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American Staffordshire Terrier im Rasseportrait

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American Staffordshire TerrierHerkunft und Rassegeschichte

Der American Staffordshire Terrier ist eine junge Hunderasse aus den USA. Zu seinen Ahnen zählen neben dem Terrier vor allem die alten Bulldoggen. In England und Nordamerika haben Hundekämpfe eine bis in die Antike reichende Tradition. Der alte Bulldog wurde zum Kampf mit Bullen in die Arenen des Tierkampfs geschickt. Die Bulldoggen sind zwar die Vorläufer des heutigen Englischen Bulldogs, doch standen sie in ihrem Körperbau dem heutigen American Staffordshire Terrier viel näher. Nachdem Tierkämpfe offiziell verboten waren, wurden sie illegal fortgeführt; in den USA bis heute. Seine Hochburg war im 19. Jahrhundert das Black County Mittelenglands, Staffordshire genannt. Die Arbeiter der Kohlenminen und Tongruben kreuzten die alten Bulldoggen mit Terriern. In der offiziellen Tierkampfszene waren solche Kreuzungen noch verboten gewesen. Man fürchtete, die Kampfkraft und Zähigkeit der Bulldogge mit der Raubzeugschärfe der Terrier zu kombinieren, und so unkontrollierbare Kampfmaschinen zu erhalten.

In der Illegalität der Hinterhöfe scherte sich niemand darum. So entstand der „Bull and Terrier“ und kam sehr schnell in die USA. Dort nannte man sie gerne „Pit Bulls“. Mit Pit bezeichnet man den Ring des Hundekampfes. 1898 wurde der heute noch existierende „United Kennel Club“ (UKC) gegründet, der die Zucht dieser Hunde an sich ziehen wollte. Der UKC war aber nichts anderes als ein professioneller Veranstalter von Hundekämpfen. So spaltete sich die Gemeinde um diese Hunde. Die Liebhaber des Pit Bulls verurteilten Hundekämpfe, wollten einen freundlichen Familienhund. Inzwischen hatten sich Pit Bulls ein hohes Ansehen in der Gesellschaft der USA erarbeitet. Im ersten Weltkrieg wurde der Mut der Pit Bulls zum Ansporn für die Kampfkraft der amerikanischen Truppen. Selbst Promis wie US-Präsident Theodore Roosevelt zeigten sich mit Pit Bull.

In den Kinos waren „Die kleinen Strolche“, eine Kindergang mit Hund, äußerst beliebt und lief zwischen 1922 und 1944 in 220 Folgen. Der Hund war der Behüter und Beschützer, Spielkamerad und Seelentröster der Kinder. Dieser Hund war ein Pit Bull. Er sollte später der erste Hund werden, der für die neue Hunderasse „Staffordshire Terrier“ beim American Kennel Club (AKC) registriert wurde. Um eine klare Grenze zur Kampfhundeszene zu ziehen, hatte der AKC auf einer Namensänderung bestanden. Der erste Standard wurde 1936 veröffentlicht. 1972 gab es die zweite Namensänderung in „American Staffordshire Terrier“, um sich vom britischen Verwandten abzugrenzen. Der Amstaff, wie er seither auch genannt wird, ist höher, größer und schwerer. Er wird noch heute vom „American Staffordshire Terrier Club of America“ betreut, der von Beginn an glasklar Hundekämpfe verurteilt und auf seine Zucht als Familienhund gesetzt hatte. In Deutschland wird der American Staffordshire Terrier von drei seriösen Vereinen im VDH betreut. Hier ist der Amstaff selten geworden. Seine gesellschaftliche Diskriminierung als Kampfmaschine und die fachlich nicht zu rechtfertigende Einordnung als „gefährliche Hunderasse“ haben ihm stark zugesetzt.

Beschreibung

Der American Staffordshire Terrier ist ein mittelgroßer, eindrucksvoller, sehr kräftiger und zugleich eleganter Hund. Er hat kurzes, dichtes, glänzendes Haar, das glatt am Körper anliegt. Es betont seinen muskulösen, sportlichen Körperbau. Im Standard heißt es: „Er sollte untersetzt und gedrungen sein, nicht langbeinig oder leicht gebaut.“ Der American Staffordshire Terrier ist 43 bis 48 cm groß bei einem Gewicht von 20 bis 30 Kilogramm. Jede Farbe, einfarbig, mehrfarbig oder gefleckt ist zulässig. Der Standard des American Staffordshire Terriers hebt sich angenehm von denen vieler anderer Hunderassen ab, die sich ausgiebig in Details vertiefen, wo welche Haarfarbe oder Falte erlaubt ist.

Er ist einer der wenigen Standards, die konsequent den gesunden Hund im Mittelpunkt haben. So betont der „1. American Staffordshire Terrier Club“: „Wir geben der Leistungsfähigkeit und Gesundheit absolute Priorität. Schönheit wird als erstrebenswert, aber zweitrangig betrachtet. Die richtige Auslegung des Standards, der frei von Verkrüppelungsvorschriften ist, gilt uns als Verpflichtung. Muskulöse, trockene Hunde mit entsprechend langen Laufknochen, ausdauernd und schnell, sind unser Zuchtziel. Überfütterte, niedrige, schwammige “Monstrositäten” mit extrem hohen Gewichten lehnen wir kategorisch ab. Als noch wichtiger betrachten wir die psychische Leistungsfähigkeit. Nervenfestigkeit und einwandfreies Wesen sind eine absolute Bedingung.“

Charakter und Wesen

Der American Staffordshire Terrier ist ein in sich ruhender Hund. Er ist sehr aufmerksam und intelligent. Er ist enorm kräftig, mutig und verfügt über eine hohe potenzielle Kampfkraft. Zugleich ist er seinen Menschen gegenüber äußerst liebenswert, treu und anhänglich, ja sogar ergeben. Fremden Menschen gegenüber ist er neutral. Er ist gutmütig und hat eine außerordentlich hohe Reizschwelle. Er lässt sich kaum provozieren. Wie beim Englischen Bulldog und anderen einst in den Arenen des Tierkampfs missbrauchten Hunderassen, hat man diesen Hunden eine besonders hohe Kontrollierbarkeit und Reizschwelle mitgegeben.

Zudem werden diese Hunde in der seriösen Zucht seit vielen Generationen ausschließlich als Familien- und Begleithunde betreut. Das hat die Hunde leider nicht vor kriminellen Menschen beschützt. Besonders in den 1990er Jahren wurden Hunde wie der Amstaff von unseriösen Vermehrern und Haltern aggressiv gemacht, wild gekreuzt und als lebende Waffen missbraucht. Die Zucht kann selbst Chihuahuas oder Zwergpudel in ein paar Generationen aggressiv machen, entsprechend sozialisieren und in der Hand zwielichtiger Halter zu gefährlichen Hunden werden lassen. Die Hunderasse American Staffordshire Terrier ist Opfer, nicht Täter. Seriös gezüchtet sind sie hervorragende Familienhunde und fürsorgliche Partner der Kinder.

Haltung

Der American Staffordshire ist kein Hund, dem es reicht, ein paar Runden zum Gassi um den Block zu gehen. Er will geistig und körperlich ausgelastet werden. Schon beim Welpen muss klar sein, wer im Haus die Zügel in der Hand hat. Daran darf es nie einen Zweifel geben. Der Amstaff ist ein aufgeweckter, gelegentlich verspielter Vierbeiner, der gerne durch die Natur zieht. Er eignet sich für Hundesport aller Art. Zuweilen wird er auch als Rettungshund eingesetzt. Er ist ein guter Wächter. Der American Staffordshire Terrier steht verbreitet auf den Listen angeblich gefährlicher Hunde. Reisen in die Niederlande oder nach Dänemark verbieten sich, da man Gefahr läuft, dass die Hunde von der Straße weg beschlagnahmt und euthanasiert werden. Auf der Straße muss man damit rechnen, von Leuten wegen des Hundes angepöbelt zu werden.

Erziehung

Der American Staffordshire Terrier braucht eine konsequente Erziehung vom Welpen an. Konsequenz meint gerade bei diesem zwar körperlich sehr starken aber zugleich einfühlsamen und intelligenten Hund, dass Herrchen und Frauchen auf Basis einer tiefen Vertrauensbeziehung arbeiten müssen. Der Hund will die Führung durch seinen Halter. Er sucht die enge Anbindung. Diese muss man ihm durch eine ruhige, respektvolle, starke Hand geben. Zwangsmaßnahmen sind kontraproduktiv, bestimmte Konsequenz zielführend. Der Amstaff sollte frühzeitig auch mit anderen Hunden sozialisiert werden. Aufgrund seiner Kraft und Arbeitsfreude ist er kein Hund für Anfänger. Selbst hundeerfahrene Halter sollten mit ihm bewusst arbeiten und am besten eine geeignete Hundeschule besuchen. Gut erzogen hört er nicht nur aufs Wort, er liest Herrchen und Frauchen die Wünsche von den Augen ab.

Pflege und Gesundheit

Fellpflege

Der American Staffordshire Terrier ist absolut pflegeleicht. Hier und da bürsten reicht.

Rassetypische Krankheiten

Der American Staffordshire Terrier erfreut sich einer robusten Gesundheit. Hier und da kommt es zu Problemen mit der Hüfte (HD) oder den Knien (ED).

Ernährung/Futter

Der American Staffordshire Terrier stellt keine besonderen Anforderungen an seine Ernährung.

Lebenserwartung

Aufgrund seiner weniger an Äußerlichkeiten, vielmehr an Fitness und Wesen orientierten Zucht, erfreut sich der American Staffordshire Terrier einer bis ins hohe Alter fitten Konstitution und relativ langen Lebenserwartung von etwa 12 Jahren.

American Staffordshire Terrier kaufen

Wer sich einen American Staffordshire Terrier anschaffen will, sollte bedenken, dass es sich um einen so genannten Listenhund handelt. Dein ganzes Leben muss auf die damit einhergehenden Restriktionen durch Staat und Gesellschaft eingestellt sein. Du solltest dich vor Ort bei einem Züchter umschauen, der einem der drei VDH-Vereinen angeschlossen ist. Bitte nur dort und keinen Welpen aus zwielichtiger Quelle kaufen. Es gibt viele American Staffordshire Terrier und Mischlinge hiervon in Tierheimen und bei einer der zahlreichen Nothilfe-Initiativen. Lass dich hier beraten bei der Auswahl deines Hundes. Für einen Welpen musst du bei einem guten Züchter um die 1000 Euro bezahlen.

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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