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Basset Hound im Rasseportrait

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Basset HoundHerkunft und Rassegeschichte

Der Basset Hound ist ein kräftiger niederläufiger Jagdhund aus Großbritannien. Er zählt zur Gruppe der niederläufigen Bracken, der Lauf- und Schweisshunde. Deren Aufgabe ist es, mit der Nase auf der Spur (dem Schweiss) die Jäger schnell und sicher zum Wild zu führen. Sie müssen dabei so schnell sein, dass sie selbst flüchtendes Rotwild nicht verlieren. Die niederläufigen Bracken konnten diese Aufgabe auch in Gebieten mit dichten Unterholz meistern. Traditionell arbeiten diese Hunde in der Meute und die Jäger folgen zu Pferd. Der Basset Hound trägt seine Geschichte bereits im Namen. Die Hauptwurzeln seiner Abstammung sind die Bassets, die niederläufigen französischen Bracken. Dazu kommt der Hound vom Bloodhound, dem König der Nasenarbeit. Auf den britischen Inseln waren die niederläufigen Bracken seit dem Mittelalter verschwunden.

In Frankreich gab es sie dagegen häufig und in verschiedenen regionalen Varianten. Mit Beginn der modernen Rassehundezucht um 1870 wollten die Briten ihre eigene nationale Bracke. Sie importierten Bassets d’Artois und Bassets artésien normand und begannen eine eigene Zucht. Auf Grund von Inzucht blieben diese Hunde eher kümmerlich. Zudem wollten die Briten ihren eigenen Typ. Das Einkreuzen des Beagles brachte nicht den gewünschten Erfolg. So nahm man den Bloodhound. Nun war der britische Typ eines Bassets geschaffen. Noch heute erinnert der Kopf des Basset Hounds an diesen Ahnen. Seine Verwandtschaft zum Bloodhound ist auch von seinem Wesen her gut nachvollziehbar. Der Basset Hound ist ein echter Jagdhund auch wenn er aktuell nicht in der Liste der Jagdgebrauchshunde geführt wird. Trotzdem wird er von manchen Jägern hoch geschätzt und Basset Hounds in Deutschland jagdlich geführt. Nicht wenige meistern die jagdlichen Prüfungen. Das ist leider keine Selbstverständlichkeit.

Der Basset Hound zählt zu den Hunderassen, die besonders unter den Fehlentwicklungen der Zucht zu leiden haben. Viele Champions in den Ausstellungsringen bestehen fast nur noch aus Falten, die jede Bewegung behindern und Entzündungen geradezu anlocken. Sie haben Ohren, die bis auf den Boden reichen, ebenso einen schwabbeligen, massigen Körper, den die extrem kurzen Beine kaum tragen können, zudem herunterhängende Augenlieder und viele andere Handicaps mehr. Solche Bassets können kaum Laufen geschweige denn als Schweisshund arbeiten. Deshalb versucht man seit einigen Jahren, diesen Auswüchsen der Rassehundezucht entgegen zu steuern und hat in diesem Sinne sogar den offiziellen Standard geändert. In Deutschland wird der Basset Hound von zwei Vereinen im VDH vertreten: Der Basset Hound Club von Deutschland, 1967 gegründet, sowie die Basset-Hound-Freunde von Deutschland, die 1989 gegründet wurden. Der Basset ist eine sehr markante Erscheinung. Deshalb ist er als Hunderasse recht bekannt. Trotzdem ist dieser eindrucksvolle Vierbeiner mit starken Charakter eher selten zu sehen. Etwa 100 Welpen fallen pro Jahr im VDH.

Beschreibung

Einen Basset Hound kann man nicht verwechseln. Er ist ein großer, kräftiger Hund auf kurzen Beinen. Er strahlt souveräne Gelassenheit aus und so ist er auch. Trotz seiner kurzen Beine ist der Basset von Natur aus ein erstaunlich beweglicher und schneller Hund. Die Niederläufigkeit als solche, die bei Jagdhunden seit Jahrtausenden nachgewiesen ist, behindert die Hunde in keiner Weise. Es sind immerhin erfolgreiche Schweisshunde. Lediglich die extrem gezüchteten Ausstellungshunde können hier Probleme haben. Der extra aus Tierschutzgründen überarbeitete, offizielle Standard betont an etlichen Stellen, dass Extremzucht unerwünscht sei und die Hunde arbeiten können müssen. So heißt es zur Widerristhöhe, quasi von unten gesehen:

Es sollte einen ausreichenden Abstand zwischen dem niedrigsten Teil des Brustkorbes und des Bodens geben, damit der Jagdhund frei über alle Arten von Grund laufen kann.

So ist auch eine starke Befaltung unerwünscht, wie die oft viel zu langen Ohren. Zudem empfiehlt der Weltverband FCI in seinen „Special Breed Specific Instructions“, darauf zu achten, dass die Haut nicht zu lose, nicht stark faltig ist und die Behänge nicht überlang sind. Ein weiteres Problem stellen oft die Augen dar. Das untere Augenlid hängt stark herunter, so dass die rote Innenseite sichtbar ist. Tierärzte nennen diese Krankheit Ektropium. Leider ist diese Krankheit bei der Rasse so verbreitet, dass viele meinen, sie gehöre dazu.

Die Schuhmarke Hush Puppies etwa, die den Basset seit vielen Jahrzehnten als ihren Werbehund hochhält, bietet als Stoffhund Bassets an, die leider mit Ektropium gezeigt werden. Doch ein nach geltendem Standard gezüchteter Basset ist von gesunder Konstitution. Der Basset Hound hat eine Widerristhöhe zwischen 33 und 38 Zentimetern, Rüden sind größer als Hündinnen. Entsprechend liegt das Gewicht zwischen etwa 24 und 32 Kilogramm. Das Fell ist kurz, glatt und dicht anliegend. Es sollte nicht zu fein sein. Der Standard sieht folgende Farben vor: „Üblicherweise schwarz – weiß – braun (dreifarbig) oder lemon – weiß (zweifarbig), jede andere Laufhundfarbe ist aber zulässig.“

Charakter und Wesen

Der Basset Hound ist wie in seiner äußeren Erscheinung auch in seinem Wesen ein ganz besonderer Hund. Er ist einerseits ein stoischer Hund von demonstrativer Gelassenheit. Er kann aber auch blitzschnell sein und mit einer enormen Beharrlichkeit und hoher Geschwindigkeit stundenlang einer Spur nachgehen. Solche Gegensätze formen seinen besonderen Charakter. Als gelernter Meutehund hat er ein extrem sozialverträgliches Wesen. Er ist ausgesprochen gutmütig und hat eine sehr hohe Reizschwelle. Aggressivität scheint ihm fremd zu sein, obwohl er durchaus wehrhaft sein kann.

Er ist ein idealer Familienhund, der auch bestens mit Kindern zurecht kommt, denen er in absoluter Liebe zugewandt ist. Sein stoisches Gemüt, lässt sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Er gilt als äußerst treu und mit seinen Menschen eng verbunden. Sein starker Charakter ist allerdings nicht darauf ausgerichtet, mit „will-to-please“ jeden Befehl von Herrchen oder Frauchen umgehend auszuführen. Er hat seinen eigenen starken Willen und muss zuweilen überzeugt werden. Wer mit einem Basset Freude haben will, sollte an solchen mentalen Kämpfen Freude haben, muss den eigenen Willen des Basset Hound nicht nur respektieren vielmehr schätzen. Der Basset braucht eine konsequente Erziehung und Führung auf Basis einer positiven, vertrauensvollen emotionalen Bindung zu seinen Menschen.

Haltung

Der Basset Hound stellt im Grunde keine besonderen Ansprüche an seine Umgebung. Allerdings sollte die Wohnung oder das Haus möglichst ebenerdig sein, jedenfalls kaum Treppen haben. Der Basset legt großen Wert auf tägliche, ausgiebige Spaziergänge in der Natur. Herrchen und Frauchen sollten dann immer im Bewusstsein haben, dass ihr gemütlich einhertrottende Vierbeiner, ein gelernter Jagdhund und speziell Schweisshund ist. Will heißen, dass er mit seiner feinen, sehr aktiven Nase schnell einmal Witterung aufnimmt und dann nur noch eines kennt: Der Fährte folgen!

Auf Basis einer starken emotionalen Bindung und einer klar geregelten Hausordnung, nicht zuletzt einem Blick für die Natur, kann man dieses Risiko beherrschen. Man hat auch die Möglichkeit, mit seinem Basset jagdlich zu arbeiten. Das ist ein besonderes Erlebnis. Wer einmal einen Basset Hound bei der jagdlichen Arbeit erlebt hat, seinen Eifer, seine Inbrunst gespürt und seine erstaunliche Beweglichkeit beobachtet hat, wird keine Bedenken mehr an seinem sportlichen Potenzial – gesunde Zucht vorausgesetzt – haben. Es gibt Basset-Freunde, die sich regelmäßig zu solchen Veranstaltungen treffen. Ein Basset sollte bei Hitze nicht belastet werden.

Erziehung

Ein Basset Hound aus seriöser Zucht stammend und entsprechend gut sozialisiert, lässt sich sehr gut erziehen. Wie schon ausgeführt hat er einen sehr starken, eigenen Willen. Das ist kein Ding für Gehorsamsfanatiker. Man muss den Willen des Hundes respektieren, ernst nehmen und schätzen. Mit Konsequenz auf Basis einer engen, vertrauensvollen Bindung hat der Basset eh die Führungsrolle von Herrchen und Frauchen verinnerlicht, er zeigt es nur nicht immer so offen. Die zweite Herausforderung an seine Erziehung ist der Jagdtrieb, der bei den einzelnen Hunden unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Als Meutehund braucht er die Regeln eines sozialen Zusammenlebens nicht erst zu lernen. Auf Grund seines eigenen Willens und des zuweilen ausgeprägten Jagdtriebs ist er nicht unbedingt als Anfängerhund zu empfehlen.

Pflege und Gesundheit

Die Pflege eines nach geltendem Standard gezüchteten, gesunden Basset Hounds ist anspruchslos.

Rassetypische Krankheiten

Ein standardgerecht gezüchteter Basset ist ein gesunder Hund. Im offiziellen Standard gilt ausdrücklich als Fehler:

Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist und seine Fähigkeit, die verlangte rassetypische Arbeit zu erbringen.

Diese rassetypische Arbeit ist die des Schweisshundes, die einen top fitten, gesund gezüchteten Hund erfordert.

Ernährung/Futter

Ein Basset Hound ist beim Thema Ernährung in aller Regel unproblematisch.

Lebenserwartung

Ein gesund gezüchteter Basset Hound hat eine Lebenserwartung von 12 Jahren. Es gibt aber immer wieder Exemplare, die deutlich älter werden.

Basset Hound kaufen

Interessierst du dich für die Anschaffung eines Basset Hounds, solltest du einen Welpen nur vor Ort bei einem Züchter kaufen, der einem der beiden Basset Hound Vereinen des VDH angeschlossen ist. Im eigenen und im Interesse des Hundes wäre es gut, darauf zu achten, dass die Elterntiere und andere Ahnen keine züchterischen Übertreibungen aufweisen, leicht und beweglich sind. Auf jeden Fall lohnt es sich, bei der Nothundevermittlung für Bassets nachzufragen. Der Basset Hound ist ein hochpreisiger Hund und wird daher gerne von Puppy-Mills produziert. Auf scheinbar günstige Angebote per Internet solltest du schon alleine aus Tierschutzgründen nicht eingehen. Welpen dieser Rasse kosten beim Züchter um die 1500 Euro.


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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