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American Bulldog im Rasseportrait

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American BulldogHerkunft und Rassegeschichte

Der American Bulldog ist eine Hunderasse aus den USA. Zu seinen Ahnen zählen vor allem die alten Bulldoggen. Da es keinen verbindlichen Standard und faktisch keinen betreuenden Zuchtverein gibt, halten sich unzählige, sehr unterschiedliche Linien, die allesamt unter der Bezeichnung „American Bulldog“ firmieren. Dabei ist die Idee, die hinter dem American Bulldog steht, ausgesprochen attraktiv und begrüßenswert: Ein Hund nach dem Typus der alten Bullenbeißer als Begleithund für die heutige Zeit. Die historischen Quellen sind ganz eindeutig: Die Vorfahren der heutigen Bulldoggen, ob englisch oder französisch, sahen vor 200 Jahren, als sie noch arbeitende Hunde waren, ganz anders aus. Sie sahen so aus, wie es die klassischen Linien des American Bulldogs nachempfinden wollen.

Ein maximal mittelgroßer Hund mit einem Kopf, der klar als Bulldogge erkennbar ist, aber ohne jede Übertreibung etwa hinsichtlich Vorbiss, der Länge besser Kürze der Schnauze, der Falten, der Größe oder gar glubschiger Augen. Ein Körper, der nicht von extrem breiten Schultern gekennzeichnet ist, die schon als Welpe durch keinen Geburtskanal passen. Ein Gangwerk, das ein bewegungsfreudiges Leben problemlos erlaubt. Aus den historischen Bullenbeißern entstanden vor gut 120 Jahren in Deutschland der Boxer, in Frankreich die Bordeaux Dogge und viele weitere Hunderassen. Der Boxer entwickelte sich zu einem Hund, der von seinem Körperbau heute eher an einen Windhund, denn an einen Molosser erinnert. Der American Bulldog könnte nun genau diese Lücke schließen. Leider hat er keine Lobby, die den organisatorischen Rahmen für diesen Gedanken darstellen könnte.

Er ist von keinen bedeutenden internationalen Zuchtverband anerkannt, weder von der FCI noch vom amerikanischen Pendant AKC. Man gibt sich mit der Betreuung durch den 1898 gegründeten „United Kennel Club“ (UKC) zufrieden. Toller Name, doch der UKC war (und ist) nichts anderes als ein professioneller Veranstalter von Hundekämpfen. Hier sollte jeder seriöse Züchter eine klare Trennungslinie ziehen. Desweiteren vergibt eine 1969 gegründete Firma, die sich National Kennel Club nennt, von ihrem Sitz in Blaine, Tennessee, USA, freizügig Papiere für alle möglichen „züchterischen“ Kreationen in die ganze Welt. Mit dessen „Papieren“ firmieren viele Anbieter von American Bulldog Welpen. Dem American Bulldog fehlt es an einer seriösen Lobby, die den alten Bulldog oder Bullenbeißer mit seinem lieben Wesen als Familienhund für die heutige Zeit erhalten oder zurückzüchten will. Ein solches Ziel wäre höchst erstrebenswert. Leider kann das beste Engagement eines einzelnen seriösen Züchters nicht viel ausrichten, wenn es an einer solchen Lobby fehlt. Noch dazu mangelt es  nicht an unseriösen Vermehrern und Geschäftemachern um den „American Bulldog“.

Beschreibung

Der American Bulldog ist ein mittelgroßer, eindrucksvoller, sehr kräftiger und zugleich eleganter Hund. Da es keinen verbindlichen Standard und keine Zuchtorganisation gibt, die der Arbeit der Züchter einen Rahmen gibt oder gar kontrolliert, gibt es auch keinen einheitlichen Typus des American Bulldogs. Im Grunde hat jeder Züchter seine eigene Linie. Die Erscheinung des klassischen Typs kommt etwa einem sehr kräftigen, eher bulldogartigen Boxer nahe. Der American Bulldog hat immer ein kurzes, dichtes, glänzendes Fell, das glatt am Körper anliegt. Es betont seinen muskulösen, sportlichen Körperbau. Der American Bulldog verkörpert im besten Sinne des Wortes, dass Bulldoggen auch elegant sein können. Er hat eine Widerristhöhe von etwa 50 bis 68 cm bei einem Gewicht von 30 bis 55 Kilogramm. Fast alle Farben sind zulässig. Ein American Bulldog hat keinen kupierten noch –  wie bei etwa beim Englischen Bulldog – einen verkrüppelten, vielmehr einen gesunden, langen Schwanz. Rein Schwarz und Farben, die – wie etwa Merle – auf Gendefekten beruhen, sind nicht erlaubt.

Charakter und Wesen

Der verantwortungsbewusst gezüchtete American Bulldog ist ein in sich ruhender und zugleich temperamentvoller Hund. Er ist aufmerksam und intelligent. Er ist enorm kräftig, mutig und verfügt über eine hohe potenzielle Kampfkraft. Zugleich ist er allen Menschen überaus freundlich zugewandt. Speziell seinen Menschen gegenüber zeigt er sich als äußerst fürsorglich, treu und anhänglich. Er ist ausgesprochen gutmütig und hat eine hohe Reizschwelle. Er lässt sich nur schwer einmal provozieren. Wie beim Englischen Bulldog und anderen einst in den Arenen des Tierkampfs missbrauchten Hunderassen, hat man diesen Hunden eine besonders hohe Kontrollierbarkeit und Reizschwelle mitgegeben.

Zudem werden diese Hunde in der Obhut von seriösen Züchtern seit Generationen als Familien- und Begleithunde betreut. Es gibt aber auch Vermehrer, die diese Hunde hinsichtlich ihrer Tauglichkeit als Waffe für zwielichtige Gestalten selektieren. Besonders in den 1990er Jahren wurden Hunde wie der American Bulldog von unseriösen Vermehrern und Haltern aggressiv gemacht, mit Terriern gekreuzt und als lebende Waffen missbraucht. Die Zucht kann selbst Chihuahuas oder Zwergpudel in ein paar Generationen aggressiv machen, entsprechend sozialisieren und in der Hand zwielichtiger Halter zu gefährlichen Hunden werden lassen.

Haltung

Der American Bulldog ist in seiner Haltung anspruchslos. Er ist allerdings kein Hund, dem es reicht, ein paar Runden zum Gassi um den Block zu gehen. Er will geistig und körperlich ausgelastet werden. Vom Welpen an muss klar sein, wer im Haus die Zügel in der Hand hat. Der American Bulldog ist ein aufgeweckter, verspielter Vierbeiner, der gerne durch die Natur zieht. Leider steht er in vielen Regionen auf den Listen angeblich gefährlicher Hunde. Reisen in die Niederlande oder nach Dänemark verbieten sich, da man Gefahr läuft, dass die Hunde von der Straße weg beschlagnahmt und euthanasiert werden. Auf der Straße muss man damit rechnen, wegen des Hundes angepöbelt zu werden.

Erziehung

Der American Bulldog braucht eine konsequente Erziehung vom Welpen an. Konsequenz meint gerade bei diesem zwar körperlich sehr starken aber zugleich höchst einfühlsamen und intelligenten Hund, das Herrchen und Frauchen auf Basis einer tiefen Vertrauensbeziehung arbeiten müssen. Der Hund will die Führung durch seinen Halter. Er sucht die enge Anbindung. Diese muss man ihm durch eine ruhige, respektvolle, aber starke Hand geben. Zwangsmaßnahmen sind kontraproduktiv, als gerecht empfundene Konsequenz und Härte zielführend. Der American Bulldog sollte frühzeitig auch mit anderen Hunden sozialisiert werden. Aufgrund seiner Kraft ist er kein Hund für Anfänger. Selbst hundeerfahrene Halter sollten mit ihm bewusst arbeiten und am besten eine Hundeschule besuchen. Gut erzogen hört er nicht nur aufs Wort, er liest Herrchen und Frauchen die Wünsche von den Augen ab.

Pflege und Gesundheit

Fellpflege

Der American Bulldog ist absolut pflegeleicht. Hier und da bürsten reicht.

Rassetypische Krankheiten

Über rassetypische Krankheiten ist nichts bekannt, schlicht da es an verlässlichen Informationen fehlt.

Ernährung/Futter

Der American Bulldog stellt in der Regel stellt keine besonderen Anforderungen an seine Ernährung.

Lebenserwartung

Über die Lebenserwartung des American Bulldogs können keine Angaben gemacht werden, da es an verlässlichen Informationen fehlt.

American Bulldog kaufen

Wer sich einen American Bulldog  anschaffen will, sollte bedenken, dass es sich um einen so genannten Listenhund handelt. Dein ganzes Leben muss auf die damit einhergehenden Restriktionen durch Staat und Gesellschaft eingestellt sein. Du solltest keinen Welpen aus zwielichtiger Quelle kaufen. Es gibt viele American Bulldogs und Mischlinge hiervon in Tierheimen. Lass dich hier beraten bei der Auswahl deines Hundes.

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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Kommentare, Fragen und Antworten
  1. Tierfreund sagt:

    Dänemark ist klar, aber warum sollte man mit seinem AB wohl nicht mit nach Holland nehmen???
    Mein erster AB kam sogar aus Holland, und meinen jetzigen nehme ich immer mit „rüber“.
    Da ich nahe der grenze Wohne, und viele Freunde in den Niederlanden habe, befinde ich mich ziemlich häufig dort.
    Es gab noch nie Probleme, und angepöbelt wurde ich auch noch nie. Nein im gegenteil, in Nl höre ich sehr oft kompliemente und es wird uns zu gelächelt…
    Hier im spießigen Deutschland sieht die sache schon anders aus, Menschen wechseln die Straßen seite, ziehen ihre Kinder auf ihre andere seite , und manche pöbeln oder erzählen einem iergend nen Mumpitz vom Kampfhunden etc.

    In den falschen Händen kann jeder Hund eine gefährliche Waffe werden.

    Nen freundlichen Gruß.

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo lieber Tierfreund,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Wir leiten diesen an unseren Rasseexperten Christoph Jung weiter, der dir schnellstmöglich antworten wird.

      Viele Grüße,
      dein ZooRoyal Team

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