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Boston Terrier im Rasseportrait

1870
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Boston TerrierHerkunft und Rassegeschichte

Die Geschichte des Boston Terriers verwundert, wenn man diesen kleinen Hund anschaut und insbesondere deren liebes Wesen kennengelernt hat. In Nordamerika waren Hundekämpfe viel länger üblich als in Europa. Tierkampf war zwar in den USA seit 1826 verboten, aber in Kanada weiter erlaubt und wurde im angrenzenden Norden der USA wie Boston illegal in Hinterhöfen weiter betrieben. Es ging um hohe Wetteinsätze. Um 1870 wollten Arbeiter aus Boston durch die Kreuzung von Kampf-Bulldoggen und weißen Terriern ihre Siegchancen erhöhen. Die hieraus hervorgegangenen Hunde nannte man zunächst „American Bullterrier“. 1890 wurde in Boston der Club for American Bullterrier gegründet. Die Hunde sahen allerdings eher aus wie kräftige Boxer. 1893 wurde die Rasse vom Amerikanischen Kennel Club anerkannt.

Zu dieser Zeit verpasste man ihm seinen heutigen Namen. Die endgültige Durchsetzung des Verbots von Hundekämpfen um 1900 tat der Beliebtheit dieser Hunde keinen Abbruch. Im Gegenteil: sie wurden als Gesellschaftshunde immer beliebter. In vielen Regionen wurden sie sogar zum Nationalhund der Vereinigten Staaten, wo er weit verbreitet ist. Zunächst stritt man noch um die Form der Ohren. Da sie leichter herauszuzüchten waren, entschied man sich für Stehohren, die anfangs zudem noch kupiert werden sollten. Lange Zeit war diese Hunderasse in Europa praktisch unbekannt. Der 1. Club für Boston-Terrier in Deutschland entstand erst 1988. Zudem betreut der Klub für Terrier diese Hunderasse. Warum der Boston Terrier den Terriern zugordnet wurde, weiß im Grunde keiner. Auch wenn er den „Terrier“ im Namen hat, so erinnert dieser Hund viel eher an eine Bulldogge und ist diesen auch wesensverwandt.

Selbst in den USA wird er nicht den Terriern zugeordnet. Ein größeres Problem als diese Zuordnung sind für diesen freundlichen Hund die Versäumnisse der Zucht. Der Boston Terrier zählt zu den Plattnasen. Ihm wird eine immer plattere Nase verpasst. Der Kopf soll kugelrund sein, eine „Boston Bullet“ erhalten. Das ist aber Qualzucht, da hierdurch Atmung und Wärmeregulierung der Hunde schwer geschädigt werden. Zudem ist der Boston Terrier der Hund mit der höchsten Kaiserschnittquote aller Hunderassen überhaupt. Über 80% der Würfe werden nicht mehr natürlich zur Welt gebracht. Das sind Alarmzeichen, die auf schwere Missstände in seiner Zucht hinweisen. Der Boston Terrier ist ein hervorragender Begleiter und Familienhund, der sich wunderbar in unsere heutige Gesellschaft und Lebensweise integriert. Es ist daher kein Zufall, dass er sich einer stark steigenden Beliebtheit in Deutschland erfreut.

Beschreibung

Der Boston Terrier hat eine freundliche Erscheinung und so ist auch sein Wesen. Er erinnert an eine Französische Bulldogge. Er hat einen schlanken, drahtigen, muskulösen Körper. Auch steht er ein ganzes Stück höher. Seine Widerristhöhe liegt um 40 cm. Sein Kopf erinnert ebenfalls an den Bully, doch ist er nicht so mächtig und seine Stehohren gehen spitz zu. Der Hund soll laut Standard den Eindruck von Entschlossenheit, Kraft und Aktivität mit viel Eleganz vermitteln; seine Haltung soll leicht und anmutig erscheinen. Den Boston Terrier gibt es in drei Gewichtsklassen zwischen 7 und 11 KG. Meist hat er eine symetrische Zeichnung, die am Kopf anfängt und sich über den ganzen Körper erstreckt. Es gibt ihn ebenfalls in gestromter Farbgebung. Ansonsten sind schwarz oder „seal“ (schwarz mit rötlichem Schimmer), jeweils mit weißer Zeichnung kombiniert, erwünscht. Das Fell ist kurz und glatt anliegend mit leichtem Glanz. Es hat keine Unterwolle.

Charakter und Wesen

Der Boston Terrier ist ein beweglicher, temperamentvoller und zugleich ausgesprochen fröhlicher, liebenswerter Hund. Er ist unternehmungslustig aber nicht nervös. Der Boston Terrier ist ein angenehmer Begleiter mit Charme und Charakter. In den USA nennt man ihn daher den „American Gentleman“. Er hat die Freundlichkeit und Zugewandheit gegenüber dem Menschen von den Bulldoggen geerbt. So ist er ein ausgezeichneter Spielgefährte für Kinder, der praktisch alles verzeiht. Aber er kann auch mutig und sehr entschlossen auftreten. Seiner Familie gegenüber ist er sehr anhänglich. Kurz: Er ist munterer Begleiter und  Familienhund par Excellence.

Haltung

Der Boston Terrier ist wie geschaffen für die heutige Zeit. Er fühlt sich in einer Großstadt ebenso wohl wie auf dem Land und kann in Wohnung oder Haus gehalten werden. Allerdings gehört er nicht in den Zwinger. Ohne Mühe begleitet er seine Menschen auf Spaziergängen, Wanderungen und bei kleineren Sportaktivitäten. Er freut sich darüber, fordert diese aber nicht nervtötend ein. Er begnügt sich auch mal mit einer kürzeren Runde. Ist er gut erzogen, kann man mit ihm problemlos ohne Leine durch die Natur streifen. Seine anhängliche, treue Art lässt ihn überall dabei sein und seinen geliebten Menschen auf Schritt und Tritt folgen. Er fühlt sich auch in einer kleinen Etagenwohnung wohl, wenn er in seine Familie eingebunden ist und ausreichend Beschäftigung hat. Er stellt keine besonderen Ansprüche und ist sehr pflegeleicht.

Das setzt aber voraus, dass er gesund und nicht extrem gezüchtet wurde. Boston Terrier sind Temperatur empfindlich. Durch die platte Nase vertragen sie keine Hitze und insbesondere keine körperlichen oder psychischen Anstrengungen bei Hitze. Dann können sie schnell kollabieren. Auch Kälte haben sie nicht viel entgegenzusetzen. Sie haben zwar das kurze Fell der Bulldoggen geerbt aber nicht der massigen Körper, so dass sie schnell auskühlen. Extrem gezüchtete Boston Terrier – und das ist heute keine Seltenheit – sind zeitlebens kränklich. Sie leiden unter chronischer Atemnot und sind kaum belastbar. Etliche weitere Krankheiten können hinzukommen. Solche armen Hunde sind nicht nur sehr pflegeintensiv, sie sind auch finanziell eine Herausforderung. Die Zucht sollte weniger auf Fellfarben denn auf seine Gesundheit achten.

Erziehung

Der Boston Terrier lässt sich leicht erziehen, lernt gerne und schnell. Die Basis für den Erfolg in Erziehung und täglichem Umgang ist liebevolle Konsequenz. Hier und da ist er ein wenig eigensinnig. Da hilft keine Härte, die ihn nur verstören und sein freundliches Wesen brechen könnte. Mit etwas Zuwendung und ruhiger Klarstellung, wer in der Familie das letzte Wort hat, folgt er letztlich gerne und merkt sich das auch. Aufgrund seiner guten Erzieh- und Führbarkeit und aufgrund seines freundlichen, unkomplizierten Wesens ist der Boston Terrier auch für Anfänger geeignet. Es sollte allerdings ein gesund gezüchteter Hund sein, denn überzüchtete Exemplare erfordern aufwändige Pflege.

Pflege und Gesundheit

Fellpflege

Die Fellpflege Boston Terriers gestaltet sich ausgesprochen übersichtlich. Einmal in der Woche bürsten, Ohren und Augen kontrollieren reicht.

Rassetypische Krankheiten

Der Boston Terrier zählt zu den Hunderassen, die am meisten von Qualzucht gebeutelt sind. Zum einen sieht man den Trend, die Nase immer kürzer und den Kopf immer runder zu züchten. Das raubt den Hunden die Fähigkeit, frei zu atmen und ihre Körpertemperatur zu regulieren. Zum anderen werden kaum noch Hunde natürlich geworfen. Dies weist auf eine allgemeine Degeneration seiner Fitness hin. Desweiteren sind noch etliche durch die Zucht übermäßig verbreitete, erblich bedingte Krankheiten festzustellen wie, Kniescheibenprobleme (Patella), Augen- und Wirbelsäulenerkrankungen. Zudem sieht man den Trend, Sonderfarben zu züchten. Auch hier muss man von Qualzucht sprechen; denn Sonderfarben wie silber, champagner oder grau werden durch Einkreuzen von Defektgenen, die die Gesundheit schädigen, erzeugt.

Ernährung/Futter

Die Ernährung des Boston Terriers ist unproblematisch. Hier und da sieht man Allergien, die dann eine diätische Ernährung verlangen.

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung beträgt 9 – 15 Jahre, abhängig davon wie der Hund gezüchtet wurde.

Boston Terrier kaufen

Beim Kauf eines Welpen sollte man darauf achten, dass man nicht bei einem Züchter kauft, dessen Hunde zwar Championate errungen haben, deren Nase aber kaum noch vorhanden oder deren Köpfe kugelrund sind. Da sich der Boston Terrier einer stark steigenden Beliebtheit erfreut, ruft er viele unseriöse Vermehrer auf den Plan, die mit Welpen schnelles Geld verdienen wollen. Preislich liegen die Welpen bei etwa 2.000 Euro.

 

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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