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Goldendoodle im Rasseportrait

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GoldendoodleHerkunft und Rassegeschichte

Der Goldendoodle ist die Kreuzung eines reinrassigen Golden Retriever mit einem reinrassigen Standard-Pudel. Der erste Teil seines Namens stammt vom Golden Retriever, der zweite Teil vom „Poodle“. Beide Hunderassen passen in etwa zusammen. Sie haben eine ähnliche Größe, Körperbau und insbesondere ein Wesen, mit dem man sich in einem gemeinsamen Körper arrangieren kann. Retriever sind ursprünglich Jagdhunde für das Apportieren und die Wasserarbeit. Auch der Pudel stammt von Hunden ab, die für den Menschen im und am Wasser arbeiteten. Warum nun die gezielte Kreuzung der beiden? Der Australierer Wally Conrons, Zuchtleiter der Royal Guide Dog Association, suchte in den 1980er Jahren einen Hund, der als Blindenführhund taugte und zugleich für Leute, die allergisch auf Hundehaare reagieren. Retriever wie Goldie oder Labrador sind hervorragende Assistenzhunde.

Pudel gelten als allergikerfreundlich. So kam Conrons die Idee, einen Labrador Retriever mit einem Pudel zu kreuzen, um aus beiden das Beste zu gewinnen. Ein neuer Hund wurde geboren.Doch außer dem von ihm betreuten blinden Paar auf Hawaii war niemand an seinem Mischling interessiert. Erst als Conron ihn medienwirksam „Labradoodle“ taufte, wurde er schlagartig bekannt. Besonders in den USA war das Interesse gewaltig. Überall sprossen nun solche Mischlinge hervor. Man nannte sie „Designer-Dogs“. Datenbanken entstanden, wo sich Leute aus allen möglichen Ausgangsrassen ihren Mischling designen und gleich online bestellen können. Heute bereut Wally Conrons seine Idee. Er ist schockiert, wie schnell sich skrupellose Geschäftemacher der Sache angenommen haben und „alle möglichen Rassen auf das wuschelige Tier loslassen und so Designerhündchen heranzüchten – alles ohne Rücksicht auf die Gesundheit dieser neuartigen Kreaturen, wie Conron anmahnt: Mittlerweile gebe es Golden-Retriever-Pudel, sogenannte Goldendoodles, Cockapoos (Cocker Spaniel und Pudel) und sogar Shih-poos (Shih Tzu und Pudel).

Neulich habe Conron außerdem von einer Rottweiler-Pudel-Kreuzung gehört. „Wer macht denn so was?“, fragt sich der Erfinder.“ So berichtet es der Spiegel im August 2014. Die Designer-Dog-Industrie treibt immer skurrilere Blüten auf Kosten der Hunde. So werden Jack Russel Terrier mit Möpsen (Pug) gekreuzt und als „Jug“ vermarktet.Was, wenn das Temperament eines Terriers nun im behinderten Körper eines Mopses tobt? So werden Englische Bulldoggen mit Border Collies gekreuzt und als Bullcolls vermarktet. Was wenn sich im Wesen des Bullcolls die alte Kampfkraft eines Bulldogs mit dem wölfischen Hüteverhalten des Border Collies hochschaukelt? Die Züchter versprechen immer, dass ihre Kreaturen „nur die besten Eigenschaften von beiden Elternteilen erben“ würden. Das ist schlicht ein Marketingargument.

Mit derselben Wahrscheinlichkeit kann es genau umgekehrt sein. So kann man beim Goldendoodle nicht einmal die Beschaffenheit des Fells exakt vorhersagen. Allerdings ist ein Effekt solcher Kreuzungen biologisch gesichert. Man nennt ihn Heterosis. Wenn Vertreter zweier genetisch abgeschlossener Populationen gekreuzt werden, verfügen die Nachkommen der ersten Generation über eine gesteigerte Fitness und Lebenserwartung. Dieser Effekt kommt allerdings nur dann zum Tragen, wenn die Ausgangsrassen von Körperbau und Wesen gut zueinander passen, wirklich reinrassig sind und darüber hinaus beide aus gesunden Linien ihrer Rasse stammen. Das könnte bei Labradoodle oder Goldendoodle durchaus der Fall sein. Allerdings stellt sich immer die Frage: warum? Soll man den mehr als 360 anerkannten Hunderassen nun noch weitere hinzufügen? Designer-Dogs werden von der FCI oder einem anderen bedeutenden Hundeverband weltweit nicht anerkannt.

Beschreibung

Der Goldendoodle ist ein mittelgroßer Hund. Sein Fell repräsentiert die Ausgangsrassen. Meist ist es eine eher zufällige Mischung aus dem mittellangen, eher glatten Haar des Golden Retrievers und dem lockigen des Pudels. Es kann auch ganz nach der einen oder anderen Seit ausschlagen, etwa ganz glatt oder ganz lockig ausfallen. Dasselbe gilt für die Farben. Hier reicht das Spektrum von cremig-gelb bis schwarz, zuweilen auch gescheckt in allen Varianten. Der Goldendoodle hat eine Widerristhöhe von 50 bis 70 cm bei einem Gewicht zwischen 20 und 40 Kilogramm. Goldendoodle – wie auch Labradoodle – wird immer wieder zugeschrieben, ein Hund für Allergiker zu sein. Das wird mit dem Pudel in seinem Blut respektive seinen Haaren erklärt.

Pudel haaren tatsächlich weniger als andere Hunde, da sie keinen Wechsel zwischen Sommer- und Winterfell haben. Es ist allerdings schon fraglich, warum sich genau diese Eigenschaft beim Mischling durchsetzen soll, wo nicht einmal dessen Fellbeschaffenheit vorhersagbar ist. Es gibt allerdings keinen belastbaren Beleg für die angebliche Allergikertauglichkeit des Goldendoodles. Eine wissenschaftliche Untersuchung hat sogar ausdrücklich nachgewiesen, dass sich die Allergenmenge im Fell eines Goldendoodles nicht von der im Fell anderer Hunde unterscheidet. Dasselbe gilt übrigens für den Pudel auch – nur weiß man dort sicher, dass er weniger haart.

Charakter und Wesen

Der Charakter und das Wesen eines Goldendoodle im voraus zu bestimmen ist nur eingeschränkt möglich. Anders als bei gefestigten Hunderassen, ist die Streuung extrem groß. Es hat ein wenig von genetischem Roulette. Wahrscheinlich hat ein Goldendoodle eine hohe Intelligenz und Leistungsfähigkeit. Seine Ahnen waren beide auf die Wasserjagd spezialisierte Jagdhunde, sowie als Arbeitshunde Allrounder. Der Goldendoodle will und braucht daher sehr wahrscheinlich anspruchsvolle Beschäftigung. Dann wird er auch ein guter Familienhund. Der intelligente Vierbeiner hat möglicherweise eine überdurchschnittliche Lernfähigkeit und zugleich hohe soziale Kompetenz.

Der Goldendoodle ist bewegungsfreudig und sucht die geistige Herausforderung. Er will und braucht sehr wahrscheinlich die Aktivität mit seinen Menschen. Das Wesen ist bei einem gesund gezüchteten Rassehund besser einzuschätzen. Und es sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein: Bei mehr als 360 anerkannten und meist über vielen Generation mit den Menschen arbeitenden Hunderassen haben sich typische, konkrete Kombinationen im Wesen verankert. Diese lassen das Wesen des Welpen voraussagen. Das ist bei einem Designer-Dog nur noch eingeschränkt möglich.

Haltung

Der Goldendoodle ist im Großen und Ganzen problemlos in der Haltung. Er braucht die enge Bindung zu seinen Menschen. Wichtig ist, dass man den Hund geistig fordert. Beide Ahnen haben einen starken Drang, für und mit seinen Menschen zu arbeiten. Er macht sich wahrscheinlich gut im Hundesport und es spricht einiges dafür, dass er selbst professionellen Herausforderungen, etwa in der Rettungsarbeit, gewachsen ist. Auch braucht er reichlich Bewegung am besten in der freien Natur. Er apportiert immer noch gerne und ist auch noch Wasserhund geblieben, gerne geht er ins Wasser. Auf sein fehlendes Haaren und seine angebliche Tauglichkeit für Allergiker sollte man nicht setzen. Hierzu gibt es keinerlei belastbare Nachweise.

Erziehung

Die Erziehung eines Goldendoodle ist wahrscheinlich problemlos. Beide Ausgangsrassen sind ausgesprochen gelehrig und bereit, für ihre Menschen zu arbeiten. Der Goldendoodle wird sich daher gut erziehen und darüber hinaus ausbilden lassen. Der Goldendoodle hat ein offenes Wesen, das seine Absichten leicht erkennen lässt. Er lässt sich gut führen. Er will auch von Herrchen und Frauchen geführt werden und ist ein dankbarer Partner in der Erziehung.

Pflege und Gesundheit

Der Goldendoodle braucht regelmäßige Fellpflege. Es muss getrimmt werden, ein Erbe des Pudels. Es kommt ein wenig darauf an, wie es beschaffen ist, aber hier und da bürsten sollte zwischen dem Trimmen reichen. Ansonsten ist der Goldendoodle pflegeleicht.

Rassetypische Krankheiten

Daten über typische Krankheiten eines Goldendoodle sind nicht vorhanden. Es gibt auch keine Daten, wie sich etwa Anlagen für real vorhandene Erbkrankheiten aus einerseits der Golden Retriever-Population und andererseits der Pudel-Population im Kreuzungsprodukt verhalten. Theoretisch ist eine robuste Gesundheit zu erwarten.

Ernährung/Futter

Der Goldendoodle ist in seiner Ernährung problemlos.

Lebenserwartung

Ein Goldendoodle aus gesunden Ausgangslinien kann theoretisch durchaus das für seine Größe sehr hohe Alter von 15 Jahren bei guter Fitness erreichen. Belastbare Daten gibt es aber nicht.

Goldendoodle kaufen

Solltest du an einem Goldendoodle interessiert sein, so solltest du dich ebenfalls in den Tierheimen umschauen. Die Chance ist groß, dass du dort einen einsamen Hund findest, der genau die Eigenschaften verkörpert, die du von einem Goldendoodle erwartest.

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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