Krabben – Skurrile Meeresritter im Salzwasseraquarium

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Manchen Aquarianern sind Fische zu langweilig, sie wollen etwas Besonderes, etwas, das nicht so häufig ist wie Guppys oder Welse. Diese Aquarianer sollten mal darüber nachdenken, sich eine Krabbe ins Becken zu setzen: Krabben sind faszinierende Tiere, die es in den unterschiedlichsten Arten gibt und von denen viele weithin unbekannt sind. In diesem Blogeintrag wollen wir ein paar Krabben vorstellen und Euch einen Einblick in die Krabbenwelt ermöglichen.

Allgemeines

Krabben („Brachyura“) bilden mit über 5000 Arten die artenreichste Ordnung innerhalb der Zehnfußkrebse. Die meisten von Ihnen leben im Meer, einige haben sich auch das Süßwasser zur Heimat gemacht oder sind gar aufs Land übergesiedelt und kommen nur zur Fortpflanzung zum Wasser zurück. Typisch für sie ist, dass der Hinterleib nach unten unter den Kopfbrustpanzer geklappt ist; hier unterscheiden sie sich von den Krebsen. Innerhalb ihres Körpers haben sie eine Reihe kleiner Beinchen, die beim Transport der Eier helfen und der Atmung dienen.

Eine pelzige Krabbe? Gibt es!

Wollkrabben ziehen oft ungewollt mit ins Aquarium ein, da sie manchmal in „lebendem“ Riffgestein versteckt sind, das man zur Deko gekauft hat. Sie legen sich Wohnhöhlen in solchen Steinen an und wenn sie noch sehr klein sind, werden sie oft übersehen. Ihr Aussehen lässt sich als „pelzig“ beschreiben und oft kann man nicht sagen, wo vorne und hinten ist. Wenn man ihnen jedoch ein Futterstückchen hinhält, ändert sich das schnell. Sie sind was die Beobachtung und Pflege angeht, sehr interessante Geschöpfe.

Algenvertilger aus der Karibik

Die Grüne Emeraldo-Krabbe („Mithraculus sculptus“) kann eine bis zu etwa sechs Zentimeter lange Körperbreite erreichen und ist ein grünes Abbild der stereotypen Krabbe. Sie eignet sich toll fürs Aquarium weil sie erstens unerwünschte Algen abfrisst und auch noch tagaktiv ist. Sie lässt sich also gut beobachten und hält dabei noch das Aquarium sauber.

Ebenfalls aus der Karibik stammt die Sally Light-Foot-Krabbe. Bei ihr ist der Name Programm, denn diese Rennkrabbe sprintet den ganzen Tag durchs Aquarium und grast ebenfalls Algen ab. Sie ist  aber auch in der Lage, für kurze Zeit aus dem Wasser kommen und wenn das Aquarium dann nicht sicher abgedeckt ist, kann sie durchaus ausbrechen. Ihr zuzusehen ist besonders interessant, da sie einen ungewöhnlich platten Körper hat und eine Breite von bis zu 12cm erreichen kann.

Unbekannte Vertreter: Boxer-, Porzelan und Korallenkrabben

Boxerkrabben („Lybis tesselata“) sind außergewöhnliche kleine Krabben. Die höchstens zwei Zentimeter messenden Tiere tragen zwei winzige Anemonen aus  der Gattung Triactis mit sich herum. Angewendet werden diese zum Verteidigen gegenüber eventuellen Angreifern: Die Krabbe streckt dem Gegner ihre Anemonen wie ein Paar Boxhandschuhe entgegen. Zudem sind die Anemonen sehr klebrig und werden deshalb auch zur Beschaffung ihrer Nahrung genutzt. Beim Häuten setzt die Boxerkrabbe ihre kleinen Anemonen an geschützter Stelle ab und nimmt sie nach erfolgter Häutung wieder auf.

Porzellankrabben  werden zu den Mittelkrebsen gezählt und sind so wissenschaftlich keine „echten“ Krabben. Diese tagaktiven Tiere werden gerne paarweise gehalten und erreichen eine Körpergroße von etwa drei Zentimeter. Sie teilen sich gerne ihre Anemone mit einem Pärchen Clownfische. Die Krabben leben dabei auf dem Fuß der Anemone, die Clownfische bewohnen die obere Etage. Diese Lebensgemeinschaft zwischen den Krabben bringen dem anderen Partner weder Vor- noch Nachteile und werden somit als Karpose oder Probiose bezeichnet.

Zwischen den sehr stark verzweigten Ästen leben dagegen die Korallenkrabben der Gattung Trapezia. Diese kleinen Krabben genießen den Schutz, die die Koralle bietet. Diese Korallen geben Schleim und Futterreste ab, welche die Korallenkrabben als Nahrung aufnehmen. Im Gegenzug befreien die Krabben die Korallen von Parasiten.

Importe aus aller Welt

Die Erdbeerkrabbe ist oftmals ein Import aus Hawai und lebt normalerweise in der indopazifischen Region. Sie wird bis zu 5 cm groß und ist im Fachhandel relativ teuer. Die hübsche, rosafarbende Krabbe ist sehr scheu und verbringt die meiste Zeit unter Steinen. Tagsüber kommt sie selten hervor und ist somit eher für Nano-Aquarien geeignet. Bei der Haltung zu beachten ist, dass sie nicht zusammen mit Fressfeinden gehalten werden darf, da die wehrlose Krabbe sonst selbst zur Beute wird.

Eine andere Art der Meeresritter wäre die Gespensterkrabbe. Sie erkennt man an ihrer bis zu 30 cm großen Bein-Spannweite. Sie ist tagaktiv und gilt als friedlich. Weiterhin stellt sie den meist unbeliebten Borstenwürmern nach und wird somit als Nützling eingestuft, der die Vermehrung von Borstenwürmern verhindert.

Die letzte aufgeführte Krabbe ist wohl die skurrilste von allen: die Gespensterpfeilkrabbe. Sie wurde ursprünglich von den Philippinen (Cebu Island) importiert und hält sich dort auf Sandböden auf, die bis zu 1000 Meter in die Tiefe gehen. Sie ernährt sich dort von allmöglichen organischen Substanzen. Im Aquarium befindet sich die Gespensterpfeilkrabbe die meiste Zeit  eigegraben im Korallensandsubstrat. Zu sehen ist oftmals nur ihr Kopf mit ihren Antennen. Der Rest ist mit ihren Beinpaaren im Sand vergraben. Die Endgröße ihrer Beine kann bis zu 14cm betragen, ihr Körper bis zu 15mm.

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