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Zwergpinscher im Rasseportrait

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ZwergpinscherHerkunft und Rassegeschichte

Der Zwergpinscher oder Rehpinscher erfreut sich in Deutschland einer steigen Beliebtheit. Wie der Name schon andeutet, ist er ein Kleinhund von nur vier bis sechs Kilogramm. Doch er ist ein richtiger Hund und will auch so ernst genommen werden. Unser Zwergpinscher ist Spross einer wirklich klassischen Hunderasse, die früher in ganz Mitteleuropa weit verbreitet war. Es waren die Hunde der Kutscher und fahrenden Händler. Die Fuhrleute brauchten einen Hund, der in der Lage war, weite Strecken mit zu laufen, der den Wagen und Ware zuverlässig und eindrucksvoll behütete und das auch noch Nachts nach einer langen, anstrengenden Tagesfahrt. Diese Hunde mussten einen ausgeprägten Sinn für das Eigentum ihres Halters entwickeln. Sie mussten das Hab und Gut ihres Herren selbstständig und selbstbewusst verteidigen. Eine Denkweise, die man auch heute noch im Zwergschnauzer lesen kann.

Die Vorfahren unserer Pinscher und Schnauzer wuchsen in dieser Aufgabe zu markanten und äußerst robusten Hunden. Wenn dann die Pferde oder  Maultiere ausgespannt im Stall standen, war die Arbeit dieser Hunde immer noch nicht zu Ende. Hier besorgten unsere Schnauzer neben dem Wachdienst auch noch die Reinigung des Stalls von Ungeziefer, namentlich Mäusen und Ratten. So entstanden seine Bezeichnungen als „Stallpinscher“ oder „Rattler„. Sämtliche heutigen Pinscher- und Schnauzerrassen zählten noch vor 120 unter diese eine Rubrik. Um 1870 begann man damit diese Hund in die heute bekannten Pinscher- und Schnauzerrassen mit ihren jeweiligen Größen- und Farbschlägen züchterisch zu differenzieren.

So entstand schon recht früh der Zwergpinscher als reiner Begleithund. Zunächst wurde er in zwei Varianten gezüchtet: glatthaarig und rauhhaarig. Aus letzterem entstanden Zwergschnauzer und Affenpinscher. Schon damals gab man vier Kilogramm als untere Grenze an. Alle Farben waren erlaubt. Seine geringen Maße lassen ihn sehr gut für eine Haltung in der Stadt aussehen. Schon 1925 weist das Zuchtbuch 1.300 Eintragungen aus. Tatsächlich bewährt sich der Zwergpinscher seit weit über 100 Jahren als Begleithund des Stadtmenschen ganz hervorragend. 1895 vereinigten sich die beiden deutschen Schnauzer- und Pinscherclubs und gründeten den Pinscher-Schnauzer-Klub 1895, der noch heute diese Hunderassen exklusiv im Verband für das deutsche Hundewesen vertritt. Der Pinscher-Schnauzer-Klub 1895 ist weltweit verantwortlich für den offiziellen Standard des Zwergpinschers.

Beschreibung

Der Zwergpinscher ist ein sehr kleiner Hund, soll aber nicht als Zwerg wirken. Der Standard will „das verkleinerte Abbild des Deutschen Pinschers, ohne die Mängel zwerghafter Erscheinungen.“ Dieser Hinweis wurde notwendig, weil es eine zeitlang zur Mode wurden, diesen an sich robusten Pinscher im kleiner zu züchten, zu verzwergen. Das führt zu schweren körperlichen und mentalen Schäden. Beispiel sind die extrem kleinen Rehpinscher, die ständig zittern. So gilt als Untergrenze vier Kilogramm. Bis sechs Kilogramm gilt er noch als Zwergpinscher. Seine Widerristhöhe beträgt 25 – 30 cm. Sein Fell ist kurz und dicht, glatt anliegend und glänzend, ohne kahle Stellen.

Das kurze Fell hat keine Unterwolle. Als Farben gelten hirschrot, rot-braun bis dunkelrot-braun, alle jeweils einfarbig. Der Kopf soll kräftig sein, ebenso der Fang. Er sollte einen leichten, aber deutlichen Stop vorweisen. Er soll Stehohren haben. Die Augenlieder sollen eng anliegen, keine Glubschaugen sein. Ein Apfelkopf gilt als schwerer Fehler. Früher wurden dafür seine Ohren kupiert. Auch sein Schwanz wurde kupiert, was seit 1999 verboten ist. Die größte Gefahr droht dem Zwergpinscher allerdings seit jeher durch solche Vermehrer und vermeintlichen Freunde dieser Hunde, die möglichst kleine und zudem mit Apfelköpfen nach dem Kindchenschema verunstaltete Hunde haben wollen.

Charakter und Wesen

Der Zwergpinscher ist von seinem Wesen her ein Stück weit noch der alte Stallpinscher. Er ist ein unbestechlicher Wächter, treu, widerstandsfähig und ausdauernd. Darüber hinaus ist er neugierig, lebhaft und temperamentvoll. Er hat einen hohen Bewegungsdrang und will seine Beschäftigung. Der kleine Hund ist durchaus für Hundesport, etwa Dogdancing, geeignet. Der Zwergpinscher hat eine niedrige Reizschwelle und kann unter Umständen zum Kläffer werden, insbesondere wenn er gelangweilt ist. Dann neigt er außerdem zu Nervosität. Der Zwergpinscher ist sehr anhänglich und will sich seinem Herrchen oder Frauchen eng anzuschließen.

Dann neigt er dazu, nur diese Person als Rudelchef anzuerkennen. Die Familientauglichkeit ist eingeschränkt. Für Kinder ist er nur bedingt geeignet. Diese sollten mindestens respektieren, dass er ein kleiner Hund ist, mit dem man nicht uneingeschränkt toben kann, dass er seine Rückzugsoption braucht. Ansonsten ist er sehr spielfreudig und vor allem gutmütig. Für eine Einzelperson oder eine kleine Familie ist er ein idealer Begleiter.

Haltung

Der Zwergpinscher passt sich problemlos dem Lebensstil seiner Menschen an. Er kann sehr gut auch in einer kleinen Etagenwohnung in der Stadt gehalten werden. Er braucht auch keine kräftige Hand am anderen Ende der Leine. Seine Haltung ist wirklich unproblematisch, doch wer sich damit zufrieden gibt, wird sein blaues Wunder erleben; denn er ist nichts für langweilige Stubenhocker. Dieser kleine Hund ist ein richtiger Hund, der aktiv sein will, am besten in der Natur.

Er will ausgedehnte Spaziergänge oder Wanderungen, die durchaus gemütlich sein dürfen, auf denen er ein angenehmer Begleiter ist. Der Zwerpinscher ist immer neugierig auf etwas Neues und will ebenso die geistige Herausforderung, die man ihm etwa mit Hundesport gut bieten kann. Er ist will und kann lernen und sich den Gewohnheiten seiner Menschen anpassen. Gut erzogen ist er so ein äußerst praktischer Begleiter bei Besuchen in einer Gaststätte, auf Reisen und in den Urlaub. Nur sollte dieser nicht unbedingt an den Polarkreis gehen, denn große Kälte ist nicht so das Ding des Zwergpinschers.

Erziehung

Der Zwergpinscher muss wie ein großer Hund mit aller Ernsthaftigkeit vom Welpen an erzogen werden. Man ist immer wieder verleitet, diese kleinen Hunde, zumal als Welpen zu unterschätzen. Der Zwergpinscher braucht klare Ansagen, Regeln, kurz: Führung durch Herrchen oder Frauchen. Diese nimmt er gerne an. Man muss aber immer konsequent bleiben. Der Zwergpinscher ist intelligent und aufmerksam und merkt Schludrigkeiten und Inkonsequenz sofort. Wer ihn nur als putzigen Kleinhundewelpen sieht, wird ein böses Erwachen haben. Dann werden seine Wachsamkeit und seine niedrige Reizschwelle nur schwer kontrollierbar werden. Im schlimmsten Fall hat man sich eine wenn auch kleinen aber trotzdem wehrhaften, aggressiven Kläffer herangezogen. Das muss keineswegs sein, denn mit etwas Verantwortlichkeit für seine Erziehung, die jeder Halter von Anfang an übernehmen sollte, wird aus dem Zwergpinscher ein gut erzogener, erwachsener Begleithund. Neben der Erziehung kann man den Zwergpinscher sehr gut in verschiedenen Hundesportarten ausbilden.

Pflege und Gesundheit

Der Zwergpinscher ist ausgesprochen pflegeleicht und anspruchslos. Hier und da das Fell bürsten reicht. Zu beachten ist, dass besonders kleine Exemplare kälteempfindlich sind und bei niedrigen Temperaturen einen Hundemantel brauchen.

Rassetypische Krankheiten

Der Zwergpinscher ist eine recht robuste Hunderasse. Hauptproblem ist seine Verzwergung, die von der seriösen Zucht abgelehnt wird. Exemplare unter 4 KG leiden an zahlreichen Krankheiten, extremer Nervosität mit Dauerzittern und haben eine verkürzte Lebenserwartung. Solche Zwerge können bei niedriger Temperatur oder gar Frost besonders leicht unterkühlen. Der Zwergpinscher ist im Allgemeinen kälteempfindlich. Hie und da treten Probleme mit dem Herzen und Epilepsie auf.

Ernährung/Futter

Der Zwergpinscher stellt keine besonderen Ansprüche an seine Ernährung.

Lebenserwartung

Der Zwergpinscher kann, gesunde Zucht vorausgesetzt, ein sehr hohes Alter von 15 Jahren und mehr erreichen.

Zwergpinscher kaufen

Willst du einen Zwergpinscher-Welpen kaufen, solltest du dich bei einem Züchter umschauen, der dem Pinscher-Schnauzer-Klub 1895 angeschlossen ist. Dort kostet ein gesunder Welpe um die 1000 Euro. Finger weg von Mini- oder Toy-Pinschern unter 4 kg und allgemein Leuten, die solche Zwerge anbieten. Auch im Tierheim kannst du deinen Zwergpinscher finden.

 

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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