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Rauhaardackel im Rasseportrait

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RauhaardackelHerkunft und Rassegeschichte

Der Rauhaardackel ist eine der drei Varietäten bzw. Haararten des Dackels oder Teckels. Sein offizieller Name lautet rauhaariger Dachshund. Dackel sind ganz besondere Hunde, nicht nur wegen ihres besonderen Aussehens mit den kurzen Beinen. Diese Hunderasse ist weltweit bekannt wie kaum eine andere und sie hat es in sich. Zunächst einmal ist der Rauhaardackel wie alle Dackel ein gelernter und heute noch aktiver vielseitiger Jagdhund. Er ist wohl der einzige Kleinhund, der noch regelmäßig im Arbeitseinsatz geführt wird. Natürlich ist er auch ein ganz hervorragender Begleithund. Wie sich Dackel bei der Arbeit machen, haben wir in einem extra Beitrag zum Dackel ausgeführt.

Festhalten sollte man, dass seine über sehr lange Zeit hervorragend ausgeführte Arbeit bei der Baujagd einen selbständig, eigenständig handelnden Geist benötigte und eben auch hervorbrachte. Das ist ganz wichtig für das Verständnis dieser Hunde. Der Rauhaardackel setzt jetzt noch eine Schippe drauf. Er entstand durch das Einkreuzen von Terriern. Strebel berichtet 1900, dass der ebenfalls niederläufige Dandie Dinmont Terrier eingekreuzt worden sei. Dessen Haar ist aber weich und nicht rau. Der genaue Hergang ist bis heute unbekannt. Der Zoologie Professor Leopold Fitzinger beschreibt den Rauhaardackel jedenfalls bereits 1867 in seiner Abhandlung im Auftrag der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften „Die Rassen des zahmen Hundes“ als „Canis vertagus hirsutus“.

Der Rauhaardackel ist also eine sehr alte Haarvariante des Teckels. Terrier haben von Natur aus eine gewisse Raubzeugschärfe und einen sehr ausgeprägten Mut. Diese Eigenschaften sollten durch das Einkreuzen von Terriern, wann und wie es auch immer stattfand, gestärkt werden und das gelang mit dem Rauhaardackel auch ganz hervorragend. Bereits 1888 wurde der Deutsche Teckelklub gegründet. Er ist der älteste Zuchtverein für Teckel und zweitältesten Rassehundeverein Deutschlands überhaupt. Den Rauhaardackel oder -Teckel oder Rauhaarigen Dachshund gibt es in drei Größen: Standard, Zwerg, Kaninchen. Er ist einer der beliebtesten Hunde in Deutschland und vielen weiteren Ländern rund um den Globus. Das gilt für ihn als vielseitiger Jagdgebrauchshund wie auch als Begleiter und Familienhund.

Beschreibung

Das äußerliche Hauptkennzeichen des Rauhaardackels ist seine Niederläufigkeit, in der Fachsprache Chondrodystrophie genannt. Diese Chondrodystrophie ist eine Mutation des Knorpels, die unter anderem bei Röhrenknochen einen Zwergwuchs erzeugt. Die Niederläufigkeit eines Dackels ist gekoppelt mit einem langgestreckten, schlanken Körper. Der Rauhaardackel ist eine der drei Haararten des Dackels. Der Rauhaardackel wiederum teilt sich in drei verschiedenen Größen, den Standard-, den Zwerg- und schließlich den kleinsten, den Kaninchen-Rauhaarteckel. Er hat immer ein rauhaariges Fell. Der Rauhaarige trägt mit Ausnahme des Fangs, der Augenbrauen und des Behangs am ganzen Körper eine vollkommen ausgeglichene, mit Unterwolle durchsetzte, anliegende, dichte, drahtige Jacke. Am Fang bildet sich ein Bart.

Als Farben sind hell- bis dunkelsaufarben sowie dürrlaubfarben, die jeweils als Farbe überwiegen sollen, erwünscht. Der Rauhaardackel wird in zwei Linien gezüchtet: als Jagdhund und als Begleithund. In der Linie der Begleithunde bewegen sich auch die Liebhaber der Show-Szene, wo es leider immer wieder zu Übertreibungen in den äußeren Merkmalen zulasten des Wohls und der Gesundheit der Hunde kommt. So werden die Hunde zu lang und zu niedrig oder zu klein (Kaninchenteckel) gezüchtet, oder die Farbe oder Struktur des Fells zum alleinigen Qualitätskennzeichen eines Teckels gemacht. Ein guter Hund hat keine Farbe! Der Standard-Rauhaardackel hat einen Brustumfang von über 35 Zentimetern und ein Gewicht von vier bis neun Kilogramm. Zwerg-Rauhaardackel haben einen Brustumfang von 30 bis 35 Zentimetern und ein Gewicht zwischen gut drei und vier Kilogramm. Kaninchen-Rauhaardackel liegen bei drei Kilogramm, aber keinesfalls darunter.

Charakter und Wesen

Der Rauhaardackel ist ein gelernter Jagdhund. Er war nie ein Schoßhund aber immer ein toller Begleiter. Der Rauhaardackel ist ein kleiner Hund ganz groß. Er ist etwas Besonderes und er fühlt sich auch so. Im Bau ist der Teckel ein furchtloser, ausdauernder Alleinjäger und muss selbstständig Entscheidungen treffen. Starker Wille, Beharrlichkeit und großer Mut sind weitere Eigenschaften, die beim Jagdeinsatz gefordert sind. Diese Anforderungen haben seinen Charakter nachhaltig geprägt. Gerade der Rauhaardackel ist für seine Sturköpfigkeit und seinen Eigensinn bekannt. Als Jagdhund, der auf selbstständiges Handeln gezüchtet wurde, in dem zudem noch ein bisschen Terrierblut lebendig ist, hat er von Natur aus ein starkes Selbstbewusstsein. Trotzdem lässt er sich gut erziehen und führen, man muss nur wissen, wie.

Seine Eigenwilligkeit macht ein gutes Stück seines besonderen Charmes aus, die man nicht nur akzeptieren, sondern vielmehr lieben muss. Er ist freundlich, aber nicht Everybody’s Darling und sowieso niemals unterwürfig. Der Rauhaardackel zeigt seine Meinung und ist dabei weder ängstlich noch aggressiv – immer eine gute Sozialisation und Erziehung vorausgesetzt. Er verfügt über ein ausgeglichenes Temperament. Wahrscheinlich ist gerade dieser Widerspruch zwischen der Bindung und Bezogenheit auf Herrchen und Frauchen einerseits und dem ausgeprägten Selbstbewusstsein, seinem Eigensinn, dem „sich nicht Einverleibenlassen“ andererseits, dass sich speziell beim Rauhaardackel oft sehr tiefe, enge Beziehungen mit seinen Menschen herausbilden.

Haltung

Ein Rauhaardackel stellt keine besonderen Ansprüche an seine Haltung. Er liebt seine Menschen ob in einer kleinen Wohnung oder auf dem Land mit großem Garten. Treppensteigen sollte man ihm allerdings keinesfalls zumuten, zumindest nicht regelmäßig. Das wäre die einzige Einschränkung. Der Rauhaardackel ist ein Jäger und Naturbursche. Man sollte ihm regelmäßige, möglichst tägliche Ausflüge in die Natur gönnen. Der Rauhaardackel verfügt angesichts seiner kurzen Läufe über eine erstaunliche Ausdauer. Es ist immer wieder eindrucksvoll zu sehen, mit welchem Eifer, welcher Schnelligkeit und eben Ausdauer dieser Hund durch die Natur sprintet. Nicht selten begleitet er Herrchen und Frauchen beim Joggen oder Ausritt, was aber nicht die Regel sein muss. Als kleiner und robuster Hund lässt sich der Rauhaardackel überall problemlos mitnehmen. In einer Gaststätte oder im Hotel weiß er sich zu benehmen. Er ist ein hervorragender Familienhund. Mit anderen Haustieren kann es auf Grund seines Jagdinstinkts problematisch werden. Das kann bei entsprechender Sozialisierung vom Welpen an geändert werden.

Erziehung

Trotz seiner Jagdpassion ist der Rauhaardackel ein Hund für jedermann, ob Jäger oder Nichtjäger. Entgegen landläufiger Meinung ist er sehr gut erziehbar. Man muss ihn nur konsequent und vor allem mit Überzeugung und Geduld als Partner gewinnen. Dann schenkt er seine sprichwörtliche Treuherzigkeit mit dem herzerweichenden „Dackelblick“. Dabei ist er nie unterwürfig; er hat vielmehr ein starkes Selbstbewusstsein mit ausgeprägtem eigenen Willen. Das muss man respektieren, ja lieben. Schon 1896 schreibt Forstwart Emil Ilgner in seinem Buch zur Ausbildung des Dachshundes für die Jagd: „Ich rate dringend von Strafen durch Prügeln ab, da kein Hund so leicht verschlagen ist wie unser Teckel und bei seiner enormen Gedächtnisgabe solche Strafen auch nicht vergisst; mit Liebe und Güte lässt sich bei Freund Krummbein viel mehr erreichen.“ Man muss seinen Rauhaardackel als Partner fühlen und begreifen und sich in dieser Partnerschaft die Führungsrolle erarbeiten, ja verdienen. Man sollte ihn keineswegs als Schoßhund missverstehen, man sollte seine individuelle Persönlichkeit als professioneller Jagdhund akzeptieren. Mit etwas Engagement und insbesondere Einfühlungsvermögen ist ein Rauhaardackel dann auch für einen weniger hundeerfahrenen Anfänger gut führbar.

Pflege und Gesundheit

Fellpflege

Die Pflege des Rauhaardackels ist problemlos, doch er will regelmäßig getrimmt werden.

Rassetypische Krankheiten

Der Rauhaardackel erfreut sich insgesamt einer robusten Gesundheit. Man sollte lediglich darauf achten, dass die Hunde nicht zu klein, zu lang, zu leicht sind und nicht zu kurze Beine haben. Auch Show-Zuchten, wo die Hunde nach Äußerlichkeiten bewertet werden, sollten mit Vorsicht betrachtet werden. Der Rauhaardackel leidet gelegentlich an der nach ihm benannten Dackellähme. Das ist ein spezieller Bandscheibenvorfall, der dieselben erblich bedingten Ursachen hat wie seine Kurzläufigkeit. Zudem treten Erkrankungen an Herzklappen, rheumatische Erkrankungen und idiopathische Epilepsie gehäuft auf.

Ernährung/Futter

An die Ernährung stellt der Rauhaardackel keine besonderen Ansprüche. Im Interesse seiner allgemeinen Fitness, insbesondere hinsichtlich des Risikos der Dackellähme, sollte man darauf achten, dass er schön schlank bleibt.

Lebenserwartung

Der seriös und nicht auf Show gezüchtete Rauhaardackel gehört zu den gesunden, vitalen und langlebigen Rassen. Das wird nicht zuletzt auch seiner Verwendung als professionellem Jagdhund zu danken sein. Er erreicht nicht selten problemlos ein Alter von 12 bis 15, zuweilen sogar mehr Jahren.

Rauhaardackel kaufen

Willst du einen Rauhaardackel-Welpen kaufen, so solltest du als ersten entschieden haben, ob du ihn als Jagdhelfer oder nur als Begleiter für die Familie haben willst. Du solltest deinen Rauhaardackel nur bei einem Züchter kaufen, der dem Deutschen Teckelklub oder dessen Schwestervereinen im benachbarten Ausland angeschlossen ist. Du kannst dich auch bei der Aktion Teckelhilfe oder im Tierheim vor Ort umschauen.

 

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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