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Dackel im Rasseportrait

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DackelHerkunft und Rassegeschichte

Der Dackel oder Teckel ist ein ganz besonderer Hund, nicht nur wegen seines einmaligen Aussehens. Er ist auch heute noch ein vielseitiger Jagdgebrauchshund und natürlich auch ein Familienhund. Er ist wohl der einzige Kleinhund, der noch regelmäßig im Arbeitseinsatz geführt wird. Früher nannte man ihn „Dachshund“ und das ist auch heute noch sein offizieller Rassename. Die Spezialität des Teckels, wie ihn die Jäger gerne nennen, ist die Jagd in Erdbauten.

Der Dackel wird in die Höhlen geschickt, um einen Dachs aus seinem Bau zu sprengen. Er darf keinerlei Angst vor diesem wehrhaften, großen Marder haben, der immerhin locker das doppelte Gewicht in den Kampf werfen kann. Auch bei der Jagd auf Fuchs und Kaninchen kommen Teckel heute noch zum Einsatz. Darüber hinaus bewährt er sich in der Nachsuche und bei der Schweißarbeit. Der Dackel zählt in Deutschland und vielen weiteren Ländern zu den beliebtesten Jagdhunden. Und er zählt ebenso zu den beliebtesten Begleit- und Familienhunden. Schon seit Urzeiten werden niederläufige Bracken als Jagdhunde gezüchtet. Sie werden bereits auf Abbildungen der alten Ägypter gezeigt. Schon im Mittelalter beschrieb und malte man Hunde, die fast genauso aussehen wie unsere heutigen Dackel. Auch die Einsatzzwecke waren dieselben.

Der Dackel zählt zu den Hunderassen, die am stabilsten und längsten mit einer Aufgabe im Dienste des Menschen betraut waren und heute noch sind. Mit der Herausbildung der modernen Rassehundezucht wurde in Deutschland der moderne Dackel geschaffen. Bereits 1888 wurde der Deutsche Teckelklub gegründet. Er ist der älteste Zuchtverein für Teckel und zweitältesten Rassehundevereine Deutschlands überhaupt. Den Teckel oder Dackel gibt es in drei Größen (Standard, Zwerg, Kaninchen) und jeweils drei Haararten (kurz, rau, lang). Beim Langhaardackel sollen früher Spaniels eingezüchtet worden sein, beim Rauhaardackel soll ein Terrier zu den Stammvätern gehören. Wie heißt er nun korrekt: Teckel, Dachshund oder Dackel? Korrekt sind alle drei Bezeichnungen. Der spätmittelhochdeutsche Name „Dahshunt“ (von Dachs abgeleitet) wurde im frühen 18. Jahrhundert zu „Dächsel“, in der zweiten Hälfte jenes Jahrhunderts im Norddeutschen zu „Teckel“ und später, gegen Ende des 19. Jahrhunderts – als Kurz- und Koseform – zu „Dackel“.

Beschreibung

Das äußerliche Hauptkennzeichen des Dackel seine Niederläufigkeit, in der Fachsprache Chondrodystrophie genannt. Diese Chondrodystrophie ist eine Mutation des Knorpels, die unter anderem bei Röhrenknochen einen Zwergwuchs erzeugt. Das hat man schon in der Antike und vielleicht schon davor züchterisch gefestigt, da solche Hunde für den Menschen sehr nützlich sein können. So etwa bei der Jagd wie auch bei der Arbeit in engen Räumlichkeiten. Die harte Arbeit leistete der heute ausgestorbene englische Turnspit, der im Hamsterrad Grillspieße und andere Apparaturen antreiben musste. Er sah aus wie ein großer kräftiger Dackel. Die Niederläufigkeit des Dackels ist gekoppelt mit einem langgestreckten, schlanken Körper.

Nun teilt sich der Dackel in verschiedenen Varietäten. Es gibt ihn in drei verschiedenen Größen, den Standard-Teckel, den Zwerg- und schließlich den kleinsten, den Kaninchenteckel. Dann gibt es jede dieser drei Größen in jeweils drei verschiedenen Haararten: Kurzhaar, Rauhhaar und Langhaar. Diese Haarvarietäten bringen auch gewisse Unterschiede im Wesen mit sich, da das Langhaar durch Einkreuzung von Spaniels und das Rauhhaar durch Einkreuzung von Terriern in die Teckel gebracht wurde. Kurzhaar bedeutet laut Standard: Kurz, dicht und glänzend, glatt anliegend, nirgends unbehaarte Stellen zeigend. Rauhhaar: Mit Ausnahme von Fang, Augenbrauen und Behang am ganzen Körper vollkommen ausgeglichene, mit Unterwolle durchsetzte, anliegende, dichte, drahtige Jacke. Am Fang bildet sich ein Bart.

Für den Langhaar bestimmt der Standard: Das weiche, schlichte, glänzende Haar verlängert sich unter dem Halse, der ganzen Unterseite des Körpers, namentlich aber am Behang und an der Hinterseite der Läufe zu einer hervorragenden Feder und erreicht seine größte Länge an der Unterseite der Rute. Der Dackel wird in zwei Linien gezüchtet: als Jagdhund und als Begleithund. In der Linie der Begleithunde bewegen sich auch die Liebhaber der Show-Szene, wo es immer wieder zu Übertreibungen zulasten des Wohls und der Gesundheit der Hunde kommt, etwa wenn die Hunde zu lang und zu niedrig gezüchtet werden, oder die Farbe des Fell zum Qualitätskennzeichen eines Teckels gemacht wird. Ein guter Hund hat keine Farbe! Der Standarddackel hat einen Brustumfang von über 35 Zentimeter und ein Gewicht von vier bis neun Kilogramm. Zwergdackel haben einen Brustumfang von 30 bis 35 Zentimeter und ein Gewicht zwischen gut drei und vier, Kaninchendackel bei drei Kilogramm, aber nicht darunter.

Charakter und Wesen

Der Dackel ist ein Jagdhund und war nie ein Schoßhund. Er ist ein kleiner Hund ganz groß. Im Bau ist der Teckel ein ausdauernder Alleinjäger und muss selbstständig Entscheidungen treffen. Ein starker Wille, Beharrlichkeit und großer Mut sind weitere Eigenschaften, die beim Jagdeinsatz gefordert sind. Diese Anforderungen haben seinen Charakter nachhaltig geprägt. Er ist selbstbewusst und zuweilen eigensinnig, aber entgegen landläufiger Meinung ausgesprochen gut erziehbar und führbar. Er ist eben ein echter Profi. Seine Eigenwilligkeit macht ein gutes Stück seines besonderen Charmes, die man nicht nur akzeptieren sondern mögen muss, aus. Er ist freundlich aber nicht Everybodys Darling und nicht unterwürfig, zeigt seine Meinung und ist dabei weder ängstlich noch aggressiv. Zudem verfügt er über ein ausgeglichenes Temperament. Auch in der Linie als Begleithund bleibt der Teckel ein passionierter, ausdauernder, feinnasiger und flinker Jagdhund. Er lässt sich gut ausbilden – auch für Hundesport.

Haltung

Der Dackel stellt keine besonderen Ansprüche an seine Haltung. Er liebt seine Menschen ob in einer kleinen Wohnung oder auf dem Land mit großem Garten. Treppensteigen sollte man ihm allerdings keinesfalls  zumuten, zumindest nicht regelmäßig. Der Teckel ist ein Jäger und Naturbursche. Man sollte ihm regelmäßige, möglichst tägliche Ausflüge in die Natur gönnen. Der Dackel verfügt angesichts seiner kurzen Läufe über eine erstaunliche Ausdauer. Es ist immer wieder eindrucksvoll zu sehen, mit welchem Eifer, welcher Schnelligkeit und Ausdauer dieser Hund durch die Natur sprintet. Nicht selten begleitet er Herrchen und Frauchen beim Joggen oder Ausritt, was aber nicht die Regel sein muss. Als kleiner und robuster Hund lässt sich der Dackel überall problemlos mitnehmen. In einer Gaststätte oder im Hotel weiß er sich zu benehmen. Der Dackel ist ein hervorragender Familienhund. Mit anderen Haustieren kann es auf Grund seines Jagdinstinkts problematisch sein. Das kann bei entsprechender Gewöhnung und Erziehung in der Welpenzeit geändert werden.

Erziehung

Trotz seiner Jagdpassion ist der Dackel ein Hund für jedermann, ob Jäger oder Nichtjäger. Entgegen landläufiger Meinung ist er ein gut erziehbarer Hund. Man muss ihn nur konsequent und mit Überzeugung und Geduld als Partner gewinnen. Dann schenkt er seine sprichwörtliche Treuherzigkeit mit dem herzerweichenden „Dackelblick“. Dabei ist er nie unterwürfig; er hat vielmehr eine starkes Selbstbewusstsein mit ausgeprägtem eigenen Willen. Das muss man respektieren, ja lieben. Jeder Dackel hat seinen eigenen, ganz individuellen Charakter. Man sollte ihn keineswegs als Schoßhund missverstehen, man sollte ihn fordern und insbesondere seine individuelle Persönlichkeit akzeptieren. Dann lässt er sich mit Konsequenz auf der Basis freundschaftlicher Bindung gut erziehen und führen. Mit etwas Engagement ist das auch für einen weniger hundeerfahrenen Anfänger machbar.

Pflege und Gesundheit

Die Pflege des Dackels ist problemlos stellt keine besonderen Anforderungen.

Fellpflege

Täglich sollten Fell und Fang kontrolliert werden. Regelmäßig sollte das Fell gebürstet werden. Der Rauhhaardackel will getrimmt werden.

Rassetypische Krankheiten

Der Dackel erfreut sich insgesamt eine robuste Gesundheit. Man sollte lediglich darauf achten, dass die Hunde nicht zu klein, zu lang, zu leicht sind und nicht zu kurze Beine haben. Auch Show-Zuchten, wo die Hunde nach Äußerlichkeiten bewertet werden, sollten mit Vorsicht betrachtet werden. Der Dackel leidet gelegentlich an der nach ihm benannten Dackellähme. Das ist ein spezieller Bandscheibenvorfall, der dieselben erblich bedingten Ursachen hat wie seine Kurzläufigkeit. Zudem treten Erkrankungen an Herzklappen, rheumatische Erkrankungen und idiopathische Epilepsie gehäuft auf. Inzucht, Verpaarung mit extremen Merkmalen wie Verzwergung – übertriebene Proportion (kurze Läufe, langer Rücken) stellen ein beachtliches Gesundheitsrisiko dar und verkürzen die Lebenserwartung drastisch.

Ernährung/Futter

An die Ernährung stellt der Dackel keine besonderen Ansprüche. Für seine allgemeine Fitness, insbesondere hinsichtlich des Risikos der Dackellähme, sollte man darauf aufpassen, dass er schön schlank bleibt.

Lebenserwartung

Der Dackel gehört zu den gesunden, vitalen und langlebigen Rassen. Das wird nicht zuletzt auch seiner Verwendung als professioneller Jagdhund zu danken sein. Er erreicht nicht selten problemlos ein Alter von 12 bis 15, zuweilen sogar mehr Jahren.

Dackel kaufen

Willst du Welpen kaufen, so solltest du als ersten entschieden haben, ob du einen Dackel als Jagdhelfer oder als Begleiter für die Familie haben will. Du solltest deinen Dackel nur bei einem Züchter vor Ort kaufen, der dem Deutschen Teckelklub oder dessen Schwestervereinen im benachbarten Ausland angeschlossen ist. Du kannst dich auch bei der Aktion Teckelhilfe oder im Tierheim vor Ort umschauen. Welpen kosten in der Regel zwischen 1.000 -und 1.500 Euro.

 

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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