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Dogo Argentino im Rasseportrait

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Dogo ArgentinoHerkunft und Rassegeschichte

Der Dogo Argentino ist ein Jagdhund aus Argentinien. Er ist ein kraftvoller und zugleich sportlich-eleganter Hund. Auffällig ist seine weiße Farbe. Als letzter Vertreter setzt der Dogo Argentino das Erbe der Molosser als Saupacker fort. Die Molosser dienten im Mittelalter als Jagdhunde auf wehrhaftes Wild. Zu ihren Aufgaben zählte das Hetzen und Packen der Wildschweine und deren Festhalten, bis der Jäger mit der Saufeder, einem langen Speer, herbei geeilt war und der Sau ein Ende bereiten konnte. In Argentinien suchte man schon lange nach solchen Hunden. Die aus Spanien stammenden Doggen, die Alanos de Cordoba, waren sehr kräftig und konnten zupacken. Sie hatten sich zweifelhafte Verdienste beim Einfangen entlaufener Sklaven erworben. Auch waren sie für Hundekämpfe missbraucht worden. Sie waren jedoch zu behäbig für die Jagd auf das dortige Wild. Neben importierten Wildschweinen, gab es die einheimischen, nicht weniger wehrhaften Pekaris.

Ferner jagte man Puma und Panther, die dem Vieh gefährlich werden konnten. Die europäischen Jagdhunde waren zu schwach. Um 1873 begann Antonio Nores Martinez, der Ältere, mit der Zucht eines neuen Jagdhundes. Es war dieselbe Entwicklung, wie sie sich zur gleichen Zeit in Europa abspielte, wo speziell bei den Jagdhunden zahlreiche Rassen weiterentwickelt wurden. Basis waren die vorhandenen spanischen Doggen. Mit zahlreichen Einkreuzungen wurde herum experimentiert. Als eine Säule der neuen Rasse erwies sich der Bullterrier. Die damaligen Bullterrier waren höher gestellt als die heutigen. Sie ähnelte eher dem heutigen Dogo. Der Bullterrier brachte die weiße Farbe mit. Und mit der weißen Fellbarbe kam ein Gen für Taubheit in die Rasse. Die weiße Farbe war eine Forderung der Jäger, die so die Hunde im Dickicht besser von der Beute unterscheiden können wollten. Später setzten der Bruder und dann sein gleichnamiger Sohn das Werk fort.

Antonio Nores Martinez, der Jüngere, war Professor für Genetik und betrieb die Hundezucht professionell. Um 1928 war der Dogo Argentino zur Zufriedenheit der Beteiligten geformt. Die Jagdhunde erwiesen sich als unbestechliche Wächter. Auch als Schutzhunde bewähren sie sich. Man legte besonderen Wert auf ein kontrolliertes Wesen. Es dauerte noch bis 1964 für die offizielle Anerkennung des Dogo durch den argentinischen Hundezuchtverband und schließlich 1973 durch den Weltverband FCI. Der Dogo Argentino ist die einzige anerkannte Hunderasse Argentiniens. 1968 kamen die ersten Dogos auf dem Flughafen Stuttgart an, 1972 fiel der erste Wurf in Deutschland. 1976 wurde der Dogo Argentino Club Deutschland gegründet, der sich später wieder auflöste. Heute steht der Dogo ohne eigenen Zuchtverband im VDH da. Die Restriktionen durch so genannte Kampfhundeverordnungen taten dieser zwar jungen aber im Kern urtümlichen Hunderasse ebenfalls nicht gut. Doch hat er mehr Freunde als man denkt. Auf der Liste der beliebtesten Hunderassen der Facebook-Follower des VDH steht er immerhin an Platz 17.

Beschreibung

Der Dogo Argentino ist ein eleganter Hund, der athletische Kraft ausstrahlt. Markant ist sein rein weißes Fell. Die Nase ist schwarz. Er ist also kein Albino. Die weiße Farbe ist die Folge eines Defektgens, das er von seinen Ahnen, den Bullterriern im wahrsten Sinne des Wortes geerbt hat. Dieses Defektgen enthält ebenfalls die Veranlagung für Taubheit. Die weiße Farbe ist eine Geißel für diese Hunderasse. Aus Tierschutzgründen ist es unverantwortlich, wenn im Standard auf einer rein weißen Farbe bestanden wird und mehr als ein Farbfleck als zuchtausschließend gilt. Der gültige FCI Standard fordert: „Reinweiß“.

Um das Auge herum ist ein Farbfleck von schwarzer oder dunkler Farbe zulässig; dieser darf nicht mehr als 10% der Fläche des Kopfes einnehmen. Bei gleichwertigen Exemplaren soll der Richter immer zugunsten desjenigen Hundes entscheiden, der am reinsten weiß ist.“ Neben der Verbreitung einer ernsten Erbkrankheit wird mit einer solchen Bestimmung auch der Inzucht Vortrieb geleistet. Der Dogo besticht durch seine Leistungsfähigkeit, seine Eleganz und sein Wesen. Er braucht dazu kein reinweißes Fell! Dogos sind zwischen 60 bis 68 cm groß und wiegen zwischen knapp 40 und 50 Kilogramm. Man sieht dem Dogo an, dass der zu den Molossern zählt, doch ist er ausgesprochen sportlich. Sein Kopf wirkt kräftig und schwer. Der Fang ist säbelförmig. Die Ohren sind seitlich hoch angesetzt. Sie weisen eine dreieckige Form auf.

Charakter und Wesen

Der Dogo Argentino ist ein freundlicher Hund. Er ist ein Athlet, der seine Leistungsfähigkeit zeigen will. Hier unterscheidet er sich im Wesen von den anderen Molossern. Ansonsten ist er ihnen sehr ähnlich: Gutmütig, den Menschen zugewandt und kinderlieb. Allerdings ist er nicht immer verträglich mit anderen Hunden. Hier neigt er zu Dominanzgehabe. Er ist ein offener, fröhlicher Hund, der sich jedoch immer seiner Kraft bewusst ist. Er ist ein unbestechlicher Wächter und Beschützer, ohne aggressiv zu sein. Der Standard beschreibt das von der Zucht gewünschte Wesen: „Fröhlich, natürlich, anspruchslos, freundlich; er bellt wenig und ist sich immer seiner Kraft bewusst. Er darf keinesfalls aggressiv sein, ein Charakterzug, der streng unter Kontrolle zu halten ist. Seine dominante Veranlagung verstrickt ihn immer wieder in Kämpfe um seinen eigenen Bezirk, besonders mit gleichgeschlechtlichen Hunden, eine Eigenschaft, die insbesondere bei Rüden auffällt. Auf der Jagd ist er schlau und geräuschlos, mutig und kampfgewöhnt.“

Haltung

Der Dogo Argentino ist anspruchslos hinsichtlich der äußeren Rahmenbedingungen. Sicher: Eine kleine Etagenwohnung in einer Großstadt eignet sich nicht für seine Haltung. Doch ansonsten ist er pflegeleicht. Aber er ist ein Athlet, ein bewegungsfreudiger Jagdhund. Der Dogo verfügt über einen feinen Geruchssinn und macht sich hervorragend als Fährtenhund. Er liebt Suchspiele und Nasenarbeit, eine Leidenschaft, der er auch beim Hundesport, nachgehen kann. Die Argentinische Dogge eignet sich gut als Familienhund unter der Maßgabe, dass sie gut sozialisiert, erzogen und sportlich ausgelastet ist. Ansonsten würde sie ihre Kraft gerne am Inventar der Wohnung auslassen.

Da die Hunde sehr muskulös und zuweilen ungestüm sind, empfiehlt es sich, dass Kinder schon etwas größer sind. Einen Fakt muss man immer im Auge haben: Er gilt in vielen Bundesländern Deutschlands, Österreichs sowie Kantonen der Schweiz als „gefährlicher Hund“. Er steht in einigen Kantonen der Schweiz und in Dänemark zudem auf der Liste der Hunde, die weder gehalten noch eingeführt werden dürfen. Auch die Niederlande sollte man nicht bereisen, da Beschlagnahme bis hin zu Euthanasie drohen, ohne dass irgendetwas vorgefallen sein muss. Schließlich muss man in manchen Kommunen extrem hohe Straf-Steuersätze aufbringen.

Erziehung

Der Dogo Argentino lässt sich gut erziehen. Wichtig ist, dass er bereits beim Züchter eine gute Sozialisation erfahren konnte. Besonderes Augenmerk sollte man auf Gehorsamstraining legen, um die enorme Kraft und Wendigkeit dieses Jagdhundes jederzeit unter Kontrolle zu haben. Gut erzogen und idealerweise etwa in der Fährtenarbeit ausgebildet, ist der Dogo ein anpassungsfähiger, angenehmer Partner des Menschen. Um seine Verträglichkeit mit anderen Hunden zu entwickeln, sollte schon als Welpe eine Hundeschule besucht werden. Der Dogo gehört in eine hundeerfahrene Hand.

Pflege und Gesundheit

Fellpflege

Der Dogo stellt keine Besonderen Ansprüche an seine Pflege.

Rassetypische Krankheiten

Die weiße Farbe der Argentinischen Dogge ist die Folge eines Defektgens, das er von seinen Ahnen, den Bullterriern geerbt hat. Dieses Defektgen enthält die Veranlagung für Taubheit und möglicherweise weitere Schäden. Auch ist extreme Inzucht verbreitet, die Fitness, Gesundheit und Lebenserwartung massiv sinken lässt.

Ernährung/Futter

Der Dogo Argentino stellt keine besonderen Ansprüche an seine Ernährung.

Lebenserwartung

Seriös und ohne Inzucht gezüchtet kann der Dogo Argentino 10 bis 14 Jahre alt werden.

Dogo Argentino kaufen

Vor dem Kauf muss man sich bewusst sein, dass die restriktive Haltung des Staates (Listenhund) eine menge Probleme im Alltag und zusätzliche finanzielle Belastungen mit sich bringt. Seriöse Züchter des Dogo Argentino sind in Deutschland rar. Du solltest dich in den Tierheimen und bei den Dogo in Not Initiativen umschauen; hier gibt es viele Dogos, die ein Zuhause suchen. Bei einem seriösen Züchter kostet ein Argentino Welpe um die 1.500 Euro.

 

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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