Über 300 Marken
Kostenloser Versand in Deutschland ab 19€
25 Jahre Erfahrung

Dalmatiner im Rasseportrait

1512
0

DalmatinerHerkunft und Rassegeschichte

Der Dalmatiner ist ein mittelgroßer Hund von ausgesprochen eleganter und zudem einzigartiger Erscheinung. Sein Fell trägt unregelmäßige schwarze oder leberfarbene Flecken oder Tüpfel auf weißem Grund. Heute ist der Dalmatiner die einzige Hunderasse mit dieser markanten Fellfärbung. Früher gab es einige Hunderassen, die zumindest in Varietäten solche Fellfarben zeigten, die auf ein ganz bestimmtes Scheckungs-Gen zurückgehen. Dieser Fakt trägt dazu bei, dass die Herkunft des Dalmatiners auch heute noch im Dunkeln liegt. Viele Autoren stützen sich auf historische Gemälde, die Hunde mit der typischen heutigen Dalmatiner Tüpfelung zeigen und gaben so Italien oder Spanien als Ursprungsgebiete an. Diese Hunde müssen jedoch nicht Vorfahren des Dalmatiners gewesen sein. Tatsache ist, dass die Engländer sich dieser Hunde als Erste annahmen und sie zu einer modernen Hunderasse formten.

Der erste Dalmatiner-Standard wurde 1882 vom damals berühmten britischen Kynologen Vero Shaw verfasst. Dieser Standard wurde im Jahre 1890 in einen offiziellen Standard überführt und der erste Dalmatiner Verein, der „Dalmatian Club“, in England gegründet. Die FCI hat den ersten Standard für Dalmatiner 1955 mit seiner Bezeichnung als „Dalmatiner Jagdhund“ veröffentlicht. Auch heute noch bezeichnet ihn der Welthundeverband als Jagdhund. In der Öffentlichkeit gilt der Dalmatiner als Kutscherhund. Tatsächlich fanden 1940 Untersuchungen der Harvard-Universität statt, die eine gewisse angeborene Fähigkeit des Dalmatiners, unter einer Kutsche zu laufen und dabei die Pferde richtig einzuschätzen, vermuten lassen. Historisch belegt ist seine Verwendung als Feuerwehrhund in New York. Dort liefen Dalmatiner vor dem Gespann der Feuerwehr und bellten die Straße frei.

Ob nun Jagd- oder Kutscherhund, der Dalmatiner ist aus der Landschaft der Rassehunde nicht mehr wegzudenken. Er ist ein vorzüglicher Begleithund und verdankt seine stetige Beliebtheit sicher nicht dem Hollywood-Streifen „101 Dalmatiner“, der einen regelrechten Run auf diese Rasse auslöste. Solche Modeerscheinungen rufen nur geschäftstüchtige Vermehrer und oberflächliche Halter auf den Plan und tun keiner Hunderasse gut. Doch der Dalmatiner hat diese Boomphase gut überstanden und steht heute prächtig dar. In Berlin entstand um 1900 der „Dalmatiner Klub“. Seither ist er ein beliebter, aber nie häufiger Hund in Deutschland mit recht stabilen Wurfzahlen. In der Liste der beliebtesten Hunderassen der Facebook-Follower des VDH steht er immerhin auf Platz 12. Er ist im VDH mit gleich vier Zuchtvereinen vertreten.

Beschreibung

Der Dalmatiner ist ein mittelgroßer, kurzhaariger, kräftiger Hund von harmonisch-eleganter Linie. Sein Fell ist weiß mit klar abgesetzten aber unregelmäßigen schwarzen oder leberbraunen Flecken -oder wie die Fachleute sagen „Tupfen“. Er hat einen geraden Rücken und relativ langen Hals. Das Fell ist kurz, hart, dicht und wirkt glatt und glänzend. Die Tupfen sollen nicht ineinander laufen, rund und klar begrenzt sein. Er soll symmetrisch in seinen Umrissen, frei von Grobheiten und Schwerfälligkeiten sein. Als früherer Kutscherhund soll er in der Lage sein, bei beträchtlicher Geschwindigkeit sehr ausdauernd zu laufen. Die gewünschte Widerristhöhe liegt für Rüden bei 56 bis 62 cm, bei Hündinnen 54 bis 60 cm. Das Gewicht der Rüden liegt bei 27 bis 32 kg, das der Hündinnen 24 bis 29 kg.

Charakter und Wesen

DalmatinerDer Dalmatiner ist ein Hund voller Energie und Tatendrang. Er ist ein Laufhund. Zugleich ist er sehr sensibel, Herrchen und Frauchen gegenüber treu und anhänglich. Er ist verschmust und liebesbedürftig. Fremden gegenüber ist er neutral bis zurückhaltend. Seine Familie beschützt er aufmerksam, neigt aber nicht zu Aggressivität. Der Dalmatiner will ausgedehnte Spaziergänge und macht sich ganz hervorragend als Begleiter beim Joggen, Rad fahren oder Reiten. Draußen einigermaßen ausgelastet ist er im Haus ein ruhiger Vertreter. Er ist sehr aufmerksam und intelligent und merkt jede Inkonsequenz in der Erziehung. Hier muss seine ganze menschliche Familie eine klare Linie fahren, sonst nutzt er jedes Schlupfloch „schamlos“ aus.

Es muss immer klar sein, wer das Sagen hat, sonst fühlt sich der Hund berufen, selbst Regeln aufzustellen. Der Dalmatiner, sportlich geführt, ist ein guter Familienhund und sehr kinderfreundlich. Richtig sozialisiert verträgt er sich auch bestens mit anderen Haustieren. Der Dalmatiner zeigt ein ausgeprägtes Minenspiel und bringt seine Freunde durch sein eigenes Lächeln regelmäßig selbst zum Schmunzeln. Besonders bei Begrüßungen zieht er mit leicht gesenktem Kopf seine Lefzen ganz weit nach hinten und zeigt so mit leicht submissivem Ausdruck und geschlossenem Fang die Zähne. Manche verwechseln diese Geste mit Zähnefletschen, was eine klare Fehlinterpretation ist: Der Dalmatiner lacht.

Haltung

Der Dalmatiner ist pflegeleicht. Er hat aber einen hohen Bewegungsdrang. Er ist eine Sportskanone auf vier Beinen, die auf tägliche Trainingseinheiten besteht. Ideal ist er deshalb für Leute, die sportlich aktiv sind und sich regelmäßig in der Natur bewegen. Joggen, Rad fahren, Laufen, Reiten – der Dalmatiner begleitet dich mit Freude über Stunden. Dies ist natürlich auch eine Verpflichtung. Vor einer Anschaffung solltest du dir ehrlich in die Augen schauen, ob du dem Hund gerecht werden kannst und willst. Für gemütliche Menschen, die gern einen Couch Potato haben wollen, ist er nichts und natürlich erst recht nichts für Schickimickis, die das schwarz-weiß getüpfelte Fell als passende Dekoration für das weiße Ledersofa exklusiv finden.

Da ein Dalmatiner in der Wohnung ruhig ist, muss diese nicht groß sein. Du brauchst kein Haus mit Garten, um ihn artgerecht halten zu können. Du musst nur bei wirklich jedem Wetter Tag für Tag mit ihm für eine Stunde als Minimum raus gehen, in der Regel sogar länger. Da die meisten Dalmatiner kaum Jagdtrieb haben, kann man ihn bei guter Erziehung auch von der Leine lassen. Für Hundesportarten wie Agility oder Obedience ist er gut geeignet. Kleine Kunststückchen lernt er mit Begeisterung.

Erziehung

Intelligent und temperamentvoll wie er ist, braucht der Dalmatiner von Welpenzeit an eine konsequente Erziehung. Diese sollte auf einer innigen emotionalen Bindung zu Herrchen oder Frauchen basieren. Mit positiver Verstärkung über Lob und Bestätigung lernt er schnell und behält das Gelernte auch. Es muss nur klar sein, wer das Sagen hat. Einmal aufgestellte Regeln müssen von allen Beteiligten auch eingehalten werden. Ideal ist, wenn der Halter sichere Gelassenheit ausstrahlt, daran baut sich der sensible Hund auf. Sind seine Menschen gestresst oder nervös, so lässt sich der Hund hiervon gerne anstecken. Vollkommen disqualifizierend sind Zwangsmaßnahmen in der Erziehung eines Dalmatiners. Im besten Fall schaltet er dann auf stur.

Pflege und Gesundheit

So pflegeleicht der Dalmatiner aufgrund seines kurzen Fells ist, so haart er doch das ganze Jahr. Die kurzen Haare setzen sich in Polstern oder Stoffen gerne fest. Da hilft nur tägliches Bürsten. Durch die hängenden Ohren kann sich ein zu warmes, feuchtes Klima im Ohr entwickeln, was zu Ohrenentzündungen führen kann. Daher sollte man die Ohren regelmäßig kontrollieren.

Rassetypische Krankheiten

Aufgrund des die weiße Grundfarbe erzeugenden Defektgens kommt es gehäuft zu erblich bedingter Taubheit. Es gibt ferner das Dalmatiner-Syndrom. Kernproblem ist Hyperurikosurie, die beim Dalmatiner auf ein fehlendes Transporterprotein beim Harnsäure-Abbau zurückzuführen ist. Schließlich sehen wir eine Neigung zu Allergien und Hautausschlägen.

Ernährung/Futter

Die Ernährung des Dalmatiners ist unproblematisch solange keine Allergien oder andere Krankheiten im Spiel sind. Nach den Mahlzeiten sollten die Hunde keinesfalls toben, springen oder rennen, da ein erhöhtes Risiko zu Magendrehung vorhanden ist.

Lebenserwartung

Der Dalmatiner ist eine im Allgemeinen gesunde Hunderasse. Er erreicht meist ein Alter von 12 bis 14, nicht selten 16 Jahren.

Dalmatiner kaufen

Will man einen Welpen kaufen, so sollte man sich vor Ort bei einem Züchter umschauen, der einem der Zuchtvereine im VDH angeschlossen ist. Seriöse Züchter werden dir gerne umfassend Auskunft geben und dir den Wurf, die Eltern und alle anderen wichtigen Dinge gut dokumentiert zeigen. Für einen Welpen aus einer seriösen Zucht musst du in der Regel zwischen 1200 und 1600 Euro zahlen. Du kannst dich statt dessen aber auch im Tierheim oder bei der Dalmatiner Nothilfe umschauen.

 

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


Hilf uns, unseren Service weiter zu verbessern. War dieser Artikel hilfreich für dich?

Kommentare, Fragen und Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.