Charakter und Wesen

Der Riesenschnauzer ist ein sehr wachsamer, intelligenter und sensibler Hund. Seinen Menschen gegenüber ist er treu und sehr anhänglich. Fremden begegnet er distanziert bis misstrauisch. Sein Standard fordert als typische Wesenszüge: „gutartiger, ausgeglichener Charakter und seine unbestechliche Treue zum Herrn. Er besitzt hoch entwickelte Sinnesorgane, Klugheit, Ausbildungsfähigkeit, Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Witterung und Krankheiten. Durch seine angeborene Belastbarkeit und Selbstsicherheit eignet er sich bestens zum Begleit-, Sport-, Gebrauchs- und Diensthund. “ Besser kann man es nicht zusammenfassen. Gut erzogen ist er sehr gehorsam und einfühlsam. Aber er ist ein Energiebündel. Bei aller vorhandenen Kinderliebe, die er hat, haben besonders junge Rüden zuweilen ihre Kraft nicht unter Kontrolle und übertreiben es dann beim Spielen. Deshalb sollten Kinder schon etwas größer sein, bevor ein Riesenschnauzer ins Haus kommt. Der Riesenschnauzer ist ein beeindruckender der Partner des Menschen. Die Partnerschaft mit ihm erleben zu dürfen, ist ein Geschenk der Natur.

Haltung

Der Riesenschnauzer ist kein Hund für die Großstadt. Sicher, gut erzogen wird er auch hier sich zu benehmen wissen. Doch entspricht das Leben auf Bürgersteigen zwischen Häuserwänden und Straßen nicht seinem Temperament. Wer einen Riesenschnauzer halten will, sollte die Voraussetzungen für seine Haltung mitbringen: Zeit, Platz, Möglichkeiten und Lust an sportlicher Betätigung im weitesten Sinne. Um welchen Sport es sich handelt, ist zweitrangig. Der Riesenschnauzer liebt Bewegung und wird sein Herrchen und Frauchen mit Begeisterung beim Joggen, Reiten, Radfahren begleiten.

Darüber hinaus fordert er Herausforderungen im Hundesport oder in Ausbildungen und Arbeitseinsätzen aller Art. Selbst als Therapiehund kann sich ein Riesenschnauzer unter passenden Bedingungen gut anstellen. Der Riesenschnauzer ist kein Hund für eine Etagenwohnung und kein Couch-Potatoe. Es liegt ihm durchaus sehr, auf einem ländlichen Anwesen im Wesentlichen draußen zu leben, und auf dem möglichst weitläufigen Hof nach dem rechten zu schauen – das ist sein Leben. Das ist für ihn kein Gegensatz zu der innigen und treuen Verbindung zu seinen Menschen, die er über alles liebt.

Erziehung

Der Riesenschnauzer braucht von klein an eine konsequente wie fachkundige Erziehung. Der besondere Reiz dieser Hunderasse wird mit seinen besonderen Ansprüchen identisch. Der Riesenschnauzer verkörpert alle guten Eigenschaften eines Dienst- und Arbeitshundes. Sein Temperament braucht unbedingt fachkundige Lenkung und Schranken: er sollte wachsam sein, es aber nicht übertreiben. Er sollte den Hof behüten, aber keinen Besuch bedrängen und die Familie beschützen, aber nicht jeden Fremden als „Feind“ begreifen, um nur einige Beispiele zu nennen. Dieser Hund ist ein Energiebündel mit enormer Kraft, das die Welt erobern will und hier gerne der Führung durch Herrchen und Frauchen vertraut – sie aber auch braucht.

Zugleich ist er sehr sensibel, reagiert verstört auf von ihm als solche empfundenen Ungerechtigkeiten oder gar übertriebene Härte. Das ist eine echte Herausforderung selbst für den hundeerfahrenen Halter. Doch es ist ein fantastische Herausforderung, die überaus reich belohnt werden wird. Der Riesenschnauzer geht mit Herrchen oder Frauchen, dem er vertraut, eine tiefgründige Partnerschaft ein und meistert so alle Herausforderungen. Ein Riesenschnauzer will nach der Erziehungsphase ausgebildet werden. Hierzu solltest du dich am besten einem Hundesportvereinen anschließen oder dich nach speziellen Hundeschulen oder Hundetrainern umschauen.

Pflege und Gesundheit

Der Riesenschnauzer ist sehr pflegeleicht. Allerdings muss das Fell regelmäßig getrimmt werden. Da seine Schur nicht so exakt sein muss wie etwa bei einem Pudel, können erfahrene Halter das auch selbst erledigen.

Rassetypische Krankheiten

Die Gesundheit des Riesenschnauzers ist robust und vergleichsweise unproblematisch. Gehäuft scheint man Krebs zu sehen. Ansonsten muss man die allgemeinen Risiken großer Hunderassen im Auge behalten.

Ernährung/Futter

Die Ernährung des Riesenschnauzers ist unproblematisch. Man sollte darauf achten, dass sie nicht zu dick werden, da dies – neben den allgemeinen Nachteilen von Übergewicht – bei ihrem Bewegungsdrang zu sehr die Hüften belasten würde. Aufzucht und Wachstumsphase bedürfen wie bei allen großen Hunden fachkundiger Anleitung in der Ernährung.

Lebenserwartung

Der Riesenschnauzer kann leicht 12 Jahre und mehr Jahre bei guter Fitness erreichen.

Riesenschnauzer kaufen

Einen Welpen solltest du nur vor Ort bei einem Züchter kaufen, der dem Pinscher-Schnauzer-Klub 1895 angeschlossen ist. Manche Züchter haben sich darauf spezialisiert, ihre Riesenschnauzer für bestimmte Aufgaben zu optimieren. Auch im Tierheim und bei den Riesenschnauzer in Not Initiativen kannst du deinen Hund finden. Entscheidest du dich für einen Welpen beim Züchter, musst du mit Kosten um die 1200 Euro rechnen.

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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