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Belgischer Schäferhund im Rasseportrait

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Belgischer SchäferhundHerkunft und Rassegeschichte

Ein belgischer Schäferhund stellt einen hervorragenden Arbeitshund dar und ist ein guter Begleiter des Menschen. Es gibt sie in vier Varietäten. Sie unterscheiden sich lediglich im Fell: Langhaarig sind der schwarze Groenendael und der rotbraune Tervueren, rauhaarig der Laeken und kurzhaarig der Malinois. Darüber hinaus gab es noch Kreuzungen untereinander, die als so genannte Andersfarbige geführt wurden. Alle werden nach einem Standard (FCI Nr. 15) gezüchtet. Die Belgischen Schäferhunde wurden um 1900 als Hunderasse geformt. Es war exakt derselbe historische Prozess in dem auch sein Cousin, der Deutsche Schäferhund, entstand. Vor 1900 zählten die arbeitenden Hunde der Schäfer und Viehhirten in Deutschland, den Niederlanden oder Belgien sämtlich zu einer einzigen variantenreichen Gruppe der Schäferhunde. Je nach regionalen Anforderungen, die der Mensch mit den Arbeitsaufgaben stellte, waren die Hunde überall etwas anders.

In Gebieten, wo es vereinzelt noch Wölfe und Luchse gab, waren die Schäferhunde meist kräftiger, da sie auch noch den Job der Herdenschutzhunde machen mussten. Die Schäferhunde in Belgien waren eher schlanker und wendiger, da sie in dem schon damals dicht besiedelten, kleinräumig gegliederten Gebiet sehr geschickt und vorausdenkend mit den Herden arbeiten mussten. Die Schäferhunde in Belgien erledigten zudem noch eine Reihe weiterer Arbeiten. Sie halfen als Treibhunde, die Rinderherden zum Schlachthof zu bringen. Sie dienten überall als Zughunde, meist im Zweiergespann. Selbst der Wagen des Bestatters mit dem Sarg obendrauf wurde gelegentlich von den Schäferhunden gezogen, wie historische Fotos belegen.

Diese Arbeit erfordert ein kräftiges, robustes Gebäude. Oft dienten sie als Wach- und Hofhunde. All diese vielfältigen Anforderungen erfüllten sie perfekt.Die westeuropäischen Schäferhunde stellten einen einzigen, riesigen Genpool, der weder nach Ländern noch gar nach Fellvarianten aufgespalten war. Der Kynologe Richard Strebel sieht noch 1905 den belgischen Schäferhund dem deutschen zugeordnet. In seinen mehr als 20 Seiten über den Schäferhund erwähnt er den belgischen mit nur einem Satz: „Der belgische Schäferhund ist vielleicht etwas viereckiger in der Schnauze als der deutsche und wird in allen Haarvarietäten gezüchtet“. Doch zu dieser Zeit waren bereits die Weichen für eine Aufspaltung der Schäferhunde in den „Deutschen“ und den „Belgischen“ gelegt.

1891 wurde der Club du Chien de Berger Belge (Klub für Belgische Schäferhunde) gegründet. Schon bald kam es zu einer ersten Ausstellung, auf der nicht weniger als 117 Hunde, allerdings bunt durcheinander, teils noch mit Hängeohren, gezeigt wurden. 1901 wurde die Rasse offiziell anerkannt und die Hunde genetisch aufgespalten. Von Beginn an wurden die vier Varietäten gezüchtet, allerdings waren Kreuzungen untereinander erlaubt. Durch die beiden Weltkriege kam es zu herben Rückschlägen. Trotzdem gelang es schnell, den Belgischen Schäferhund wiederzubeleben und darüber hinaus zu einem absolut erstklassigen Diensthund zu entwickeln.

Beschreibung

Ein Belgischer Schäferhund ist als typischer Schäferhunde sofort gut auszumachen. Der Standard gibt eine Reihe von Körpermaßen vor. Das Gewicht soll bei ungefähr 25 bis 30 kg für Rüden und 20 bis 25 für Hündinnen liegen. Gewünschte Größe oder Widerristhöhe liegen im Durchschnitt bei 62 cm für Rüden und 58 cm für Hündinnen. Es gibt sie in vier Varietäten, die nach belgischen Städten benannt sind und sich lediglich im Fell unterscheiden:

– Groenendael: langhaarig schwarz

– Tervueren: langhaarig rotbraun

Malinois oder Malines: kurzhaarig

– Laeken oder Laekenois: rauhhaarig

Leider wurden 1973 die Haarvarietäten genetisch getrennt und Kreuzungen unter ihnen, die bis dahin immer als „Andersfarbige“ zugelassen waren, verboten. Später kam noch die Trennung in Arbeits- und so genannte Schönheitslinien hinzu. So wurde der Genpool dieser robusten Hunde immer weiter aufgespalten. Im Interesse des Tierschutzes, der Fitness und Gesundheit dieser Hunde sollte diese Entwicklung korrigiert werden. Belgische Schäferhunde sind kein „Schönheits“-Hunde. Sie waren und sind immer noch vielseitige Arbeitshunde allererster Güte.

Charakter und Wesen

Alle Belgischen Schäferhunde haben ihre Wurzeln in den Hüte- und Treibhunden des Landes. Sie hatten immer eine breite Palette weiterer Aufgaben bis hin zur körperlich schweren Arbeit als Zughund. Darüber hinaus sind sie ausgesprochen robuste Arbeitshunde, die zu höchsten Leistungen in der Lage sind. Sie sind etwa so groß wie der Deutsche Schäferhund, aber weniger massig, dadurch schneller, wendiger, reaktionsschneller. Die Bilanz zwischen Körpergewicht und Leistungsfähigkeit ist hoch effektiv. Belgische Schäferhunde sind vielfältig einsetzbar. Sie arbeiten in vielen Bereichen als Diensthund etwa im Rettungswesen, beim Zoll oder bei der Polizei.

Sie sind gute Wächter und hervorragende Schutzhunde. Als Sporthunde haben sie sich ebenso etabliert und sind in fast allen Disziplinen auf den ersten Plätzen zu finden. Die hohe Intelligenz, die enorme Leistungsfähigkeit und der ausgeprägte Arbeitswille lassen die flinken Hunde zuweilen etwas nervös erscheinen. Der Standard fordert ein lebhaftes und munteres Temperament sowie gefestigten Charakter, der weder Angst noch Aggressivität kennt. Allerdings hat die Trennung in Arbeits- und so genannte Schönheitszucht der Rasse nicht gut getan. Die Hunde aus den Arbeitslinien erscheinen zuweilen übermotiviert, ja sogar scheu und ängstlich.

Die Hunde aus so genannter Schönheitszucht lassen den Schäferhund zuweilen vermissen. Es fragt sich, was für ein Verständnis der Partnerschaft Mensch – Hund dazu führt, die Qualität eines Hundes nach künstlich ersonnenen Details seines Fells zu bestimmen. Der Belgische Schäferhund als passionierter Arbeitshund – hoch intelligent, sensibel und vor allem arbeitswillig – braucht ein Herrchen oder Frauchen, das mit ihm arbeitet. Das solltest du immer im Bewusstsein haben. Werden diese Hunde unterfordert, können sie auf Dauer ihren Frust in Aggressivität abladen. Wird ein Belgischer Schäferhund fachgerecht gefordert, ob im Dienst oder Sport, so ist er ein wundervoller Partner und auch als Familienhunde tauglich.

Haltung

Der Belgische Schäferhund ist hinsichtlich der äußeren Bedingungen an seine Haltung ausgesprochen anspruchslos. Er ist jedoch ausgesprochen anspruchsvoll, was den Umgang mit ihm angeht. Er braucht die Herausforderung und Beschäftigung idealerweise als Rettungs- oder Diensthund. Hundesport kann hierfür ein guter Ersatz sein. Darüber hinaus sind die Belgischen Schäferhunde als Begleiter beim Joggen, Reiten oder Radfahren ideal. Gerne gehen sie ins Wasser, selbst im Winter. Ein Belgischer Schäferhund braucht viel Bewegung und zwar täglich, sonst wird er unruhig und unausgeglichen. Ideal ist eine ländliche Umgebung in der man neben Arbeit oder Sport mit ihm täglich Ausflüge unternehmen kann. Der Belgische Schäferhund braucht aktive Menschen um ihn herum. Leider sind die Belgischen Schäferhunde in den letzten Jahren in Mode gekommen. Viele Interessenten sowie unseriöse Züchter ignorieren, dass das Zusammenleben mit diesen Hunden hohe Anforderungen stellt. Sie sind keine Couch Potatoes oder Schoßhündchen. So füllen sich leider die Tierheime mit diesen wundervollen Hunden.

Erziehung

Der Belgische Schäferhund nimmt sich lange Zeit, um erwachsen zu werden. Erst mit drei Jahren sind sie mental richtig ausgewachsen. Da sie engagiert, arbeitswillig und hochintelligent sind, stellen sie von Beginn an hohe Anforderungen an ihre Halter. Sie lassen sich sehr leicht erziehen, aber man muss wissen wie. Anfangs sollten man ihnen viel Zeit für das Spiel, zugleich die Grundregeln des Zusammenlebens mit den Menschen lernen lassen. Direkte Ausbildung und so genannte Gehorsams-Erziehung sollte man bei einigermaßen gefestigten Individuen etwa ab dem zehnten Lebensmonat beginnen. Leider werden zuweilen – trotz gesetzlichen Verbots – Elektroschocker und andere Gewaltmaßnahmen eingesetzt.

So werden Selbstbewusstsein und Arbeitsfreude der Hunde zerstört. Der Einsatz solcher Mittel ist nicht einmal nötig und zeugt nur von der Unfähigkeit solcher Halter. Die Hunde wollen und können lernen und auf Basis des Vertrauens sowie hundgerechter Kommunikation enorme Leistungen im Dienste des Menschen erbringen. Sie müssen zunächst wie jeder Hund erzogen werden. Dort lernen sie die sozialen Regeln, die Gebote und Verbote. Ein Belgischer Schäferhund sollte danach in aller Regel eine fundierte Ausbildung erhalten. Erst dort kann er sein Temperament entfalten und sein Arbeitsbedürfnis befriedigen. Für die Ausbildung solltest du dich unbedingt mit Fachleuten aus Hundeschulen und Vereinen in Verbindung setzen.

Pflege und Gesundheit

Die Belgischen Schäferhunde sind körperlich pflegeleichte, robuste Hunde ohne besonderen Aufwand. Das gilt insbesondere für den kurzhaarigen Malinois. Sein Fell sollte lediglich während der Zeit des Fellwechsels gebürstet werden. Die langhaarigen brauchen auch zwischen den Phasen des Fellwechsels regelmäßige, aber nicht sonderlich aufwändige Pflege.

Rassetypische Krankheiten

Die Belgischen Schäferhunde erfreuen sich robuster Gesundheit; gelegentlich gibt es besonders beim Malinois Probleme mit dem Wesen wie übersteigerte Nervosität, Scheu, Aggressivität

Ernährung/Futter

Belgische Schäferhunde stellen keine besonderen Ansprüche an ihre Ernährung.

Lebenserwartung

Ein Belgischer Schäferhund kann ohne Probleme 12 und mehr Jahre, zuweilen sogar 16 Jahre alt werden.

Belgischer Schäferhund: Kauf und Kosten

Wer sich einen Belgischen Schäferhund anschaffen will, sollte bedenken, dass es sich um einen echtes Arbeitstier handelt. Dein ganzes Leben muss hierauf eingestellt werden. Du solltest dich auch in den Tierheimen vor Ort und bei den Nothilfen für Belgische Schäferhunde umschauen. Bei einem seriösen Züchter kostet ein Welpe um die 1000 Euro.

 

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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