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Cavalier King Charles Spaniel im Rasseportrait

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Cavalier King Charles SpanielHerkunft und Rassegeschichte

Der Cavalier King Charles Spaniel, kurz Charlie oder Cavalier genannt, ist der Spross uralter Begleithunde des britischen Hochadels. Seine Vorfahren sind in etlichen historischen Ölgemälden großer Meister dokumentiert. Schriften aus dem Mittelalter beschreiben diesen kleinen Spaniel bereits als Gesellschaftshund. Er war Spielkamerad der Kinder und Bettwärmer der adeligen Damen am Hofe der englischen Könige. Anthonis van Dyck porträtierte in seinem „Bildnis der Kinder Karls I.“ schon 1635 die kleinen Spaniels am Hofe von King Charles in Öl. Er zeigt zwei dieser Spaniels mit den Kindern des Königs. Später wurden die Hunde nach diesem König benannt und hießen fortan „King Charles Spaniel“. Da diese Hunde als reine Begleithunde dienten, wurden sie bereits vor 200 Jahren Opfer menschlichen Strebens nach Besonderem und Extravagantem.

Sie wurden immer extremer nach dem Kindchenschema gezüchtet, die Schnauze kürzer, die Augen glubschiger, der Kopf runder. Der kleine Spaniel hatte nicht nur einen König im Namen, er genoss auch das besondere Interesse der Könige und Königinnen. Elisabeth I. und ihre Gegenspielerin Maria Stuart hielten solche kleinen Spaniels. Als die Züchter um 1900 den Namen in Toy-Spaniel ändern wollten, soll dieses Ansinnen von King Edward VII. persönlich verhindert worden sein. Das schützte den kleinen Hund leider nicht vor züchterischen Fehlleistungen. Der alte King Charles Spaniel war schließlich kaum noch zu erkennen. Das rief Hundefreunde auf den Plan, die den alten Typus wiederbeleben wollten. Anfang der 1920er Jahre lobte ein US-Amerikaner eine stattliche Summe für seine Rückzüchtung nach dem Vorbild der historischen Gemälde aus. 1928 wurde in England der „Klub zur Förderung des Cavalier King Charles Spaniels“ gegründet. Die offizielle Anerkennung durch den Kennel Club erfolgte bereits 1945.

Der neue kleine Spaniel fand großen Zuspruch und bis heute rund um den Erdball eine große Liebhabergemeinde. Nicht ohne Grund, ist er doch der sanftmütige Begleiter des Menschen schlechthin. Der Cavalier King Charles Spaniel ist also eine ganz junge und zugleich eine uralte Hunderasse. Der schnelle Siegeszug wurde allerdings durch die Verwendung einer extrem kleinen Zuchtbasis erkauft. So konnten sich verschiedene Erbkrankheiten wie eine Seuche verbreiten und betreffen heute fast die gesamte Population. Der Cavalier King Charles Spaniel zählt zu den Hunderassen, die am meisten von Erbkrankheiten gebeutelt ist. Es ist die Ironie der Geschichte, dass dieses Schicksal gerade eine Hunderasse ereilen muss, die als gesunde, urwüchsige Antwort auf die Verzüchtung seiner Vorfahren erst kürzlich geschaffen wurde.

Beschreibung

Man sieht es dem Cavalier King Charles Spaniel geradezu an, dass er ein liebevoller, sanftmütiger, ruhiger Geselle ist. Mit einer Widerristhöhe von 30 bis 33 cm und einem Gewicht von 5 bis 8 Kilogramm ist er ein kleiner Hund. Er hat ein typisches, einzigartiges Aussehen, ist aber zugleich als Spaniel erkennbar. Das Fell ist mittellang, seidig und leicht gewellt, aber ohne Locken. Die Ohren sind lang, hoch angesetzt, herunterhängend mit reichlicher Befederung. Auch die Rute und die runden Pfoten sind gut behaart.

Die Augen sind groß, rund und dunkel. Die kurze schwarze Nase sollte nicht spitz zulaufen, sondern eher etwas platt sein, so der Standard. Den Cavalier King Charles Spaniel gibt es in vier Farben: Black and Tan meint rabenschwarz mit lohfarbenen Abzeichen etwa über den Augen. Weiße Flecken sind hier unerwünscht. Ruby meint einfarbig tiefrot. Weiße Flecken sind auch hier unerwünscht. Blenheim meint unterbrochene intensiv kastanienrote Abzeichen auf perlweißer Grundfarbe. Schließlich sehen wir den Tricolour aus schwarz und weiß mit lohfarbenen Abzeichen.

Charakter und Wesen

Der Cavalier King Charles Spaniel ist ein außergewöhnlich liebevoller Begleiter. Es gibt wohl kaum einen weiteren Hund, der so friedlich dem Menschen zugewandt ist. Der kleine Spaniel eignet sich ideal als Begleiter in den heutigen Großstädten. Man kann sagen, dass er das beste Mittel gegen den Alltagsstress ist. Er ist anspruchslos und eignet sich für die Haltung in einer Etagenwohnung. Auch für ältere Menschen ist er bestens geeignet. Der Cavalier King Charles Spaniel hat praktisch keine Aggressivität. Cavaliere sind die angenehmsten und sanftesten Hunde, die sich ein Mensch nur wünschen kann. Zugleich will und braucht er eine ebenso sanfte und liebevolle Behandlung durch seine Menschen.

So kann sich eine außerordentlich enge Bindung zwischen Herrchen oder Frauchen und diesem kleinen Vierbeiner entwickeln. Der Cavalier King Charles Spaniel hat ein freundliches, fröhliches Wesen und ist ausgesprochen verträglich mit anderen Tieren. Über die Begegnung mit Menschen, selbst fremden, freut er sich immer. Er ist damit wie geschaffen für die heutige, hektische und eher hundefeindliche Zeit. Auch wenn er ruhig und sanftmütig ist, so ist er doch Hund und auch Spaniel geblieben. Will heißen, er liebt und braucht seine Spaziergänge in der Natur. Er liebt es, auch einmal in einen See zu springen nach alter Spaniel-Sitte.

Haltung

Der Cavalier King Charles Spaniel stellt keine besonderen Ansprüche an seine Haltung. In der Wohnung ist er sehr ruhig, jedenfalls kein Kläffer. Durch sein sanftmütiges Wesen ist er nicht als Wach- oder Schutzhund geeignet, wie es manche Terrier seiner Größe durchaus wären. Der Cavalier ist jedoch ein leidenschaftlicher Spaziergänger. Manche mögen es, ihren Menschen beim entspannten Joggen zu begleiten. Das Herumtollen mit Artgenossen genießen die Cavaliere sehr. Dabei ist er sehr verträglich, selbst wenn es sich um einen gleichgeschlechtlichen Vertreter handeln sollte; Streitereien geht er aus dem Wege.

Als einziges Problem seiner Haltung zeigen sich die leider sehr vielen Erbkrankheiten, die durch Fehlleistungen der Zucht in seiner Population weit verbreitet sind. So leidet er früher oder später an einer erblich bedingten Herzkrankheit, einer Fehlfunktion der Herzklappen, MVD abgekürzt. Darüber hinaus sehen wir eine zunächst von außen nicht erkennbare Deformation der Schädelhöhle, die zu schweren Nervenkrankheiten führt, Syringomyelie (SM) und Chiari-like malformation (CM). Beide Krankheiten erfordern permanente Behandlung und Pflege und führen nichtsdestotrotz über kurz oder lang zum Tod. Neben dem psychischen Stress für Hund und Halter kommen so auch noch erhebliche Kosten für die tiermedizinische Versorgung auf einen zu. Dieses Risiko gilt es zu bedenken, solltest du an eine Anschaffung eines Cavaliers denken.

Erziehung

Der Cavalier ist ausgesprochen gut zu erziehen. Deswegen und wegen seiner problemlosen Haltung ist er für den Anfänger gut geeignet. Das heißt natürlich nicht, dass er sich von alleine erziehen würde. Wie bei jedem anderen Hund braucht es von Anfang an Regeln, die es konsequent zu befolgen gilt. Aber der Cavalier King Charles Spaniel ist intelligent, lernwillig und daran interessiert seinem Herrchen und Frauchen zu gefallen, das gemeinsame Leben in Harmonie zu gestalten. So macht er die Erziehung leicht. Mehr als bei den meisten anderen Hunden gilt beim Cavalier aber auch, dass seine Erziehung mit Geduld und auf der Grundlage des gegenseitigen Vertrauens erfolgen muss. Nicht wenige Cavaliere sind dann zu erstaunlichen Leistungen, etwa im Hundesport oder bei einer Begleithundeprüfung bereit und in der Lage.

Pflege und Gesundheit

Die Pflege des Cavaliers ist recht einfach. Regelmäßige Bürsten des Fells und hier und da eine Kontrolle der Ohren reichen.

Rassetypische Krankheiten

Der Cavalier King Charles Spaniel leidet an einer Reihe schwerwiegender Erbkrankheiten: Einer in der Regel tödlich verlaufende Fehlfunktion der Herzklappen, Mitral-Valve-Disease (MVD). Verschiedene schwere Nervenkrankheiten wie Episodic Fall Syndrome, Syringomyelie (SM) und Chiari-like malformation (CM). Ferner Curly Coat Dry Eye (Augenkrankheit) und einige weitere. Schließlich sehen wir die auch bei anderen Kleinhunden verbreiteten Probleme mit der Kniescheibe (Patella) und eine Neigung zu Allergien.

Ernährung/Futter

Die Ernährung eines gesunden Cavalier King Charles Spaniels ist unproblematisch.

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung eines Cavalier King Charles Spaniel hängt weitgehend davon ab, wie weit er von Erbkrankheiten akut betroffen ist. Nach einer Untersuchung des britischen Kennel Clubs liegt sie im Durchschnitt bei nur zehn Jahren. Gesunde Hunde dieser Größenordnung werden im Durchschnitt fünf Jahre älter.

Cavalier King Charles Spaniel kaufen

Man sollte nur vor Ort bei einem Züchter kaufen, der belastbare Nachweise vorlegen kann, dass seine Zuchttiere frei von den genannten Erbkrankheiten sind. Ein seriös gezüchteter Cavalier King Charles Spaniel Welpe ohne Anlagen für die hier genannten Erbkrankheiten kostet um die 1.500 Euro.

 

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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