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Haustierleid zur Reisezeit verhindern

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Haustierleid verhindernZum Ferienstart füllen sich die Autobahnen – und gleichzeitig die Tierheime. Bis zu 70.000 Tiere werden in Deutschland zum Ferienbeginn ausgesetzt, die Dunkelziffer der nicht aufgefundenen Tier liegt vermutlich noch höher. Verena Scholz, Tierschutzbeauftrage des Tierschutzvereins für die StädteRegion Aachen e.V., hat uns erklärt, welche Folgen dies für die Tiere hat und welche Alternativen es für Tierhalter gibt.

Hochsaison für Tierheime

„In der Urlaubszeit verzeichnen wir einen deutlichen Anstieg von Neuzugängen in unseren Tierheimen und bereiten uns aktuell bereits darauf vor. Für uns bedeutet dies, sehr viele Tiere unterbringen zu müssen, was ein hohes Maß an Futter, Decken, Räumlichkeiten sowie Mitarbeitern bedeutet. Erfahrungsgemäß sind wir zum Ende der Ferien stark überfüllt, insbesondere im Kleintierbereich, aber auch bei Hunden und Katzen“, bestätigt Verena Scholz. Viele Tiere leiden sehr unter dieser Situation.

Für die Tiere bricht eine Welt zusammen, wenn sie zu uns kommen. Sie verstehen nicht, warum ihre Familie verschwunden ist und sie sich plötzlich in einer lauten, fremden Umgebung befinden. Oft benötigen sie eine längere Eingewöhnungsphase, weil sie sehr ängstlich sind. Insbesondere Hunde, die an Autobahnen ausgesetzt werden, weisen häufig Störungen durch den Geräuschpegel der vorbeirauschenden Autos auf.

erklärt Verena Scholz und fährt fort: „Zu Beginn befinden sich die Tiere in unterschiedlichem Zustand – einige sind sehr gut gepflegt, andere krank. Dabei ist deutlich sichtbar, dass zur Urlaubszeit oftmals nicht wegen Geldmangels ausgesetzt wird, sondern, weil der Besitzer nicht weiß, wo das Tier untergebracht werden soll oder es ihm zu mühsam ist, eine Pension oder ähnliches zu suchen.“

Zurücklassen ist kein Kavaliersdelikt

Hunde, Katzen und Kleintiere auszusetzen, weil der Halter in den Urlaub fährt, ist nicht nur verantwortungslos, sondern auch strafbar. Gemäß § 3 Tierschutzgesetz muss jede Person, die ein Tier vorsätzlich oder fahrlässig aussetzt beziehungsweise zurücklässt, mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro rechnen.
„Sicherlich werden gechippte und registrierte Tiere jetzt nicht mehr so einfach ausgesetzt“, erklärt Verena Scholz, „aber wenn das Tier nicht registriert ist, können wir den Halter nicht ausfindig machen.“ Der Deutsche Tierschutzbund fordert daher eine bundesweite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht. So können auch Tiere, die im Urlaub entlaufen, schnell identifiziert und zurück zu ihren Besitzern gebracht werden.

Tierpension statt Tierabgabe

Es gibt zahlreiche spezielle Reiseangebote, die Mensch und Tier gerecht werden. Allein in Deutschland an Ost- und Nordsee gibt es beispielsweise zahlreiche Hundestrände, Hotels und Ferienwohnungen, in denen Hunde als Begleiter gern gesehen sind. Auch der Bodensee oder die Berge sind beliebte Ziele für den Urlaub mit Hund. Wer seinen Vierbeiner mit ins Ausland nehmen möchte, sollte vorab die notwendigen Impfungen vom Tierarzt vornehmen lassen und sich genau über die Reisebestimmungen des Urlaubsziels informieren.

Möchte der Tierbesitzer dennoch ohne seinen Hund oder die Katze, die ohnehin eher in ihrer vertrauten Umgebung bleibt, verreisen, so bieten Tierpensionen den Vierbeinern während der Reisezeit ein Zuhause. „Tierpensionen sollte man rechtzeitig kontaktieren und einen Probetermin vereinbaren. So kann man schauen, ob sich der Hund wohl fühlt und man selbst auch ein gutes Gefühl hat“, rät Verena Scholz. „Im Tierheim nehmen wir keine Pensionstiere auf.“ Da insbesondere Katzen und Kleintiere keine Rund-um-die-Uhr-Betreuung wie Hunde benötigen, ist es erfahrungsgemäß sinnvoll, Nachbarn oder Freunde mit einzubinden. Sie können das Tier während der Abwesenheit des Halters verpflegen, um es nicht aus der gewohnten Umgebung herauszureißen.

„Nimmst du mein Tier, nehm ich dein Tier“

Die Nachbarn oder Freunde befinden sich auch im Urlaub oder haben einfach keine Zeit für die Tierbetreuung? Für solche Fälle hat der Tierschutzbund die Aktion „Nimmst du mein Tier, nehm‘ ich dein Tier“ ins Leben gerufen, bei der Tierfreunde ihre Tiere gegenseitig betreuen. Die örtlichen Tierschutzvereine, die Mitglied im Deutschen Tierschutzbund sind, helfen bei der Vermittlung von Urlaubsplätzen für Heimtiere und übernehmen auch die Koordination der Adressen. Tierbesitzer und Tierfreunde, die bereit sind, ein „Urlaubs-Tier“ aufzunehmen, können sich einfach am Urlaubs-Telefon melden und erfahren hier, welcher in der Nähe ansässige Tierschutzverein ihnen hilft. In diesem ersten persönlichen Gespräch wird auch geklärt, welches Tier – ob Hund, Katze, Vogel oder Meerschweinchen – man in Pflege geben oder ob man sich als Pflegestelle für ein Tier anbieten möchte:

Urlaubs-Beratungstelefon: 0228-60496-27
Erreichbar im Zeitraum vom 03. April bis zum 10. September 2017, immer montags bis donnerstags von 9 Uhr bis 17 Uhr und freitags von 10 Uhr bis 16 Uhr.

„Ab in den Urlaub“ bedeutet also nicht gleich „ab ins Tierheim“. Wir appellieren an alle Tierhalter, die Betreuung des Tieres während der Ferien rechtzeitig zu durchdenken – nicht kurz vor dem Sommerurlaub, sondern bereits vor der Anschaffung eines tierischen Weggefährten.

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