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25 Jahre Erfahrung

Steht dein Hund zu sehr im Mittelpunkt?

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Hundeerziehung: Hund im MittelpunktHast du dich schon einmal gefragt, was dein Hund für dich ist? Ist er dir ein Freund, ein Gefährte oder ein Sportpartner? Vielleicht ein Beschützer oder ein Familienmitglied? Sicherlich ist dein Hund für dich etwas ganz Besonderes, aber ist er vielleicht sogar mehr als das – ist er der heimliche Chef im Haus?

Zu viel Fürsorge schadet

Unsere Hunde genießen mittlerweile einen hohen Stellenwert. Die Zeiten, in denen sie in einem Zwinger isoliert von den Menschen gehalten wurden, sind glücklicherweise – bis auf traurige Ausnahmen – vorbei. Sie werden optimal ernährt, haben Familienanschluss, besuchen die Hundeschule, fahren mit in den Urlaub und werden regelmäßig dem Tierarzt vorgeführt. Doch das, was sich so schön anhört, birgt auch eine Gefahr, nämlich dass wir dadurch den Hund zum Mittelpunkt unseres Lebens machen. Er sitzt auf seinem Thron und regiert das Familienleben. Und wir Hundebesitzer, seine Untertanen, versuchen, alles Negative von ihm fernzuhalten. Doch ein Leben ohne Frust und Stress ist nicht sinnvoll und schadet einer gesunden Entwicklung.

Etwas Frust muss sein …

Frust zu ertragen, gehört zum Leben dazu. Und zwar nicht als notwendiges Übel, sondern damit Mensch – und Tier – lernen und sich entwickeln können. Bei Kindern leuchtet das den meisten Menschen ein: Es kann nicht jedes Mal an der Supermarktkasse etwas Süßes geben; natürlich muss ein Kind ins Bett, auch wenn alles gerade so spannend ist; und natürlich muss das kleine Kind um Erlaubnis fragen, ob man zum Nachbarn zum Spielen rübergehen darf. Viele Regeln werden den Kindern nicht gefallen, aber sie sind wichtig. Wer lernt, hin und wieder Unannehmlichkeiten auszuhalten, der kann später auch mit größeren Krisen besser umgehen.

Und genau das müssen auch Hunde lernen, sonst wird das Zusammenleben mit ihnen unter Umständen schwierig. An der Leine gehen, alleine bleiben, ungewohnte Berührungen zulassen, warten – alles das macht dem Hund zunächst mal überhaupt keinen Spaß. Er wird meckern und sich anfangs sträuben. Doch mit der Erfahrung lernt er, dass diese vermeintlich unangenehmen Situationen manchmal etwas Schönes verheißen, z. B. einen Spaziergang, oder dass sie sich auch wieder auflösen, z. B. sein Besitzer wieder nach Hause kommt.

… sonst bist DU gefrustet

Hunde brauchen Liebe UND Führung. Das heißt, dass man es als Hundebesitzer auch aushalten muss, wenn dem Hund etwas gerade gar nicht passt. Tut man das nicht, regiert bald der Hund den Haushalt. Nicht, weil er es will – sondern weil wir es so eingerichtet haben.

Und das macht deinen Alltag kompliziert:

  • Er bleibt nicht allein, also gibt es keinerlei spontane Kinobesuche mehr.
  • Er ist es nicht gewöhnt, festgehalten zu werden, also ist der Tierarztbesuch ein einziger Kampf.
  • Er hat nicht gelernt, Langeweile zu ertragen, also wird er ständig bespaßt und dein Tag seinen Bedürfnissen angepasst.

Eine Weile ist dies sicher zu ertragen, aber irgendwann vielleicht nicht mehr – und dann landen viele Hunde im Tierheim, weil die Besitzer überfordert sind.

Übermäßige Kontrollen verursachen unnötigen Stress

Vielleicht hast du auch schon von Hundetrainern gehört, die ihren Kunden raten, den Hund einfach einmal gar nicht zu beachten. Ihn nicht anzusehen, nicht anzusprechen, sondern eine Weile einfach nur zu versorgen. Das sorgt regelmäßig für großes Entsetzen bei den Hundebesitzern: Den Hund nicht ansehen – das bringen die meisten nicht übers Herz.

Ob diese Methode immer sinnvoll ist, sei dahingestellt. Sie regt aber zum Nachdenken an: Wie oft blickst du deinen Hund an – und warum eigentlich? Überlege einen Tag lang, jedes Mal, wenn du deinen Hund anblickst, warum du das gerade tust:

  • Weil du ihn kontrollieren willst?
  • Weil er einfach so süß ist?
  • Weil du ihm zeigen willst, dass du (für ihn) da bist?
  • Richtest du dein Augenmerk auch mit dieser Häufigkeit auf den Rest der Familie? Guckst du alle fünf Minuten nach, was dein Kind im Kinderzimmer gerade macht oder ob dein Partner noch im Nebenraum ist?

Das ständige Anblicken deines Hundes kann ein Zeichen dafür sein, dass er – vielleicht zu stark – in den Mittelpunkt deines Denkens geraten ist. Und damit tust du ihm keinen Gefallen, denn dein Blick lässt ihn reagieren. Er wartet ab, ob noch etwas von deiner Seite folgt, etwa ein Befehl, eine Bewegung oder ein Leckerchen. Entspanntes Daliegen ist damit nicht möglich. Einige besonders aktive und arbeitswütige Rassen wie Border Collie, Schäferhund und Co. reagieren sowieso auf jede kleine Bewegung und jeder Blick lässt sie gespannt sein, was von ihnen erwartet wird. Sie stehen damit unter Daueranspannung. Habe das unbedingt im Hinterkopf. Du sollst deinen Hund gern anschauen dürfen – aber eine ständige Kontrolle ist überflüssig und stört eher eure Beziehung als dass es sie fördert.

 


Dieser Text wurde erstellt in Zusammenarbeit mit Regina Rademächers:

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