Landschildkröten sind jedermanns Lieblinge. Während sich für europäische Arten eine dauerhafte Freilandhaltung anbietet, ist das deutsche Klima für die meisten tropischen und subtropischen Arten dauerhaft zu kalt. Neben Großraumterrarien empfehlen sich auch Gewächshäuser mit Zugang in ein Freigehege an warmen Tagen.
Richtige Haltung von Landschildkröten
Der natürliche Lebensraum besteht aus busch- und baumbestandenen trockenen Arealen, die auch im Terrarium/Freiland gut nachgebildet werden können. Unterschlupfmöglichkeiten aus Steinen und Hölzern sowie eine flache, große Wasserschale sollten nicht fehlen. Die Bodenfläche zur Haltung von zwei ausgewachsenen Tieren sollte 3 m² (2,0 x 1,5 m) nicht unterschreiten. Die Freilandhaltung ist nur mit Schutzhaus zu empfehlen, damit die Landschildkröte vor Ausbruch und Räubern gesichert ist.
Die nötige Bodentemperatur von 22-28 °C kann über die Beleuchtung oder Bodenheizmatten erreicht werden. Zudem sind Lokale Wärmestellen nötig, bei denen gewisse Stellen auf bis zu 35-40 °C erwärmt werden.
Da die Tiere ohnehin einen hohen Lichtbedarf haben, empfiehlt sich zusätzlich die Verwendung von Flutlichtstrahlern oder Neonröhren mit hohem UV-Anteil.
Draußen stillt die Sonne diese Bedürfnisse, was den Tieren sichtlich gut bekommt.
Eine Nachtabsenkung auf etwa 20-22 °C sollte gewährleistet sein.
Die benötigte Luftfeuchtigkeit von 50-70 % kann durch mehrmaliges tägliches Sprühen erreicht werden. Als Futter sollten Keimlinge und Sprossen sowie Karotten, Zucchini und Tomaten gegeben werden, welches regelmäßig mit Mineralien und Vitaminen aufgewertet werden sollte.
Landschildkröten sicher überwintern
Landschildkröten sind wechselwarme Lebewesen und passen ihren Stoffwechsel der Umgebungstemperatur an. In den Herkunftsländern fallen die Temperaturen zur kalten Jahreszeit weit unter die Werte, bei denen Landschildkröten sich bewegen und ernähren. Sie werden dann inaktiver, nehmen weniger Nahrung auf und fallen schließlich – gut im lockeren Erdreich eingegraben – in eine Winterstarre. Jetzt nimmt die Landschildkröte keine Nahrung und Flüssigkeit mehr auf. Die Atem- und Pulsfrequenz ist auf ein Minimum herabgesetzt und der Stoffwechsel läuft auf „Sparflamme“, sodass kein Fettabbau stattfindet.
Damit Landschildkröten in unseren Breiten problemlos überwintern können bieten sich zwei Methoden an. Für die Landschildkrötenhalter, die ihre Tiere im Freiland oder Gewächshaus halten, ist der Aufwand einfacher. Sie graben ein 50 cm tiefes Loch und füllen es locker mit einem Erde-Sand-Gemisch. Die Landschildkröte überwintert sich dann selber.
Für Tiere aus Wohnungshaltung ist ein Kühlschrank der beste Platz. Aus hygienischen Gründen ist ein separater Kühlschrank zu empfehlen. Die Temperaturen für die Winterruhe (3 bis 5 Monate; Jungtiere 2 Monate weniger) sollten bei den Griechischen und Maurischen Landschildkröten 4-6 °C betragen. Östliche Griechische Landschildkröten halten eine Winterstarre von 4-5 Monaten. Das Einhalten der richtigen Temperatur ist für die Gesundheit der Landschildkröten sehr wichtig, da ab 8 °C der Fettstoffwechsel startet und sich durch eine unzureichende Enzymaktivität viele giftige Stoffwechselzwischenprodukte bilden.
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