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Weißer Schäferhund im Rasseportrait

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Weißer SchäferhundHerkunft und Rassegeschichte

Der Weiße Schäferhund ist eine Variante des Deutschen Schäferhundes mit dem er dieselbe Gründungsgeschichte teilt. Seine exakte Bezeichnung lautet Berger Blanc Suisse oder Weißer Schweizer Schäferhund. Wie seine Wurzeln in die Schweiz kamen, werden wir später sehen. Um 1900 rief der Rittmeister von Stephanitz den Deutschen Schäferhund als moderne Arbeitshunderasse ins Leben. Es war wohl die erfolgreichste Begründung einer Hunderasse weltweit. Der Deutsche Schäferhund wurde zum Sinnbild des leistungsfähigen und intelligenten Hundes weltweit. Er war der Arbeitshund schlechthin.

Der Deutsche Schäferhund steht in einer Jahrhunderte alten Tradition von Arbeitshunden der Hirten. Jedoch ist er zugleich eine eher junge Hunderasse, die erst seit gut 100 Jahren nach Standard und Stammbaum gezüchtet wird. Früher war allein die Leistung bei seiner anspruchsvollen Arbeit das Kriterium für die Zuchtauswahl. Auch heute noch ist der Schäferhund ein Arbeitshund par excellence.In den ersten Jahrzehnten seiner Zucht fielen in den Würfen stockhaarige und langhaarige, braun-schwarze und auch weiße Hunde. Nach und nach wurden die langhaarigen und die weißen aus der Zucht ausgeschlossen. 1933 wurde weiß aus dem Standard für Deutsche Schäferhunde gestrichen. Man unterstellte, dass an die weiße Farbe Anlagen für Erbkrankheiten gekoppelt sind. Eine solche Vermutung ist begründet, trifft dies bei vielen Hunde- oder Katzenrassen mit einem großen oder reinen Weißanteil zu.

Das ist genetisch inzwischen nachgewiesen. Beim Schäferhund scheint aber eine andere genetische Konstellation für das Weiß verantwortlich zu sein. Zu seinen Vorfahren zählen Herdenschutzhunde. Schauen wir auf Herdenschutzhunde wie Kuvazs oder Marammamo so sind diese rein weiß. Und zugleich sind es äußerst robuste und gesunde Hunde. Dies hat sich wohl in ihrem Jahrtausende andauernden Einsatz herausgebildet. Dieses gesunde weiße Erbe schlug beim Deutschen Schäferhund immer wieder durch. Der damals weltberühmte Fernsehhund RinTinTin, ein Deutscher Schäfer, wurde häufig als Deckrüde eingesetzt und soll zahlreiche weiße Nachkommen gehabt haben.In Kanada und den USA wollte man die weißen Hunde zunächst nicht aus der Zucht ausschließen. 1968 wurde sie aber auch dort verboten. Der Versuch, einen American-Canadian White Shepherd zu etablieren, scheiterte an der Hundezuchtlobby.

Die Schweizerische Kynologische Gesellschaft war hier offener. Seit Ende der 1960er Jahr wurde hier begonnen, einen gesunden Zuchtstamm der weißen Schäferhunde unter Einbeziehung von Importen aus Kanada und den USA aufzubauen. Das gelang. So werden diese Hunde ab Juni 1991 als neue Rasse im Anhang des Schweizerischen Hundestammbuches geführt. Die Schweizer nennen ihn Berger Blanc Suisse oder Weißer Schweizer Schäferhund. Eine vorläufige internationale Anerkennung durch die FCI erfolgte am 1. Januar 2003, die endgültige Anerkennung des Berger Blanc Suisse am 4. Juli 2011. Der Weiße Schäferhund hatte in Deutschland immer seine Freunde. Aus verschiedenen regionalen Zuchtvereinen wurde 1982 der Bundesverein für Weiße Schweizer Schäferhunde. 1987 wurde der Rassezuchtverein für Weisse Schweizer Schäferhunde gegründet. Beide Vereine vertreten den Berger Blanc Suisse im VDH.

Beschreibung

Der Weiße Schweizer Schäferhund ist ein mittelgroßer, kräftiger, stockhaariger oder langstockhaariger Hund mit stehenden Ohren. Er ist als typischer Schäferhund sofort gut zu erkennen. Seine Fellfarbe ist immer rein weiß. Er ist aber kein Albino vielmehr hat er braune bis dunkelbraune Augen, oft schwarze Lidränder und einen überwiegend schwarzen Nasenspiegel. Der Standard gibt eine Reihe von Körpermaßen vor. Das Gewicht soll bei ungefähr 30 – 40 Kilogramm für Rüden und 25 – 35 kg für Hündinnen liegen. Die gewünschte Widerristhöhe liegt im Durchschnitt bei 58 – 66 Zentimetern für Rüden und 53 – 61 cm für Hündinnen. Zum Fell schreibt der Standard: „Mittellanges, dichtes, gut anliegendes Stockhaar oder Langstockhaar; reichliche Unterwolle überdeckt von kräftigen, geraden Grannen; Fang, Gesicht, Ohren und Vorderseite der Läufe sind kürzer behaart; am Nacken und an der Rückseite der Läufe etwas länger.

Leicht gewelltes, hartes Haar zulässig.“ Stockhaarige und langstockhaarige Hunden dürfen untereinander verpaart werden, was im Interesse eines vitalen Genpools zu begrüßen ist. Ebenso ist zu begrüßen, wenn der offizielle Standard eine „stark abfallende Rückenlinie“ ausdrücklich als schweren Fehler ablehnt. Der weiße Schäfer ist ein sehr schöner, aber kein „Schönheits“-Hund. Er war und ist immer noch ein vielseitiger Arbeitshund von hoher Qualität und insbesondere ein vierbeiniger Partner mit einem hervorragenden Wesen. Das sollte bei der Beurteilung dieser tollen Hunde im Mittelpunkt stehen. Deshalb ist es schade, wenn es Tendenzen gibt, die Fehlentwicklungen beim Deutschen Schäferhund nachzumachen.

So sieht man auf den Ausstellungen prämierte Weiße Schweizer Schäferhunde mit stark abfallenden Rückenlinien, obwohl dies vom Standard her als schwerer Mangel abgelehnt wird. Das gleiche gilt für die Mode, eine extrem kräftig und stark gewinkelte Hinterhand anzuzüchten, die letztlich den Hund am gesunden Laufen hindert und zu etlichen Gebrechen bei Muskeln, Sehnen und Knochen führt. Stammvater Wolf, wie die Hunde zu Zeiten des Rassegründers von Stephanitz hatten waagerechte, kerzengerade Rückenlinien und eine ganz normal gewinkelte eher gerade Hinterhand. Glücklicherweise sieht man bei den Weißen noch oft diesen natürlichen und gesunden Gebäudeaufbau.

Charakter und Wesen

Der Weiße Schweizer Schäferhund hat das hervorragende, klassische Wesen eines deutschen Schäferhundes. Nicht ohne Grund war der Deutsche Schäferhund über viele Jahrzehnte bis in die 1980er Jahre hinein weltweit das Symbol für einen robusten, extrem leistungsfähigen und vielseitigen Arbeitshund, für einen treuen Begleiter, kurz für den „besten Freund des Menschen“. Sein Wesen beschreibt der Standard mit:

Lebhaftes und ausgeglichenes Temperament, bewegungsfreudig, aufmerksam mit guter Führigkeit. Von überwiegend freundlicher, aber unaufdringlicher Kontaktbereitschaft. Hohe soziale Kompetenz und Bindungsbereitschaft. Niemals ängstlich oder inadäquat aggressiv. Ein freudiger und gelehriger Arbeits- und Sporthund mit Potenzial für vielseitige Ausbildungen. Hohe soziale Kompetenz und Anpassungsfähigkeit lassen eine ausgezeichnete Integration in das soziale Umfeld zu.

Die hohe Intelligenz, die enorme Leistungsfähigkeit und der ausgeprägte Arbeitswille fordern geradezu, dass man mit dem Weißen arbeitet, sei es professionell oder sportlich. Zugleich ist der Berger Blanc Suisse ein ganz hervorragender Familienhund, vorausgesetzt er bekommt die Chance, sich bei der Arbeit ein wenig auszulasten. Herrchen und Frauchen sollten Hundeerfahrung und Hundeverstand mitbringen. Der Weiße lässt sich dann ausgesprochen gut führen. Er hat ein ausgeglichenes Temperament und verfügt über eine sehr hohe Reizschwelle. Er hat das Potenzial für eine besonders enge Partnerschaft zu seinen Menschen auf höchstem Niveau.

Haltung

Der Weiße Schweizer Schäferhund ist hinsichtlich der äußeren Bedingungen an seine Haltung ausgesprochen anspruchslos. Er braucht die enge Anbindung an seine Menschen und die Familie und ist kein Hund für eine Zwingerhaltung. Dabei ist er allerdings anspruchsvoll was die gemeinsamen Aktivitäten angeht. Der Weiße Schäfer braucht seine Herausforderungen als Arbeitshund oder im Hundesport. Man findet ihn als Wachhund, Diensthund, Schutzhund, Rettungshund oder Assistenzhund für Menschen mit Handicap. Er braucht viel Bewegung und zwar täglich. Ideal ist eine ländliche Umgebung in der man neben Arbeit oder Sport weitläufige Ausflüge unternehmen kann.

Der Berger Blanc Suisse braucht eher aktive Menschen, bzw. eine aktive Familie um ihn herum. Er ist kein Couch Potatoe oder Schoßhündchen auch wenn er es nach getaner Arbeit liebt, mit seinen Menschen gemütlich zusammen zu sein und dann auch gerne einen Platz auf dem Sofa hat – aber nicht haben muss. Mit einem einigermaßen gut erzogenen Weißen kann man problemlos alle Situationen des Alltags meistern. Er wird im Umgang mit anderen Hunden, auch wenn ihn diese ankläffen, souverän sein oder in einer Gaststätte still und leise in seinem Eckchen bleiben.

Erziehung

Der Weiße Schweizer Schäferhund lässt sich ausgesprochen gut erziehen und darüber hinaus ausbilden. Aufgrund seines ausgeglichenen Wesens, seiner hohen Kommunikationsfähigkeit mit uns Menschen und seines Willens für uns zu arbeiten, ist er in der Lage und Willens, den Wünschen seines Herrchens und Frauchens schnell zu folgen. Die Weißen wollen und können lernen und auf Basis des Vertrauens sowie hundgerechter Anleitung enorme Leistungen im Dienste des Menschen erbringen. Der auf manchen Hundeplätzen gebräuchliche Kasernenhofstil ist hier genau kontraproduktiv. Die Hunde können sich nicht mit schlichter Unterordnung auf Basis Einschüchterung oder Konditionierung entfalten. Ihr tolles Wesen und ihre enorme Leistungsfähigkeit blühen erst auf Basis einer engen emotionalen Bindung auf. Die meisten Weißen Welpen sollten auf Basis einer guten Sozialisation und Erziehung auch eine Ausbildung erhalten. Für die Ausbildung solltest du dich unbedingt mit den entsprechenden Fachleuten in Hundeschulen und Vereinen in Verbindung setzen.

Pflege und Gesundheit

Der Weiße Schäferhund ist ein pflegeleichter und robuster Hund.

Fellpflege

Das Fell bedarf keiner besonderen Pflege, lediglich während der Zeit des Fellwechsels sollte der Weiße Schäferhund regelmäßig gebürstet werden.

Rassetypische Krankheiten

In der Population des Weißen Schweizer Schäferhundes sieht man eine Reihe überdurchschnittlich verbreiteter Erbkrankheiten, die hier nur als Stichworte aufgeführt werden können: HD, Augen, MDR1, DM, Maligne Hyperthermie und weitere. In der seriösen Zucht werden die Hunde aber vor ihrem Einsatz auf alle diese Risiken getestet. Darüber hinaus gibt es besondere gesundheitliche Risiken bei Hunden mit einer abfallenden Rückenlinie und einer übermäßig stark gewinkelten Hinterhand. Ansonsten ist Berger Blanc Suisse eine gesunde und sehr robuste Hunderasse.

Ernährung/Futter

Der Weiße Schäferhund stellt keine besonderen Ansprüche an seine Ernährung.

Lebenserwartung

Ein gesund gezüchteter Berger Blanc Suisse erfreut sich einer robusten Gesundheit und Fitness und kann ohne Probleme 12 Jahre alt werden.

Weisse Schäferhunde kaufen

Willst du einen Weißen Schweizer Schäferhund anschaffen, sollte du dich nach einem Züchter umschauen, der seine Hunde auf die besonderen Risiken hinsichtlich Erbkrankheiten getestet hat. Das ist in der seriösen Zucht selbstverständlich. Zudem sollte keine Inzucht vorliegen, was du anhand des Stammbaums abschätzen kannst, wenn dort kein Name doppelt auftaucht. Der Züchter sollte die Welpen aus seinen Wurf per Foto gut dokumentiert haben, den du dir nach Absprache vor Ort anschauen solltest. Welpen dieser Rasse kosten um 1.000 Euro.


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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