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Alaskan Malamute im Rasseportrait

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Alaskan MalamuteHerkunft und Rassegeschichte

Der Alaskan Malamute ist der Urtyp eines Schlittenhundes. Er zählt zu den ältesten Hunderassen überhaupt. Hunde vom Typ eines Alaskan Malamutes begleiten schon seit Jahrtausenden die Völker rund um den Polarkreis. Erst 2017 wurde der Bericht russischer Archäologen veröffentlicht, die in Sibiren 9000 Jahre alte Überreste von elf Hunden gefunden hatten. Im Permafrost waren diese so gut erhalten, dass man sie genau untersuchen und zehn davon Hunderassen zuordnen konnte, etwa einem Malamute oder Husky. Mit ihnen wurden Überreste von Holzschlitten gefunden. Die Archäologen werten die Funde als ältesten Nachweis einer Rassehundezucht, hier zu dem Zweck, einen Schlitten zu ziehen. Die Alaskan Malamutes kamen wahrscheinlich über die einige Zeit lang existierende Landbrücke von Sibirien nach Amerika. Sie wurden nach ihrem Eskimovolk, den Mahlemiuts, benannt. Sie waren bis zu ihrer weitgehenden Ablösung durch Motorschlitten die Zugmaschine in der ganzen, riesigen Polarregierung der Nordhalbkugel. Ganze Völker waren in ihrer Existenz von solchen Hunden abhängig. So werden sie anerkennend auch die „Lokomotive des Nordens“ genannt.

Seit etwa 1900 wurden Schlittenhunderennen in Alaska als Sport beliebt. Es ging um Ruhm und hohe Wetteinsätze. Malamutes waren die Platzhirsche. Ein sibirischer Pelzhändler brachte um 1920 schlankere Hunde mit. Sie wurden anfangs belächelt, gewannen dann aber die eher kurzen Wettrennen. Aus diesen Hunden ging der heutige Sibirian Husky hervor. Aus den schwereren, traditionellen Schlittenhunden ging der Alaskan Malamute hervor. Im Grunde sind es diese uralten Hunde, die durch die Rassehundezucht nur in ihrem Aussehen stärker vereinheitlicht wurden. Ihr Wesen ist aber urtümlich geblieben. Sie sind eine lebendige Brücke zur Wildnis des hohen Nordens. Alaskan Malamutes strahlen mental wie körperlich eine enorme Kraft und Entschlossenheit aus. Und so sind sie auch. Sie brauchen Menschen, die mit ihnen umgehen, sie führen können. Am besten ist es ein erfahrener Musher, ein Schlittenhundeführer oder eine Schlittenhundeführerin. Wenn die Hunde wissen, dass es bald vor den Schlitten geht, sind sie in ihrer Anspannung, ihrem Lauf- und Arbeitswillen kaum zu halten.

Wenn es auf Fahrt geht, kann man die Bezeichnung „Lokomotive des Nordens“ bestens nacherleben. Neben ihrer Rolle als Zugmaschine halfen diese Hunde bei der Jagd, stellten ein zuverlässiges GPS bereit, schützten vor Eisbären und wärmten die Menschen in kalten Nächten. Sein hohes Ansehen drückt sich unter anderem darin aus, dass der Alaskan Malamute zum offiziellen State Dog von Alaska erklärt wurde. Seit 1956 wacht er offiziell oben über dem Wappen des kanadischen Territoriums Yukon, das direkt an Alaska grenzt. Er ist damit einer der wenigen Hunde, die Teil eines staatlichen Wappens wurde. 1935 wurde der Rassestandard als Beschreibung von Aussehen und Wesen dieser Rasse offiziell formuliert und die Anerkennung durch den American Kennel Club ausgesprochen. Am 13.05.1963 erfolgte die endgültige Anerkennung durch die FCI. Erst in den 1970er Jahren brachte ein Zoodirektor die ersten Alaskan Malamute nach Deutschland. Heute werden sie im VDH von zwei Vereinen betreut, dem Alaskan Malamute Club und dem Deutschen Club für Nordische Hunde.

Beschreibung

Der Alaskan Malamute ist ein klassischer Schlittenhund. Er hat einen mächtigen, gut bemuskeltem Körper mit tiefem Brustkorb. In seinem offiziellen Standard heißt es:

Der Malamute steht in aufrechter Haltung auf seinen Pfoten und verkörpert mit seiner aufrechten Kopfhaltung und seiner Wachsamkeit, Interesse und Neugier ausstrahlenden Augen Stolz und große Bewegungsfreude. Sein Kopf ist breit, die Ohren sind dreieckig und aufgerichtet, wenn seine Aufmerksamkeit geweckt ist. Der Fang ist massiv und verschmälert sich nur wenig vom Ansatz zur Nase hin. Er ist weder spitz oder lang noch kurz und dick. … Der Malamute muss schwere Knochen und leistungsfähige Läufe, gute Pfoten, einen tiefen Brustkorb, eine kraftvolle Schulterpartie sowie alle weiteren körperlichen Voraussetzungen aufweisen, die er braucht, um seine Arbeit effizient verrichten zu können. Seine Bewegung muss gleichmäßig, harmonisch, unermüdlich und vollkommen effizient sein. Er wurde nicht als Renn-Schlittenhund für Geschwindigkeitswettbewerbe gezüchtet.

Malamutes haben eine Widerristhöhe von 64 Zentimetern bei Rüden und 59 cm bei Hündinnen. Das Gewicht liegt zwischen 34 und 38 Kilogramm. Das Haarkleid ist sehr dick mit einem rauen Deckhaar und einer sehr dichten Unterwolle. Sie können verschiedene Farben haben. Meist überwiegen Grau- und Schwarztöne. Die Rute ist gut behaart und wird über dem Rücken getragen; sie hat das Aussehen eines wedelnden Federbusches.

Charakter und Wesen

Der Alaskan Malamute ist ein hochspezialisierter Arbeitshund. Laufen ist seine Leidenschaft, besser und genauer gesagt: das Ziehen von Schlitten und schweren Lasten. Wer sich für einen Alaskan Malamute interessiert, sollte unbedingt im Winter die Schlittenhunderennen besuchen. Es ist zutiefst beeindruckend und faszinierend. Man spürt die extreme Anspannung der Hunde bereits lange zuvor im Lager der Musher. Wenn es zum Start geht, gibt es kaum noch ein Halten. Wie bei einer Explosion löst sich diese Anspannung dieser ansonsten eher behäbig wirkenden Hunde in die Beschleunigung des Schlittens auf. „Die Lokomotive des Nordens“ zeigt ihre beeindruckende Zugkraft und macht ihrem Name alle Ehre. Hier sind sie in ihrem Element. Der Standard notiert ferner zum Wesen:

Der Alaskan Malamute ist ein anhänglicher, freundlicher Hund, kein ´Ein-Mann-Hund`. Er ist ein treuer, ergebener Begleiter, verspielt, wenn er dazu aufgefordert wird; vor allem beeindruckt er aber durch seine Würde, wenn er ausgewachsen ist.

Der Malamute ist vor allem ein Rudelhund, der es gewohnt ist, mit seinesgleichen auf Tuchfühlung zu leben und zu arbeiten. Dieser urwüchsige Hund braucht eine sehr konsequente und zugleich einfühlsame Hand mit viel Hundeverstand, die jederzeit jeden Ansatz eines Zweifels über die Führungsrolle vergessen lässt. So können einmalige, tiefe Partnerschaften entstehen, die zudem archaische Verbindungen zur Natur öffnen. Wer „den Hauch der Wildnis“ erleben will, hat mit dem Malamute den richtigen Hund. Doch man muss sehr viel dafür tun.

Haltung

Der Alaskan Malamute ist kein Hund für Anfänger. Er stellt hohe Anforderungen an seine Haltung, die sich aus seiner Bestimmung als urwüchsiger Schlittenhund ableiten. Das ganze Leben seines Herrchen oder Frauchens, seiner menschlichen Familie muss auf seine Bedürfnisse eingestellt sein. Der echte Malamute braucht die Herausforderung vor dem Schlitten körperlich wie mental. Hier gibt es vielfältige Möglichkeiten des Ersatzes auch ohne Schnee. Wir sehen eine Art Schlitten auf Rädern als Trike oder als Trainingswagen mit vier Reifen. Speziell für Malamutes werden Wettbewerbe im Ziehen von Lasten organisiert, die von den Hunden mit größter Freude und vollstem Engagement angenommen werden. Gerade der Hundeschlittensport hat etwas ganz Besonderes. Mit dem Malamute-Schlitten durch eine winterliche Schneelandschaft zu fahren, zählt zu den größten Erlebnissen überhaupt.

Es lässt zudem eine tiefe Einheit Mensch-Hund und -Natur erleben, wie es sonst kaum möglich ist. Natürlich ist es auch gut für die Gesundheit. Ein sportliches Herrchen oder Frauchen sollte es schon sein. Der Malamute ist kein Hund für eine Etagenwohnung. Ein Haus mit Garten sollte es idealerweise sein. Der Malamute zählt zu den wenigen Hunderassen, die man als Rudel problemlos im Zwinger halten kann. Dieser Zwinger muss aber gut gesichert sein. Nicht dass die Malamutes eine Gefahr für die Umwelt seien, aber sie sind Ausbrecherkönige und graben gut und gerne. Man glaubt kaum, durch welch kleine Löcher diese schweren Hunde kommen. Malamutes schlafen gerne draußen und rollen sich beim größten Schneetreiben mit dem Kopf unterm Schwanz ein. Malamutes erfordern die Einstellung des gesamten Lebensstils auf diese Partnerschaft.

Erziehung

Der Alaskan Malamute lässt sich für einen erfahrenen Hundehalter gut erziehen. Man muss die Herausforderung annehmen, ja lieben, mit diesen urwüchsigen, selbstbewussten Hunden mental zu ringen. Gerne werden sie Herrchen und Frauchen akzeptieren, ihnen treu ergeben sein, aber diese müssen Führungsqualitäten verbunden mit viel Hundeverstand haben. Man muss sich auf das Erlebnis Malamute voll einlassen. Er ist kein Hund für Leute ohne fundierte Hundeerfahrung.

Pflege und Gesundheit

Der Alaskan Malamute braucht regelmäßiges, mindestens wöchentliches Bürsten des Fells. Der Fellwechsel, zweimal im Jahr, fällt bei ihm besonders intensiv aus. Dann sind Wohnung, Auto und Kleidung voll von seinen langen Haaren selbst wenn man ihn nun täglich ausbürstet. Der Hauptaufwand für seine Pflege liegt aber in seiner Natur als Schlittenhund begründet.

Rassetypische Krankheiten

Der Alaskan Malamute ist eine kerngesunde Hunderasse, solange er nicht extrem gezüchtet wird, was man bisher glücklicherweise nur selten sieht: zu schwere Hunde mit allzu kurzen Läufen.

Ernährung/Futter

Der Alaskan Malamute ist nicht selten ein wählerischer Fresser. Musher haben Geheimrezepte mit Leckereien, um ihre Hunde vor den Rennen mit ausreichend Energie zu versorgen.

Lebenserwartung

Ein Alaskan Malamute kann locker 12 Jahre und mehr erreichen und das bei guter Fitness.

Alaskan Malamute kaufen

Wenn du dich für einen Alaskan Malamute interessierst, solltest du als erstes einige Schlittenhunderennen besucht haben. Dann solltest du prüfen, ob du mindestens in den nächsten zehn Jahren ein gemeinsames sportliches und intensives Leben mit diesen Hunden verbringen willst und auch die objektiven Voraussetzungen dafür hast. Dann solltest du dich bei einem Züchter vor Ort informieren, der einem der beiden VDH-Vereinen angeschlossen ist. Wenn alles klappt, steht dir ein wundervolles Erlebnis bevor. Welpen dieser Rasse kosten um die 1.000 Euro.

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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