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Border Terrier im Rasseportrait

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Border TerrierHerkunft und Rassegeschichte

Der Border Terrier ist ein mittelgroßer, hochläufiger Terrier aus dem Gebiet um die Grenze zwischen England und Schottland. Diese dünn besiedelte, hügelige Landschaft, Border country genannt, ist rau und dicht mit Farnen, Unterholz bewachsen oder von weiten Heideflächen geprägt. Bei den Fuchsjagden mussten die Border Terrier zunächst mit den Reitern und der Meute aus Hetzhunden im Jagdgalopp-Tempo folgen, um dann bei Bedarf in den Fuchsbau geschickt zu werden. Terrier wie der Border, Fox oder die beiden Russel sind Jagdhunde mit dem Schwerpunkt Baujagd auf Fuchs, die aber zugleich auch eine gute Laufleistung vorzuweisen haben. Die Terrier ganz allgemein bilden eine große Gruppe innerhalb der Hunde. Ihr Name leitet sich aus dem lateinischen „Terra“ für Erde ab. Es waren also schon immer Hunde für die Erdarbeit. Erste Zeugnisse geben schon die alten Römer. Im Mittelalter werden Terrier dann ausführlich beschrieben. Ihre Heimat liegt auf den britischen Inseln. Terrier gab es landauf und landab.

Neben der Baujagd hielten sie in den Pferdeställen das Ungeziefer klein. Dabei stellten selbst große Ratten für sie kein Problem dar. Hühner, Tauben, Kaninchen beschützten sie vor Marder und Fuchs. Um den Füchsen weiter nachzustellen, wurden sie in den Fuchsbau geschickt. Die Border Terrier sind genau hierfür gedacht. Ihre Aufgabe ist es, den Fuchs aus dem Bau heraussprengen. Das erfordert eifrigen Einsatz, besonderen Mut, selbständiges Denken und so genannte Raubzeugschärfe. Durch die Herausforderung, mit der Meute arbeiten zu müssen, ist der Border Terrier darüber hinaus auch mit anderen Hunden recht gut verträglich. Sein raues Fell schützt ihn vor Gestrüpp und unwirtlichem Wetter. Als Arbeitsterrier wurde er bis vor etwa einhundert Jahren nur auf Leistung gezüchtet und verfügte über eine breite genetische Ausstattung.

So entstand ein äußerst robuster Hund mit allen hochentwickelten Eigenschaften, die für einen breiten Arbeitseinsatz aber auch ein langes, gesundes Leben bei höchster Fitness taugen. In den 1920er Jahren begann man mit nur drei Exemplaren, aus ihm einen modernen Rassehund zu formen. Die neue Rasse wurde vom britischen Kennel Club schnell anerkannt. Viele Liebhaber dieser in Großbritannien sehr beliebten Hunderasse wehrten sich jedoch gegen die häufigen Nachteile durch die Rassehundezucht wie eben Inzucht. So wurde die neue Rasse erst 1987 vom Weltverband FCI offiziell anerkannt. Der Border Terrier wird im VDH durch den bereits 1894 gegründeten Klub für Terrier vertreten. Lange Zeit war er in Deutschland weitgehend unbekannt. Als uriger, kerniger Terrier mit einem markanten Äußeren und praktischer Größenordnung kam er schnell in Mode. Heute fallen im VDH etwa 400 Welpen im Jahr.

Beschreibung

Der Border Terrier ist ein kleiner bis mittelgroßer, hochläufiger Terrier. Er soll ein derber, widerstandsfähiger Arbeitsterrier sein, der besonders für die Arbeit unter der Erde geeignet ist. Sein unverwechselbares Markenzeichen ist der einem Otter ähnliche flache und wenig breite Schädel mit einem stumpfen, kurzen Fang. In Verbindung mit seinem fast struppig wirkenden Fell hat er einen schneidigen, pfiffigen, hellwachen Ausdruck – und so ist er auch. Das Fell soll harsch und dicht mit anliegendem Unterhaar sein. Typisch ist seine dicke lose Haut. Als Fellfarben werden rot, weizenfarben, grizzle mit tan (meliert und lohfarben), blau mit tan (blau und lohfarben) definiert. Schwarz ist nicht zugelassen. Rüden sollen laut Standard zwischen 6 und 7 Kilogramm, Hündinnen zwischen 5 und 6,5 auf die Waage bringen. Eine Widerristhöhe ist im Standard nicht vorgeschrieben. In der Praxis liebt sie zwischen 32 und 36 Zentimetern. So derb der Border Terrier auf den ersten Blick daher kommt, so geschmeidig, ja anmutig sind seine Bewegungen. Zum Gangwerk bemerkt der Standard, dass der Border Terrier die Kondition haben solle, einem Pferd zu folgen – das ist beachtlich!

Charakter und Wesen

Border Terrier haben das prägnante Wesen eines typischen Terriers. Allerdings ist er im Allgemeinen verträglicher mit anderen Hunden und nicht so rauflustig wie viele andere Terrier. Border Terrier sind temperamentvolle Hunde, die zu keinem Abenteuer nein sagen. Sie sind unternehmungslustig und wollen arbeiten. Das sollte jedes Herrchen und Frauchen beherzigen. Border Terrier fühlen sich in der Gemeinschaft wohl, die gar nicht groß genug sein kann. Er ist ein toller Familienhund und Partner der Kinder auf der Basis, dass er körperlich und mental herausgefordert und ausgelastet ist. Langeweile mag er nicht. Border Terrier eignen sich – sofern gesund – sehr gut für Agility und andere Hundesportarten. Auch als Therapie- oder Assistenzhund stehen die Border ihren Terrier. Der Border Terrier ist ein agiler, intelligenter und sehr anhänglicher, kurz: idealer Begleithund.

Haltung

Die Haltung eines Border Terriers ist problemlos. An die Größe der Wohnung stellt er keine Ansprüche. Die größte Herausforderung ist sein Temperament. Border Terrier brauchen Herausforderungen körperlicher wie mentaler Art. Obwohl der Border Terrier ein Vollblutjäger ist, kann er in seiner menschlichen Familie ein liebevoller, sanfter, führiger Begleiter sein. Er kann ein idealer Spielpartner für Kinder sein, da er für jedes Toben zu haben und dabei robust genug ist, eine Ungeschicklichkeit der Kinder wegzustecken. Grundvoraussetzung ist aber, dass er fachkundige Erziehung und Führung durch Herrchen oder Frauchen erhält. An andere Heimtiere muss er von der Wurfkiste an gewöhnt sein, ansonsten sieht er sie als Beute. Er ist ein idealer Begleiter für den sportlich aktiven Menschen. Beim Joggen hält er problemlos mit, wie auch beim Reiten, seiner Paradedisziplin, oder in Maßen beim Fahrradfahren – immer vorausgesetzt, dass er aus einer gesunden Zucht stammt.

Erziehung

Border Terrier lassen sich sehr gut erziehen und darüber hinaus ausbilden. Klare Ansage und Konsequenz sind hier die Wunderworte auf Basis eines respektvollen, liebevollen Verhältnisses zu Herrchen und Frauchen. Das muss beim Welpen anfangen. Bei einem jugendlichen, kleinen Border ist die Erziehung ein oft unterschätztes Kapitel. Auch wenn er putzig daherkommt, so steckt in ihnen ein echter Terrier und handfester Jagdhund. Er braucht also vom Welpenalter an konsequente Erziehung. Ein Border Terrier will gerne erzogen werden und sucht die Zusammenarbeit mit dem Menschen. Mit etwas Geschick, Engagement und Konsequenz lässt er sich daher auch gut von einem sportlichen Anfänger halten.

Pflege und Gesundheit

Border Terrier sind im großen Ganzen pflegeleicht. Sie müssen aber ein- bis zweimal jährlich, mindestens im Frühjahr während des Haarwechsels, getrimmt werden.

Rassetypische Krankheiten

Ein Border Terrier, seriös gezüchtet, verfügt über eine robuste Gesundheit. In Teilen der Population gibt es eine erblich bedingte Veranlagung für Epilepsie (CECS), ferner Progressive Retina Atrophie und Herzerkrankungen. Man muss auf Inzucht achten.

Ernährung/Futter

Die Ernährung des Borders ist unproblematisch. Sie haben aber nicht selten einen besonders großen Appetit. Daher muss darauf geachtet werden, dass sie nicht zu dick werden oder/und spezielles Futter herhalten.

Lebenserwartung

In der Regel erfreuen sich Border Terrier eines langen Hundelebens von nicht selten weit über 12, teils über 15 Jahren. Voraussetzung ist allerdings, dass sie aus einer gesunden und vor allem wenig durch Inzucht belasteten Zucht stammen.

Border Terrier kaufen

Aufgrund seiner Qualitäten ist der Border Terrier in den letzten Jahren in Mode gekommen. Das hat viele unseriöse Anbieter auf den Plan gerufen. Du solltest insbesondere darauf achten, dass keine allzu starke Inzucht vorliegt. Als Faustregel sollte im Stammbaum, den jeder seriöse Züchter gerne vorlegt, keine Ahne doppelt vorkommen. Am besten kauft man seinen Border Terrier Welpen vor Ort bei einem Züchter, der dem Klub für Terrier im VDH angeschlossen ist oder man schaut sich im Tierheim um. Die Kosten für einen Welpen liegen bei 800 bis 1.000 Euro.


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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