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Kaukasischer Owtscharka im Rasseportrait

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Kaukasischer OwtscharkaHerkunft und Rassegeschichte

Ein Kaukasischer Owtscharka ist ein in Russland verbreiteter, großer und sehr kräftiger Schäferhund. Im offiziellen Standard heißt er Kaukasischer Schäferhund oder Kavkazskaïa Ovtcharka. Owtscharkas sind in einem riesigen Gebiet verbreitet, das das Gebiet Russlands sowie der ehemaligen Sowjetunion umfasst. Lediglich in den polaren Zonen sieht man sie kaum. In ihrer Heimat sind Owtscharka deshalb in den Details recht unterschiedlich und es haben sich verschiedene Typen herausgebildet. In den Steppengebieten ist ein Owtscharka leichter und höher, in den Bergregionen schwerer und kompakter. Von Typ und Wesen her ist er aber überall gleich. Das ergibt sich aus seiner Arbeitsaufgabe, die dort über viele Jahrhunderte das einzige Kriterium der Zucht war und ist. Dieselben Anforderungen ergaben schließlich dieselben Hunde. Ihre Aufgaben sind das Hüten und Beschützen der Herden, das Bewachen und Beschützen von Eigentum und seiner Menschen. Es sind archaische Hunde, die bereits in dieser Form vermutlich mit der Einführung der Viehhaltung überhaupt entstanden sind und das ist nun etwa 10.000 Jahre her.

Einem Owtscharka kann man nichts vormachen. Er hat ein klares Verständnis seiner Rolle. Typischerweise liegt er an einer erhöhten Stelle neben seiner Herde, so dass er alles in der Umgebung gut beobachten kann. Seine Herde, seine Hirten, deren Familie und Besitz sind ihm heilig. Ihnen ist er treu und liebevoll ergeben. Gegenüber allem Fremden ist er misstrauisch und zögert nicht, bei irgendeinem Zeichen, das er als feindlich interpretiert, zuzuschlagen. Dabei ist er ausgesprochen wehrhaft und stellt sich selbst Wölfen und Bären furchtlos entgegen. So beschützte er seit Menschengedenken die Viehherden und die einsam gelegenen Anwesen der Hirten, Bauern, Herbergen, Handwerker und Händler. Diese überaus nützliche, ja zum Funktionieren einer solchen Gesellschaft im weiten, einsamen Land geradezu notwendige Funktion passt nicht in die engräumige hektische Gesellschaft des heutigen Mitteleuropa. Es gibt kaum ein Grundstück, das so groß ist, dass es dem Kaukasischen Schäferhund als Arbeitsraum reichen würde. Er ist andere Maßstäbe von den Weiten Russlands gewohnt.

Zudem verteufelt der Zeitgeist des heutigen Deutschlands jede Form von Aggression, die von einem Hund ausgeht. Während noch vor ein oder zwei Generationen die Besitzer eines größeren Grundstück stolz darauf waren, dass ihr Hund verlässlich und im Ernstfall scharf sei, einen Einbrecher furchtlos vertreiben würde, ist eine solche Eigenschaft für den heutigen Hund potenziell lebensgefährlich. Er läuft Gefahr als „gefährlicher Hund“ eingestuft und im Extremfall euthanasiert zu werden. Das ist kein Umfeld für einen Kaukasischen Owtscharka. Und so findet man ihn fast überall auf den Listen vermeintlich gefährlicher Hunde. Der Kaukasische Owtscharka ist ein Urtyp des Hundes, dem der Mensch in seiner Entwicklung viel zu verdanken hat. Als Hunderasse ist er seit langem und in den ältesten Fachbüchern über Hunde beschrieben. In der modernen Rassehundezucht wurde er aber erst im August 1984 von der FCI offiziell anerkannt. In Deutschland wird die Rasse Kaukasische Schäferhund vom 1981 gegründeten Kaukasischen Owtscharka Club im VDH betreut. Es fallen lediglich zwischen 10 und 60 Welpen pro Jahr in der seriösen Zucht.

Beschreibung

Der Kaukasische Owtscharka ist ein großer, imposanter, überaus kräftiger und zugleich athletischer, beweglicher Hund. Anders als etwa ein Mastiff wurde er nie auf Kraft und Größe im Ausstellungsring gezüchtet. Seine Kraft und Größe sind „Natur“ und jederzeit einsatzfähig. Sein Schädel erinnert an die Konturen eines Molossers. Dabei zeigt er eine hellwache, sehr aufmerksame Mimik. Es ist ein in sich ruhender Hund, der zunächst einmal alles beobachtet. Der Kaukasische Owtscharka hat ein mittellanges, dichtes, grobes Fell mit stark entwickeltem, hellerem Unterhaar. Es gibt ihn auch selten als kurzhaarige Varietät. Als Farben wünscht er FCI-Standard: „Unterschiedlich grau; verschiedene, meist helle bis rostfarbene Töne, auch rostfarbig, strohgelb, weiß, erdfarben, gestreift, aber auch gescheckt und getüpfelt.“ Als Widerristhöhe werden mindestens 65 Zentimeter für Rüden und 62 für Hündinnen verlangt. Zum Gewicht macht der Standard keine Angaben.

Charakter und Wesen

Der Kaukasische Owtscharka ist ein Wächter und Beschützer. Seine charakterlichen Qualitäten ordnet der offizielle Standard unmissverständlich ein: „Starker, ausgeglichener, ruhiger Wesenstyp mit gut ausgeprägter Verteidigungsreaktion, die in aktiver Form zum Ausdruck kommt. Schärfe und Misstrauen Fremden gegenüber sind typisch.“ und später noch einmal: „sie sind von Natur aus scharf und Fremden gegenüber misstrauisch.“ Gegenüber anderen Hunden ist ein Owtscharka in aller Regel unverträglich! Diese Wesenszüge zumal bei einem großen und sehr kräftigen, ein großes Revier beanspruchenden Hund sind mit den gesellschaftlichen Gegebenheiten im heutigen Deutschland kaum vereinbar. Es ist ein großes Erlebnis, mit einem solchen Hund eine enge Bindung eingehen zu können. Das lässt einen auch eine ganz andere Seite des Owtscharkas erleben, die eines äußerst fürsorglichen, treuen, anhänglichen Freundes. Verfügt man aber nicht über die räumlichen und finanziellen Mittel, ihm in unseren Breiten ein wesensgerechtes Umfeld zu bieten, so wird dies kaum gelingen können.

Haltung

Der Kaukasische Owtscharka ist in seiner Haltung äußerst anspruchslos – sieht man von den bereits genannten Rahmenbedingungen einmal ab. Ein Owtscharka braucht keine Heizung und kein Spielzeug und auch kein Geschirr mit Leine. Diese Rasse ist in der Ernährung anspruchslos, wie kaum ein Vierbeiner ansonsten. Das gilt ebenso für seine Unterbringung. Er kann problemlos, ja er will das ganze Jahr über draußen verbringen – einen geeigneten Unterschlag vorausgesetzt und „geeignet“ meint hier dezidiert weder Zwinger noch gar Kette. Er muss sich in seinem Revier bewegen können. Ein Kaukasischer Owtscharka akzeptiert, ja behütet feinfühlig alle Zwei- und auch Vierbeiner, die er als zu seiner Herde oder Familie gehörig sieht. Nur, er braucht einen klaren Chef. Allen anderen gegenüber ist er zunächst misstrauisch bis ablehnend.

Es erfordert eine enge Bindung und fachkundige Führung, mit diesem Hund, dem im Zweifel immer Stärkeren, an der Leine spazieren zu gehen und dann etwa an einem aggressiv kläffenden Terrier problemlos vorbeiziehen zu können. Es geht, aber es setzt eine seriöse Zucht, gute Sozialisation und ein erfahrenes, fachkundiges und sehr einfühlsames und zugleich durchgreifendes Herrchen oder Frauchen voraus. Der Kaukasische Owtscharka steht verbreitet auf den Listen gefährlicher Hunde. Reisen in die Niederlande oder nach Dänemark verbieten sich, da man Gefahr läuft, dass der Hund von der Straße weg beschlagnahmt und euthanasiert wird. Ein Kaukasischer Owtscharka ist bei weitem kein Hund für Anfänger. Das wäre sogar verantwortungslos. Selbst in der Hand eines erfahrenen Kenners, bedarf es in jedem Fall der äußeren Rahmenbedingungen für eine wesensgerechte Haltung.

Erziehung

Die Erziehung eines Kaukasischen Owtscharka unter den gesellschaftlichen Bedingungen im heutigen Mitteleuropa ist eine ganz spezielle Herausforderung, die nur ausgewiesene Experten mit passenden Rahmenbedingungen meistern können.

Pflege und Gesundheit

Der Kaukasische Owtscharka selber ist eine absolut pflegeleichte und anspruchslose Rasse. Zweimal im Jahr beim Fellwechsel muss das Fell kräftig durchgebürstet werden.

Rassetypische Krankheiten

Hunde dieser Rasse erfreuen sich einer sehr robusten Gesundheit.

Ernährung/Futter

Der Kaukasischer Owtscharka stellt keine Anforderungen an seine Ernährung. Er zählt wohl zu den Hunden mit den geringsten Ansprüchen in dieser Hinsicht.

Lebenserwartung

Ein Kaukasischer Owtscharka hat bezogen auf seine Größe eine sehr hohe Lebenserwartung von 12 und teils mehr Jahren.

Kaukasischer Owtscharka kaufen

Die Anschaffung eines Kaukasisches Owtscharka sollten nur Experten in Erwägung ziehen, die genau wissen, was sie tun, die entsprechende Fachkunde und Haltungsbedingungen zur Verfügung haben. Welpen dieser Hunderasse kosten um 1.000 Euro.


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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