Gottesanbeterin – Fangschrecke mit vielen Gesichtern

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Auf den ersten Blick wirkt eine Gottesanbeterin (Fangschrecke) mysteriös und unwirklich. Einige Arten imitieren Äste oder Blätter, andere wiederrum sind mit einem bunten Pfauenauge auf dem Rücken verziert und noch andere Gottesanbeterin-Arten sehen aus als hätten sie Stacheln. Obwohl die Gottesanbeterin ein geschickter und erfolgreicher Jäger ist, hat sie dennoch viele Strategien entwickelt um sich zu verteidigen. Man findet die Gottesanbeterin, die auch Mantide genannt wird, fast überall auf der Welt, so auch in Süddeutschland und bei unseren südlichen Nachbarn. Die europäischen Arten der Gottesanbeterinnen sind jedoch streng Artengeschützt. Das ist jedoch kein Problem, da die für die Terraristik interessanten Arten ohnehin aus Asien oder Afrika stammen. Auf diesen Kontinenten gibt es eine unglaubliche Artenvielfalt und die Mantiden nehmen die außergewöhnlichsten Formen an. Unter den Gottesanbeterinnen gibt es die Blatt- und Blütennachahmer, die, die das Aussehen anderer Tiere annehmen um Feinde abzuschrecken und Gottesanbeterinnen, die sich im Boden vergraben. Heutzutage werden viele Arten erfolgreich gezüchtet und es werden immer  mehr, so dass auch anspruchsvolle Arten mittlerweile als einheimische und stabile Zuchttiere den Weg in den Fachhandel geschafft haben. Da die Gottesanbeterin ein Einzelgänger ist, hat das Weibchen ab und zu die Angewohnheit, dass sie ihr Männchen schon während der Paarung frisst. In den meisten Fällen weiß ein Züchter dies jedoch zu verhindern. Für den Einsteiger in die Welt der Gottesanbeterin ist dies jedoch das Signal, dass Mantiden nur einzeln gepflegt werden sollten. Dementsprechend klein fällt aber auch das Platzbedürfnis für das Tier aus. Da die Gottesanbeterin ein Lauerjäger ist, ist sie ohnehin nicht besonders agil, was nicht heißt, dass sie nicht schnell ist. Bei einer Bedrohung ist die Fangschrecke ebenso flink wie beim Beutefang. Ein Mantiden-Terrarium kann ganz nach Ihrem Belieben eingerichtet werden, wichtig ist nur, dass genügend Klettermöglichkeiten vorhanden sind und ein geeigneter Platz für die Häutung. Gottesanbeterinnen durchleben unterschiedliche Larvenstadien, wobei die Weibchen ein Stadium mehr durchlaufen als die Männchen.

Die Gottesanbeterin im Terrarium

Zu den beliebtesten Arten der Gottesanbeterinnen gehört die Orchideemantis (Hymenopus coronatus) und das zu Recht. Denn sie ist durch Ihre schönen Farben nicht nur hübsch anzusehen, sondern verfügt auch über ein  aufmerksames und geheimnisvolles Wesen. Am besten kann man die Orchideemantis in einem gut mit Klettermöglichkeiten und Pflanzen ausgestattetem Terrarium beobachten. Tagsüber sitzt die Mantide auf einem erhöhten Punkt und lauert ihrer Beute auf. In ihrem natürlichen Umfeld nimmt der Lauerjäger den Platz verblühter Blüten ein, um auf diese Weise die Beute durch ihre Farbe als blühende Blüte anzulocken. Im Terrarium wird die Gottesanbeterin bei 27-35 °C am Tag und minimal 25 °C in der Nacht gepflegt und sollte keinen längeren Kälteperioden ausgesetzt werden. Zudem sollte die Luftfeuchtigkeit zwischen 70-90 % liegen.  Als Futter dient der Orchideemantis alles was sie überwältigen kann. Dazu gehören Fliegen, Grillen, Heimchen, Wachsmaden und ähnliches. Nach sechs Monaten ist die Gottesanbeterin ausgewachsen und hat dann noch eine Lebenserwartung von einem halben Jahr. Während die Weibchen stattliche 7 cm groß werden, erreichen Männchen gerade einmal eine Größe von 3-4 cm. Auch bei den Orichdeenmantis gilt, dass sie sich gegebenenfalls gegenseitig fressen. Deshalb sollte auch diese Art einzeln gehalten werden.

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Kommentare

  1. Toller Artikel! Ich werde da noch mal nachhaken!

  2. Hallo ,

    toller Artikel,vielen Dank.
    Wie lautet denn der Lateinische Name von dem wunderschönen Tier auf dem Bild 1 ganz oben?

    Liebe Grüsse Mo

  3. Hallo Animosus,

    der lateinische Name lautet “Pseudocreobotra wahlbergii”. Die deutsche Bezeichnung ist “Kenia-Blütenmantis”.
    Diese Tiere sind in einem Gebiet von Süd- bis Ostafrika verbreitet. Durch ihre auffällige Färbung versuchen sie Blüten zu imitieren und sich so zu tarnen.

    Liebe Grüße,
    von der ZooRoyal Redaktion

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