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Pinscher im Rasseportrait

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PinscherHerkunft und Rassegeschichte

Der Pinscher, offiziell „Deutscher Pinscher“ genannt, ist der Vertreter einer alten, bodenständigen Hunderasse. Pinscher waren früher in ganz Mitteleuropa weit verbreitet. Es waren die Hunde der Kutscher, Stallbetreiber und fahrenden Händler. Die Fuhrleute brauchten einen Hund, der in der Lage war, weite Strecken mitzulaufen, der Wagen und Ware zuverlässig und eindrucksvoll behütete und das auch noch nachts nach einer anstrengenden Tagesfahrt. Diese Hunde mussten einen ausgeprägten Sinn für das Eigentum ihres Halters entwickeln. Sie mussten das Hab und Gut ihres Herren selbstständig und selbstbewusst verteidigen, eine Denkweise, die man auch heute noch im Pinscher lesen kann. Die gemeinsamen Vorfahren unserer Pinscher und Schnauzer wuchsen in dieser Aufgabe zu äußerst robusten Hunden. Wenn dann die Pferde ausgespannt im Stall standen, war die Arbeit dieser Hunde immer noch nicht zu Ende. Hier besorgten unsere Pinscher neben dem Wachdienst auch noch die Reinigung des Stalls von Mäusen und Ratten. So entstanden seine Bezeichnungen als „Stallpinscher“ oder „Rattler“. Sämtliche heutigen Pinscher- und Schnauzerrassen zählten noch vor 120 Jahren unter diese eine Rubrik.

Um 1870 begann man damit, diese Hunde in die heute bekannten Pinscher- und Schnauzerrassen mit ihren jeweiligen Größen- und Farbschlägen züchterisch zu differenzieren. Entgegen immer wieder verbreiteten Gerüchten sind die deutschen Schnauzer nicht näher mit den englischen Terriern verwandt, was 2017 durch eine Gen-Analyse über mehr als 100 Hunderassen mit mehr als 13.000 Hunden durch ein Team von Genetikern um Heidi Parker bestätigt wurde. Bereits 1880 wurde der glatthaarige Deutsche Pinscher im Deutschen Hundestammbuch erwähnt. Er ist eine der ältesten deutschen Hunderassen der modernen Rassehundezucht überhaupt. Tatsächlich bewährt sich der Pinscher auch als Begleithund ganz hervorragend. Doch leider fielen seine Qualitäten über lange Jahrzehnte hinweg in Vergessenheit. Der Deutsche Pinscher wurde zu einer seltenen Hunderasse selbst in seinem Heimatland. Glücklicherweise hat sich dieser Trend geändert. Wir sehen in den letzten Jahren wieder stabil zwischen 300 und 400 Welpen beim Pinscher-Schnauzer-Klub. Dieser entstand bereits 1895 aus der Vereinigung der beiden deutschen Schnauzer- und Pinscherclubs. Er vertritt noch heute diese Hunderassen exklusiv im Verband für das deutsche Hundewesen. Der Pinscher-Schnauzer-Klub 1895 ist weltweit verantwortlich für den offiziellen Standard des Deutschen Pinschers.

Beschreibung

Der Deutsche Pinscher ist ein mittelgroßer, schlanker, muskulöser, lebhafter Hund. Er hat eine aufgeweckte, hellwache Ausstrahlung. Der Pinscher hat ein kurzes, dichtes und glatt anliegendes Fell. Es soll keine kahlen Stellen haben. Sein Fell glänzt in folgenden Farben: Einfarbig hirschrot, rot-braun bis dunkelrot-braun oder zweifarbig schwarzrot, was heißt lackschwarzes Haar mit roten oder braunen Abzeichen. Die kräftigen Muskeln sollen darunter besonders in der Bewegung klar erkennbar sein. Er hat einen trockenen Körperbau. Pinscher haben eine Widerristhöhe zwischen 45 und 50 Zentimetern bei einem Gewicht zwischen 14 und 20 Kilogramm. Die Klappohren sind hängend. Früher wurden die Ohren kupiert, was aus Tierschutzgründen heute verboten ist.

Charakter und Wesen

Der Pinscher hat viel Temperament und Charakter. Er ist agil, mutig, frech, hat seinen eigenen Willen. Sein verschmitztes Aussehen entspricht durchaus seinem inneren Werten. Er ist ein unbestechlicher Wächter, treu, widerstandsfähig und ausdauernd. Er ist neugierig, lebhaft und temperamentvoll. Er hat einen hohen Bewegungsdrang und will seine Beschäftigung. Der offizielle Standard beschreibt sein Wesen treffend als „lebhaft, temperamentvoll, selbstsicher und ausgeglichen, gepaart mit Klugheit und Ausdauer, was ihn zu einem angenehmen Familien-, Wach- und Begleithund macht.“ Ein Pinscher hat eine eher niedrige Reizschwelle. Das kann ihn unter Umständen zum Kläffer werden lassen, wenn er allzu sehr gelangweilt ist. Er braucht Beschäftigung zusammen mit seinen Menschen. Der Deutsche Pinscher ist sehr anhänglich und will sich seinem Herrchen oder Frauchen eng anschließen. Dann neigt er dazu, nur diese Person als Rudelchef anzuerkennen. Er eignet sich sehr gut für eine Familie mit Kindern, vorausgesetzt er hat eine konsequente Führung, die die Hausordnung nicht anzweifeln lässt. Er ist für eine Einzelperson oder eine Familie ein idealer Begleiter.

Haltung

Der Pinscher passt sich problemlos dem Lebensstil seiner Menschen an. Seine Menschen sollten aber aktiv sein und wie er Freude daran haben, sich täglich in der Natur zu bewegen. Er lässt sich dann auch gut in einer Stadtwohnung halten. Ideal ist für ihn ein Anwesen mit Hof und Garten. Hier kann er dann sein noch lebendiges Erbe als Stallpinscher ausleben. Pinscher sind ausgesprochen gute Mäusefänger, die sich vor keiner Katze zu verstecken brauchen. Allerdings akzeptieren sie den anderen Vierbeiner nur, wenn sie idealerweise vom Welpen an auf andere vierbeinige Familienmitglieder als Partner sozialisiert wurden. Sonst sehen sie beispielsweise eine Katze als Beute. Pinscher sind zwar gute Mäusejäger aber keine Jagdhunde. Das macht sich sehr angenehm bei Spaziergängen durch die Natur bemerkbar, die daher sehr stressfrei ablaufen können, bei etwas guter Erziehung auch ohne Leine. Haben sie genug Beschäftigung, so sind sie ansonsten ruhige und angenehme Hausgenossen.

Erziehung

Der Pinscher muss mit aller Ernsthaftigkeit und Konsequenz vom Welpen an erzogen werden. Er braucht klare Ansagen, Regeln, kurz: Führung durch Herrchen oder Frauchen. Diese nimmt er gerne an. Man muss aber immer konsequent bleiben. Der Pinscher ist intelligent und hellwach. Er merkt Schludrigkeiten und Inkonsequenz sofort. Neben der Erziehung kann man einen Pinscher sehr gut in verschiedenen Hundesportarten ausbilden. Denn er ist immer neugierig auf etwas Neues und will es erforschen. Er liebt die geistige wie körperliche Herausforderung. Daher ist er gut für Hundesport geeignet. Er ist will und kann lernen und sich den Gewohnheiten seiner Menschen anpassen. Das macht ihn zu einem ausgesprochen angenehmen, leichtführigen Begleiter.

Pflege und Gesundheit

Pflege

Der Pinscher ist pflegeleicht und anspruchslos.

Rassetypische Krankheiten

Der Pinscher ist eine recht robuste Hunderasse. Rassetypische Krankheiten liegen daher nicht vor.

Ernährung/Futter

Der Pinscher stellt keine besonderen Ansprüche an seine Ernährung.

Lebenserwartung

Der Pinscher kann, seriöse und gesunde Zucht vorausgesetzt, ein Alter von 12 Jahren und mehr erreichen.

Pinscher kaufen

Willst du einen Deutschen Pinscher-Welpen kaufen, solltest du dich bei einem Züchter umschauen, der dem Pinscher-Schnauzer-Klub 1895 angeschlossen ist. Hier kostet ein Pinscher ca. 1000 Euro. Auch im Tierheim kannst du mit etwas Glück deinen Pinscher oder einen vergleichbaren Hund finden.

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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