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Bordeaux Dogge im Rasseportrait

1829
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Bordeaux DoggeHerkunft und Rassegeschichte

Die Bordeaux Dogge, original „Dogue de Bordeaux“, ist ein mittelgroßer bis großer Molosser aus Frankreich. Der Typ des Molossers ist seit Urzeiten bekannt und spielte in etlichen Kulturen der Antike eine beachtliche Rolle. Die Babylonier meißelten ihre Molosser in Granit. Sie dienten Herrschern wie Hammurabi als Kriegshunde. Molosser sind kräftige, schwere Hunde. Sie haben einen imposanten Kopf mit einer kurzen Schnauze und langen Lefzen. Die Ohren werden meist hängend getragen. So zur Beschreibung des Äußeren. Noch markanter sind jedoch die inneren Werte der Molosser, die hier im Abschnitt zum Wesen der Bordeaux Dogge beschrieben werden. Nach den Überlieferungen der Antike in Wort und Bild sind die Hauptkennzeichen der Molosser seit tausenden von Jahren im Wesentlichen gleich geblieben.

Auch die Palette seiner Aufgaben im Dienste des Menschen ist lange Zeit konstant geblieben. Die Ahnen der Bordeaux Dogge dienten als Jagdhund auf großes und wehrhaftes Wild, meist als Saupacker. Sie mussten die gefährlichen Wildschweine stellen und packen, solange bis der Jäger es mit der Saufeder, einem speziellen Speer, töten konnte. Hierzu gehörten Schnelligkeit, Ausdauer, viel Mut und viel Kraft. Die Bordeaux Dogge diente und dient auch heute noch als Wach- und Schutzhund. Im Mittelalter wurde sie für die Arenen des Tierkampfs missbraucht. Große und kleine Molosser waren schon immer in ganz Europa verbreitet. Die Bordeaux Dogge wurde als eigenständige Rasse mit der Entstehung der modernen Rassehundezucht als eigene Hunderasse kreiert. 1863 fand im Pariser Jardin d’Acclimatation die erste französische Hundeausstellung statt.

Die Bordeaux Dogge wurde dort bereits unter ihrer heutigen Bezeichnung gezeigt. Der Name soll daher rühren, dass man diese Hunde am häufigsten bei den Metzgern der Stadt Bordeaux sah. Damals waren die Bordeaux Doggen allerdings noch nicht so groß, schwer und so faltig wie heute. Auch die heute verlangte Einfarbigkeit fehlte. Der 1883 in Paris prämierte Rüde „Bataille“ hatte einen faltenfreien Kopf mit schwarzer Maske. Die Bordeaux Dogge hatte oft unter den politischen Wirren der Menschheit zu leiden. Während der Französischen Revolution 1789 wurde sie fast ausgerottet, da sie als Hund der Wohlhabenden galt. In den beiden Weltkriegen hatten die Hunde so sehr zu leiden, dass ihr Bestand nach den Kriegen vom Untergang bedroht war. Seit den 1960er Jahren erlebt sie einen neuen Aufschwung. Zur Belebung der Rasse sollen kurzhaarige Bernhardiner eingekreuzt worden sein. In Deutschland wurde 1908 der erste deutsche Bordeaux Doggen Club gegründet. Hier musste die Zucht nach 1947 ganz neu aufgebaut werden.

Beschreibung

Die Bordeaux Dogge ist eine imposante Erscheinung, trotz oder vielleicht gerade weil sie nicht so groß und massig wie ein Mastiff oder Bernhardiner daher kommt. Trotzdem sieht man ihr die Kraft an, die sie in majestätischer Gelassenheit präsentiert. Der Standard sieht für Rüden eine Widerristhöhe von 60 bis 68 cm, für Hündinnen eine Widerristhöhe von 58 bis 66 cm vor. Als Gewicht heißt es bei Rüden „mindestens 50 kg“ bei Hündinnen „mindestens 45 kg“. Leider sieht der Standard keine Begrenzung des Gewichts nach oben vor. So sehen wir heute Exemplare mit 70 kg und mehr. Der Charme dieser Rasse als nicht so extrem massiger und trotzdem imposanter Molosser geht so verloren.

Insbesondere geht solcher Gigantismus zulasten der Fitness und der Gesundheit der Hunde. Der belgische Graf Bylandt gibt 1894 als Gewicht für den Rüden 54 – 60 kg an. Der deutsche Kynologe Richard Strebel berichtet 1905 von 54 – 55 kg als bestes Gewicht für einen Rüden und 45 – 46 kg für eine Hündin. Ein solches Gewicht täte auch den heutigen Bordeaux Doggen ausgesprochen gut. Das Fell der Bordeaux Dogge soll dünn, kurz und beim Anfassen weich sein. Es soll „einfarbig in allen Abstufungen der Falbfarbe von mahagoni- bis isabellfarbig“. Weiße Flecken sind bei geringer Ausdehnung auf der Brust und an den Enden der Gliedmaßen statthaft. Diese Einschränkung der Farbe ist ebenfalls dem Genpool der Bordeaux Dogge nicht gerade förderlich. All das führt dazu, dass die Bordeaux Dogge heute zu den kurzlebigsten Hunden überhaupt zählt.

Charakter und Wesen

Die Bordeaux Dogge ist vom Wesen her wie es ihre Erscheinung vermuten lässt: Souveräne Gelassenheit ist kennzeichnend. Ihre enorme Kraft hat sie bestens unter Kontrolle. Sie hat eine extrem hohe Reizschwelle und würde sich nie außerhalb einer echten Notsituation aufmandeln. Wenn, dann gibt sie zunächst lediglich ein bassiges „Wuff“ zum Besten. Spätestens jetzt wird es für einen Eindringling Zeit, das Weite zu suchen. Die Bordeaux Dogge ist ein sehr guter Behüter und Beschützer ihrer Familie. Sie ist ausgesprochen liebeswert und dem Menschen freundlich zugewandt. Ihre Familie liebt sie über alles.

Sie ist ein toller Spielkamerad für die Kinder. Sie strahlt Ruhe und Gelassenheit aus, was Balsam für uns nicht selten vom Stress des Alltags geplagte Menschen ist. Hektik ist für die Bordeaux Dogge ein Fremdwort und das strahlt sie aus. Sie fordert als erwachsener Hund auch nicht ständig Unterhaltung oder Beschäftigung. Klar, wenn es darum geht, in der Natur spazieren zu gehen, ist sie mit Freude dabei. Aber sie nervt nicht. Die Bordeaux Dogge ist intelligent und ein stiller aber sehr guter Beobachter. Sie scheint sogar so etwas wie menschlichen Gerechtigkeitssinn zu haben, denn Ungerechtigkeiten mag sie nicht.

Haltung

Die Bordeaux Dogge ist in ihrer Haltung etwas anspruchsvoller. Sie ist nicht für eine Etagenwohnung geeignet. Auch wenn sie alles andere als ein Hektiker ist, mag sie etwas Bewegungsfreiheit, zum Beispiel in einem Garten, sehr gerne. Hier verbringt sie gerne mehrere Stunden mit Dösen und Beobachten. Sie braucht viel Platz, denn sie will sich frei bewegen können. Längere Spaziergänge und -allerdings nur kurze – Radfahrten schätzt sie. Sie braucht ihre tägliche Bewegung, ist aber kein Sportler. Bei Hitze sollte körperliche wie psychische Anstrengung vermieden werden. Man sollte auch Bedenken, dass so große und kräftige Hunde wie die Bordeaux Dogge in unserer heutigen, angeblich so tierfreundlichen Gesellschaft, nicht selten auf große, zuweilen aggressiv Ablehnung stoßen. Manche Menschen haben aus Unkenntnis schlicht Angst vor ihm. Auch deshalb ist von seiner Haltung in der Großstadt abzuraten. Man sollte ein ausreichendes Budget haben, um viel gutes Futter und im Zweifelsfall auch die Tierarztrechnungen bezahlen zu können.

Erziehung

Die Bordeaux Dogge lässt sich sehr gut erziehen, was die Grundregeln des Verhaltens angeht. Sie muss auch vom Welpenalter an gut erzogen werden, um dieses Kraftpaket immer führen zu können. Auf das Erlernen von Kunststücken, deren Sinn ihr nicht einleuchtet, verzichtet sie gerne. Mehr noch als bei den meisten anderen Hunden ist bei ihr ein inniges Vertrauensverhältnis zu Herrchen oder Frauchen die Basis für das Gelingen der Erziehung. Hinzu kommt Konsequenz, denn die Bordeaux Dogge ist schlau, merkt jede kleine Unstimmigkeit und weiß diese für ihre Zwecke zu nutzen. Die Bordeaux Dogge ist zugleich sehr sensibel. Ungerechtigkeiten vergisst sie nicht. Man muss immer im Hinterkopf haben, dass die Leine bei diesen Hunden lediglich symbolisch Kontrolle darstellt. Die Bordeaux Dogge hätte locker die Kraft, das andere Ende der Leine beliebig zu manövrieren, wenn sie es denn darauf anlegen würde. Tut sie aber nicht.

Pflege und Gesundheit

Die Fellpflege der Bordeaux Dogge ist einfach. Hier und da bürsten reicht.

Fellpflege

Rassetypische Krankheiten

Die Bordeaux Dogge leidet wie viele große Hunde unter Ellbogen- und Hüftdysplasie. Auf Grund ihrer kurzen Nase verträgt sie Belastung bei Hitze nicht. Narkosen sind bei ihr besonders riskant. Zudem neigt sie zu Hängelidern, Entropium, Ektropium und Magendrehung.

Ernährung/Futter

Wie bei allen solch schweren Hunden muss besonders in der Wachstumsphase ganz genau auf die Ernährung und deren Zusammensetzung geachtet werden. Später ist diese unproblematisch. Das Risiko der Magendrehung gilt es im Auge zu behalten.

Lebenserwartung

Die durchschnittliche Lebenserwartung der Bordeaux Dogge ist mit 6 bis 8 Jahren leider ausgesprochen gering. Es würde der Zucht gut tun, alles Menschenmögliche zu tun, um diesen Missstand zu korrigieren.

Bordeaux Dogge kaufen

Einen Welpen sollte nur persönlich vor Ort beim Züchter gekauft werden. Dabei können um die 1.500 – 2.500 Euro eingeplant werden. Du solltest dir den Wurf und Elterntiere genau anschauen, sowie Informationen über die Ahnen einholen. Du solltest darauf achten, wie alt die Ahnen wurden, und dass diese nicht zu schwer und zu faltig sind.

 

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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